Frauengesundheit, Frauentumoren - 2021


Moderations-Bereich
admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Frauengesundheit, Frauentumoren - 2021

Beitragvon admin » Mi 22 Sep 2021 10:49

Haben Sie Fragen in Zusammenhang mit Frauengesundheit und/oder Frauentumoren?
Unsere Expert*innen:

Prof. Dr. med. Monica Castiglione
, eine erfahrene Onkologin und Brustkrebs-Spezialistin
Dr. med. Laura Knabben, Oberärztin Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital,
Monika Biedermann, Breast Care Nurse im Brust- und Tumorzentrum der Frauenklinik Bern, Inselspital,
Corinne Weidner, Physiotherapeutin MAS Rehabilitation, Dozentin Lymphologische Physiotherapie, Stiftungsrätin Lympha-Helvetica
Dr. med. André Kind, Leitender Arzt der Poliklinik und der Dysplasie-/HPV-Sprechstunde am Universitätsspital Basel

beantworten Ihre schriftlichen Fragen von Mitte September bis Ende Oktober .

Auf der Startseite des Forums finden Sie ab Mitte September mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Freundliche Grüsse
Das Moderationsteam

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Papillomavirus

Beitragvon admin » Mi 22 Sep 2021 10:54

Frage von Francesca Paola
Hallo,
Ich bin 24 Jahre alt. Im letzten März habe ich meinen ersten PAP-Test freiwillig machen lassen (in Perugia, weil ich dort studierte). Der PAP-Test hat ASCUS ergeben. In Trapani habe ich mich einer Kolposkopie unterzogen (LIS niedriggradig. HPV-DNA-Test positiv für die Genotypen 16-53 und Microbiopsie (Portio-Biopsie h 6 h 12 h 10). Die histologische Untersuchung ergab eine CIN 2 - squamöse intraepitheliale Neoplasie hohen Grades. Von da an wurde mir wärmstens einen Eingriff empfohlen. Meine Gynäkologin in Perugia hingegen, die ihrerseits andere Fachleute zu meinem Fall konsultierte, hat mir die Impfung empfohlen (Die erste Dosis wurde mir Anfang September bereits verabreicht; die zweite Dosis ist für Anfang Oktober geplant.) und Nahrungsergänzungsmittel ISIDE CAPS 22 für 3 Monate alternierend am Abend, um zu schauen, ob die Läsion von alleine verschwindet und die Konisation vermieden werden kann. Ehrlich gesagt, habe ich grosse Angst, dass die Läsion sich in ein Zervixkarzinom oder etwas anderes umwandeln könnte. Auch vor einer allfälligen Konisation habe ich Angst. Ist es möglich, dass die Läsion von alleine verschwindet?
Danke.

Antwort von Dr. med. André Kind, Leitender Arzt der Poliklinik und der Dysplasie-/HPV-Sprechstunde am Universitätsspital Basel
Guten Tag Francesca Paola
Die Diagnose einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie 2 (CIN2) beunruhigt und verunsichert Sie verständlicherweise. Es ist selten, dass sich eine CIN2 in ein Zervixkarzinom entwickelt. Viel häufiger gehen die Veränderungen wieder von alleine weg. Vergleiche Seite 30 der Broschüre
Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich langsam. Diese beiden Faktoren veranlassen uns heute eine CIN2 nicht automatisch zu operieren, insbesondere nicht in Ihrem jungen Alter. Regelmässige Kontrollen sind dann aber zwingend nötig (bei uns alle 6 Monate). Wenn sich die Zellveränderungen in eine CIN3 verschlechtern, würden wir ebenfalls die Konisation empfehlen.
Die HPV-Impfung ist sehr gut, wirkt aber nur gegen die HP-Virus-Typen, mit denen Sie noch nicht in Kontakt gekommen sind. Sie wird nicht dazu beitragen können, dass die Zellveränderungen, die Sie jetzt haben, verschwinden.
Was können Sie sonst tun? Das einzig wirklich bewiesene ist, dass Tabakrauchen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen zu erkranken, erhöht. Deshalb wäre eine dringende Empfehlung, dies zu stoppen, falls Sie rauchen. Die
Rauchstopplinie bietet Rauchern und Raucherinnen eine Fernbegleitung im Entwöhnungsprozess über Telefon.
Nahrungsergänzungsmittel haben keinen nachgewiesenen Nutzen.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Antikörpertherapie mit Avastin

