Frauengesundheit Frauentumoren - 2022


Moderations-Bereich
admin
Site Admin
Beiträge: 606
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Frauengesundheit Frauentumoren - 2022

Beitragvon admin » Mi 27 Jul 2022 13:42

Haben Sie Fragen in Zusammenhang mit Frauengesundheit und/oder Frauentumoren?
Unsere Expert:innen :

Prof. Dr. med. Monica Castiglione
, eine erfahrene Onkologin und Brustkrebs-Spezialistin
Dr. med. Laura Knabben, Oberärztin Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital,
Monika Biedermann, Breast Care Nurse im Brust- und Tumorzentrum der Frauenklinik Bern, Inselspital,
Corinne Weidner, Physiotherapeutin MAS Rehabilitation, Dozentin Lymphologische Physiotherapie, Stiftungsrätin Lympha-Helvetica
Dr. med. André Kind, Leitender Arzt der Poliklinik und der Dysplasie-/HPV-Sprechstunde am Universitätsspital Basel

beantworten Ihre schriftlichen Fragen von Ende August bis Ende Oktober .

Auf der Startseite des Forums finden Sie ab Ende August mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch

Freundliche Grüsse
Das Moderationsteam

admin
Site Admin
Beiträge: 606
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Eierstockkrebs mit Rezidiv – Behandlung abbrechen?

Beitragvon admin » Di 13 Sep 2022 15:28

Frage von V. D.:
Hallo,
ich bin seit 2013 aufgrund von Eierstockkrebs in Behandlung. Im Jahr 2016 hatte ich einen Rückfall.
Nach meinem Rückfall und der Chemo wurde mir eine Behandlung mit Olaparib (Lynparza) verordnet, die ich gut vertrage.
Während meines letzten Besuches bei der Onkologin, die ich zum ersten Mal sah, sprach sie davon, das Medikament abzusetzen. Ich war überrascht, weil man mir gesagt hatte, dass ich das Medikament so lange nehmen solle, wie ich es vertrage, oder im Falle eines Rückfalls.
Ich habe wirklich Angst davor, das Medikament abzusetzen, weil ich denke, dass die Krebszellen dadurch wieder aktiv werden könnten.
Ich habe vor zwei Jahren meine Schwester an denselben Krebs verloren und ich war diejenige, die sie bis zum Ende begleitet hat.
Ich würde gerne eine Meinung, eine Erklärung dazu haben, ob ich die Behandlung abbrechen soll oder nicht.
Vielen Dank

Antwort von Prof. Dr. med. Monica Castiglione, Onkologin und Brustkrebs-Spezialistin:
Guten Tag,
Ihre Frage ist durchaus berechtigt.
Leider ist es für mich schwierig, Ihrer Situation umfassend einzuschätzen, ohne mehr über den gesamten Verlauf Ihres Eierstockkrebses und über die medizinische Versorgung, die Sie bislang erhalten haben, zu wissen.
Wie Sie erwähnen, hat Ihre neue Onkologin vorgeschlagen, die Behandlung mit dem Medikament zu beenden. Ich schlage Ihnen vor, bei Ihrem nächsten Gespräch mit der Onkologin, Ihre Zweifel aufgrund dieser «gegenteiligen Information» zu äussern. Fragen Sie sie nach den Gründen für diese Umstellung.
Wenn Sie sich danach immer noch unsicher fühlen, ob Sie die Behandlung mit dem Medikament abbrechen sollen, können Sie sich an eines der folgenden Zentren wenden. Dort erhalten Sie eine Zweitmeinung, bei dem Ihr gesamtes Patientendossier berücksichtigt wird.
Mit freundlichen Grüssen

admin
Site Admin
Beiträge: 606
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Juckreiz der Haut nach abgeschlossener Chemotherapie

Beitragvon admin » Do 15 Sep 2022 11:32

Frage von E.C.:
Ich habe vor ca.sechs Wochen die Chemotheraphie beendet!Seit ca.vier Wochen habe ich starken Juckreiz am ganzen Körper!Habe keinen Hautausschlag,nichts!Blutwerte sind ok!Was kann ich das sein?

Antwort von Monika Biedermann Breast Care Nurse:
Guten Tag E.C.

Sie haben Ihre Chemotherapie vor sechs Wochen beendet. Seit ca. vier Wochen leiden Sie an starkem Juckreiz am gesamten Körper. Es ist kein Ausschlag sichtbar und die Blutwerte sind normal.

