2010 - Hautkrebs und Sonnenschutz


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2010 - Hautkrebs und Sonnenschutz

Beitragvon admin » Do 29 Apr 2010 17:18

Herr Prof. Reinhard Dummer, Dermatologischen Klinik, Universitätsspital Zürich, beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von Gertsch:
Guten Tag,
Ich stellte vor wenigen Tagen an meinem Unterarm einen dunkelroten Flecken von der Grösse eines Fünfräpplers fest. Beide Unterarme haben seit Jahren leicht rosarote Flecken, teils von einer dünnen, weissen Kruste umringt. Ich hatte vor Jahrzehnten mehrmals Sonnenbrand an den Armen. Ist ein Arztbesuch notwendig? Leider las ich erst heute Abend, dass Hautkrebstag gewesen wäre. Vielen Dank für Ihre Mühe und beste Grüsse U.Gertsch

Antwort von Prof. Dummer:
Guten Tag U.Gertsch,
Schade, dass Sie nicht von der Gelegenheit profitieren konnten, die Hautveränderungen an Ihren Unterarmen kostenlos einem Hautarzt zu zeigen.
Ihre Beschreibung ist nicht besorgniserregend. Dennoch empfehle ich Ihnen, sich vorsichtshalber einer dermatologischen Untersuchung zu unterziehen.
Weitere Informationen zur Prävention und Früherkennung von Hautkrebs finden Sie auf der Homepage der Krebsliga Schweiz unter
Prävention von Hautkrebs


Frage von Küde:
Ich, 70, hellhäutig, blond, litt als junger Mann sehr unter meiner Akne, die ich vor allem im Gesicht und am Rücken hatte. Damals behandelte man so etwas mit der Rotlichtlampe, auch ich. Diese war manchmal so stark, dass sich meine Haut verbrannte und schälte. Nun habe ich viele Basaliome, auf der Nase, den Schläfen und am Rücken. Zum Teil mussten Hautverpflanzungen vorgenommen werden. Ist das nun die Folge der Rotlichtbehandlung? Könnte daraus der sogenannte schwarze Hautkrebs entstehen? Wenn ja, was kann ich selber machen um das zu verhindern? Danke für Ihre Antwort.MfG Kurt

Antwort von Prof. Dummer:
Guten Tag Kurt,
Rotlicht wird zu Behandlungen eingesetzt bei denen der Erfolg durch Wärmen erreicht wird. Hierzu gehören Muskelverspannungen, Fibromyalgie, „Hexenschuss“, Nasennebenhöhlenprozesse, rheumatischen Erkrankungen und Mittelohrentzündungen sowie der Einsatz bei Abszessreifung und auch bei Akne.
Leider gab es damals auch viele Lampen, die UV-Licht freigesetzt haben. Man müsste genauer wissen, um welches Licht es sich damals genau handelte.

Die kurzwellige Infrarotstrahlung ist für den Organismus schonend wirksam, da der grösste Teil der Strahlung die oberen Hautschichten und die Keimschicht durchdringt, ohne dabei absorbiert zu werden. Die Tiefenwärme dringt weit in die unteren Hautregionen ein. Die Haut und die Muskeln werden durch die Wärme stimuliert.
Die Gefahr besteht darin, dass eine zu geringe Entfernung zwischen Strahlungsquelle und Haut oder zu lange Expositionszeiten zu Verbrennungen führen können. Verbrennungen hinterlassen Schäden in den Zellen, und können somit das Risiko erhöhen an einem Hautkrebs zu erkranken.

Basaliome entstehen zwischen der Basalzellschicht und der oberen Lederhaut und bilden sich aus Keratinozyten entlang von Haarfolikeln. Ursachen und Risiken dafür können zum Beispiel ein heller Hauttyp und geringe Pigmentierung sein. Auch eine Immunabwehrschwäche und vieles mehr kann ein Basaliom begünstigen. Mehr Informationen finden Sie in der Broschüre
heller Hautkrebs – Basaliom, Spianliom, Vorstufen.

Melanome entstehen aus anderen Zellen als Basaliome, den Melanozyten, (Pigmentbildende Zellen) und sind somit nicht für die Weiterentwicklung eines Basalioms verantwortlich. Risiken für ein Melanom können unter vielen anderen Faktoren, eine kurzzeitige, intensive Sonnenexpositionen, verbunden mit Sonnenbränden besonders in der Kindheit und Jugend sein.

Um das Risiko eines schwarzen Hautkrebses möglichst tief zu halten empfehle ich Ihnen einen Besuch beim Dermatologen, sowie das regelmässige untersuchen Ihrer Haut auf Veränderungen. Auch das Schützen Ihrer Haut mittels Sonnenschutz, zum Beispiel Sonnencremen mit sehr hohem Lichtschutzfaktor, oder einer Kopfbedeckung etc, können helfen weitere Schäden der Haut zu vermeiden. Weitere Hinweise zur Prävention finden sie auf der Seite
Prävention von Hautkrebs der Krebsliga Schweiz.