Beitragvon admin » Mi 22 Sep 2021 17:05

Frage von Elisabeth
Guten Morgen
Da ich schon zum dritten Mal an Krebs erkrankt bin, muss ich jetzt eine Antikörpertherapie mit Avastin machen. Möchte sie fragen ob diese Therapie eine Art Immuntherapie ist.
Ich bin immer sehr, sehr müde und habe auch mit Verstopfung sowie auch Durchfall zu kämpfen und somit ist meine Lebensqualität eingeschränkt. Die Therapie muss ich alle drei Wochen machen. Meine Frage ist:
Könnte man so eine Therapie auch alle vier Wochen machen?
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Danuser

Antwort von Prof. Dr. med. Monica Castiglione
Guten Tag Elisabeth
Der Wirkstoff Bevacizumab (Handelsname Avastin) ist ein monoklonaler Antikörper, der zur zielgerichteten Krebstherapie eingesetzt wird. Er aktiviert das körpereigene Immunsystem zur Zerstörung des Tumorgewebes. Bevacizumab wirkt spezifisch auf einen bestimmten Rezeptor der Tumorzellen und hemmt die Bildung neuer Blutgefässe im Tumor: Die Versorgung mit Nährstoffen wird gedrosselt und das Wachstum gehemmt.
Avastin wird zusammen mit anderen Medikamenten zur Behandlung von verschiedenen Krebserkrankungen im fortgeschrittenem Stadium eingesetzt, so etwa bei fortgeschrittenem Brustkrebs, Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Ihre Lebensqualität ist unter der Therapie eingeschränkt. Sie schildern eine
grosse Müdigkeit. Diese wird auch als krebsbedingte Fatigue, ein Erschöpfungszustand, der sich auch nach Erholungsphasen kaum bessert, beschrieben. Ursachen können sowohl die Krankheit und ihre psychischen Folgen als auch die Therapie sein.

Verstopfung und andere Verdauungsprobleme gehören zu den häufigen
Nebenwirkungen unter der Therapie mit Avastin.
Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Behandlungsteam die Beschwerden immer wieder melden. Fragen Sie ruhig, wie diese behandelt werden und worauf Sie zuhause achten können. Eine ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung, die auf Ihr Befinden abgestimmt ist, können Ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Zur Frage der Therapie: Das Intervall (Häufigkeit) und die Dosis (Menge) sind abhängig von der genauen Diagnose, dem Therapieziel, Ihren Untersuchungsergebnissen unter der Therapie und Ihrem Befinden. Ich ermutige Sie, das Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam zu suchen, um gemeinsam immer wieder die beste Lösung für Sie zu finden.

Freundliche Grüsse

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

ketogene Diät

Beitragvon admin » Fr 24 Sep 2021 10:40

Frage von Dieter
Sehr geehrte Damen und Herren
Meine Frau ist an Eierstockkrebs erkrankt. Nun wurden 3 rezitative Tumoren operativ entfernt.
Kann eine ketogene Ernährung (wie an der Uni-Würzburg in einer Studie) in dieser Situation helfen?
Wer könnte hier für mich ein Ansprechpartner sein um den möglichen Nutzen dieser Diät zu klären?
Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort von: Prof. Dr. med Monica Castiglione, Onkologin
Die ketogene Diät wird von vielen Krebspatienten in der Hoffnung umgesetzt, den Krebs zu bekämpfen oder auszuhungern.

Es fehlen bislang allerdings die wissenschaftlichen Beweise, dass die Diät tatsächlich Sinn macht. Bei Humanstudien gibt es keine eindeutigen Ergebnisse für ein Aushungern des Tumors, eine Lebensverlängerung oder eine Verbesserung der Therapiewirksamkeit.

