Frauengesundheit - Frauentumoren 2019


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Frauengesundheit - Frauentumoren 2019

Beitragvon admin » Di 1 Okt 2019 8:55

Haben Sie Fragen in Zusammenhang mit Frauengesundheit und/oder Frauentumoren?

Prof. Dr. med. Monica Castiglione, Dr. med. Laura Knabben, Frau Monika Biedermann und Dr. André Kind beantworten Ihre schriftlichen Fragen bis Ende Oktober .

Auf der
Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Freundliche Grüsse
Die Moderatorinnen

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Haare färben

Beitragvon admin » Do 3 Okt 2019 12:59

Frage von cati:
guten Abend. Ich habe Ende Mai meine letzte Chemotherapie gehabt. Meine Haare wachsen nun gut und ich würde sie gerne wieder färben. Habe es nun mit Henna probiert, das hat aber nicht gut gehalten, war nach zwei Wochen wie ausgespühlt. Nun würde ich gerne wieder chemisch färben. Dies in der Hoffnung, dass es besser hält. Vor dem Krebs habe ich immer gefärbt. Aber man sagte mir, man soll eine Zeitlang mit chemischen Produkten warten. Oder kann es sein, dass die neuen Haare auch die Chemiefarbe kaum annehmen? Können die chemischen Mittel Nebenwirkungen haben?

Antwort von Prof. Dr. Castiglione:
Sie hatten bis vor Kurzem Chemotherapie. Momentan wachsen Ihre Haare wieder gut. Sie fragen sich, ob Sie die Haare wieder wie früher färben können.

Bei Haarverlust als Folge einer Chemotherapie ist das nachwachsende Haar oft schwach, hat wenig Proteine und braucht daher eine sanfte Behandlung. Es ist gut 6 – 9 Monate nach Ende der Chemotherapie mit dem Färben zu warten. Auch sollten Sie bei der Auswahl, der Farbe und der Färbetechnik vorsichtig sein. Dazu lassen Sie sich am besten von einer erfahrenen Fachperson in einem Coiffeur-Geschäft beraten. Auch die Frage der Produktwahl spielt eine entscheidende Rolle dabei, da es Produkte auf unterschiedlicher Basis gibt. Die Kopfhaut und die Haare sind durch die Therapie möglicherweise sehr empfindlich. Es wird z. B. empfohlen, Folientechniken zu verwenden, um den direkten Kontakt von Färbemittel und Kopfhaut zu vermeiden.

Damit hoffe ich Ihnen einen Anhaltspunkt zu bieten.

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Nichts verpassen?

Beitragvon admin » Mo 7 Okt 2019 13:55

Frage von Momo:
Mammakarzinom triple negativ, Op mit Erhaltung Restbrust (inkl. Entf. befallener Lymphknoten) 2014, Chemo 6xTAC, Bestrahlung. Pet CT 2015 und 2017 unauffällig. Seit Messung im Januar 2017 war mein Tumormarker CA 15-3 DPC konstant bei 23 mit 1xig Anstieg auf 26 im Januar 2018 und auf 25 im April 2019. Nun ist er von 23 auf 28 angestiegen. Der CA 125-Marker (n. immer gemessen) liegt jetzt bei 25 (zuvor Jan 2019 = 18, April 2019 =22).Mache mir Sorgen wegen mögl Metastasen. Mit dem behandelnden Arzt bin ich so verblieben, dass in zwei Monaten nochmals Blut genommen wird und dann, falls der Marker weiter gestiegen ist, eine bildgebende Abklärung gemacht wird. Sollte man nicht schon früher weiter abklären, um nichts zu verpassen? Vielen Dank!

Antwort von Prof. Dr. M. Castiglione:
Danke für Ihre Anfrage, auf die wir keine abschliessende Antwort geben können, da wir zu wenig klinische Informationen besitzen.
Wir verstehen sehr gut, dass Sie beunruhigt sind und dass Sie nicht 2 Monate warten möchten. Wir können Ihnen nur empfehlen, die Problematik mit Ihrem behandelnden Arzt zu diskutieren und ihm auch Ihre Ängste und Bedenken mitzuteilen.

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HPV-Wie überträgt sich der Virus?

