2017 - Ernährungsprobleme bei Krebs


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2017 - Ernährungsprobleme bei Krebs

Beitragvon admin » Do 2 Feb 2017 9:18

Kerstin Zuk, Dipl.-Oecotrophologin und Fachspezialistin für Ernährung bei der Krebsliga Schweiz beantwortet Ihre Fragen:

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von G.L:
Sehr geehrte Frau Zuk
Mein Vater hat soeben eine Lungenkrebs Operation hinter sich und muss nun auch eine Chemotherapie machen. Ich würde ihm gerne den Vorschlag der Ernährungsberatung machen können, vor allem auch für die Zeit der Chemotherapie Wüssten Sie eventuell eine gute und vertrauenswürdige Adresse? Es ist schwer im Internet wirkliche Infos zu erkennen, darum wende ich mich lieber an die Professionellen.
Ich Danke Ihnen sehr,
G.L.

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Liebe G.L.
Es gibt in der Tat unzählige Empfehlungen bezüglich Ernährung und Krebs. Leider auch oft mit nicht haltbaren Heilversprechen.
Am besten wäre es, wenn der betreuende Arzt Ihren Vater zu einer dipl. Ernährungsberaterin FH überweisen würde.
Bei der Auswahl von Fachpersonen ist darauf zu achten, dass Sie über einen entsprechenden Titel verfügen und Erfahrung in der Beratung von Krebspatienten haben.
Meist bieten die Spitäler eine Ernährungsberatung an.
Weitere Fachpersonen finden Sie beim
Verband diplomierter Ernährungsberaterinnen .
Vorsicht ist geboten, wenn „ErnährungsberaterInnen“ für eine Anti-Krebs-Diät teure Produkte, spezielle Lebensmittel oder hochdosierte Supplemente verkaufen.
Die Bedürfnisse bezüglich Ernährung sind bei Krebspatienten sehr individuell. Dies hängt von der Krebsart, dem Befinden des Patienten und auch vom Behandlungsverlauf ab.
Viele Patienten profitieren, wenn sie ihre persönlichen Anliegen mit einer Fachperson in Einzelgesprächen besprechen können.
Die Basisempfehlung für Krebspatienten lautet, sich ausgewogen zu ernähren.
Weitere Informationen und Tipps dazu finden Sie in der Broschüre
«Ausgewogene Ernährung – So senken Sie das Krebsrisiko» .
Sollte Ihr Vater Symptome infolge der Chemotherapie entwickeln, so finden Sie entsprechende Informationen in der Broschüre
«Ernährungsprobleme bei Krebs» .


Frage von marypoppins:
Sehr geehrte Frau Zuk
Tumorzellen lieben bekanntlich Zucker. Seit einigen Wochen verzichte ich deshalb gänzlich auf Süssigkeiten, was mir zuweilen sehr schwer fällt. Dadurch möchte ich verhindern, dass der Brustkrebs zurückkommt. Seitdem ich genauer auf den Zuckergehalt der Produkte achte, kaufe ich ausserdem nur noch unverarbeitete Nahrungsmittel ein. Das Kochen ist dadurch zwar aufwändiger geworden, macht mir aber mehr Spass als früher. Meine Frage an Sie: Sind natürliche Zuckerarten genauso gefährlich wie raffinierter Zucker? Müsste ich auch auf Brot, Honig, Früchte verzichten? Ich möchte mir einmal nicht vorwerfen müssen, dass ich nicht alles Mögliche getan habe, um gesund zu bleiben. Ich habe drei Kinder.

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Liebe marypoppins
Über den Einfluss von Zucker wird seit langem kontrovers diskutiert. Bislang gibt es allerdings keine klaren wissenschaftliche Belege, dass eine kohlenhydratarme und eiweiss- und fettreiche Diät (Ketogene Diät) Krebs vorbeugen oder Krebs therapieren kann. Es ist also auch bei einer ketogenen Diät möglich, dass sich erneut Krebszellen bilden.

Es ist sicherlich sinnvoll, wenn Sie die Zuckerzufuhr so gering wie möglich halten. Zucker ist aber nicht gefährlich. Man sollte nur – wenn überhaupt - kleine Mengen davon konsumieren. Komplett auf kohlenhydratreiche Grundnahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln oder Reis zu verzichten ist nicht notwendig. Die Mengen sollten auch hier nicht zu gross sein. Was angemessene Portionen sind, erfahren Sie in der Broschüre
«Ausgewogene Ernährung». Sie dürfen also weiterhin ein Vollkornbrot mit Honig geniessen.
Ernährung besteht nämlich nicht nur aus Kohlenhydraten. Gemüse und Früchte sind ebenfalls wichtig. Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, Schutzstoffe und stärken das Immunsystem, was für die Prävention zentral ist. Früchte sind süss und liefern Zucker, dürfen und sollten aufgrund der vielen wichtigen Schutzstoffe täglich gegessen werden. Auch gesunde Öle (Oliven- Rapsöl und Nüsse) sind für die Körperfunktionen wichtig.

Sie haben bereits viel getan, wenn Sie auf den Zuckergehalt von Lebensmitteln achten, qualitativ hochwertige Lebensmittel wählen und sich und Ihrer Familie Mahlzeiten mit frischen Lebensmitteln zubereiten. Schränken Sie sich aber nicht zu stark ein und geniessen Sie das Essen zusammen mit Ihrer Familie. Essen sollte Ihnen Freude bereiten. Freude und Genuss sind ebenfalls wichtige Faktoren für Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit.



Sehr geehrte Frau Zuk
Noch eine Frage: Stimmt es, dass Kartoffeln den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen und dadurch die Entstehung von Krebs begünstigen? Besten Dank für Ihre Zeit.

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Liebe marypoppins

Die Schlussfolgerung, dass Kartoffeln (oder andere kohlenhydratreiche Lebensmittel) den Blutzucker rasch ansteigen lassen und durch die Insulinausschüttung die Entstehung von Krebs begünstigen kann man so nicht machen.

Die Krebsentstehung ist ein hochkomplexer Mechanismus. Jahrelanges Übergewicht, täglicher Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung, dauerhafte Fehlernährung und vor allem auch die Gene kommen hier zum Tragen. Einzelne Lebensmittel oder Nährstoffe lösen keinen Krebs aus.
Machen Sie sich nicht allzu viele Sorgen. Wenn Sie die Mengenangabe der Lebensmittelpyramide als Richtlinie nehmen, ernähren Sie sich ausgewogen und können alle Grundnahrungsmittel geniessen.
Die Lebensmittelpyramide finden Sie in der oben erwähnten Broschüre auf Seite 7.



Frage von Ollie:
Sehr geehrte Frau Zuk
Warum stellt Übergewicht eigentlich ein Risikofaktor für Krebs dar?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Lieber Ollie

Sie sprechen hier ein wichtiges Thema für die Senkung des Krebsrisikos an.

Starkes Übergewicht verändert die Stoffwechselprozesse im Körper. Es kann chronische Entzündungen auslösen und Wachstumsfaktoren und die Hormonproduktion verändern. Diese Faktoren begünstigen die Entstehung von Krebs.

Deshalb sollte man versuchen, sein Körpergewicht im Normalbereich zu halten. Empfohlen wird ein Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 25 (Berechnung s. unten).
Zum Erreichen des Normalgewichts sollten keine Diäten durchgeführt werden, da dies oftmals zusätzlichen Stress für den Körper bedeutet. Besser ist eine langfristige Ernährungsumstellung mit viel Gemüse und Früchten (diese stärken das Immunsystem), Vollkornprodukten und geringen Mengen Zucker, Fleisch und Alkohol. Auch Bewegung hilft bei der Gewichtsregulierung und reduziert das Krebsrisiko.


Berechnung des BMI:
Körpergewicht (kg) : Grösse (m) : Grösse (m)
Beispiel: 80 (kg) : 1,81 (m) : 1,81 (m) = 24.4
Der BMI ist eine Richtlinie für Beurteilung des Körpergewichts. Die Werte sagen nichts über den Körperbau aus. Besonders muskulöse Menschen haben meist einen hohen BMI.
Das Krebsrisiko steigt, wenn der Körperfettanteil hoch ist.