Bei der Umsetzung der Diät sollten insbesondere die Nebenwirkungen im Auge behalten werden. Es kann zu einem Muskelabbau und zu einer unerwünschten Mangelernährung führen. Ausserdem besteht ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen, Hyperlipidämien, Verstopfung oder Durchfall und Nierensteine und Gicht. Deshalb wird offiziell empfohlen, die Umsetzung einer ketogenen Diät nur unter ärztlicher Aufsicht und unter Beobachtung eines erfahrenen Ernährungsteams durchzuführen.

Der Körper benötigt sowohl Fette, als auch Eiweisse und Kohlenhydrate für diverse Körperfunktionen. Es ist deshalb naheliegend, dass eine ausgewogene Zufuhr dieser Nährstoffe, aber auch von Nahrungsfasern, Vitaminen und Mineralstoffen vermutlich am sinnvollsten ist.

Solange es für die ketogene Diät keine eindeutigen Studienergebnisse gibt, muss jede Person selbst entscheiden, ob sie diese Diät umsetzen möchte. Wenn Ihre Frau von der ketogenen Diät überzeugt ist und sie sich ketogen ernähren möchte, sollte die Umsetzung gut geplant und auf eine bedarfsgerechte Versorgung an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen geachtet werden.

Eine Fachspezialistin oder ein Fachspezialist für Ernährung sollte erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Onkologen oder der behandelnden Onkologin konsultiert werden.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Mammographie der gesunden Brust

Beitragvon admin » Fr 24 Sep 2021 10:45

Frage von Sibirien
Sehr geehrte Doktorinnen und Doktoren,
bei mir wurde 2007 Brustkrebs festgestellt und es wurde eine Mesektomie der rechten Brust durchgeführt. Metastasen waren zum Glück keine vorhanden und man hat zur Sicherheit noch 11 Lymphknoten entnommen. Der Krebs war auf der Mammographie nicht zu sehen und wurde bei einer Untersuchung durch Ultraschall entdeckt.

Bis heute habe ich keine Beschwerden und der Krebs ist nicht wieder ausgebrochen :-).

Meine Frage, da ich von Ärzten unterschiedliche Meinungen bekommen habe, ist eine Mammographie der gesunden Brust zwingend erforderlich? Reicht hier nicht die Untersuchung per Ultraschall, die alle 6 Monate durchgeführt wird?

Besten Dank und liebe Grüße

Antwort von Prof. Dr. med. Monica Castiglione, Onkologin und Brustkrebs-Spezialistin
Guten Tag
Die Mammographie der gegenüberliegenden Brust sollte auch ohne besonderen Verdacht regelmässig jährlich einmal durchgeführt werden. Das Ziel ist die Früherkennung eines eventuellen Zweittumors. Die Mammographie ermöglicht eine frühzeitige Diagnose, bevor Symptome auftreten. Je nach Dichte des Drüsengewebes wird die Mammographie durch eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) ergänzt. In ausgewählten Fällen ist zum Ausschluss eines Zweitkarzinoms eine Magnetresonanztomographie (MRI) notwendig.

Auch wenn bei Ihnen der Tumor vor 14 Jahren in der Mammographie nicht sichtbar war, ist es sehr wahrscheinlich, dass man nun einen allfälligen Tumor in der linken Brust mit der Mammographie erkennen würde.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Adulter Granulosazelltumor

Beitragvon admin » Di 28 Sep 2021 14:43

Frage von Ischtil
Adulter Granulosazelltumor: wenn die Tumorkapsel vor der Operation bereits rupturierte, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rezidiv auftreten kann? Und nach wievielen Jahren kann ich davon ausgehen, dass kein Rezidiv mehr entsteht?

Antwort von Prof. Monica Castiglione
Sie sind an einer sehr seltenen Tumorart des Ovars erkrankt. Man hat generell wenig Erfahrung mit dieser Tumorart, auch was typische Verläufe anbelangt. In der Regel handelt es sich dabei um einen niedrigmalignen Tumor, der langsam wächst.

