2019 - Männergesundheit und Männertumoren


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2019 - Männergesundheit und Männertumoren

Beitragvon admin » Di 29 Okt 2019 16:35

Haben Sie Fragen zu den Themen Männergesundheit und Männertumoren?
Von Anfang November bis Mitte Dezember 2019 beantworten Experten im Forum Ihre Fragen.


Auf der Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Die folgenden Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Freundlich grüssen die Moderatorinnen

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Masturbation zur Vorbeugung von Prostatakrebs

Beitragvon admin » Mo 4 Nov 2019 14:52

Frage von HR
Geschätzter Herr
Ich gestatte mir, eine etwas intime Frage an Sie zu stellen. Ausgelöst haben diese Frage, Probleme meines Bruders mit der Prostata. Ist absolute Abstinenz in meinem Alter (71 Jahre) schädlich für die Prostata und erhöht die Abstinenz die Gefahr von Prostatakrebs.

"Allerdings ist Masturbation in dieser Hinsicht", so Korda, "immer noch besser als überhaupt kein Sex."

Vielen Dank für eine kurze Antwort

Antwort von Dr. Omlin
Guten Tag

Sie haben gelesen, dass Masturbation zur Vorbeugung von Prostakrebs besser ist als gar kein Sex. Nun stellen Sie sich die Frage, ob sexuelle Abstinenz das Risiko von Prostatkrebs erhöht.
Mit dieser Frage stehen Sie sicher nicht alleine da, die meisten Leute getrauen sich nicht intime Fragen zu stellen.

2017 wurde eine
Studie zu dem Thema gemacht. Die Ergebnisse der Studie waren wissenschaftlich zu wenig aussagekräftig um diese in die Präventionsmassnahmen aufzunehmen.

Auf der Seite des Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungzentrum habe ich folgenden Eintrag gefunden: Zu den Faktoren, die das Risiko laut aktuellem Forschungsstand nicht steigern, gehören keine, geringe oder auch besonders ausgeprägte sexuelle Aktivität (Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorart ... ktoren.php © 2019 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum)

Wenn ein männlicher Verwandter (Bruder oder Vater) an Prostata Krebs erkrankt ist, haben Sie eine höhere Wahrscheinlichkeit ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken. Sollte dies in Ihrem Fall zutreffen, empfehle ich Ihnen, sich von Ihrem Arzt über die Vor-und Nachteile der Früherkennungsuntersuchungen beraten zu lassen. In der Broschüre
«Früherkennung von Prostatakrebs» der Krebsliga Schweiz finden Sie weitere Informationen.

Sie selber können Ihr Krebsrisiko aktiv senken, indem Sie sich regelmässig bewegen, gesund ernähren, wenig Alkohol trinken und Übergewicht vermeiden.Informieren Sie sich bei der Krebsliga über verschiedenen Aspekte eines
gesunden Lebensstils.

Freundliche Grüsse

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Die Geheimnisse der Muttermilch

Beitragvon admin » Mi 13 Nov 2019 15:40

Frage von Angehörige:

Guten Tag
Mein Vater ist an Prostatakrebs erkrankt. Ich meine mich zu erinnern, dass Anfangs dieses Jahr im TV eine Sendung ausgestrahlt wurde in der gesagt wurde, dass es eine Behandlung gegen Prostatakrebs geben soll, deren Wirksubstanz aus der Muttermilch stammt. Haben Sie dazu mehr Informationen?
Vielen Dank für eine Antwort.

Antwort von Dr. med. R. Cathomas:
Guten Tag
Wahrscheinlich beziehen sich Ihre Angaben auf die Sendung «Einstein», SF DRS, vom 14.03.2019 –
Die Geheimnisse der Muttermilch
Darin wird Folgendes berichtet:
An der Universität Lund in Schweden wird unter anderem über Muttermilch geforscht. Dabei geht es vor allem um ein Protein, das in der Muttermilch vorkommt. Dieses Protein wird «Hamlet» genannt. Es wurde zufällig beobachtet, dass Krebszellen sofort nach dem Kontakt mit diesem Protein abstarben; gesundes Gewebe blieb unbeschädigt. Diese Reaktion konnte bei Zellen von rund 40 Krebsarten beobachtet werden, darunter Brust-, Leber-, Gehirn-, Blasen-, Hautkrebs und Leukämie. Weitere Labortests und Tiermodelle wurden durchgeführt. An Mäusen wurde eine Studie mit vielversprechenden Ergebnissen zu Darmkrebs durchgeführt. Für diese Versuche musste ein chemischer Komplex hergestellt werden: aus der Muttermilch wurde α-Lactatalbumin («Hamlet») isoliert und dann mit einer Fettsäure aus dem menschlichen Körper gemischt. Im Beitrag sprachen Prof. Catarina Svanberg, Immunologin, und Dr. Aftab Nadeem. Nach 20 Jahren Forschung wurde nun ein erster klinischer Versuch mit Blasenkrebs-Patienten bewilligt. Bis aus den Versuchen allenfalls ein fertiges Medikament gegen Krebs resultiert, werden noch Jahre wenn nicht Jahrzehnte vergehen.
Daher stellt dies vorerst keine Behandlungsmöglichkeit für Prostatakrebs oder andere Krebsarten dar.
Hier finden Sie eine Liste der Publikationen der Universität Lund zu «Hamlet».
In der Broschüre
Prostatakrebs der Krebsliga Schweiz finden Sie einen allgemeinen Überblick über Diagnosestellung und Therapie.