Beitragvon admin » Do 10 Okt 2019 10:11

Frage von C&S

Nachdem meine Freundin von ihrem Myom erzählte, wollte ich sie damit beruhigen, dass es schlimmeres gäbe, denn meine Ex hatte Gebärmutterhalskrebs. Dabei klärte sie mich auf, dass dieser durch HPV übertragen wird. Daher meine Frage an Sie, Herr Dr. Kind: Was bedeutet dies nun für mich/uns? Bin ich infiziert und Überträger eines der HPV High Risk Stämme? Von meiner Ex bin ich nun schon seit 6 Jahren getrennt. Überträgt sich der Virus nur durch Sex oder bereits durch Küssen? Können wir uns schützen? Sie ist extrem verängstig sich damit anzustecken. Ich hatte gelesen, dass der Körper den Virus innerhalb von 2 Jahren bekämpft. Sie sagt den Virus trage ich für den Rest meines Lebens in mir auch wenn dieser aktuell schlummert. Was raten sie uns?

Antwort von Dr. André Kind

Guten Tag

Ihre Freundin hat Recht. Gebärmutterhalskrebs wird durch bestimmte sogenannte Hochrisiko-Typen des Humanen Papilloma Virus übertragen und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bestimmte Typen dieses Virus auch tragen ist sehr hoch. Damit sind Sie aber nicht der Einzige. Mindestens 80% aller sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe des Lebens mit einem Hochrisiko-HPV-Typen an. Dies kann auch schon nach einem einmaligen sexuellen Kontakt geschehen. Die grosse Mehrheit der HPV-Infektionen ist vollständig harmlos. Nur selten entwickeln sich bei Frauen und Männern aus einer HPV-Infektion Wärzchen (Condylomata acuminata aus Niedrigrisiko-Typen) oder Krebsvorstufen am Anus, den Schamlippen, in der Scheide oder am Gebärmutterhals. Noch viel seltener entwickeln sich aus diesen Krebsvorstufen wirkliche Krebserkrankung.

Alle HPV-bedingten Krebserkrankungen der Frau entwickeln sich sehr langsam aus Krebsvorstufen und können durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt werden. Daher ist es wichtig, dass Ihre Freundin regelmässig zur Kontrolle zur Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt geht. Dort werden bei der Kontrolle Untersuchungen gemacht, um solche Vorstufen zu erkennen. Je nach dem Alter Ihrer Freundin macht es gegebenenfalls auch Sinn auf HPV in einem Abstrich vom Gebärmutterhals zu untersuchen.
Weitere Informationen dazu finden Sie in der Broschüre

«Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen»
der Krebsliga Schweiz.

Für Männer ist eine Infektion mit HPV in der Regel ohne Folgen. In sehr seltenen Fällen löst eine anhaltende HPV-Infektion auch bei Männern Krebs aus. Tumorerkrankungen beim Mann, die bisher mit HPV in Zusammenhang gebracht werden konnten, sind Anal-, Mund- und Rachen- sowie Peniskarzinome. Das ist aber wie geschrieben sehr selten und es gibt keine standardisierten Vorsorgeuntersuchungen dafür.
Es gilt für Sie und Ihre Freundin, ob mit oder ohne HPV-Infektion, dass bei Auffälligkeiten eine Ärztin / ein Arzt aufgesucht werden sollte.

In einer Partnerschaft sind meist beide Partner von der HPV-Infektion betroffen, da die Viren sehr leicht über Schleimhautkontakt übertragen werden. Für HPV-Infektionen gibt es keine sicheren Vorsichtsmassnahmen beim Sex. Weiterführende Informationen entnehmen Sie dem Booklet

«Gebärmutterhalskrebs Sich schützen und früh erkennen»
der Krebsliga Schweiz.

Wie Sie vielleicht wissen, wird heute allen Mädchen und Jungen empfohlen eine Impfung gegen HPV durchzuführen. Diese hilft aber nur gegen HPV-Typen mit denen man sich bisher nicht angesteckt hat. Am sichersten ist die Impfung also vor dem ersten Sex. Aber auch danach macht es auf jeden Fall bis zum 26. Lebensjahr Sinn. Danach sollte die Impfung individuell besprochen werden.

Für eine Beurteilung Ihrer persönlichen Situation schlage ich Ihnen vor, dass Ihre Freundin und Sie die Situation mit der Frauenärztin/Frauenarzt besprechen. Sollten Fragen offen bleiben wenden Sie sich am besten an eine Dysplasie-Sprechstunde in Ihrer Nähe.