Die Ausdehnung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose (Tumorstadium) ist nur einer von mehreren Faktoren, die einen Einfluss auf Ihre Prognose haben. Der eventuelle postoperative Tumorrest, Ihr Alter, Ihr Allgemeinzustand, der histologische Unter-Typ, das Tumorgrading (Wie stark sich die Tumorzellen von den gesunden Zellen unterscheiden) und Ihr Ansprechen auf die angewandte Therapie müssten bei der Abschätzung des voraussichtlichen Verlaufs mitberücksichtigt werden.

Ausserdem sagen Statistiken nur bedingt etwas über die individuelle Prognose aus: Es gibt Verläufe, die ganz anders sind, als die in der Fachliteratur beschriebene allgemeine Tendenz. Manche Frauen leben lange rezidivfrei, bei anderen verschlechtert sich die Erkrankung sehr rasch, trotz Therapie. Besprechen Sie die Frage, die Sie umtreibt, mit Ihren behandelnden Ärzten: sie können sich am ehesten zu Ihrer persönlichen Prognose äussern, weil sie die Befunde kennen und Ihnen erklären können, was sich daraus ableiten lässt.

Das Risiko eines Rezidivs bleibt zwar ein Leben lang bestehen, verringert sich aber mit den Jahren.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Prognose bei metastasiertem Brustkrebs

Beitragvon admin » Mo 11 Okt 2021 10:45

Frage von: Leseratte6
Guten Tag
Gerne hätte ich gewusst, wie die Chancen sind, wenn das Mamma Ca in der Lunge und Leber und Clavicula und BWK/LWK Metastasen gestreut hat. Behandelt wird aktuell Hormonell.
Danke für ihre Antwort.

Antwort von: Prof. Dr. med. Monica Castiglione, Onkologin und Brustkrebs-Spezialistin
Bei metastasiertem Brustkrebs können bestimmte Medikamente Beschwerden vermeiden oder lindern, das Leben verlängern und die Lebensqualität so gut wie möglich erhalten. Mit den heutigen Behandlungen ist es oft möglich, jahrelang mit der Erkrankung zu leben. Allerdings gestaltet sich der Krankheitsverlauf von Patientin zu Patientin unterschiedlich: Manche Frauen leben noch lange weiter, nachdem der Krebs gestreut hat, bei anderen verschlechtert sich der Zustand sehr rasch. Viele Faktoren - wie das Alter, der Allgemeinzustand, die angewandte Therapie und das individuelle Ansprechen auf die Behandlung - beeinflussen die Prognose.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Knoten in der Achselhöhle

Beitragvon admin » Di 12 Okt 2021 10:55

Frage von: Vroni
Guten Tag
Ich war vor vier Wochen beim Frauenarzt wegen einem kleinen Knoten unter der Achselhöhle.
Der Arzt verschrieb mir eine Hormonsalbe. Er meinte es sei ein Lymphknoten. Nächster Termin bei ihm im Novemmber. Der Knoten ist immer noch nicht weg. Darf ich bis zum nächsten Termin abwarten?
Herzlichen Dank für die Antwort.

Freundliche Grüsse

Antwort von: Prof. Dr. med. Monica Castiglione, Onkologin und Brustkrebs-Spezialistin
Sie spüren einen Knoten in der Achselhöhle. Sie haben sich von Ihrem Frauenarzt untersuchen lassen. Es ist ein Kontrolltermin im November geplant. Der Knoten hat sich bis jetzt noch nicht zurückgebildet. Wenden Sie sich vorsichtshalber an ein
zertifiziertes Brustzentrum, nehmen Sie jedoch auch den Kontrolltermin bei Ihrem Frauenarzt im November wahr.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Kurzer, stechender Schmerz in der linken Brust

Beitragvon admin » Mi 13 Okt 2021 10:28

Frage von Frau M.R.
Kurzer, stechender Schmerz in der linken Brust (Brustwarzenbereich)

1-5 Mal pro Tag fährt mir plötzlich dieser "Stich" in die linke Brust, nach ca 20-50 sec. klingt er wieder ab.
Knoten habe ich keine.
Ich bin 74 Jahre alt und habe 3 Kinder je mind. 6 Monate gestillt.

