Frauengesundheit, Frauentumoren - 2020


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Alternative Hilfe bei metastasierendem Brustkrebs

Beitragvon admin » Do 29 Okt 2020 13:17

Frage von: Christina
Was könnte mir noch helfen?
Brustkrebs im 2013, Chemo, OP, rechte Brust und Lymphknoten entfernt, Bestrahlung, Antihormon, Arimidex bis ca. Juni 2019.
November 2019, Bruch Brustwirbel, Diagnose nach Röntgen Osteoporose. Weiterhin starke Rückenschmerzen,Febr. 20, MRI, dann Überweisung zum Hämatologen, da das Knochenmark nicht i.O. Nach der Knochenmark Punktion, Diagnose: Metastasierender Brustkrebs Wirbelsäule. Eine Bestrahlung war nicht möglich, da der ganze Rücken betroffen. Therapie: Knochenhärterspritze monatlich, Antihormon Tamec 20g, Schmerzmittel Novalgin. Zur Zeit geht es, ausser diesem oft enormen Druck, (Schwere) im Rücken einigermassen gut. Eine traurige Situation, was können Sie mir als weitere Hilfe empfehlen?

Antwort von Prof. Dr. med. Monica Castiglione
Guten Tag Christina
Seit 7 Jahren leben Sie mit Brustkrebs und seinen Folgen. Ihre Wirbelsäule ist mitbetroffen. Sie möchten wissen, welche Begleitmassnahmen als Ergänzung zur konventionellen Therapie geeignet wären.

Auch in solchen Fällen hilft Bewegung: schöne Spaziergänge in der Natur sind gut für Körper, Geist und Seele.
Zahlreiche Betroffene suchen ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung nach begleitenden Methoden zur Verbesserung ihrer Lebensqualität. Die folgenden Institute bieten kompetente Beratung zu komplementärmedizinischen Angeboten durch entsprechend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte an:

- Institut für komplementäre und integrative Medizin, Zürich
- Zentrum für Integrative Medizin, St. Gallen
- Institut für Komplementäre und Integrative Medizin, Bern

Ausserdem bieten die regionalen Krebsligen eine Vielzahl von Rehabilitationsangeboten für Betroffene, die etwas für ihr Wohlbefinden tun möchten. Im Rahmen einer ambulanten Beratung können Sie Ihr Anliegen anbringen und sich bei der Wahl und Koordination von Begleitmassnahmen unterstützen lassen. Näheres zum Thema onkologische Rehabilitation erfahren Sie hier.

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Behandlung nach brusterhaltender Operation, notwendig?

Beitragvon admin » Mo 2 Nov 2020 17:41

Frage von Cora:
Via Mammografie wurde eine Mikrokalkgrupe in der Brust festgestellt und mit anschliessender Biopsie entfernt. Die Histologie ergab ein DCIS, B5a Klassifikation, Makroskopische Bezeichnung: 1 GZ, DM 3mm/2 GZ, DM 2mm/1GZ, DM 2mm. Bei der anschliessenden brusterhaltenden OP wurde vollständig alles entfernt (minimer Mikrokalkrest). Nach dem Tumorboard empfahl man mir für eine maximale Sicherheit eine Bestrahlung oder Antihormontherapie (Rezeptoren werden noch bestimmt). Ist hier eine weiterfolgende Therapie zwingend notwendig? Oder Standard/Empfehlung? Vermindert eine örtliche Bestrahlung einen Rückfall nur in dieser Region? Wirkt eine Antihormontherapie allgemein einer weiteren Brustkrebserkrankung entgegen oder nur in dieser Region?


Antwort von Prof. Dr. med. Castiglione:
Bei der brusterhaltenden Operation konnte die gesamte Mikrokalkgruppe mit Ausnahme eines minimalen Mikrokalkrestes entfernt werden. Warum also die Empfehlung für eine weitere Behandlung?

Einzelne Zellen – ob es nun Tumorzellen sind oder gesunde Körperzellen – sind so klein, dass sie nicht während der Operation von Auge gesehen werden können. Mikroverkalkungen lagern sich gerne an Tumorgewebe an. Würden einzelne möglicherweise bösartige Zellen im Gewebe verbleiben, könnte sich daraus ein Tumor entwickeln. Deshalb wird häufig nach einer brusterhaltenden Operation zur Vorbeugung eines Rückfalls eine Bestrahlung empfohlen. Die Radiotherapie verringert bedeutend das Wiederauftreten eines DCIS oder einen invasiven Krebs nach brusterhaltender Therapie. Je höher das Rückfallrisiko, desto grösser ist der zu erwartende Nutzen einer Radiotherapie. Der verbliebene Mikrokalkrest könnte das Rückfallrisiko erhöhen.

Durch eine antihormonelle Therapie kann das Rückfallrisiko innerhalb der betroffenen Brust beim DCIS reduziert werden, sowie das Auftreten eines Tumors in der anderen Brust. Durch eine Antihormontherapie wird aber das Überleben nicht beeinflusst, die Prognose eines DCIS ist aber exzellent.
Eine Antihormontherapie käme dann nur in Frage, wenn das Resultat der Hormonrezeptorbestimmung «positiv» ausfällt, das heisst, wenn besonders viele Hormonrezeptoren vorhanden sind, welche ein Tumorwachstum anregen könnten.

Ich empfehle Ihnen, die möglichen Vor- und Nachteile einer unterstützenden (adjuvanten) Therapie mit der behandelnden Gynäkologin / dem behandelnden Gynäkologen und eventuell dem Radioonkologen / der Radioonkologin nochmals zu besprechen, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.


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