Frage von mara:
Guten Tag Frau Zuk
Ich werde im Moment bestrahlt. Da wurde mir gesagt, dass ich nicht Gewicht verlieren darf während der Therapie, da sonst so ein Syndrom ich glaube Rifiiding eintreten kann. ich bin aber nicht schlank und würde mich über den Verlust einiger Kilos nicht beklagen. können Sie mir erklären, was das genau für ein Syndrom ist. Werde an der Brust bestrahlt. Danke für Ihre Bemühungen Gruss mara

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Liebe Mara
es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man sein Körpergewicht im Normalbereich halten soll. So kann ich gut verstehen, wenn Sie einige Kilos verlieren möchten. Eine Gewichtsreduktion ist aber nur dann gesund, wenn man Körperfett verliert. Bei einer Krebserkrankung reduziert sich das Gewicht, da insbesondere auch Muskelmasse abgebaut wird und das ist unerwünscht.
Unter dem Refeeding-Syndrom versteht man die Wiederaufnahme der Nähstoffzufuhr nach einer Hungerperiode. Eine Krebserkrankung bringt bei vielen Leuten den gesamten Stoffwechsel durcheinander. Der Körper verarbeitet dabei die Nährstoffe anders, die Hormonspiegel kommen aus der Balance, man leidet unter Durchfall. Gerade auch Phasen in denen man beispielsweise durch Stress, Übelkeit oder Appetitverlust nichts essen kann, bringen den Mineralstoffhaushalt durcheinander. Viele Patienten entwickeln dadurch eine Mangelernährung, die mit einer Hungerperiode vergleichbar ist. Diese muss sich nicht unbedingt mit einem Gewichtsverlust äussern. Wird bei einer entgleisten Stoffwechselsituation nicht sorgsam auf eine gute Nährstoffversorgung geachtet, können sich bei drastisch schwankender Nährstoffzufuhr an Nährstoffen (Refeeding) unerwünschte Komplikationen einstellen.
Man sollte deshalb eine Krankheit nicht dazu nutzen, Gewicht zu verlieren. Versuchen Sie sich während der Therapie ausgewogen zu ernähren und versorgen Sie ihren Körper und Ihr Immunsystem mit den notwendigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.
Streben Sie eine Gewichtsreduktion erst nach der Therapie an, wenn Sie bei Kräften und gesund sind. Die Kombination einer ausgewogenen Ernährung (richtige Kalorien und Nährstoffzufuhr) und regelmässige Bewegung (für Kondition und Muskelaufbau) sind besonders empfehlenswert. Eine Ernährungsberaterin in Ihrer Region kann Sie dabei unterstützen.



Frage von Sabina:
Guten Tag
Meiner Tante wurde gestern die Diagnose gestellt Schilddruesenkrebs. Vor 2 Wochen ist ihr Mann an Lungenkrebs gestorben, da sie sich um seine Pflege gekuemmert hatte, hat sie sich selber vernachlaessigt. Momentan wiegt sie 40kg / 57 Jahre etwa 165 cm gross und jetzt das. Ich selber zweifle an der Diagnose, den es wurde ein Schatten auf der Schilddruese entdeckt, jedoch fuehlt sich meine Tante seit schon zwei Jahren schlecht und muesste da der Krebs nicht sich verbreitet haben, wenn sie schon so lange nicht mehr gut fuehlt? Wie kann ich ihr helfen, wieder Gewicht und Energie zu gewinnen fuer die anstrengenden Behandlungen, die sie erwarten? Ich bin sehr auf Ihren Rat angewiesen, herzlichen Dank und freundliche Gruesse

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Liebe Sabina
Das sind zwei sehr einschneidende Ereignisse bei Ihrer Tante und bei diesem Gewicht ist es nachvollziehbar, dass Sie sich grosse Sorgen machen. Da ihre Tante wirklich stark untergewichtig ist, sollten Sie dies zwingend mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Handelt es sich bei dem Schatten auf der Schilddrüse tatsächlich um eine Krebserkrankung, wird der Ernährungsstatus zusätzlich relevant. Denn die Therapie kann Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auslösen und die Nahrungsaufnahme erschweren. Das geringe Gewicht und der Ernährungsstatus ihrer Tante sollten zusammen mit dem Arzt und idealerweise auch mit einer Ernährungsberaterin behandelt werden.
Sofern Ihre Tante Appetit hat und etwas essen kann, kann sie im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung vermehrt kalorienreiche Lebensmittel in Ihren täglichen Speiseplan einbauen. Es wäre gut, dabei nicht nur auf Süssigkeiten, Pommes und Weissbrot zu setzen, sondern vor allem auf Lebensmittel die viele wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe liefern (z.B. Lachs, Avocados, Nüsse, Oliven, Bananen etc.). Speisen können zudem mit Rahm, Rahmquark, Crème fraîche oder Doppelrahm-Frischkäse angereichert werden. Auch Olivenöl, Rapsöl oder Butter steigern den Kaloriengehalt. Sollten sich während der Therapie Nebenwirkungen wie Schluckbeschwerden oder Ähnliches einstellen, können Sie in der Broschüre
«Ernährungsprobleme bei Krebs» weitere Informationen finden.
Die eiweissreichen Lebensmittel sind auch für den Erhalt der Muskelmasse wichtig. Vielleicht können Sie Ihre Tante parallel – sofern dies körperlich und kräftemässig möglich ist – zu etwas körperlicher Aktivität bewegen.
Berücksichtigen Sie dabei immer die Bedürfnisse Ihrer Tante.

Ich wünsche Ihrer Tante viel Kraft für die Therapie und gute Genesung und Ihnen alles Gute.



Frage von Mark:
Guten Tag
können Sie mir erklären warum man keinen Grapefruitsaft mit Krebsmedikamenten oder allgemein mit Medikamenten einnehmen sollte. Gibt es Studien dazu?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Lieber Mark
Grapefruits enthalten Substanzen, welche die Wirkung von Medikamenten beeinflussen können. Diese Stoffe hemmen ein Enzym im Darm und lassen die Wirkstoffe bestimmter Medikamente vermehrt in den Blutkreislauf passieren. Die Folge ist eine Überdosierung, die ungewollte Nebenwirkungen auslösen kann.
Neben Cholesterinsenkern und Blutdruckmitteln tritt diese Wechselwirkung auch bei einzelnen Krebsmedikamenten auf. Dies ist in der Regel auf den Beipackzetteln der Medikamente vermerkt.
Es gibt folglich diverse Untersuchungen, welche die Wechselwirkung von Grapefruits und Medikamenten untersuchen. Die Studienlage ist leider nicht immer eindeutig und einige Studienergebnisse sind widersprüchlich. Dies ist aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns möglich, aber auch aufgrund der natürlichen Zusammensetzung und den Inhaltsstoffen von Grapefruits (Sorte, Anbaubedingungen und Herstellungsverfahren).

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob Grapefruits die Wirkung Ihres Medikaments beeinflussen. Wenn Sie unsicher sind, verzichten Sie sicherheitshalber während der Medikamenteneinnahme auf regelmässigen Grapefruit- bzw. Grapefruitsaftkonsum.



Frage von Wilsport:
Wie kann ich Krebstherapie (chemo) bei Typ A Diabetis besser vereinbaren? mittlerweile doppelte Insulin Injektion als vor der Therapie und trotzdem hohe Zuckerwerte.

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Wilsport
Während einer Chemotherapie kann es zu sehr hohen Blutzuckerwerten kommen. Auch Personen, die vor der Krebserkrankung keine Probleme mit dem Blutzucker hatten, können unter stark erhöhten Blutzuckerwerten leiden. Die hohen Blutzuckerwerte müssen mit entsprechenden Insulingaben behandelt werden. Regelmässige Blutzuckerkontrollen sind dabei sehr wichtig.
Sie können parallel ihre Ernährungsweise trotzdem überprüfen und je nach Essgewohnheiten die Kohlenhydratzufuhr langsam senken. Meiden sie Süssgetränke (Cola, Limo, Eistee) und Fruchtsäfte, Süssigkeiten und grosse Mengen an stärkehaltigen Lebensmitteln wie Teigwaren, Reis, Brot, Toast etc. Um keine Unterzuckerungen zu riskieren, sollten sie sowohl Änderungen in der Ernährungsweise, als auch Anpassungen der Insulinmenge vorsichtig vornehmen. Fragen Sie bei Unsicherheiten Ihre Diabetologin bzw. Ihren Diabetologen oder/und lassen Sie sich von einer Ernährungsberaterin unterstützen.
Nach der Therapie sollte sich der Körper dann soweit erholen, sodass sie wieder die üblichen Insulinmengen benötigen wie vor der Krebstherapie.



