Mein Kind soll Leben, aus der Sicht einer Mutter.


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Dany
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Mein Kind soll Leben, aus der Sicht einer Mutter.

Beitragvon Dany » Di 2 Jan 2007 17:21

Liebe Forumsleser/innen,
Ich habe mir lange überlegt ob ich hier einen Erfahrungsbericht veröffentlichen soll. Nun werde ich es also tun.
Die Zeit davor:
Meine Tochter, damals 15 Jahre war auf Lehrstellensuche, da im letzten Schuljahr. Für sie war schon seit einiger Zeit klar: Fachangestellte Gesundheit soll es sein. Sie hat sich auch dementsprechend beworben. (ihr Ziel war Pflegefachfrau). Nun musste sie aber noch eine Woche Praktikum absolvieren, was sie in einem nahegelegenen Altersresizenz tat.
Am zweiten Tag an dieser Schnupperstelle fing alles an. Es war etwa 4. Januar 2003. Meine Tochter klagte dass ihr die linke Schulter schmerze. Wir schrieben das den ungewohnten Bewegungen zu an ihrem Praktikum (alte Leute halten, wenden u.s.w.) Als nach einiger Zeit die Schmerzen immernoch da waren fuhr ich mit ihr zum Hausarzt. Auch er dachte an irgendeine Entzündung verursacht durch unsachgemässe Bewegungen. Die Schmerzen wurden nicht besser, sie wurden schlimmer. Ihre Schulter hat an Umfang zugenommen, wie wir dachten durch die Entzündung. Zu dieser Zeit fingen die anderen Beschwerden an. Immer mal wieder leicht erhöhte Temperatur, leichte Kopfschmerzen. Da unser Hausarzt im Urlaub weilte mussten wir immer wieder zu Ersatz - Aerzten. Fünf Wochen vor der eigentlichen Diagnose wurde meine Tochter zum Röntgen geschickt in ein nahegelegenes Krankenhaus. Ihre Schulter war sehr gross. Im Kh sagte man uns dass sie an einer entzündeten Sehne leide. Wir wurden gefragt ob sie einen Unfall hatte oder einen Schlag auf die Schulter bekommen habe, da eine Sehne eine kleine Delle oder sowas habe. Nein war unsere Antwort. Unterdessen war Mai. Sie plagte sich also schon fünf Monate mit Schmerzen und trotz Röntgenbild und drei verschieden Hausärzten hatte niemand einen Verdacht. Meine Tochter bekam starke Schmerztabletten. Ich habe den behandelnden Arzt gefragt ob das nicht gefährlich sei (wegen dem Magen), denn meine Tochter hat zu der Zeit schon acht Kilo verloren weil sie nicht mehr essen konnte (vor Schmerzen wie sie sagte). Da meine Tochter Uebergewicht hatte haben wir uns gefreut über die Gewichtsabnahme! Sie musste also die Tabletten nehmen. Drei Wochen hat sie dreimal täglich diese Tabletten geschluckt. Daneben hat sie noch Erdbeeren und Melone gegessen, ansonsten gar nichts. Zu der Zeit ging es ihr immer schlechter. Jeden zweiten, dritten Tag war ich bei irgendeinem Arzt, da unser Hausarzt ja Urlaub hatte. Alle haben uns zwar angesprochen wegen der grossen Schulter......aber wir wren ja röntgen.... Meine Tochter fing an zu erbrechen, manchmal zwanzig mal pro Tag. Sie konnte nicht mehr alleine gehen da ihr schwindelig war, sie hatte unerträgliche Kopfschmerzen, die komischerweise manchmal ganz plötzlich wieder weg waren ( beim Liegen waren sie da und beim Stehen weg). Dann hatte meine Tochter extreme Knochenschmerzen, immer mal wieder leichtes Fieber. Ausserdem sah sie ganz neu Doppelbilder. Die Aerzte haben gedacht die Beschwerden kommen vom Wasserverlust und haben ihr isotonische Getränke verordnet. Ein Arzt hat uns mit der Diagnose Darmgrippe nach Hause geschickt. Obwohl ich ihm sagte dass meine Tochter eine Magenschleimhautentzündung hatte da sie starke Schmerzmittel nehmen musste und nicht gegessen hat. Er lachte mich aus und sagte: "An einer Darmgrippe ist noch niemand gestorben". Was??? Eine Darmgrippe mit Schulterschmerzen und Doppelbilder?