Besten Dank und freundliche Grüsse

Antwort von Prof. Dr. med. Monica Castiglione
Guten Tag Frau M. R.
Vermutlich befürchten Sie, dass der Schmerz ein Symptom von Brustkrebs sein könnte. Typischerweise bemerken von Brustkrebs betroffene Frauen einen schmerzlosen Knoten oder verhärteten Bereich in der Brust. Nebst weiteren Symptomen können bei Brustkrebs auch plötzliche entzündliche Veränderungen an der Brustwarze auftreten. Sie haben drei Kinder über je mindestens sechs Monate gestillt. Das reduziert Ihr Brustkrebs-Risiko.

Die von Ihnen beschriebenen Schmerzen in der Brust oder an der Brustwarze können ausser Krebs auch andere Ursachen haben. Gewissheit bringt nur eine gründliche ärztliche Untersuchung. Diese ermöglicht eine korrekte Diagnose und eine ursächliche Behandlung Ihrer Beschwerden. Ich empfehle Ihnen, sich bald an einem
zertifizierten Brustzentrum oder durch die Ärztin / den Arzt Ihres Vertrauens untersuchen zu lassen.

Beste Wünsche und freundliche Grüsse

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Können Lymphgefässe nachwachsen?

Beitragvon admin » Mo 18 Okt 2021 13:54

Frage von: Regine

Guten Tag liebes Team
Ich R.T. 1965 habe eine frage. Ich bekam 2018 die Blase mit Lymphe rechts wie links zum großen Teil entnommen-wegen Blasen tumor .
Ich bekomme jeder 3 Monate ein CT, laut Befund keine sichtbaren Metastasen.
Da ich aber das Gefühl nicht los werde, und spüre das in den leisten wieder etwas zu spüren ist, sagte ich dies meinem Onkologen. Dieser machte Ultraschall und sagte es wären neue Lymphe nachgewachsen und ich sollte mir keine Sorgen machen. Jetzt meine Frage: können Lymphe nach wachsen???

Antwort von: Corinne Weidner, Physiotherapeutin MAS Rehabilitation

Gut haben Sie sich von Ihrem Onkologen untersuchen lassen, als Sie bei Ihnen etwas Auffälliges in der Leistengegend feststellten.

Die Lymphe kann sich nach chirurgischer Entfernung von Lymphknoten neue Abflusswege suchen. An der Stelle der entfernten Lymphknoten können neue kleine Lymphgefässe nachwachsen. Manchmal führt die operative Lymphknotenentfernung trotzdem zu Lymphödemen: Die Flüssigkeit in den Zwischenräumen kann zum Teil nicht mehr über die Lymphbahnen abtransportiert werden, sodass sie sich staut und zu Schwellungen führt. Was Sie in der Leiste spüren, ist möglicherweise ein Lymphödem (Lymphstau).
Fragen Sie Ihren behandelnden Onkologen, ob in Ihrem Fall eine Entstauung mittels manueller Lymphdrainage sinnvoll wäre. Falls ja, lassen Sie sich eine Serie von lymphologischen Physiotherapie-Behandlungen verschreiben und an eine ausgewiesene Fachperson verweisen.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Lymphstau in der Leiste-wie weiter?

Beitragvon admin » Mo 18 Okt 2021 14:06

Frage von Besorgte Tochter

Sehr geehrte Damen und Herren

Mein Vater hatte vor 1.5 Jahre ein Prostata-Eingriff wo ihm ca. 36 Lymphknoten entfernt wurde. Nun staut sich die Lymphe teils recht stark im Bereich der eine Hode. Gemäss Arzt wäre eine OP die weitere Option. Nun meine Frage: Muss es eine Operation sein, könnte man da nicht auch mit einer Lymphdrainage eine Besserung hinbekommen. Gibt es allenfalls spezifische Kompressionswäsche bei einer solchen Problematik? Wo oder bei wem könnte sich mein Vater melden für eine Lymphdrainage oder Kompressionswäsche?

Antwort von Corinne Weidner Physiotherapeutin MAS Rehabilitation

Ihr Vater ist nach einem Prostata-Eingriff mit Lymphektomie von Lymphstau betroffen.
Mit einer gezielten Lymphdrainage könnte man den Lymphstau lösen und eine Besserung hinbekommen.

Es gibt spezielle Kompressionswäsche gegen Lymphödeme im Beckenbereich, zum Beispiel Genitaleinlagen Diese wird in eine Kompressionshose nach Mass eingelegt. Sie unterstützt eine gezielte Erhöhung der Kompression und Polsterung sowie eine ideale Druckverteilung bei Genitalödemen. Kompressionsstrümpfe und Einlagen sollten immer von einer Fachperson angepasst werden. Vor der Anpassung der Kompressionshose wird die Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) von einer Therapeutin mit Zusatzausbildung Manuelle Lymphdrainage durchgeführt. Die Therapie besteht aus zwei Phasen, in der Phase I wird mit Lymphdrainage und Kompressionsbandagen das Ödem reduziert, in der Phase II wird die Kompressionsversorgung nach Mass getragen und mit Manueller Lymphdrainage das Lymphgefässsystem unterstützt.

Die Stiftung
Lympha-Helvetica kann ihren Vater bei der Suche nach einer TherapeutIn für die Manuelle Lymphdrainage unterstützen.

Gerne möchte ich Sie auf die Broschüre
«Das Lymphödem nach Krebs» hinweisen. Sie können diese kostenlos herunterladen und bestellen. Auf Seite 24 finden Sie eine Liste mit Berufsverbänden aus dem Fachbereich Lymphdrainage.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Lymphödem nach Lymphknotenresektion

Beitragvon admin » Di 26 Okt 2021 9:46

Frage von Max
Vor 6 Wochen wurde bei mir ein Melanom in der Hüft-Gesäss-Gegend diagnostiziert. Der Wächterlymphknoten in der Leiste wurde entfernt: Er war von einem 6 mm grossen Tumor befallen. Aus diesem Grund wurde mir nebst einer Immuntherapie mit Keytruda die Ausräumung der Lymphdrüsen in der Leiste empfohlen. Ich bin 58 Jahre alt, sportlich unterwegs und liebe es, Fahrrad zu fahren und zu wandern. Einerseits möchte ich nicht auf die Aktivitäten, die mir Freude machen, verzichten müssen. Andererseits hänge ich am Leben. Die Sorge, dass mein Bein in Folge des chirurgischen Eingriffes an der Leiste anschwellen könnte, treibt mich um. Was ich gerne zum Thema Lymphödem am Bein wissen möchte, ist Folgendes:
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer operativen Ausräumung der Lymphdrüsen in der Leiste ein Lymphödem am Bein auftritt?
- Wie manifestiert sich ein Lymphödem am Bein?
- Was kann man gegen ein Lymphödem am Bein tun?

Antwort von Frau Corinne Weidner
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Lymphödem auftritt, hängt stark davon ab, wo die Lymphknoten und wie viele Lymphknoten entfernt worden sind. Statistisch gesehen tritt nach einer Lymphknotenresektion in ca. 20-30 von Hundert Fällen ein Lymphödem auf.

Ein erstes Anzeichen für ein Ödem kann ein Schweregefühl sein. Dies, bevor man die Schwellung von aussen sieht.
Die Schwellung kann im Bereich der Genitalien, der Leisten, des Gesässes und des gleichseitigen Beines auftreten.

