2021 – Ernährung und Krebs


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2021 – Ernährung und Krebs

Beitragvon admin » Fr 4 Dez 2020 10:39

Haben Sie Fragen zu Ernährung bei einer Krebserkrankung?
Von 7. Januar bis und mit 9. Februar 2021 beantwortet Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung bei der Krebsliga Schweiz im Forum Ihre Fragen.
Auf der Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch

Die folgenden Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.
Weitere Fragen und Antworten werden in Kürze hier aufgeschaltet.

Freundliche Grüsse
Das Moderationsteam

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Erhöht Fleisch das Krebsrisiko?

Beitragvon admin » Mo 25 Jan 2021 12:11

Frage von Thierry50
Guten Tag
Ich befasse mich bereits seit längerer Zeit mit dem Thema gesunde Ernährung. Auch vor allem um das Thema Fleisch. Ich lese Artikel und Studien der beiden Seiten. Pro Fleisch und Contra Fleisch. Aus einer Harvard Studie habe ich entnommen, dass der tägliche Fleischkonsum das Krebsrisiko um 18% erhöht. Was meint die Krebsliga dazu? Und was empfiehlt sie zum Konsum von anderen tierischen Produkte wie Eier, Milch usw. Ihr versteht sicher meine Zweifel und Ungewissheit dem Thema gegenüber. Ich danke euch daher sehr für eure Rückantwort.

Beste Grüsse

Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz
Guten Tag
Vielen Dank für Ihr Interesse am Thema Ernährung und Krebsprävention.
Sie haben Recht, dass eine Ernährung mit viel Wurstwaren und Fleisch insbesondere das Darmkrebsrisiko erhöhen kann. Die wissenschaftlichen Nachweise gibt es hauptsächlich für Wurstwaren.
Fleisch ist ein guter Eiweisslieferant und es enthält zudem wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie beispielsweise Vitamin B12. Wer möchte, kann Fleisch also in kleinen Mengen essen.

Auf unserer Webseite empfehlen wir im Rahmen der Schweizerischen Lebensmittelpyramide täglich 1 Portion eines eiweissreichen Lebensmittels wie Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte oder Tofu zu essen. Bei den Tipps weisen wir darauf hin, die Eiweisslieferanten täglich abzuwechseln.
Zur ausreichenden Eiweissversorgung werden im gleichen Abschnitt täglich 3 Portionen Milchprodukte empfohlen. Diese Mengenempfehlung bezieht sich ausschliesslich auf Milch und Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark etc.

In der Rubrik
«Risikofaktoren» greifen wir das Thema Fleisch nochmals auf und weisen dort auf das damit verbundene Krebsrisiko hin: Fleisch sollte nur massvoll gegessen, auf Wurstwaren möglichst verzichtet werden. An dieser Stelle geben wir die konkrete Empfehlung, den Fleischkonsum auf 2-3 Mal pro Woche zu beschränken. Denn auf dem Teller sollte der grösste Teil des Essens aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen.
Ich danke Ihnen für Ihre Anfrage und wünsche Ihnen gute Gesundheit.

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Chemotherapie und Fasten

Beitragvon admin » Mi 27 Jan 2021 13:50

Frage von Manu
Guten Tag
ich bin an Brustkrebs erkrankt und mache im Moment eine Chemotherapie. Meist ist es mir an den Tagen nach der Chemo sehr schlecht und ich mag fast nichts essen. Nun hat mir eine Bekannte gesagt ich soll vor, während oder nach der Chemotherapie fasten.
Wie sehen Sie das? Macht dies Sinn und wenn ja wann ist dann der Beste Zeitpunkt zum Fasten? Kommt noch dazu, dass die Pflegenden grossen Wert darauf legen, dass ich kein Gewicht verliere.
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Liebe Grüsse
Manu

Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz
Guten Tag Manu
Beim Intervall-Fasten gibt es verschiedene Modelle: es wird zwischen 24 bis 48 Stunden vor und bis zu 48 Stunden nach der Chemotherapie nichts gegessen. Bei einigen Varianten sind Gemüsesäfte & Bouillon erlaubt.
Es gibt Hinweise, dass Intervall-Fasten mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden verbessern kann. Allerdings basieren die Ergebnisse auf Tierstudien und Humanstudien mit nur kleinen Teilnehmerzahlen. Man hat deshalb noch nicht genau herausgefunden, welche Fastenzeiten (24, 48 oder 72 Stunden) und welche Phasen (wie lange vor und wie lange nach der Chemotherapie) tatsächlich einen Effekt erzielen.

Wenn Sie das Intervallfasten ausprobieren möchten, sollten Sie Ihren Wunsch mit Ihrem Behandlungsteam besprechen. Intervallfasten sollte immer in enger ärztlicher Begleitung durchgeführt werden, da die Fastenphasen Einfluss auf die Dosis und die Wirkung der Chemotherapie und/oder von Begleitmedikamenten haben können. Zudem gibt es verschiedene Indikatoren wie beispielsweise ein geringes Körpergewicht oder bestimmte Blutparameter bei denen auf Intervallfasten zu verzichten ist.
Ihr Behandlungsteam kann im Austausch mit Ihnen prüfen, ob Intervallfasten bei Ihnen Sinn macht oder ob es Gründe gibt, die dagegen sprechen.

Es ist gut, dass die Pflegenden grossen Wert auf ein möglichst stabiles Körpergewicht legen.
Freundliche Grüsse

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Übergewicht und Krebs

Beitragvon admin » Do 28 Jan 2021 17:53

Frage Von: Lena
Guten Tag Frau Zuk
ich bin, zum Glück, nicht von Krebs betroffen. Aber immer wieder hört man die Aussage "Man ist was man isst" und das Übergewicht das Risiko an Krebs zu erkranken erhöhen kann. Ich selber bin immer mein Leben lang übergewichtig, aber das stört mich nicht, ich bewege mich sehr viel, mache Sport und ernähre mich gesund. Aber ich esse eben auch gerne. Wenn ich dann solche Sätze wie oben lese, dann denke ich mir oft, muss ich mich, sollte ich mal an Krebs erkranken, vorwerfen selber schuld zu sein?
Können Sie mir dazu etwas sagen? Danke für Ihre Bemühungen.
Lieben Gruss
Lena


Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz
Guten Tag Lena
Es ist toll, dass Sie sich um Ihre Gesundheit kümmern indem sie sich viel bewegen und sich gesund ernähren.
Nun machen Sie sich Sorgen, dass ein erhöhtes Körpergewicht Krebs hervorrufen kann. Eine Krebserkrankung lässt sich allerdings nicht einfach auf eine einzelne Ursache zurückführen. Es gibt viele unterschiedliche Faktoren, die eine Krebserkrankung verursachen können. Übergewicht ist neben Rauchen, Bewegungsmangel, Umweltschadstoffe, UV-Strahlung, ungesunde Ernährung nur ein Faktor.

Übergewicht muss auch immer relativiert werden. Eine Person, die einen Body-Mass-Index (BMI) von 27 hat, sich viel bewegt und den Körper mit Vollkornprodukten, Vitaminen und gesunden Fetten versorgt kann gesünder sein, als eine Person mit einem BMI von 19, die tagsüber nur sitzt, regelmässig Alkohol trinkt und sich überwiegend von Fertiggerichten ernährt.

Bei der Krebsentstehung spielen zudem die Gene, das Alter und das Geschlecht eine Rolle.
Eine Krebserkrankung kann deshalb nie komplett ausgeschlossen werden. Aber man kann viel für seine Gesundheit tun.