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Brustkrebs beim Mann

Beitragvon admin » Do 14 Nov 2019 16:26

Frage von: dj
Hallo,
ich habe seit ca. 3 Wochen eine Verhärtung unter der linken Brust, in der Nähe der Brustwarze. Wie ein Knoten fühlt es sich nicht an (wobei ich auch nicht weiß wie sich so ein knoten anfühlt!), sondern eher nach einer Verhärtung. Wenn man auf diese Verhärtung drückt tut es weh. Auch fühlt sich die Brust an als ob sie spannen, so brennen würde. Die Verhärtung geht bis unter die Brustwarze und das Gewebe darum fühlt sich normal an. Seit ca. 1 1/2 Wochen schmerzt diese Verhärtung (vermutlich auch durch das permanente drücken und tasten in diesem Bereich). Noch als Hinweis - ich spüre diese Verhärtung nur im sitzen und stehen. Wenn ich die Brust im Liegen abtaste merke ich nichts.
Zu meinem Körperbau. Ich bin ca. 1,80m groß und wiege (

Antwort von Dr. med. R. Cathomas
Guten Tag
Sie haben Ihre Brust untersucht und festgestellt, dass Sie unter der linken Brust bis unter die Brustwarze eine auf Druck schmerzhafte Verhärtung spüren. Anhand Ihrer Schilderung nehme ich an, dass Sie sich Sorgen machen von Brustkrebs betroffen zu sein. Gewiss ist Ihr Gedanke nicht abwegig, zumal auch Männer an Brustkrebs erkranken können – wenn dies auch äusserst selten ist. Zudem ist ja gerade bei Brustkrebs die Prognose sehr gut, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird. Die festgestellte Veränderung kann auch harmlos sein. Da Sie die Verhärtung im Liegen nicht spüren, scheint mir eine Pathologie unwahrscheinlich.

Brustwarzen entwickeln sich bereits in einer frühen Phase der Entwicklung bei allen Embryonen ungeachtet des späteren Geschlechts. Dabei werden Drüsen angelegt, die in Milchgänge führen, welche schliesslich in die Brustwarze münden. Unter der Brustwarze ist also das Gewebe besonders dicht; bei leichtem zweiseitigem Druck auf den Warzenhof spürt man einen gewissen Widerstand. Das allfällige Vorhandensein eines Knotens lässt sich ertasten; seine Form allerdings kaum. Das Gewebe der Brustwarzen und ihrer Höfe ist empfindlich; ein behutsames Vorgehen bei der Untersuchung ist deshalb geboten.

Ich möchte Sie ermutigen, das Gespräch mit Ihrem Hausarzt/ Ihrer Hausärztin zu suchen und sich erst von ihm/ihr untersuchen lassen. Bei Bedarf wird sie oder er sie weiterverweisen an einen Spezialisten.

Allgemeine Informationen zu
Brustkrebs beim Mann und Prävention und Früherkennung von Brustkrebs finden Sie auf der Internetseite der Krebsliga Schweiz.

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Peniskrebs nach Phimose?

Beitragvon admin » Di 19 Nov 2019 17:11

Frage von Clement
Hallo! Ich bin 15 Jahre alt und habe eine relativ stark ausgeprägte Phimose (angeborene Vorhautverengung) und zwei kleine kugelförmige Verhärtungen über dem Penis im Bereich der Schamhaare. Obwohl es in meinem Alter sehr selten ist, sieht es doch aus wie Peniskrebs, oder?

Antwort von Dr. Richard Cathomas
Guten Tag Clement,
Sie leiden an einer relativ stark ausgeprägten Phimose und machen sich Sorgen über zwei kleine kugelförmige Verhärtungen über dem Penis im Bereich der Schamhaare. Sie vermuten, dass es sich um Peniskrebs handelt.

Peniskrebs ist sehr selten und betrifft am häufigsten Männer über 60 Jahre.

Sie tun jedoch das Richtige, indem Sie sich um Ihre Gesundheit sorgen und sich seriöse Informationen aus zuverlässigen Quellen besorgen. Ich gratuliere Ihnen zu dieser Vorgehensweise!

Es ist wichtig, ein eventuell vorhandenes Schamgefühl zu überwinden und im Falle einer verdächtigen Anomalie unverzüglich einen Arzt aufzusuchen. Dazu möchte ich Ihnen hiermit dringend raten!
Ich weiss, es ist nicht einfach, einem Fremden seine Genitalien zu zeigen und sie obendrein noch abtasten zu lassen! Aber Sie sollten bedenken, dass das, was für Sie als Ratsuchenden seltsam und unangenehm erscheint, für den Arzt die tägliche Routine darstellt.
Sie können zunächst das Gespräch mit ihrem Hausarzt suchen und dann bei Bedarf einen Urologen aufsuchen (auch im Hinblick auf die Phimose). Erwähnen Sie im Gespräch mit dem Arzt das Thema
HPV-Impfung (falls Sie noch nicht geimpft sind). Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bietet Informationen zu HP Viren.
Alles Gute für den Arzttermin, danach wissen Sie mehr.

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Früherkennung Prostata/Hodenkrebs -gesunder Lebensstil

Beitragvon admin » Mo 9 Dez 2019 11:48

Frage von Silvan

Guten Tag Krebsliga
Mir geht es soweit gut und ich fühle mich gesund mit 47 Jahren.
Jedoch würde es mich einmal wunder nehmen wie die typischen Krebsarten für Männer frühzeitig erkannt werden können. Ich denke da vor allem an Hodenkrebs und Prostatakrebs.
Welche anderen Krebsarten sind für Männer noch typisch?

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, freundliche Grüsse Silvan

Antwort von Dr. Richard Cathomas
Guten Tag Silvan
Sie fühlen sich erfreulicherweise gesund und interessieren sich für die Früherkennung von Hodenkrebs, Prostatakrebs und anderer Krebsarten, die Männer betreffen. Gerne beantworte ich Ihre Fragen:


Hodenkrebs:
Systematische Früherkennungsprogramme gibt es nicht. In manchen Medien wird Männern empfohlen, ihre Hoden regelmässig abzutasten. Es gibt keine Studien, in denen untersucht wurde, ob diese Massnahme sinnvoll istv Sie ist jedoch einfach und daher sinnvoll. Es ist wichtig zu wissen, dass die meisten Männer mit Hodenkrebs heute geheilt werden können, sogar dann, wenn die Krankheit in einem weit fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde. Bei Beschwerden oder auffallenden Veränderungen eines Hodens ist ein Arztbesuch angezeigt. Lesen Sie hier mehr über Risikofaktoren, mögliche Symptome, Diagnose und Therapie von Hodenkrebs. Das Vorhandensein von einem oder mehrerer der beschriebenen Symptome muss nicht unbedingt bedeuten, dass jemand an Hodenkrebs erkrankt ist. Auch andere Ursachen, wie etwa eine Entzündung, benötigen eine Abklärung und medizinische Behandlung.

Prostatakrebs:
Zur Früherkennung von Prostatakrebs gibt es zwei Methoden: die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut und die digitale rektale Untersuchung. Ob Sie eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen möchten, ist ein individueller Entscheid, der abhängig ist von der persönlichen Situation. Es gibt keine einheitliche Expertenmeinung dazu. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile einer Früherkennung von Prostatakrebs, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Andere Krebsarten:
Darmkrebs
ist bei Männern nach Prostatakrebs die zweithäufigste Krebserkrankung. Bei frühzeitiger Diagnose kann Darmkrebs gut behandelt werden. Vorsorgeuntersuchungen ab fünfzig Jahren sind sehr sinnvoll. Für Personen zwischen 50 und 69 Jahren werden die Kosten dafür von der obligatorischen Grundversicherung der Krankenkasse übernommen. In einigen Kantonen gibt es bereits Screening-Programme, andere planen solche. Lesen Sie hier mehr über die Prävention und Früherkennung von Darmkrebs.

Hautkrebs ist bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Die wirksamste Vorbeugung ist einfach: sich vor der Sonne schützen und bei Hautveränderungen den Arzt konsultieren. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Hautkrebs erkennen.
Wie vorbeugen?

Ebenso wichtig wie Vorsorgeuntersuchungen ist ein gesunder Lebensstil: nicht rauchen, viel Bewegung, wenig Alkohol, gesunde Ernährung, Sonnenschutz.


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