Frage von Cori:
Guten Tag, ich hätte da eine Frage: Sind Infrarotlampen krebsfördernd? Mein Hausarzt meint nicht. Aber warum findet man denn auf gewissen Sonnencremen neben dem UV Schutz auch Infrarotschutz? Vielen Dank. Cori

Antwort von Prof. Dummer:
Guten Tag Cori,
Es bestehen Hinweise, dass Infrarotstrahlen, wie sie im Sonnenlicht vorkommen, biologische Prozesse beschleunigen, welche den Hautalterungsprozess in Gang setzen und dadurch eventuell krebsfördernd sein könnten.
Gewisse Sonnenschutzprodukte und Hautpflegeprodukte enthalten bereits schon heute aktive Moleküle oder Antioxidantien, welche vor Hautalterung schützen. Es gibt jedoch zur Zeit keine Hinweise, dass die Deklaration Infrarotschutz auf Sonnenschutzmitteln nützlich oder sinnvoll sein könnte. Darum ist Infrarotschutz in der Schweiz momentan kein Thema.

Für Infrarotlampen, welche vor allem zu medizinischen Zwecken gebraucht werden, liegen bis jetzt noch keine Forschungsberichte vor, welche die Hautschädlichkeit bestätigen oder dementieren könnten. Das BAG untersucht zur Zeit die Gefährlichkeit von Infrarotstrahlen. Ergebnisse werden aber erst in einigen Jahren vorliegen.



Frage von Yvonne:
Ich bekomme in letzter Zeit immer mehr braune Flecken. Zuerst sehen sie aus wie Sommersprossen, ich habe aber das Gefühl sie werden grösser. Was kann das bedeuten?
Mfg Yvonne

Antwort von Prof. Dummer:
Guten Tag Yvonne,
Um welche Art brauner Flecken es sich bei Ihnen handelt, kann ich Ihnen über das Krebsforum nicht verbindlich sagen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die in Betracht kommen:

Sommersprossen:
Diese anlagebedingten braunen Flecke treten jeweils im Frühjahr und Sommer im Gesicht oder auch am Oberkörper auf. Sie kommen zustande, weil die pigmentbildenden Zellen in den Sommersprossen mehr Melanin bilden als die der umgebenden Haut. Meist erscheinen die Sommersprossen schon in früher Jugend, dabei sind vor allem junge, rotblonde Menschen betroffen. Im Winter werden die Sommersprossen blasser oder verschwinden.

Melasma:
Hier treten bräunliche Pigmentierungen an Stirn, Schläfen und Wangen bei jungen Frauen auf. Sie sind unregelmäßig geformt und sie können zu grösseren Flächen zusammenfliessen. Die Pigmentierungen verstärken sich in der Sonne. Ursachen können hormonelle Faktoren (z. B. Schwangerschaft, Pilleneinnahme), Kosmetika oder Medikamente sein. Falls die Pigmentflecken durch Medikamente oder durch die Antibabypille entstanden sind, empfiehlt es sich das Medikament, sofern möglich, in Absprache mit einer medizinischen Fachperson abzusetzen, oder eventuell zu ersetzen.

Leberflecken (Muttermale, Pigmentmale):
Leberfleck ist die umgangssprachliche Bezeichnung für gutartige Wucherungen von pigmentbildenden Zellen der Haut. Diese Hautveränderungen können im Laufe des Lebens entstehen.
Leberflecken oder Muttermale sind fast immer harmlos. Da aber bestimmte Arten von Leberflecken das Risiko der Entstehung einer bösartigen Krebsart in sich bergen, ist es wichtig, den genauen Typus jeder pigmentierten Hautwucherung zu bestimmen.

Die genaue Zuordnung der verschiedenen Arten von Pigmentmalen eines Menschen, und damit eine Einschätzung des Krebsrisikos kann nur ein Hautarzt oder ein anderer in der Dermatologie erfahrener Arzt oder Ärztin vornehmen. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen eine Fachperson aufzusuchen.



Frage von Virginie:
Guten Tag,
Ich bin 41-jährig und habe am ganzen Körper zahlreiche Schönheitsmale. In den vergangenen zehn Jahren suchte ich drei verschiedene Dermatologen auf, die mir alle nahelegten, meine Haut zu beobachten. Aber gerade deshalb habe ich diese Ärzte doch aufgesucht, damit sie meine Haut untersuchen! Könnten sie nicht jedes Jahr Aufnahmen machen und so die Entwicklung meiner Körpermale beobachten? Wie soll ich meinen Rücken und hinten meine Beine untersuchen? Kennen Sie einen Dermatologen in Genf, der mir und meiner Haut die notwendige Aufmerksamkeit schenkt?

Antwort von Prof. Dummer:
Guten Tag Virginie,
Es ist nicht üblich, jedes Jahr vom ganzen Körper Aufnahmen zu machen. Dokumentiert werden einzig die verdächtigen Körpermale.
Durch die regelmässige Selbstuntersuchung der Haut kann man selber Hautveränderungen feststellen und somit frühzeitig eine Dermatologin aufsuchen.
Unter diesem
Link finden Sie nützliche Tipps, wie Sie eine Selbstuntersuchung durchführen können.
Und unter diesem
Link sind Adressen von Dermatologen aufgeführt, die in Genf oder der übrigen Schweiz praktizieren.
Auch Ihr Hausarzt kann Sie an einen Hautspezialisten weiterweisen.

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