Was hilft gegen Schmerzen beim Schlucken (Mukositis)?


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tigerfighter
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Was hilft gegen Schmerzen beim Schlucken (Mukositis)?

Beitragvon tigerfighter » Mo 12 Jul 2021 13:11

Nach der ersten Chemo geht es mir ordeli. Problem ist das Schluckweh. Ich sollte essen und trinken. Das fällt mir aber extrem schwer bei diesen Schmerzen.
Ich habe gelesen, dass Mucopads helfen? Hat jemand Erfahrung damit? Was kann ich sonst noch tun?

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Re: Was hilft gegen Schmerzen beim Schlucken (Mukositis)?

Beitragvon admin » Do 15 Jul 2021 16:43

Guten Tag, Tigerfighter

Da keine anderen User ihre Erfahrungen mit Ihnen getauscht haben, antworte gerne ich Ihnen. Schleimhautveränderungen in Mund und Rachen können äusserst schmerzhaft sein und die Nahrungsaufnahme stark erschweren.

Gegen die Schmerzen können Sie Folgendes tun:
  • Mund täglich mehrmals mit Wasser oder einer milden Kochsalzlösung spülen und nach Bedarf gurgeln (1 gestrichener Teelöffel Salz auf einen halben Liter abgekochtes Wasser). Wenn Sie es vorziehen, können Sie für die Mundspülungen auch gekühlten Tee (zum Beispiel Malventee) verwenden. Erneuern Sie Tee und Kochsalzlösung mindestens einmal täglich und bewahren sie sie gekühlt auf. Viele Behandlungszentren geben eigene Empfehlungen heraus: erkundigen Sie sich bei der Pflegefachperson, die Sie betreut.
  • Informieren Sie den behandelnden Arzt / die behandelnde Ärztin über Ihre Beschwerden und bitten Sie ihn / sie, Ihnen ein schmerzlinderndes Gel für die Mundschleimhaut zu verschreiben. Tragen Sie dieses etwa 10 Minuten vor dem Essen auf
  • Meiden Sie scharfe, saure, harte und heisse Nahrungsmittel. Besser schlucken lassen sich beispielsweise Suppen (lauwarm oder gekühlt), püriertes Gemüse, Joghurt, Quark, Hüttenkäse, Cremen etc. Strohalme können dabei helfen, Getränke und flüssige Nahrung an schmerzenden Stellen vorbeizuleiten. Eisgekühlte Getränke wirken nach ein zwei Schlucken kühlend und schmerzlindernd, ebenso beispielsweise milde Glace (zum Beispiel Vanille).
  • Bei Mangelernährung infolge der Mukositis wird Ihnen der Arzt / die Ärztin weitere Massnahmen vorschlagen.
Zytostatika schädigen vor allem Zellen, die in Teilung sind. Da die Mundschleimhaut sich rasch teilt, sind ständig viele ihrer Zellen in Teilung und dadurch empfindlich auf die Chemotherapie. Die Zellen sterben ab, eine so genannte orale Mukositis ist die Folge. Das Gewebe der Mundschleimhaut ist vorübergehend nicht mehr intakt und dadurch sehr schmerzempfindlich. Die Mundschleimhaut regeneriert sich glücklicherweise rasch; die Mukositis hält nur vorübergehend an.

Auf dem Boden einer oralen Mukositis kann sich zusätzlich eine so genannte infektiöse Stomatitis ausbreiten (Superinfektion durch Bakterien, Pilze, oder Viren). Dies kann begünstigt werden durch eine abgeschwächte Infektabwehr. Durch eine sorgfältige Mundpflege (weiche Zahnbürste, milde Zahnpaste) können Sie dazu beitragen, dass es möglichst nicht zu einer zusätzlichen, ebenfalls schmerzhaften Infektion der Mundschleimhaut kommt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für die weitere Therapie und grüsse Sie freundlich.
Lilian, Moderatorin


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