Analkrebs - Radiochemotherapie


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Mario80
Beiträge: 1
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Analkrebs - Radiochemotherapie

Beitragvon Mario80 » Sa 2 Nov 2019 12:01

Hallo,

meine Frau ist 36 Jahre alt und hat am 2.10.19 die Diagnose Analtunnelkarzinom erhalten. Es hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen. Vor allem, weil sie schwanger ist. Am Mittwoch wird das Baby nun 12 Wochen zu früh geholt, aber die Prognose ist sehr gut für das Kind.

Der Tumor meiner Frau misst inzwischen 5 cm und die nahegelegenen Lymphknoten sind auch befallen. Zum Glück gab es noch keine Hinweise auf Fernmetastasen in Lunge, Leber, etc.

Am 19.11., zwei Wochen nach dem Kaiserschnitt beginnt die Bestrahlung und die Chemotherapie.
Der Ablauf ist folgendermaßen:
1. Woche: 5 Tage Bestrahlung und parallel Chemo.
2. -4. Woche: "Nur" Bestrahlung
5. Woche: Bestrahlung und Chemotherapie
6. und evtl. 7. Woche: Bestrahlung

Ist hier jemand im Forum, der mir einige Fragen aus eigener Erfahrung beantworten kann?

Mich würde interessieren, ob man während der Bestrahlung eher bettlägerig ist oder man, natürlich abhängig der Nebenwirkungen, ein "normales" Leben führen kann. Die Bestrahlung soll ambulant erfolgen und wir haben noch zwei Kinder zu Hause im Alter von 4 und 8. Die würden wir gerne so schonend wie nur möglich auf die kommenden Wochen vorbereiten. Mit etwas Hintergrundwissen wäre das einfacher für uns.

Kann uns jemand Tipps geben, wie man die Nebenwirkungen am besten behandeln kann. Wir fahren 45 Minuten bis zur Klinik. Da wäre es super, wenn man die Nebenwirkungen so erträglich wie möglich halten könnte.

Ist man nach den 6 bis 7 Wochen Bestrahlung wieder schnell auf dem Damm oder braucht es lange bis man wieder frei von Schmerzen, bzw. Nebenwirkungen leben kann?

Es wäre toll, wenn uns jemand helfen könnte.

Liebe Grüße
Mario

LilianR
Beiträge: 8
Registriert: Mi 25 Jul 2018 15:35

Re: Analkrebs - Radiochemotherapie

Beitragvon LilianR » Do 7 Nov 2019 17:32

Hallo Mario

Sie haben noch keine Reaktion aus dem Forum erhalten, darum erlaube ich mir, Ihnen zu antworten.

Sie durchleben ein Wechselbad der Gefühle: einerseits die Schwangerschaft Ihrer Frau und die Vorfreude auf das Baby – anderseits ist Ihre Frau von einem Analtunnelkarzinom betroffen. Ihr steht eine Radio-Chemotherapie bevor. Kein Wunder, haben Sie das Gefühl, Ihnen sei der Boden unter den Füssen weggerissen worden. Verständlicherweise machen Sie sich viele Sorgen und möchten wissen, was auf Ihre Frau zukommt, worauf Sie sich als Familie einstellen müssen.

Nebenwirkungen und Verträglichkeit einer Radio-/Chemotherapie sind individuell unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig. Im Allgemeinen führt eine Radiotherapie nicht zu Bettlägerigkeit. Aber viele Betroffene leiden unter starker Müdigkeit und die Strahlentherapie kann Hautreizungen verursachen. Mögliche unerwünschte Wirkungen der Chemotherapie hängen unter anderem auch von den Medikamenten ab, die ihre Frau erhält. Hier finden Sie allgemeine Informationen:
Die Strahlentherapie
Medikamentöse Tumortherapien

Klare Informationen helfen, um gut über die Runden zu kommen:
- Stellen Sie den behandelnden Ärztinnen / Ärzten und den Pflegefachpersonen Ihre Fragen.
- Das Behandlungsteam unterstützt Ihre Frau gerne im Umgang mit unerwünschten Wirkungen der Therapie und unternimmt alles zur Linderung. Wichtig zu wissen: Ihre Frau soll alle auftretenden Beschwerden äussern – auch wenn es scheint, dass sie bedeutungslos sind oder nicht in Zusammenhang mit der Behandlung stehen.

Eine gute Organisation der Kinderbetreuung und des Alltags kann Sie als ganze Familie entlasten. Je nach Ihrem Wohnort erhalten Sie Beratung und Hilfe bei der kantonalen Krebsliga in Ihrer Region oder bei der deutschen Krebshilfe. Vielleicht interessiert Sie auch die Broschüre Krebskrank – wie sagt man es den Kindern?

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau guten Mut für die bevorstehende Therapie.

Freundliche Grüsse

Lilian
Moderatorin


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