2019 - Schmerzen


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2019 - Schmerzen

Beitragvon admin » Do 29 Aug 2019 9:43

Sind Sie aktuell oder waren Sie in der Vergangenheit von einer Krebserkrankung betroffen?
Werden Ihre Gedanken, Gefühle und Ihr Verhalten von Schmerzen bestimmt und vom Versuch diese zu vermeiden?
Sie haben schon Einiges erlebt und ausprobiert – und sind weiterhin auf der Suche.

Die Expertin und die Experten beantworten Ihre Fragen im September 2019 schriftlich. Auf der Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


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Schmerzen durch Knochenmetastasen

Beitragvon admin » Di 17 Sep 2019 13:53

Frage von Mauerblume:

Mein Vater ist wohl seit längerem an Krebs erkrankt. Erkannt wurde es nun aber erst diesen Montag. Der Krebs ist bereits in den Knochen und die Metastasen lösen die Knochen auf, was ihm enorme Schmerzen bereitet (momentan nur im ISG).
Erstes Ziel für uns ist es die Schmerzen endlich zu minimieren, mit welchen er nun seit über einem Jahr lebt (leider wurde er fehldiagnostiziert mit Arthritis). Welche Schmerzmittel oder Schmerztherapien werden bei dieser Art von Schmerzen eingesetzt? Ich würde einfach gerne mehrere Alternativen haben oder auch andere Möglichkeiten in Erfahrung bringen.
Vielen Dank.

Antwort von Dr. med. Daniel Büche:

Ihr Vater leidet seit über einem Jahr an Schmerzen. Erst vor Kurzem wurde ein ursächlicher Zusammenhang mit Krebs erkannt.

Medikamentöse Krebstherapien wirken systemisch, das heisst im ganzen Körper. Es ist also zu erwarten, dass die Krebsbehandlung auch einen Rückgang der Knochenmetastasen bewirken und zu einer Linderung der Schmerzen in der Illeosakralgegend führen wird.

Ausserdem kann in ausgewählten Fällen auch die Strahlentherapie zur lokalen Behandlung von Knochenmetastasen und folglich zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
Ein weitere Möglichkeit, an welche zu denken ist, sind Bisphosphonate (sog. „Knochenstärker“ z.B. Zoledronat, Ibandornat). Diese Arzneimittel wirken meist aber nicht rasch schmerzlindernd sondern sind eher auf einen längerfristige Therapie angelegt.
Aus ihrer Beschreibung entnehme ich, dass die üblichen Schmerzmittel insbesondere auch die schmerz- und entzündungshemmenden Arzneimittel (Rheumamittel) verwendet worden. Bei diesen starken und langanhaltenden Schmerzen ist sicherlich auch ein Versuch mit Morphin und morphinähnlichen Schmerzmittel angezeigt, dies bis die tumorspezifische Therapie (Chemotherapie, Bestrahlung u.a.) wirkt. Welches Opioid dabei gewählt wird ist zweitrangig. Wichtiger ist, dass die Dosis bei ungenügender Wirkung erhöht wird. Allenfalls muss es vorübergehend sogar als Infusion gegeben werden, wenn die Wirkung in Tablettenform nicht ausreichend ist.

Die Indikation für eine Radiotherapie, Bisphosphonattherapie und für eine allfällige zusätzliche Schmerzmedikation wird vom onkologischen Behandlungsteam geprüft. Diskutieren Sie Ihr Anliegen mit dem behandelnden Tumorzentrum.

Allgemeine Informationen zum Thema finden Sie in unserer Broschüre
Schmerzen bei Krebs und ihre Behandlung.

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Leberschmerzen bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

Beitragvon admin » Di 17 Sep 2019 14:02

Frage von Daniela C.:
Liebes Ärzteteam

Ich habe beidseitigen Eierstockkrebs im vierten Stadium und mit starken Leberschmerzen zu kämpfen. Ich habe bereits verschiedene Medikamente ausprobiert, aber die Schmerzen sind geblieben.

Hätten Sie einen guten Rat für mich?

Vielen Dank!

Antwort von Dr. med. Daniel Büche:
Guten Tag!

Sie haben ein fortgeschrittenes Ovarialkarzinom und leiden unter starken Leberschmerzen. An uns haben Sie sich in der Hoffnung gewandt, Ratschläge dazu zu erhalten, wie Sie die Schmerzen schnellstmöglich in den Griff bekommen können. Leider lässt sich Ihr Anliegen nicht beantworten, ohne Ihre klinische Vorgeschichte, Diagnoseberichte und die bisherige Behandlung zu kennen.
Allgemein ist jedoch zu erwähnen, dass der Leberkapselschmerz immer wieder auf folgende Massnahmen ansprechen kann:
  • Einfache Schmerzmittel wie Paractamol, welches aber nur eingesetzt werden sollte, wenn die Leberwerte im Blut nicht schon erhöht sind.
  • Glucocorticosteroide: Prednison 50 mg oder Dexamethason 8 mg für wenige Tage. Damit sollte eine rasche Schmerzlinderung erfolgen. Ist dies nicht der Fall kann das Arzneimittel nach 3 Tagen wieder abgesetzt werden.
  • eine lokale Bestrahlung sollte diskutiert werden.
Leider wirken Opioide (Morphin und Morphin-ähnliche Substanzen) in diesem Fall eher weniger gut.

Bei unzureichender Schmerzkontrolle sollte jedoch ein Palliativteam hinzugezogen werden, um alle möglichen Behandlungsoptionen abzuwägen. Bitten Sie Ihre/n Onkologin/en, den Kontakt zu einem Palliativdienst herzustellen.

In unserer Broschüre «Schmerzen bei Krebs und ihre Behandlung» finden Sie allgemeine Informationen. Um dem behandelnden Team Ihre Schmerzen besser verständlich zu machen, kann es zudem hilfreich sein, ein Schmerztagebuch zu führen. Anhand Ihrer Aufzeichnungen kann die Schmerzintensität dann genauer beurteilt werden. Alle unsere Publikationen können von unserer Website heruntergeladen werden. Der kostenlose Versand in Papierform ist jedoch nur innerhalb der Schweiz möglich.

Freundliche Grüsse


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