Komplikationen nach der Hoden OP


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rummeiern
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Komplikationen nach der Hoden OP

Beitragvon rummeiern » Di 18 Jun 2019 20:20

Postoperative Komplikationen nach meiner Hodentumorentfernung links.

Hallo, ich bin 47 Jahre alt, Alleinerziehedner Vater und wurde wegen Hodentumor links am 07.06.19 operiert.

Zwei Wochen vorher starke Schmerzen und der Schlag mit den Befund Krebs, ich finde das es bei mir vor Ort und im Krankenhaus sehr wenig Gespräch gibt, die mich gerade länger als zwei Tage beruhigen.


Am 2. postoperativen Tag wurde ich nach meiner Orchieektomie links nach Hause entlassen.

In der ersten Nacht hatte ich Schüztelfrost und leichtes Fieber, so das ich mich in der Notfallabulanz vorstellte. Dann Ibuprophen zu Schmermedikation hinzu bekommen habe.
Zwei Tage später musste ich wieder in die Notfallambulanz und wurde von meiner operierende Urologen untersucht. Fieber 38,8 und Befund Hämatom (Sarkom) in Schnittwunde und Sakralhämatom. CRP leichte entzündungszeichen und Wunndsekret entwichen.
Da ich alleineriehend bin und nah an Klinik (Sohn 8)wohne habe ich mich nicht stationär aufnehmen lassen. Antibiotikeinahme zu Hause, wie gehabt Hoden hochlagern und kühlen. Schmerzmedikstion.

Da das Sakralhämatom immer noch an Größe zugenommen hat, bin ich am Samstag den 15.6. wieder direkt zu den operierenden Ärzten ins Krankenhaus. Der zuständige Oberarzt meinte auch das das Sakralhämatom größer geworden ist, aber keine Abzezbildung sichtbar ist ((nur Wundflüssigkeit), kein hefitiger Tastschmerz.

Er meinte es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis es resobiert ist, wenn das nicht geschieht oder infekiös wird, müsse man mich nochmal operieren, weshalb ich jetzt zusätzlich unsicher und ängstlich bin.

Für mich war dieser Befund wie ein Schlag ins Gesicht, nicht das ich jetzt Krebs habe, sondern das ich mich noch über Wochen mit zwei schlecht abheilenden Hämatomen rumärgern muss.

Die Infektion, das Antibiotika, die Schmerzen, alles zusätzliche Belastung.


Am Montag den 17.06.19 habe ich mich diesbezüglich nochmal zur Wundkontrolle vorgestellt.

Angeblich ist alles, trotz der Komplikation in Ordnung, was für mich aber nicht in Ordnung ist, das ich ein Hämatom, größer als meine alter Hoden im Sack habe.

Mich verunsichert mein großer neuer Phantomhoden, der noch viel größer als der noch vorhandene ist und mich an meine Orchitis 2014 erinnert, aber zum Glück noch nicht so stark schmerzt.

Das macht die Wunde, in der auch ein Hämatom steckt.

Ich habe Angst das ich jederzeit eine Sepsis bekommen könnte und nochmal akut ins Krankenhaus muss.

Was soll ich tun?, ich habe noch immer Wundschmerzen (Schnittwunde) und der schwere Hoden zieht, wenn ich mal ein Stück laufe., so kann das doch nicht Wochen oder Monate weitergehen.

Hinzu habe ich 63% Semanom und 37 % einen embrynoalen Hodentumor in der Histologie bestätigt.
Nächste Woche CT Hals Brust Bauch Becken.

Dann Befundbesprechung und Krebstherapie.

Ich habe Angst und Schmerzen, wegen der schlechten Wundheilung.

Soll ich einen Schmerztherpeuthen und Psychologen hinzuziehen?

Fühle mich etwas alleingelassen, mit meine Kind kann ich mich nicht unterhalten und ich bin froh das ich Freunde und Haushaltshilfen habe, die mir meinen Krankenhausaufenthalt und Post Op meinen Sohn betreut haben und ihm wenigstens etwas schöne Pfingstferien bereiten.

Was würden mir ehemalige Betroffene und Ärzte raten?

Ich habe mich zu meiner Sicherheit bereit mit der bitte um zweite Meinung an eine Polik Klinik gewendet, die mich zum Krebs eine zweite Meinung zur Behandlung gibt und mich jederzeit akut aufnehmen würde.

Irgendwie ist mein Vertrauen zu den Operateuren seit den Komplikationen schlechter geworden.

LilianR
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Re: Komplikationen nach der Hoden OP

Beitragvon LilianR » Do 20 Jun 2019 21:13

Guten Tag

Vielen Dank für Ihre Frage an das Krebsforum. Aus Ihren Zeilen spricht eine grosse Sorge, die ich gut verstehen kann. Zuerst möchte ich vorwegnehmen, dass das Krebstelefon kein ärztlicher Dienst ist. Wir stellen keine Diagnosen und empfehlen keine Therapien.

Generell gilt nach Operationen: Schmerzen und Schwellungen sind bis zu einem gewissen Grad zu erwarten. Bei jedem chirurgischen Eingriff wird zwangsläufig eine Verletzung gesetzt, welche verschiedene Gewebeschichten umfassen kann (Haut, Fett-/Binde-/Muskelgewebe etc.). Der Körper braucht einige Zeit zur Heilung. Solche Schmerzen und Schwellungen lassen sich medikamentös lindern (zum Beispiel mit Ibuprofen). Auch leichtes Fieber (so genanntes Resorptionsfieber) und eine vorübergehende leichte Erhöhung von Entzündungswerten im Blut sind in den ersten Tagen nach Operationen nicht ungewöhnlich und nicht zwangsläufig Anzeichen eines Infektes. Viele Hämatome werden resorbiert, ohne dass sich daraus ein Abszess bildet.

Sie folgen der Empfehlung des Chirurgen, den Hoden hoch zu lagern und zu kühlen und nehmen die verordneten Antibiotika ein. Mit Rücksicht auf Ihren 8-jährigen Sohn haben Sie aber auf eine stationäre Aufnahme in das Krankenhaus verzichtet. Es ist schön, dass Sie sich verantwortungs- und liebevoll um Ihren Sohn kümmern. Anderseits entfallen durch den Verzicht auf eine stationäre Aufnahme auch die Dienstleistungen eines Krankenhauses (ärztliche Betreuung, Pflege, ständige Überwachung / Vermittlung von Sicherheit und Hotellerie). Niemand kümmert sich um Sie – stattdessen führen Sie den Haushalt und betreuen Ihr Kind. Möglicherweise verzögert sich durch diese Anstrengung die Abschwellung Ihres Hodens und Ihre Genesung insgesamt.

Was wäre im Notfall oder wenn die bevorstehenden Untersuchungen weiteren Behandlungs- und Erholungsbedarf ergeben? Sicher lohnt es sich, diese Frage möglichst frühzeitig zu klären. In der Schweiz und in Deutschland gibt es professionelle Familienhelferinnen, die beispielsweise bei Erkrankung eines allein erziehenden Elternteils einspringen, Kinder betreuen, den Haushalt führen. Zudem können Sie eventuell auch häusliche Krankenpflege (D) oder Spitalexterne Pflege Spitex (CH) in Anspruch nehmen. Wenn Sie in der Schweiz wohnen, hilft Ihnen die Krebsliga in Ihrer Region gerne dabei, ein geeignetes Angebot zu finden. Sie berät Sie auch in versicherungsrechtlichen Fragen und prüft bei Bedarf die Möglichkeit einer Beihilfe zur Finanzierung. In Deutschland können Sie sich an die Deutsche Krebshilfe wenden oder sich über das Informationsnetz für Krebspatienten und ihre Angehörigen INKA näher über Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

Wie Sie schreiben, überlegen Sie sich, eine psychoonkologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das ist sicher ein guter Gedanke, denn eine Krebserkrankung ist eine grosse Herausforderung und betrifft viele Lebensbereiche. Entsprechende Adressen erhalten Sie ebenfalls je nach Ihrem Wohnort bei der Deutschen Krebshilfe oder bei der Krebsliga in Ihrer Region. Interessiert Sie dazu die Broschüre Wenn auch die Seele leidet?

Eine spezifische Schmerztherapie ist nur sehr selten dann nötig, wenn die üblichen Interventionen (optimale Medikation, physikalische Massnahmen wie Kühlung etc., Schonung) nicht ausreichen und starke Schmerzen trotz abgeschlossener Wundheilung anhalten.

Nach einer Hodenentfernung (Orchiektomie) ist eine normale Erektion durchaus wieder möglich. Geben Sie Ihrer Genesung noch etwas Zeit und besprechen Sie diese Frage mit dem behandelnden Arzt. Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang unsere Broschüre Männliche Sexualität bei Krebs.

Sie überlegen sich, eine Zweitmeinung einzuholen. Adressen von Tumorzentren in der Schweiz und in Deutschland finden Sie unter www.oncomap.de. Falls Sie eine Adresse in Deutschland suchen, können Sie sich auch an den deutschen Krebsinformationsdienst oder die deutsche Krebshilfe wenden. Manchmal kann auch die Hausärztin / der Hausarzt in solchen Fragen einen guten Rat geben.

Falls Sie in Deutschland wohnen, haben Sie die Möglichkeit, telefonisch ärztlichen Rat beim deutschen Krebsinformationsdienst einzuholen.

Mit besten Wünschen und freundlichen Grüssen.


Lilian, Moderatorin


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