Ich stellte meiner Tochter vier halbliter Flaschen Getränke hin pro Tag und keine Tabletten mehr, stattdessen habe ich ihr Zäpfchen gegeben gegen die Schmerzen.
Zwei Tage schon hatte sie die Getränkeflaschen alle getrunken und noch immer sind alle Beschwerden da. Meine Tochter war schwach, konnte nicht alleine zum Klo gehen, war schon dreimal zusammen gebrochen im der Dusche, hatte unerträgliche Kopfschmerzen, Knochenschmerzen (manchmal schrie sie wenn sie sitzen musste). Und dann hate sie diese Veränderungen im Gesicht. Sie sah nicht mehr so aus wie vorher. Sie klagte dass sie alles doppelt sah. Ihr Gesicht schien mir fremd. Ich dachte das kam vom Gewichtsverlust.
Nun, endlich nach zwei Tagen war unser Hausarzt wieder da. Ich vereinbarte einen Termin. ich musste eine halbe Stunde Zeit berechnen um meine Tochter ins Auto zu bringen, 20 Meter neben der Haustüre!Völlig am Boden zerstört, ohne Nerven und ohne Kraft stellte ich ihm meine Tochter vor. Ich sagte ihm dass ich jetzt endlich wissen wolle was mit ihr sei, vorher geh ich nicht hier raus. Der Arzt machte ein Röntgenbild von der Lunge um eine Entzündung auszuschliessen. Noch am selben Tag wurde sie in ein Krankenhaus überwiesen. Ein Notfallarzt dort hat meiner Tochter gesagt (er untersuchte sie wegen den Doppelbildern): " Du würdest besser mal zu einem Augenarzt!"
Ich dachte ich sei im falschen Film. meine Tochter litt offensichtlich und keiner wollte das sehen. Bin ich denn hysterisch? Es drückten insgesamt fünf Aerzte an der Schulter meiner Tochter rum, bis mir der Kragen platzte. Ich sagte ihnen dass jetzt NIEMAND mehr die Schulter anrühre!! Es reiche jetzt. Ich hatte Angst mit meiner Tochter wieder nach Hause gehen zu müssen. Sie kam auf die Station. Ein absolut netter Arzt kam an das Krankenbett. Er erklärte uns was von einer Geschwulst ....könnte sein dass......Tumor....aber nicht sicher.....
Meine Tochter wollte zwei Tage später ins Klassenlager nach Italien. Darauf hat sie sich extrem gefreut. So fragte sie ihn: "Kann ich trotzdem mitfahren?" er erklärte ihr ganz sachte dass ihre Gesundheit wichtiger sei, doch vielleicht könnte man eine Behandlung auf später verschieben...mal sehn......
Ich nahm die Diagnose relativ gelassen. Es war ja noch gar nicht sicher. Die irren sich bestimmt. Ist doch nicht möglich, ganz klar nicht! Und ausserdem hört man öfters von gutartigen Geschwulsten, die man rausoperiert und dann wars gewesen. Ich verschloss meine Augen und hörte einfach nicht hin. Dass das Krebs sein könnte.....nee daran habe ich zu dem Zeitpunkt nicht gedacht. Niemand hat das Wort in den Mund genommen. warum auch? Da war ja nichts.....
Dann in der Nacht ist meine Tochter auf dem Klo umgekippt. Obwohl ich ihnen die Anweisung gab, dass sie ein Gitter braucht (habe ich Zuhause auch montiert) und auf keinen Fall alleine auf das Klo darf! Sie hat sich aber nichts gebrochen oder so. Wenigstens was.
Am nächsten Tag kam wieder dieser nette Arzt. Er erklärte uns dass sie meine Tochter in die Uniklinik nach Bern verlegen wollen, da sie dort bessere Aerzte hätten auf diesem Gebiet. Ich fragte den Arzt um welche Zeit und soll ich sie hinfahren? Nein, der Krankenwagen war schon bereit, das sei ein Notfall. Gut, wenigstens käme sie in die Kinderabteilung, dachte ich. Und so war es auch.
In Bern war sie auf der medizinischen Abteilung zur Abklärung. Ich habe nicht gewusst dass die Aerzte die sie dort immer wieder besuchten Onkologen waren. Ich sagte noch meinem Mann: "Das kann nicht so schlimm sein, sie ist ja auf der Medizinischen und nicht auf der Onko.
Am nächsten Tag wurde meine Tochter in die onkologische Abteilung verlegt. Es ging alles sehr schnell. Stündlich wussten wir mehr, stündlich wieder ein paar Hiobsbotschaften mehr. Wenn ich das zimmer verlassen musste, dann schaute ich zuerst ob ich einen Arzt auf dem Korridor sah....denn jedesmal wenn mich einer sichtete hiess es:"Ach gut seh ich sie......man hat da noch gefunden.......das ist so......könnten wir irgendwo zusammen reden......der Verdacht auf......" Ich wurde fast wahnsinnig!
Dann am 19. Juni 2003 die endgültige Diagnose: Pnet ( primitiver, neuroektodermaler Tumor) an der Schulter. Sehr grossflächig gewuchert über die ganze Schulter bis vorne an die Brust und hinten über den Lungenflügel (nicht auf der Lunge, oberhalb am Gewebe). Dann Metastasen im Knochenmark und grossflächig unter der Schädeldecke (in der Schädeldecke schon ein Loch da der Tumor keinen Platz mehr hatte).
Ich war am Boden zerstört, sah keine Hoffnung, hatte Angst, war verzweifelt. Der Boden unter meinen Füssen war weg....einfach weg. Ich konnte kaum atmen, wusste nicht was denken. Ich fragte die Aerztin wieviel Prozent ihr denn bliebe (doofe Frage, doch an irgendwas muss man sich halten). Sie wollte keine Antwort geben. Ich habe ihr gesagt dass ich das wissen muss. Ich fragte sie ob es unter 50 % sei, sie sagte ja. Ich fragte unter 30 %, sie sagte ja. Ich fragte 20 %, sie sagte weit unter zehn. Sie sagte dass sie trotzdem kämpfen soll.
Ich war mit meiner Tochter immer ehrlich, doch von de Prozenten habe ich ihr nie erzählt. Ich bin in den zwei ersten Nächten bei ihr geblieben. In der ersten Nacht sagte sie mir:"Mami, ich werde ganz sicher nicht sterben!" Und ich habe ihr das geglaubt und habe mit ihr gekämpft, geweint und gewonnen!!
Anfangs hat man sie mit einer ganz leichten Chemo behandelt. Niemand sah eine Chance (Das hat mir der behandelnde Arzt zwei Jahre später gesagt). Doch man hat nicht mit dem Dickkopf und Willen meiner Tochter gerechnet. Schon von der leichten Chemo bildete sich die Schulter leicht zurück. Und danach hat man Vollgas gegeben. Zehn Blöcke Chemo, danach Hochdosis - Chemo und danach Stammzellen - Reinfusion. Dazwischen lag soviel Leid und Kummer. Meine Tochter litt unter kapputten Schleimhäuten, Uebelkeit, Fieber, Blutungen, Depressionen. Bei der Hochdosis lösten sich bei ihr sämtliche Fuss und Fingernägel, sie hatte am ganzen Körper kein Haar mehr. Sie bekam eine Thrombose am Katheder, litt unter einer Fussheberschwäche. Die Liste könnte man beliebig fortsetzen.
Ich habe angefangen kleine Erfolge zu feiern. Ein gutes Essen wenn kein Fieber auftritt, ein kleines Geschenk bei zwei Tagen ohne Schmerzen. Es wurden Sachen wie Chemoblock - Ende, Haare spriessen oder ähnliches gefeiert. Man musste die kleine Erfolge feiern, das grosse kommt später.
Und das Später kam auch!! Im Frühjahr 2004 hat meine Tochter ein Fest veranstaltet mit all den lieben Leuten die uns oder ihr beigestanden haben. Und das waren viele!! Das ganze Dorf hat Anteil genommen, Geschenke gebracht, sie im Krankenhaus besucht. Ihre Lehrerin hat ihr Schulmaterial vom zehnten Schuljahr besorgt damit sie die neunte Klasse wiederholen konnte, mit dem Schulstoff des zehnten Jahres. Sie war einfach phänomenal!! Sie kam auch zu uns nach Hause oder ins Krankenhaus für einen Test oder ähnliches.
Ich kann sagen dass uns das Dorf und die Bekannten getragen haben!
Und nun ist meine Tochter sein drei Jahren krebsfrei!!! Und sie ist in Ausbildung von Fachangestellte Gesundheit.
Tja.....das war viel.