Frage von yvonne:
Guten Abend
Mein Vater 85 ist an Darmkrebs mit Lebermetastasen erkrankt. Seit 4 Wochen hat er keinen Appetit mehr, trinkt nur noch (Rivella, Bier), wegen trockenem Mund. Keine Kräfte mehr, liegt ganzen Tag im Bett. Wie kann die Familie unterstützen?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Yvonne
Als Angehörige können Sie versuchen, die Lebensqualität von Ihrem Vater zu erhalten oder zu verbessern. Während einer Krankheit hat jede Person ihre eigenen, ganz individuellen Bedürfnisse (z.B. Gesellschaft, etwas zu Lesen, Wärme, Ruhe, Sonnenlicht, frische Luft, Musik u.v.m) Essen ist dabei nur ein Teil. Es tut Ihrem Vater sicherlich gut, wenn Sie auf seine Wünsche eingehen. Fragen Sie ihn, auf was er Appetit hat und offerieren Sie ihm, wenn dies möglich ist, das gewünschte Essen. Man darf allerdings auch nicht enttäuscht sein, wenn er dann nur kleine Mengen essen kann oder das liebevoll gekochte Essen sogar ganz verweigert. Seine Krankheit und die Therapien haben einfach einen sehr grossen Einfluss auf den Appetit.
In unserer Broschüre «Ernährungsprobleme bei Krebs» finden Sie vielleicht noch weitere Tipps, wie sie den Nebenwirkungen der Therapie entgegen wirken können. Ansonsten können Sie das behandelnde Ärzte- und Therapeutenteam fragen, ob zusätzliche Therapien (Ernährungsberatung, Überprüfung des Ernährungsstatus etc.) für Ihren Vater hilfreich sind.



Frage von Chouca:
Guten Tag.
Meine Freundin hatte Analkrebs (ca. 7 cm lang) und in der Leber Metastasen: all dies im November 2016 diagnostiziert. Nach sechs Chemotherapien waren die Lebermetastasen weg und der Analkrebs zurückgegangen (3,5 cm). Die Ärzte wollen oder können nicht operieren (?). Sie haben meine Freundin nach Hause geschickt, einen Monat lang hat sie keinen Folgetermin. Infos darüber, was sie essen darf und was nicht, hat sie nicht erhalten. Können Sie uns weiterhelfen?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Chouca
Es ist gut, dass Ihre Freundin keine Metastasen in der Leber mehr hat und der Tumor im Darm sich zurückbildet.

Langfristig sollte sich Ihre Freundin ausgewogen und vollwertig ernähren. Das bedeutet: eine bedarfsgerechte Kalorien- und Fettzufuhr, die richtigen Streichfette und Öle, eine überwiegend pflanzliche und nahrungsfaserreiche Kost mit hochwertigem Eiweiss und – falls überhaupt - ein möglichst geringer Alkoholkonsum. Ausführliche Informationen finden Sie in der Broschüre
«Ausgewogene Ernährung»

Haben sich durch die Chemo spezifische Nebenwirkungen eingestellt (Gewichtsverlust, Übelkeit, Verdauungsstörungen usw.) so gibt Ihnen die Broschüre«Ernährungsprobleme bei Krebs» einige Tipps, um diesen entgegenzuwirken.

Für die Darmgesundheit ist eine ausgewogene Ernährung (vor allem mit viel Gemüse und Früchten, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten) besonders wichtig, denn das Essen passiert tagtäglich den Darm und beeinflusst die Darmflora.

Ich hoffe sehr für Ihre Freundin, dass sie nach der Therapie beschwerdefrei sein wird und wünsche Ihnen alles Gute.

Freundliche Grüsse an Alle
Kerstin Zuk

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