Wichtig ist, langfristig einen gesunden Lebensstil zu führen. Mit Ihren sportlichen Aktivitäten und Ihrer gesunden Ernährung leisten sie bereits einen wertvollen Beitrag. Weitere Information zu einem gesunden Lebensstil finden Sie unter
Prävention und Früherkennung und Risikofaktoren auf der Website der Krebsliga Schweiz.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und beste Gesundheit.

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Ketogene Krebsdiät

Beitragvon admin » Di 2 Feb 2021 18:23

Frage von Martina
Guten Tag
Wenige Wochen nach der Diagnose wurde uns als Erstes empfohlen, die Ernährung umzustellen und ad hoc eine ketogene Krebsdiät zu befolgen. Die Diät ist ziemlich radikal und einseitig.
Befürworten Sie diese Empfehlung?
Wie ernährt man sich Ihrer Meinung nach ausgewogen, ohne auf lustvolles Essen verzichten zu müssen? Krebs ist Strafe genug.
Danke.

Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz
Guten Tag
Eine ketogene Diät ist in der Tat sehr radikal und einseitig. Weniger als 70 g Kohlenhydrate am Tag zu essen bedeutet eine massive Umstellung und Einschränkung der Essgewohnheiten.

In Büchern und vielen Internetplattformen wird die ketogene Ernährung mit dem Hinweis empfohlen, den Krebs damit auszuhungern und somit zu heilen. Dies weckt Hoffnungen, die die Diät nicht halten kann. Es konnte bislang wissenschaftlich (Humanstudien) nicht nachgewiesen werden, dass eine ketogene Diät Krebs heilen oder die Krebstherapie positiv beeinflussen kann.
Aufgrund der aktuellen Datenlage kann Krebsbetroffenen weder eine ketogene noch eine kohlenhydratarme Diät als ergänzende Therapie empfohlen werden.

Bei dem Thema «Fett- und eiweissreiche Ernährung» gibt es allerdings einen anderen wichtigen Aspekt: Viele Krebspatienten verlieren aufgrund des veränderten Stoffwechsels an Körpergewicht und Muskelmasse. In dieser Zeit haben diese Menschen tatsächlich einen erhöhten Bedarf an Eiweiss und Kalorien. Es ist belegt, dass Patienten mit einer guten Nährstoffversorgung in der Regel weniger unter Nebenwirkungen leiden und die Therapie besser vertragen. Bei ungewolltem Gewichts- und Kraftverlust sollten Krebsbetroffene sich also eiweiss- und fettreich ernähren, aber nicht ketogen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter
ernaehrung.krebsliga.ch .

Sofern es der krebsbetroffenen Person den Umständen entsprechend «gut» geht und das Körpergewicht stabil ist, kann Sie sich ausgewogen ernähren. Wie man sich ausgewogen ernährt, erfahren Sie auf unserer
Webseite . Zu diesem Thema können Sie sich auch unsere Broschüre Ausgewogene Ernährung bestellen.

Alles Gute und viel Kraft.

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Interaktion Femara und Alkohol

Beitragvon admin » Do 11 Feb 2021 10:12

Frage von Bridget:
Guten Tag
Darf ich am Wochenende Wein trinken, wenn ich unter der Woche nur Wasser trinke? Ich nehme seit 3 Jahren Femara. Danke.


Antwort von Kerstin Zuk:
Guten Tag Bridget
In Rücksprache mit einer Brustkrebsexpertin kann ich Ihnen mitteilen, dass es bei der Einnahme von Femara keine Interaktion mit Alkohol gibt.

Alkoholische Getränke sollten generell massvoll konsumiert werden. Wir empfehlen auf unserer Webseite wenig oder gar keinen Alkohol zu trinken, da bei regelmässigem bzw. täglichem Alkoholkonsum häufiger Krebs auftritt. Aber gelegentlich darf ein Glas Bier, Wein oder Sekt getrunken werden.

Es ist sehr gut, dass Sie Ihren Durst mit Wasser löschen. So können Sie am Wochenende gerne ein Glas Wein geniessen.
Freundliche Grüsse

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A2-Milch / Urmilch, gesunde Ernährung und Krebs

Beitragvon admin » Mo 15 Feb 2021 11:49

Frage von Fabiola
Guten Tag
Welche "Vorteile" (wenige Hormone oder Antibiotika?) hat A2 Urmilch bei einer Krebserkrankung?
Danke

Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz

Guten Tag Fabiola
Die A2-Milch wird als Urmilch bezeichnet und es steht nicht der Gehalt an Hormonen oder Antibiotika im Vordergrund (was abhängig von der Aufzucht ist), sondern die Eiweissstruktur.

Bei der A2 Milch gibt es beim Eiweissmolekül Beta-Kasein anstatt der Aminosäure Histidin die Aminosäure Prolin. Beim Abbau von Prolin im Darm entsteht ein spezielles Eiweissmolekül, das besser verdaulich sein soll.
Zudem wird teilweise behauptet, dass deshalb die Entstehung von chronischen Krankheiten wie Diabetes Typ 1, Herz-Kreislauferkrankungen und neurologische Erkrankungen verringern wird.
Wissenschaftlich bestätigt ist dies jedoch nicht. Auch liegen keine Studien vor, die auf ein vermindertes Krebsrisiko durch den Konsum von A2 Milch hinweisen.

Gleichzeitig liegen auch bei der normalen Milch – also der A1-Milch – keine stichfesten Studien vor, die beim massvollen Konsum auf ein erhöhtes Krebsrisiko hinweisen. Die in der
Lebensmittelpyramide empfohlenen Mengen an Milch gelten bislang als sicher.

Schlussendlich lässt sich ein Krebs kaum auf nur ein Lebensmittel zurückzuführen. Das gesamte Ernährungsmuster und der Lebensstil spielen eine Rolle. Es ist deshalb ratsam neben einem massvollen Milchkonsum viel Gemüse und Früchte, Vollkornprodukte, gesunde Fette und wenig oder kein Alkohol zu konsumieren. Eine gesunde Ernährung ist bunt und vielfältig.
Freundliche Grüsse

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Was kann ich noch essen und trinken bei Speisenröhrenkrebs?

Beitragvon admin » Di 16 Feb 2021 15:55

Frage von Kira
Guten Tag mein Mann hat eine OP bei Speiseröhrenkrebs hinter sich und nun habe ich sehr viele Fragen zur Ernährung und zum Trinken wie z.b darf er kohlensäurehaltige Getränke trinken? Was soll ich ihm am besten kochen ausser nur Kartoffelstock und Suppe? Darf er noch Früchte essen?

Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz
Bei Hals- und Schluckbeschwerden geht es in erster Linie darum, möglichst weiche, pürierte, zerdrückte und zerkleinerte Lebensmittel und Mahlzeiten zu essen. Wie stark Lebensmittel zerkleinert werden müssen hängt davon ab, wie die Operation verlaufen ist, ob weitere Therapien anstehen (z.B. Radiotherapie) und wie gut Ihr Mann jetzt noch schlucken kann.

Bei den herzhaften Gerichten sind Suppen und Kartoffelpüree die empfohlenen Klassiker. Hier können Sie mit verschiedenen Gemüsesorten wie Sellerie, Erbsen, Rüebli, Süsskartoffeln usw. für Abwechslung sorgen. Eventuell können Sie auch mit der Konsistenz etwas variieren, indem Sie das Gemüse nur mit der Gabel zerdrücken anstatt es komplett zu pürieren. Möglicherweise kann ihr Mann auch noch weiches Rührei, weichen Fisch oder Hackfleisch essen.
Bei süssen Gerichten gibt es ebenfalls Abwechslungsmöglichkeiten wie Griessköpfli, Pudding, Joghurt, Quarkcreme, Tiramisu, Glace usw. Sie können auch Milchshakes, angereichert mit Rahm oder griechischem Joghurt zubereiten, evtl. auch mit Früchten zubereiten, sofern diese nicht zu sauer sind und keine Schmerzen im Hals verursachen.

Ihre Frage zu den Früchten wird relevant, wenn sich die Schleimhäute im Mund entzünden. Dann sollten nicht nur saure Früchte, sondern alle säurehaltigen Lebensmittel wie Tomaten, Essig, kohlensäurehaltige Getränke usw. reduziert bzw. komplett weggelassen werden.
Bei Früchten gelten Bananen, Birnen, Melonen, Erdbeeren und auch reife Mangos, Pfirsiche und Heidelbeeren als relativ gut verträglich. Man muss aber auch hier vorsichtig überprüfen, ob sie vertragen werden oder Schmerzen verursachen.

Es ist wirklich ein Ausprobieren, was Ihrem Mann guttut und welche Lebensmittel er in welcher Form essen kann. Die Verträglichkeit von einzelnen Lebensmitteln kann sich je nach Therapiephase auch immer wieder ändern.
Wenn Ihr Mann wegen den Schluckstörungen nicht mehr ausreichend Energie und Nährstoffe aufnehmen kann, sollte er mit dem Behandlungsteam sprechen, um nach Ursachen und Lösungen zu suchen.
Freundliche Grüsse

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Blähungen unter Chemotherapie

Beitragvon admin » Di 16 Feb 2021 16:04

Frage von Andi
Ich habe zur Zeit Chemotherapie (Prostatakrebs) - was kann ich kochen, was nicht allzu sehr bläht – ich habe einen extremen Druck im Oberbauch und Blähungen. Danke für Ihren Rat.

Antwort von Kerstin Zuk, Fachspezialistin für Ernährung der Krebsliga Schweiz
Wenn Sie unter starken Blähungen leiden, sollten Sie an erster Stelle blähende Lebensmittel reduzieren oder weglassen. Hierzu zählen Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Zwiebeln, Knoblauch, Lauchgemüse, Peperoni, Pilze und Vollkornprodukte.
Es ist aber auch möglich, dass ein durch die Therapie geschwächter Darm stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln oder Bananen nicht mehr gut verarbeiten kann. Bei einigen Menschen entwickelt sich durch die Therapie auch eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Milch, Quark, Joghurt) und/oder Fruchtzucker (Früchte, Fruchtsäfte). Wenn Sie beobachten, dass diese Lebensmittel Beschwerden verursachen können Sie diese weggelassen oder durch laktosefreie oder fruchtzuckerarme Lebensmittel ersetzen.

Die (Un-)Verträglichkeiten lassen sich etwas einfacher herausfinden, wenn bei einer Mahlzeit nicht zu viele Lebensmittel miteinander gemischt werden. Ein Ernährungstagebuch kann ebenfalls hilfreich sein, mögliche Zusammenhänge zu ermitteln.
Manche Betroffene merken, dass langsames Essen oder mehrere kleine Mahlzeiten die Beschwerden etwas lindern. Geschluckte Luft, aber auch Luft aus kohlensäurehaltigen Getränken können im Darm die unerwünschten Schmerzen mitverursachen. Sie können also ausprobieren, ob kohlensäurefreie Getränke die Beschwerden lindern.

Es gibt folglich verschiedene Ansätze, Blähungen entgegenzutreten. Werden die starken Beschwerden jedoch durch die Therapie verursacht, können Blähungen und ein Druck im Bauch nur geringfügig mit der Ernährung verbessern. Wenn Sie keinen Zusammenhang erkennen, können Sie weggelassene Lebensmittel wieder in Ihren Speiseplan integrieren.
Dann können Sie kochen, auf was Sie Appetit haben. Gerade in dieser belastenden und anstrengenden Zeit ist es wichtig, dass das Essen nicht zur zusätzlichen Belastung wird und Sie das Essen geniessen können.
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte.


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