Freundliche Grüsse

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Prothetische Brustwarze

Beitragvon admin » Mo 14 Okt 2019 10:55

Frage zu «Prothetische Brustwarze»:
Hallo, meine Freundin hat sich einer Brustkrebsoperation unterzogen und leidet nun darunter, keine Brustwarze mehr zu haben. Neulich hat sie von Pink Perfect (massgeschneiderte prothetische Brustwarzen) gehört. Diese Brustwarzen werden mit einem medizinischen Klebstoff, der stark genug ist, um täglichen Aktivitäten standzuhalten, auf die Brust geklebt und können auch im Wasser getragen werden. Meine Frage: Ist es nicht gefährlich, diese Brustwarzen auf eine Narbe zu kleben? Vielen Dank!


Antwort von Dr. L. Knabben:
Ihre Freundin hat sich einer Brustkrebsoperation unterzogen. Sie leidet unter den körperlichen Veränderungen und hat sich daher für eine prothetische Brustwarze entschieden, um der operierten Brust ein natürliches Aussehen zu verleihen.

Zur selbstklebenden Brustwarze: Es gibt verschiedene Produkte für Frauen, die sich einer Brustkrebsoperation unterzogen haben. Sie werden direkt auf die Prothese oder die Brust gelegt. Dabei ist zu beachten, dass die Narbe dafür gut verheilt sein muss. Grundsätzlich sind diese Produkte für Frauen, die sich einer Operation unterzogen haben, sicher. Sie sind im Sanitärfachhandel erhältlich.

Die Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenhofs durch Operation oder Tätowierung sind weitere Optionen. Wenn dies gewünscht ist, liegen in der Regel sechs Monate oder sogar ein Jahr zwischen der Brustrekonstruktion und diesem letzten Eingriff.

Bei Fragen empfehle ich Ihrer Freundin dringend, sich an ihre Chirurgin und/oder eine sog. Breast Care Nurse (Pflegefachfrau) in einem Brustzentrum zu wenden. Sie werden sie auf ihrem Heilungsweg begleiten und beraten.

Mit freundlichen Grüssen

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Adenocarcinom in situ (AiS)

Beitragvon admin » Do 17 Okt 2019 15:45

Frage von Franci 14:
Guten Tag, im September wurde ich aufgrund einer hochgradigen intraepithelialen squamösen Neoplasie (CIN 2/ H-SIL gemäss WHO 2014) operiert. Ein Monat später erhielt ich das Ergebnis der histologischen Untersuchung und der Chirurg informierte mich, dass ausser der genannten squamösen Veränderung bei der Untersuchung ein Adenokarzinom in situ (AIS) erkannt wurde, der fokal den esozervikalen Resektionsrand erreicht. Ich muss mich einer zweiten Konisation unterziehen, weil der Chirurg das Adenokarzinom beim ersten Eingriff nicht erkennen konnte.
Meine Frage ist folgende: Handelt es sich dabei um ein Versäumnis meines Chirurgen, der nicht alles entfernt hat, was hätte entfernt werden sollen, oder ist es möglich, dass das Adenokarzinom nicht sichtbar war? Wie lange muss man bis zur zweiten Konisation warten?

Antwort von Dr. Kind:
Guten Tag Franci14,
Adenocarcinome in situ (AiS) sind Krebsvorstufen, die sehr gemein sind. Sie sind zunächst in der Früherkennung mittels Zellabstrich (PAP-Abstrich) oft nicht erkennbar und so war es ja auch bei Ihnen. Es war vor der Untersuchung lediglich die intraepitheliale squamöse Neoplasie (CIN) diagnostiziert worden.
Dann sind dies AiS-Zellveränderungen in der Regel auch in der gynäkologischen Untersuchung unterstützt durch die Kolposkopie (Lupenuntersuchung) nicht sichtbar, da sie im Gebärmutterhalskanal liegen und dort meist noch in Drüsengängen. Selbst während der Operation sind diese veränderte Zellen nicht abgrenzbar, da es ja zum Glück eben auch kein Krebstumor, sondern nur eine zelluläre Krebsvorstufe ist.
Der Abstand der Eingriffe kann individuell festgelegt werden. Wenn kein Hinweis auf ein bereits bestehendes Karzinom oder sonstige Gründe vorliegen, kann die Operation auch erst nach 2-3 Monaten erfolgen.


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