Ladina
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Beitragvon Ladina » Fr 5 Jan 2007 21:58

Liebe Dany

Voller Mitgefühl habe ich Deinen Bericht gelesen, der er mir unter anderem auch ermöglichte, evtl. die Gefühle meine Pflegemama nachvollziehbarer zu machen, wenngleich sie nicht oft bei mir war.
Was mich immer wieder erschüttert und was Du mit Deiner Tochter so fürchterlich oft erleben musstest ist, dass man von Ärzten nicht ernstgenommen, ausgelacht und in die Psychoschiene gestellt wird, ehe wirklich seriöse Untersuche gemacht wurden.
Haben diese "Ärzte" im Nachhinein noch erfahren, was die richtige Diagnose gewesen ist und hat sich je jemand entschuldigt?

Ich kannte den Fall eines 10 Jahre alten Buben, der plötzlich Gedächtnisstörungen hatte, später sehr müde war in der Schule , über Kopfschmerzen und Doppelbilder klagte, jeden Morgen erbrechen musste, und die konsultierten Ärzte nannten in phlegmatisch, schulfaul, psychisch überfordert, immer wieder über Monate hinaus - bis der Knabe plötzlich auf dem Pausenhof zusammenbrach und halbseitig gelähmt liegenblieb. Da endlich wurde ein CT gemacht und ein männerfaustgrosser Tumor in seinem Kopf entdeckt. Bei ihm hat die verstrichene Zeit schlussendlich zu einem erheblichen Teil dazu "verholfen", dass er seinen Kampf fast chancenlos kämpfen musste und verloren hat. Er war mein Patenkind und ich habe weiss Gott oft genug darauf hingewiesen, dass es doch ein Hirntumor sein könnte. Wegen meiner Vorgeschichte nannte man auch mich überhysterisch, nur noch ans Schlimmste denkend. Hirntumore seien selten. Die teuren Geräte sollten zwar benutzt, aber nicht für Bagatellfälle missbraucht werden. Es war in der Schweiz. Lukas starb vor 8 Jahren im Alter von 10 Jahren.
Von den 4 Ärzten, die mit ihren unseriösen Diagnosen soviel Zeit verstreichen liessen, entschuldigte sich keiner wirklich, obwohl wir kommunizierten, was mit Lukas wirklich los war. Einer sagte, die Symptome seien untypisch gewesen. Wenn ich dran denke, kocht es in mir, Vonwegen untypisch!
Immer noch denke ich, dass er sinnlos gestorben ist.

Umso mehr freut mich Dein Bericht, der zeigt, dass es trotzdem auch in die andere Richtung gehen kann. Und was mich auch freut , ist, dass Deine Tochter trotz ihrer Krankheit, die hoffentlich für immer hinter ihr, aber in der Erfahrung für immer in ihr bleiben wird, für die Ausbildung "Fachangestellte Gesundheit" zugelassen worden ist und ihren Traum wahr machen darf.
Auch das ist nicht selbstverständlich, wie ich von ähnlich Betroffenen weiss. Manchen von ihnen wurde gesagt, sie sollten lieber was ausserhalb ihrer eigenen Erfahrung suchen. Einer ehemals in der Jugend leukämiekranken jungen Frau sagte man, es sei nicht gut, Beruf und Privat (1/2jährliche Kontrollen des Blutbildes im KH) zu vermischen, so käme sie ja nie aus dem kranken Kreislauf hinaus und eine Ausbildung zur Krankenschwester wurde ihr trotz aller guter Voraussetzungen versagt.
Es ist bitter, wenn man so für sein Leben kämpft und hinterher solche Erfahrungen machen muss.

Ich hoffe, Dein Erfahrungsbericht ist einfach Teil 1 und Du lässt uns weiterhin am Leben Deiner tapferen Tochter ein wenig teilhaben. Sie ist eine Hoffnungsträgerin und an solchen gibt es nie zuviel in unseren Kreisen.

Alles Glück im Leben wünsche ich Dir und Deiner Tochter von ganzem Herzen

Ladina

Dany
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Beitragvon Dany » Mo 8 Jan 2007 11:22

Liebe Ladina,
Mit Interesse habe ich die Geschichte deines Patenkindes gelesen. Das ist ja schlimm!!!
Ja, es ist sehr schwierig wenn man von den Aerzten nichr ernst genommen wird. Ich erlebe das aber immer mal wieder. Meistens hat es aber nicht so gravierende Folgen, darum redet man auch nicht mehr darüber. Wenn es aber um ernsthafte Erkrankungen geht, dann hinterfragt man das Ganze aber schon.
Wir haben uns überlegt die Aerzte zur Rede zu stellen. Das Dumme ist nur, dass man im Notfall zig Aerzte hat und keine Namen mehr. Der Hausarzt der das wegen der Darmgrippe sagte, dem habe ich es später mal gesagt. Nein, er hat sich nicht entschuldigt. Er wurde zwar ziemlich bleich und er war betroffen. Doch entschuldigt nein.....
Der Arzt der uns den Rat gab einen Augenarzt aufzusuchen, den konnten wir leider nicht mehr ausfindig machen. Wie gesagt....im Notfall gibt es so viele Aerzte. Aber wir konnten dem Arzt er meine Tochter in die Uni überwies mal danken. Ich bekam vom KH seine Adresse. Ich habe ihm eine Mail geschickt und es hat ihn sehr gefreut!
Du hast völlig recht!!! Auch für meine Tochter war es nicht einfach einen Ausbildungsplatz zu finden. Das ging nicht so einfach wie es scheint. Als sie sich bei der (damals noch) DMS ( Diplommittelschule) anmeldete sagte man sie solle lieber was einfacheres probieren. Die Prüfung hat sie trotzdem gemacht, hat es aber bei Französisch nicht geschafft, obwohl sie Privatunterricht genommen hatte (gratis wohlverstanden). Als sie kurz nach Behandlungabschluss eine Aupairstelle gesucht hat, wollte man sie nicht weil man dachte sie schafft die Arbeit nicht (!!), sie sei zu schwach. Trotzdem hat sie eine Familie gefunden, die sie aber dann völlig schikanierte und statt den vereinbarten 32 Stunden 45 Stunden pro Woche arbeiten musste. Ich habe sie dann wieder nach Hause geholt, da sie Heimweh bekam und jeden Tag weinte. Eine psychische Belastung habe ich nicht gut gefunden, da man ja eh Angst vor einem Rückfall hatte.
Als ich mit ihr beim Berufsberater war (nur damit man alle Wege zu Pflegefachfrau kannte, das sie ja machen will), da sagte dieser sie solle doch Pflegeassistentin machen. Das sei nur zwei Jahre und falls die Krankheit wieder ausbricht habe sie es vielleicht schon abgeschlossen.
Und nun ist sie im zweiten Lehrjahr. Es geht ihr gut. Der Beruf gefällt ihr.
Selbstverständlich werde ich hier weiterhin regelmässig von meiner Tochter berichten. Bald muss sie wieder zu Nachuntersuchungen, dann werde ich euch von den hoffentlich positiven Ergebnissen in Kenntnis setzen.
Ich grüsse alle recht herzlich!!
Danke Ladina für deine Antwort! Ich denke manche getrauen sich einafch nicht.
Grüessli
Dany

Dany
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Beitragvon Dany » Mo 8 Jan 2007 11:27

Noch was vergessen. Es macht den Anschein wenn man meinen Text liest dass sie den Rat des Berufsberaters angenommen hat. Dem ist aber nicht so! Sie ist in Ausbildung als Fachangestellte Gesundheit. Also entgegen dem Rat des Beraters.
Nun grüsse ich euch da draussen aber nochmals recht herzlich und einen schönen Tag!
Dany

Joju
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Vertrauen,Ärzte.

Beitragvon Joju » Di 8 Jul 2008 9:22

Liebe Dany,
Habe Deinen Bericht gelesen und musste voll weinen.
Um so erleichterter war ich, wo ich gelesen habe,
das es Deiner Tochter besser ging und Sie den Kampf gewann ,super ;-))
Wie geht es Ihr Heut'e ????
Ich bin bei Google auf Deinen Bericht gestoßen, da ich bei Meiner Tochter mir auch Sorgen mache.Werde auch als hysterich bezeichnet.
Meine Tochter ist 11,jeden Monat,fast zeitgleich geht es Ihr voll schlecht.
Kopfschmerzen,Übelkeit und hohes Fieber.
Da wir beim Gymnasium das immer eintragen müssen(Fehltage)ist mir aufgefallen,das Sie im Juni im 2 Wochen Abstand, jetzt auch vor 2 Wochen.
Sie ist sehr blass,hat abgenommen und lustlos,müde
Unser Arzt sagt ..Magen -Darm oder die Periode im Anmarsch.
was soll ich machen????
Kann Mir jemand ne Antwort geben???
Was Ärzte betrifft hatte ich schon oft schlechte Erfahrungen gemacht!
Im Jahr 1993 war ich schwanger und hatte mich sehr gefreut,die Schwangerschaft verlief schlecht,ich nahm ab, war müde hatte Blutdruck(90/40) sehr niedrig.Wollte mich krankschreiben lassen weil ich voll schwach war ect..
Der Arzt,,Sie sind nur schwanger,stellen Sie sich nicht so an''
Nach 1 Woche ging ich wieder hin, da ich dachte habe Fruchtwasser verloren.War in der 32 Woche. Habe 8 KG abgenommen.
Der Arzt,,Was machen Sie den schon wieder hier''Ich ,,Wollte Abstrich machen lassen da ich glaube, das ich Fruchtwasser verliere'' Arzt,,Ach guatsch,das ist Ausfluß..ganz normal'''.Ich glaubte Ihm und ging auch wieder zur Arbeit. Eine Woche später ,ging ich zur Ärztin Meiner Freundin und erzählte Ihr...meine Probleme.Sie sagte;,,Wir schauen mal nach.....
Sie machte Ultraschall...Sie sagte nix...war still...'' Ich fragte, was ist,wie es dem Baby geht..Sie sagte nix und dann:,,Das ganze Fruchtwasser ist weg,das Baby ist schon seit 1 Woche..TOT...ich konnte nur noch weinen und habe einen Nervenzusammenbruch erlitten.In der Klinik wurde Geburt eingeleitet und nach 2 Tagen kam Meine Tochter'' tot ''zur Welt am 12.11.1993 sie hieß Shannon hatte 1000gr,also war Überlebensfähig.
Am 11.12.1993 (war auch mein25' Geburtstag und der 1 Mutterschaftstag )hatte ich vom Standesamt eine Geburtsurkunde vom lebenden Kind erhalten und bin durchgedreht..hatte alle Tabletten geschluckt,wollte nicht mehr war(bin immer noch) sehr traurig. Da ich im Rausch noch mit ne Kollegin telefo..und plötzlich wech war kam Rettungswagen....Klinik..
Magen auspumpen ect. heute gebe ich mir immer noch Schuld ,da ich dem Arzt vertraute und nicht gleich in die Klinik bin, mein Geburtstag kann ich nicht mehr feiern, ich zünde immer ne Kerze an. Von meinen damaligen Freund trennte ich mich , kam nicht mit der Trauer klar. verkroch mich!!
Im Jahr 1995 lernte ich meinen Mann kennen u 3 Monate später heirateten wir.1997 kam unsere Große zur Welt,verlief alles super,Geburt warn Traum. 1999 kam unsere kleine aber... die Geburt ging wieder alles schief..die Herztöne fielen bei jeder Wehe in den Keller, trotzdem wurde gewartet...dann Notkaiserschnitt! Mein zweites Mädchen, ..die Zuckerwerte waren im Keller und 500ml zuwenig Blut, sofort Intensiv....!!!Am nächsten Tag rief ich in der Kinderklinik an man drugste rum..und ich weinte..und betete und sagte,,Lieber Gott wenn Du Mir das Kind auch weg nimmst dann glaube ich nicht mehr!! dann 1 Stunde später kam Mein Mann und fragte;;Warum ich weine''Ich sagte; In der Klinik sagte man Mir nicht was mit Josie sei!!
Mein Mann sagte; Mach Dir keine Sorgen , Ihr gehts besser!
Ich sagte; DANKE Lieber Gott,Danke und lachte ;-)
Heute sind wir 13 Jahre verheiratet und alle glücklich , wir hoffen das es bei unserer Großen nur Magen Darm ist.Gleich erfahre ich die Blutwerte.

Dany
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Ein bisschen spät

Beitragvon Dany » Do 10 Jul 2008 9:22

Hallo Joju
Ich antworte ein bisschen spät, weil der Umzug meiner Tochter nimmt mich im Moment sehr in Anspruch.
Du hast sehr viel durchgemacht! Man ist nicht hysterisch wenn man sich Sorgen macht über jemanden, besonders wenn es dann noch Kinder sind. Es ist wichtig dass man sie ernst nimmt! Es ist sehr nervenaufreibend wenn man nicht weiss was dem Kind fehlt. Hast Du nun die Blutwerte bekommen? Weiss man denn jetzt mehr??
Du kannst mir auch eine PN schicken!
Liebe Grüsse
Dany


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