Einige Chemotherapeutika können während und auch nach Ende der Therapie zu trockener Haut führen. Trockene Haut kann ohne sichtbaren Ausschlag stark jucken. Juckreiz kann sehr belastend sein und die Lebensqualität einschränken.
Es gibt einfache Massnahmen wie Sie Ihre Haut pflegen können:
• Milde Pflegeprodukte verwenden: Benutzen Sie bei Ihrer Hautpflege ganz allgemein Pflegemittel, die möglichst frei von Duftstoffen oder Parfüm sind.
• Möglichst kurz duschen und baden: Achten Sie neben einer kürzeren Dusch- oder Badedauer auch darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist. So verhindern Sie, dass die Haut austrocknet.
• Die Haut nicht zusätzlich reizen: Vermeiden Sie möglichst, sich zu kratzen. Auch Pflaster können die Haut schädigen, wenn es unter dem Pflaster feucht und warm wird.
• Eine rückfettende, harnstoffhaltige Körperlotion benutzen. Falls Sie aber schon harnstoffhaltige Pflegeprodukte verwenden und nun den Juckreiz entwickelt haben, sollten Sie auf harnstofffreie Produkte wechseln. Aus Erfahrung wissen wir, dass einige Personen mit Juckreiz auf harnstoffhalte Produkte reagieren. Erkundigen Sie sich beim Behandlungsteam oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten welche Salbe für Sie in Frage kommt.


Hier finden Sie weiterführende Informationen zu Nebenwirkungen der Haut durch Chemotherapeutika.

Wenn nach ca. einer Woche keine Besserung des Juckreizes eintritt, dann zögern Sie nicht und wenden sich an das Behandlungsteam oder Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin.

admin
Site Admin
Beiträge: 606
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Geigensaitensyndrom

Beitragvon admin » Di 27 Sep 2022 14:13

Frage von Kleeblatt:
Ich habe vor vier Wochen meine Operation gut überstanden, fühle mich soweit gut. Mir wurden die Wächterlymphknoten entfernt und bei meiner Befundbesprechung hat die Ärztin ein leichtes "Geigensaitensyndrom"* festgestellt - ich spürte ein Ziehen von der Achsel aus in den Oberarm Richtung Ellenbogen. Sie hat mir gesagt das sei eine Lymphbahn, ich solle den Arm dehnen.
Seit gestern spüre ich nun wirklich diese "Geigensaite" d.h. einen richtigen Strang aus meiner Achsel heraus, wie eine gespannte Saite, auch ein kleiner Knoten ist spürbar.
Ich habe Schmerzen, spüre die Spannung, habe das Gefühl, das sich das ganze verschlechtert. Habt ihr Tipps, was ich tun soll? Dehnen, dehnen oder gibt es noch mehr? Oder am besten keine Sorgen machen?

*: Geigensaiten: Sie werden auch als Achselhöhlenstränge, Bänder, oberflächliche Lymphthrombosen oder Pseudo-Mondor-Krankheit bezeichnet und sind eine Verhärtung der Lymphgefässe, die durch ein chirurgisches Trauma in der Achselhöhle und/oder im Brustkorb verursacht wird. Das Lymphsystem entzündet sich und verengt sich, sodass das Lymphgefäss unter der Haut tastbar oder sogar sichtbar wird und wie eine Geigensaite aussieht.


Antwort von Corinne Weidner, Physiotherapeutin MAS Rehabilitation:
Guten Tag Kleeblatt
Es ist wichtig, die «Geigensaiten» so schnell wie möglich zu behandeln, noch vor der Strahlentherapie, die einen grossen Bewegungsspielraum der Schulter erfordert.
Die Behandlung umfasst zunächst Manuelle Lymphdrainagen und Mobilisationen, welche, von einem/er Physiotherapeut:innen mit Zusatzausbildung in Lymphologischer Physiotherapie durchgeführt werden. Dabei handelt es sich unter anderem um sanfte Quermobilisationen.
Zusätzlich werden durch den/die Therapeut:in Dehnübungen instruiert, welche als Heimprogramm regelmässig durchgeführt werden sollten.
Ziel ist es, alle Gelenke, durch die die Saiten laufen (Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Finger), in Dehnung zu bringen. Diese Dehnung kann durch tiefe Bauchatmung verstärkt werden.

Hier ein Paar Dehnübungen:
Die Dehnung sollte sanft spürbar sein.

  • Heben Sie den Arm mit gestrecktem Ellbogen, gestrecktem Handgelenk und offenen Fingern an und vergessen Sie
    nicht dabei zu atmen.
  • Atmen Sie und entspannen Sie sich. Legen Sie sich auf den Rücken (auf dem Boden oder im Bett), verschränken Sie
    Ihre Finger und strecken Sie Ihre Arme über den Kopf (Arme so weit wie möglich auf der Matratze , dem Boden oder
    auf einem Kissen gelagert ausgestreckt).

Ich wünsche Ihnen alles Gute!


Zurück zu „Frauengesundheit, Frauentumoren“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast