Was tun bei Hitzewallungen unter Antihormontherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs?


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Rita
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Was tun bei Hitzewallungen unter Antihormontherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs?

Beitragvon Rita » Di 9 Mär 2021 18:19

Eine Frage die in Sprechstunden und Beratungen immer wieder auftaucht!

Viele Männer, die wegen metastasiertem Prostatakarzinom in antihormoneller Behandlung sind leiden unter Hitzewallungen. Manchmal beeinflussen diese auch die Entscheidung, für oder gegen eine antihormonelle Therapie.

Wie damit umgehen? Was dagegen tun? Wir haben einen Experten gefragt.

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Re: Was tun bei Hitzewallungen unter Antihormontherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs?

Beitragvon admin » Di 9 Mär 2021 18:27

Hitzewallungen bei Prostatakrebsbehandlung - Antwort eines Experten

Hitzewallungen sind eine typische Nebenwirkung der Hormontherapie, welche zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt wird und sind vergleichbar mit Hitzewallungen welche bei Frauen in der Menopause auftreten. Die Ursache liegt in der Veränderung des Hormonspiegels, bei der Prostatakrebs Behandlung in der Unterdrückung der Testosteron Produktion oder der Wirkung des Testosterons im Körper und da der Marke raus folgend einer gestörten Thermometerregulation.

Die Wallungen treten häufig im Gesicht oder Oberkörper auf verbunden mit Rötungen der Haut, Schwitzen und Hitzegefühl. Häufig treten die Hitzewallungen in der Nacht auf und können die Schlafqualität negativ beeinflussen. Auch tagsüber können Hitzewallungen störend oder sogar peinlich sein und dazu führen das ein betroffener Mann sich vor sozialen Kontakten fürchtet oder sich sogar zurückzieht.

Was kann gemacht werden?

Versuchen Sie auslösende Faktoren zu identifizieren damit sie von einer Hitzewallung vielleicht weniger überrascht werden wie zum Beispiel Kaffee und Koffein, Rauchen, Alkohol, scharfe Speisen oder heisse Getränke.

Im Schlafzimmer ist es ratsam die Zimmertemperatur kühl zu halten, Baumwollnacht- und Bettwäsche zu verwenden und eventuell einen Ventilator einzusetzen.

Weitere Massnahmen:
  • Körperliche Aktivität (Ausdauer und Krafttraining) können helfen die Häufigkeit von Hitzewallungen zu reduzieren
  • Integrativmedizinische Behandlungen wie Akkupunktur oder pflanzliche Präparate können teilweise hilfreich sein
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Sprechen Sie ihren behandelnden Arzt, ihre behandelnde Ärztin an auf medikamentöse Behandlungen bei störenden Hitzewallungen. Ein Versuch mit einem Antidepressivum oder Gabapentin kann lohnenswert sein. Für diese Medikamente gibt es Studien, welche die Wirksamkeit belegen. Bei Prostatakrebs gibt es auch für Cyproteronacetat gute Erfahrungen, da diese Therapie selber aber eine Hormontherapie darstellt ist beim Einsatz beim Prostatakrebs Vorsicht geboten.
Zusammenfassend kann gesagt werden, Hitzewallungen sind sehr häufig bei der Prostatakrebshandlung und können unangenehm und störend sein für die Lebensqualität. Es gibt keine einfache Behandlung für Hitzewallungen, da sie ganz klar eine Auswirkung der Hormontherapie darstellen aber viele Faktoren, welche miteinbezogen werden können zur Linderung und Umgang mit diesem Symptom.

Rita
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Re: Was tun bei Hitzewallungen unter Antihormontherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs?

Beitragvon Rita » Di 9 Mär 2021 18:30

Sind Sie von Hitzewallungen betroffen? Wie gehen Sie damit um? Was hilft?
Haben die Hitzewallungen einen Einfluss auf Ihre Entscheidung für oder gegen die antihormonelle Therapie?

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Re: Was tun bei Hitzewallungen unter Antihormontherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs?

Beitragvon ErDe » Mi 10 Mär 2021 10:55

Im "Ersten Rat" von Ralf-Rainer Damm (http://www.prostatakrebse.de/informatio ... %20Rat.pdf) finde ich dazu die folgenden Angaben:

[quote]Typische Nebenwirkungen einer Antihormonellen Behandlung sind (die Aufzählung braucht nicht vollständig zu sein):
Hitzewallungen und Schweißausbrüche, wie sie auch Frauen in den Wechseljahren erleben, wenn ihr Körper kein Östrogen mehr produziert. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Östrogen an der Steuerung des Wärmehaushalts des Körpers beteiligt ist. Auch Männer haben geringe Mengen Östrogen im Blut, das im Fettgewebe aus Testosteron gebildet wird. Mit der Testosteronunterdrückung wird auch der Östrogenspiegel unterdrückt und damit möglicherweise der Wärmehaushalt des Körpers beeinträchtigt.
...

Viele Männer leiden bei einer Antihormontherapie am stärksten unter den Hitzewallungen, die mit heftigen Schweißausbrüchen verbunden sein können. Ich hörte den Rat, es mit Salbeitee zu versuchen (am besten vor dem Schlafengehen). Salbeitee hemmt die Schweißbildung. Eine andere Möglichkeit sei Akupunktur. Von einem Urologen, der viele Prostatakrebspatienten betreut, stammt der Rat, es einmal mit zwei Tabletten „Remifemin® Plus“ täglich zu versuchen. Das Mittel ist nicht rezeptpflichtig und wurde eigentlich dafür entwickelt, die Beschwerden von Frauen in den Wechseljahren zu lindern, zu denen eben auch Hitzewallungen gehören.
Remifemin® Plus enthält allerdings u. a. Johanniskraut, das mit einigen medizinischen Wirkstoffen wechselwirkt. Bitten Sie ggf. Ihren Apotheker zu prüfen, ob unter den Medikamenten, die Sie einnehmen, solche sind, die mit Johanniskraut wechselwirken![/quote]

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