Sportliche Aktivität wirkt sich sehr positiv aus. Sie unterstützt wirksam das Lymphgefässsystem. Ideal ist Bewegung im Wasser, wobei die Wassertemperatur 30 Grad Celsius nicht überschreiten sollte. Wichtig ist auch, das Körpergewicht stabil zu halten.
Sollte ein Lymphödem auftreten, ist die Therapie der Wahl die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE). Die KPE sollte durch eine Therapeutin mit der entsprechenden Ausbildung ausgeführt werden.
Die KPE besteht aus zwei Phasen:
- einer Intensivphase zur Entstauung mittels Lymphdrainage und Kompressionsbandage und
- einer Erhaltungs-/Optimierungsphase ebenfalls mit Lymphdrainage und dem Tragen der flachgestrickten Kompressionsversorgung.
Unsere Broschüre
Das Lymphödem nach Krebs informiert Sie über das Lymphsystem und über Lymphödeme. Sie erfahren, wie sich das Risiko für Lymphödeme nach einer Krebsbehandlung vermindern lässt und welche Möglichkeiten es gibt, um ein Lymphödem am Fortschreiten zu hindern. Ausserdem finden Sie viele Hinweise und Tipps, um Ihnen den Umgang mit dieser chronischen Krankheit zu erleichtern.

admin
Site Admin
Beiträge: 527
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Lymphödem nach Brustkrebsbehandlung?

Beitragvon admin » Di 26 Okt 2021 15:48

Frage von Olivia
Guten Tag
Ich hatte im letzten Jahr eine Brustkrebsoperation. Man hat den Tumor entfernt, danach hatte ich Bestrahlungen und ich muss jetzt nur Antihormontabletten nehmen, keine Chemotherapie.
Seit einiger Zeit fühlt sich die operierte Brust geschwollen und prall an. Es schmerzt mich oft auch ein wenig, der BH fühlt sich zu eng an und drückt.
Ebenfalls ist die Beweglichkeit auf der operierten Seite ein wenig eingeschränkt, das heisst ich kann nicht beide Arme gleich hochheben. Könnte das ein Lymphstau sein?
Wohin kann ich mich wenden, was kann ich selber machen?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Olivia

Antwort von Corinne Weidner, Physiotherapeutin MAS Rehabilitation
Guten Tag Olivia
Sie hatten im vergangenen Jahr eine Brustkrebsoperation mit anschliessenden Bestrahlungen. Im Moment müssen Sie sich noch einer Antihormontherapie unterziehen.
Ihnen ist aufgefallen, dass sich Ihre Brust anders anfühlt, geschwollen und prall. Nun fragen Sie sich, ob dies ein Lymphödem sein könnte.

Nach einer Brustoperation oder durch eine Strahlentherapie kann der Lymphabfluss gestört sein. Die benachbarten Lymphgefässe können ihre Tätigkeit steigern und einen Teil der Lymphe zusätzlich abtransportieren. Dies kann für einige Zeit gut gehen und es bildet sich kein Lymphödem. Mit der Zeit kann es vorkommen, dass die umliegenden Lymphgefässe die Mehrarbeit nicht mehr leisten können und sich trotzdem ein Lymphödem bildet.
Ihre Symptome weisen auf ein Brustlymphödem hin. Ebenso ist die eingeschränkte Armbeweglichkeit ein Anzeichen für ein Brust-oder Brustwand-Lymphödem.

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich bei ungefähr 20 Prozent aller Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und operiert wurden nach drei bis fünf Jahren ein Lymphödem entwickelt hat.

Wenden Sie sich an Ihre Gynäkologin/Gynäkologen. Er kann Sie an eine Fachperson weiterverweisen. Auf der Homepage der Stiftung
Lympha Helvetica und in der Broschüre «Das Lymphödem nach Krebs» der Krebsliga Schweiz finden Sie Adressen von Fachpersonen.

Sie selber können auf eine gute Hautpflege und eine gesunde Ernährung achten. In der obgenannten Broschüre finden Sie auf Seite 33ff Informationen zum Selbstmanagement. Ihre Lymphtherapeutin kann Ihnen Übungen aufzeigen welche den Lymphabfluss stärken und Ihnen hilft die Beweglichkeit zu verbessern.


Zurück zu „Frauengesundheit, Frauentumoren“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste