2013 – Ernährungsprobleme bei Krebs


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2013 – Ernährungsprobleme bei Krebs

Beitragvon admin » Fr 4 Jan 2013 12:22

Frau Kerstin Zuk, Dipl.-Oecotrophologin beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von Bauer:
Hallo Meine Schwiegermutter hat Bauchspeichelkrebs wo mit Chemo behandelt wird. Klagt viel über Übelkeit und dass Sie nicht essen kann! (Das Thema essen ist für Sie sehr zentral kann über fast nichts anderes reden) Gibt es da Nahrungsmittel die man eher essen kann ohne das es einem wieder schlecht wird? Haben Ihr auch schon verschiedene Vorschläge gemacht wie mehrmals am Tag essen! Mit freundlichen Grüssen


Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Bauer
Besten Dank für Ihre Anfrage. Es ist schön, dass Sie Ihre Schwiegermutter beim Thema Essen bei einer Chemotherapie unterstützen.

Eine wichtige Empfehlung bei Übelkeit haben Sie Ihrer Schwiegermutter bereits gegeben. Kleine Mahlzeiten sollen über den Tag verteilt werden. Dabei sollte sie langsam essen und gut kauen.
Im Bezug auf Lebensmittel vertragen viele Betroffene bei Übelkeit trockene Backwaren wie Zwieback, Knäckebrot, Toastbrot, Cracker, Salzstängeli usw.
Wählen Sie Lebensmittel und Gerichte aus, die keinen starken Geruch haben. Bevorzugen Sie eine schonende Zubereitung wie dämpfen oder im Bouillon kochen (Kartoffeln, Reis, Teigwaren, Gemüse, Früchte) anstatt braten, rösten etc. Auch durch leichtes abkühlen des Essen können starke Essensgerüchte reduziert werden.
Zu empfehlen ist ansonsten eine leichte Kost. Fettreiche, überwürzte, stark gesüsste und blähende Lebensmittel und Gerichte sollten dabei vermieden werden.

Getränke sollten ebenfalls über den Tag verteilt, zwischen den Mahlzeiten in kleinen Schlucken getrunken werden. Bei Übelkeit helfen Pfefferminz- Kamillen- oder Fencheltee. Stilles Wasser, kalte Getränke sind ebenfalls empfehlenswert.

Übelkeit kann sehr quälend sein. Ihre Schwiegermutter sollte natürlich stets versuchen Nahrung aufzunehmen. Wenn sie überhaupt nichts essen kann, sollte sie sich nicht unnötig zwingen und zu einem späteren Zeitpunkt eine Kleinigkeit versuchen zu essen. Starke Übelkeit sollte – v.a. wenn Gewichtsverlust die Folge ist – mit dem Arzt besprochen und gegebenenfalls medikamentös behandelt werden.



Frage von buntpinkt:
Ich ernähre mich nach Dr. Budwig und fühle mich sehr gut und fit dabei. Die Schulmedizin belächelt das jedoch nur und sind null interssiert dran... wieso ist das so und was halten Sie von Dr. Budwig?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag buntpinkt
Es gibt zahlreiche «Krebsdiäten» mit denen eine Heilung versprochen wird. Experten warnen mit Nachdruck vor Ernährungsmethoden mit Heilversprechen und vor einschränkenden Diätkonzepten, da sie Komplikationen bei Krebspatienten verursachen oder durch ihre Einseitigkeit zu Mangelerscheinungen führen können.

Die Budwig-Diät ist diesbezüglich als ungefährlich - allerdings auch als verhältnismässig einseitig einzustufen. Das Ablehnen von Fleisch kann möglicherweise zu einer Vitamin B12 und gegebenenfalls auch zu einem Eisenmangel führen. Auch ein zu hoher Eiweisskonsum bzw. eine zu geringe Aufnahme von Kohlenhydraten kann den Stoffwechsel in einen «ketogenen Zustand» (hohe Produktion von «Ketonkörper») versetzen, über dessen gesundheitliche Auswirkungen (Belastung der Nieren und Leber) in der Fachwelt noch diskutiert wird.

Experten bzw. die Schulmedizin empfehlen die Brudwig-Diät nicht, da bislang keine wissenschaftlichen Ergebnisse vorliegen, welche die Senkung des Krebsrisikos belegen.

Es ist natürlich schön, wenn es ihnen gut geht und sie sich wohl fühlen. Dies liegt vermutlich daran, dass sie viel Gemüse und Früchte essen, wenig Zucker und Weissmehlprodukte konsumieren, gesunde Öle verwenden und weitestgehend auf industrielle Lebensmittel verzichten. Eine gute, ausgewogene Ernährung hat erfahrungsgemäss den gleichen Effekt. Offene Fragen können Sie bei Bedarf auch ausführlich mit einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater besprechen.

Generell sollte ein dauerhaftes Ernährungskonzept keine Einschränkung für Ihre Lebensfreude und Ihr Genussempfinden sein. Man darf ohne schlechtes Gewissen ab und zu ein kleines Stück Fleisch oder ein Stück Schokolade geniessen. Achten Sie weiterhin auf eine gute Nährstoffversorgung (von allen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen) und beobachten Sie was Ihnen gut tut.



Frage von Nadijana:
Meine Mann haben Bauchspeicheldrüse Krebs. Er nicht mehr wil esen, keine Apetit, schlecht. Er werden ganz mager und sein vil müde. Ich haben grose angst, das Mann sterben. Was ich kann machen? Was kochen? Viele Dank für Antwort.


Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Nadijana
Es ist sicher schwer zuschauen zu müssen, wie Ihr Mann so an Gewicht verliert und er keinen Appetit hat. Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden leider häufig über mehrere Monate unter Übelkeit und Appetitlosigkeit. Fragen Sie ihren Mann, auf was er Appetit hat. Kochen sie wenn möglich in einem separaten Raum (Türe der Küche schliessen und gut lüften), um starke Essensgerüchte zu vermeiden. Denn diese können das Ablehnen von Essen fördern.
Achten Sie auf eine ausgewogene und vielfältige Ernährung (Leichte Vollkost), damit Ihr Mann mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Ausführliche Informationen zum Thema «Leichte Vollkost» finden Sie
hier.

Bieten sie ihm mehrere kleine Mahlzeiten. Um dem Gewichtsverlust entgegen zu wirken, können Sie versuchen das Essen mit natürlichen Lebensmitteln wie etwas Rapsöl, etwas Butter oder Rahm, Käse, Mascarpone oder Zucker/Honig, anreichern. Behalten Sie den Gewichtsverlust im Auge und fragen Sie Ihren Mann, wie er die angereicherten Mahlzeiten verträgt. Bei Betroffenen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Fettverdauung anfällig, weshalb nicht allzu fettig gekocht werden sollte.
Eine Folgeerkrankung von Bauchspeicheldrüsenkrebs kann je nach Behandlung auch Diabetes (Zuckerkrankheit) sein, der zusätzlich für Symptome wie Gewichtsabnahme, Unwohlsein, Durst usw. verantwortlich sein kann.
Ihr Mann sollte deshalb alle auffälligen Symptome mit seinem Arzt besprechen und das Auftreten von Diabetes (Zuckerkrankheit) gegebenenfalls abklären. Es gibt Medikamente, um Übelkeit zu lindern oder den Verdauungsprozess (Verdauungsenzyme) unterstützen. Diese können helfen, den Appetit oder die Lust auf Essen etwas zu steigern.



Frage von rmy:
ich esse fast alles wenig und öfters....aber hab danach immer bauchschmerzen ...würzen tuh ich auch ob es salz pfeffer curry ecc ist ...kann das sein das es vom dem kommt?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag rmy
Bauchschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Es ist somit schwer zu definieren, ob die Gewürze der Auslöser Ihrer Beschwerden sind. Ein empfindlicher Verdauungstrakt kann durchaus auf Gewürze reagieren. Hauptsächlich werden scharfe Gewürze (Chili) oder Knoblauch nicht vertragen.
Bauchschmerzen können jedoch auch durch nahrungsfaserreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Vollkornbrot, Kohl, etc. verursacht werden.
Auslöser können auch Unverträglichkeiten auf beispielsweise Milch/Milchzucker oder Fruchtzucker sein. Auch Kaffee, Alkohol oder fettreiche Lebensmittel können für Bauchschmerzen verantwortlich sein.
Empfehlenswert ist ein ausführliches Ernährungsprotokoll bei dem sie genau aufschreiben, was sie gegessen und getrunken haben (incl. Zubereitungsart => anbraten, frittiert, gewürzt etc.). Dazu notieren Sie sich die auftretenden Symptome.
Eine Ernährungsberaterin oder ein Ernährungsberater kann Sie bei Bedarf dabei unterstützen, das Protokoll auszuwerten und allfällige Zusammenhänge zu erkennen.



Frage von maxa:
Was muss man bei der Einnahme von Xeloda beachten? (gemässArzt: 30 Minuten nach und 2 Stunden vor dem Essen) .kein Fruchtsaft. es schlägt auf den Appetit, bewirkt Gewichtsverlust resp. Schwankungen in kurzer Folge. wie aussagekräftig sind die Marker bei einer Blutprobe? was macht das Medikament mit einem Patienten? Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und Dienste

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Maxa
Halten Sie sich an die Empfehlungen Ihres behandelnden Arztes, denn es könnten Interaktionen mit anderen Medikamenten und dem Essen auftreten. Nebenwirkungen sind sehr individuell.
Manche Personen haben keine Symptome, bei anderen treten durch die Einnahme von Xeloda mehrere Symptome gleichzeitig auf. Beobachten Sie, wie es Ihnen während der Medikamenteneinnahme ergeht und ob Symptome bei Ihnen auftreten. Für die verschiedenen unerwünschten Nebenwirkungen finden Sie in der Broschüre
Ernährungsprobleme bei Krebs Möglichkeiten, wie Sie diesen entgegen treten können.
Als Oecotrophologin kann ich nur Fragen zur Ernährung beantworten. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte ans
Krebstelefon der Krebsliga Schweiz.


Frage von Oxilos42:
An der WEGA Ausstellung habe ich eine runde Scheibe "Gesund und bewusst" (Zehn Empfehlungen der Krebsliga Schweiz) am Ausstellungsstand gratis erhalten. Darauf steht in einer der zehn Auflistungen: "Verzichten Sie auf jegliche Nahrungsergänzungsmittel" Meine Frage: Warum, sind sie schädlich oder was bewirken sie?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Oxilos42
In Untersuchungen wurde gezeigt, dass hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sowohl das Krebsrisiko verringern, als auch Krebs begünstigen können. Diesbezügliche Studienergebnisse sind jedoch nicht auf die allgemeine Bevölkerung übertragbar, sodass insgesamt keine sichere Einschätzung des Nutzens und der Risiken vorgenommen werden kann. Eine allgemeine Empfehlung, Nahrungsergänzungsmittel zur Prävention von Krebserkrankungen einzusetzen, könnte unerwartete und nachteilige Wirkungen mit sich bringen.
Gemüse und Früchte sind hingegen unbedenkliche Vitaminversorger, denn eine Überdosis an Vitaminen und Mineralstoffen durch Gemüse und Früchte ist bisher nicht bekannt und sie können somit gefahrlos in grösseren Mengen gegessen werden. Deshalb sollte der Nährstoffbedarf ausschliesslich durch Lebensmittel gedeckt werden.
Die ausführlichen Erklärungen zu den 10 Empfehlungen auf der Drehscheibe können Sie unter folgendem
Link nachlesen.


Frage von Avo:
Eine Freundin von mir isst ausschliesslich rohes Gemüse und Früchte. Stimmt es, dass man weniger Krebs bekommt, wenn man sich von Rohkost ernährt? Fehlen bei dieser Ernährung für den Körper nicht wichtige Minaralien und Vitamine, z.B. aus Getreide oder MIlchprodukten?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Avo
Eine überwiegend pflanzliche Ernährung senkt in der Tat das Erkrankungsrisiko für Krebs.
Diese setzt einen hohen Konsum an Gemüse und Früchte voraus (egal ob roh oder gekocht), beinhaltet aber auch Vollkornbrot, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und andere Lebensmittel. Krebserkrankungen sind multifaktoriell bedingt und Rohkost ist kein Garant dafür, nicht an Krebs zu erkranken.
Sicherlich liefert Rohkost dem Körper viele Vitamine und Pflanzenstoffe und sollte auch täglich gegessen werden. Ausschliesslich rohes Gemüse und Früchte zu essen birgt jedoch die Gefahr von einer Unterversorgung an Nährstoffen wie beispielsweise Fett und Eiweiss oder Vitaminen (Vitamin B12). Ihre Freundin sollte deshalb besonders gut darauf achten, dass sie ihren Körper mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.
Wir empfehlen zur Krebsprävention eine ausgewogene Ernährung. In der Broschüre
Eine ausgewogene Ernährung stärkt die Gesundheit sind die Basisempfehlungen ausführlich beschrieben und die wichtigsten Zusammenhänge zwischen Krebs und Ernährung aufgezeigt.


Frage von Go heart:
vor 3 Jahren bekam ich Brustkrebs. Leider bin ich erste in unsere Familie mit dieser Krankheit. Meine Mutter und meine Tante sind daran gestorben. Ich mache regelmässig Sport. Es tut mir psychisch und physisch gut. Aus Studien weiss man, dass Sport das Risiko, dass die Krebskrankheit wiederkommt, senkt. Wie ist es mit der Ernährung: Gibt es ausser einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nichts, was gegen Krebs helfen kann? Ist es nur ein Wunschdenken, dass es eine Frucht oder ein Gemüse gibt, dass speziell gegen das Wiederkommen des Brustkrebs hilft?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Go heart
Leider enthalten kein Lebensmittel und keine Tablette alle benötigten Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe genau in der Menge, wie sie der Körper benötigt um Krankheiten zu verhindern. Die Vielfalt möglichst unverarbeiteter Lebensmittel ist deshalb entscheidend.
Die wichtigsten Risikofaktoren von Brustkrebs hängen auch überwiegend von der persönlichen Veranlagung und dem Stoffwechsel des Körpers ab. Beeinflussbare Faktoren sind:
das Körpergewicht - hier spielt die gesunde Ernährung eine grosse Rolle um ein Normalgewicht zu halten oder zu erlangen.
Alkohol - die Empfehlung lautet keinen Alkohol zu konsumieren oder max. 1 Glas pro Tag. Rauchen - möglichst darauf verzichten.
Und eben Bewegung - hier sind sie auf einem guten Weg und so sollten Sie weiterhin die sportlichen Aktivitäten geniessen.
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist jedoch immer empfehlenswert. Mit den richtigen Nährstoffen und vielen Vitaminen und Pflanzenstoffen stärken Sie ihre Gesundheit und senken das Risiko anderer ernährungsbedingter Krankheiten.



Frage von h.müller:
ich möchte meinen angehörigen unterstüzen, da er hin und wieder bei mir zum essen ist möchte ich gerne mit kochen etwas zu seiner terapie dazutun.

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag h.müller
Schön, dass Sie für Ihren Angehörigen gesund kochen möchten. Wenn sich Krebsbetroffene verhältnismässig wohl fühlen und keine Beschwerden haben benötigen Sie keine spezielle Diät. Sie können sich ein einer ausgewogenen Ernährungsweise orientieren. Diese bedeutet täglich viel Gemüse und Früchte zu essen (3 Portionen Gemüse und Salat und 2 Portionen Früchte), Vollkornprodukte zu bevorzugen, regelmässig Milchprodukte zu verzehren, fettarmes Fleisch oder Fisch einzusetzen und gesunde Fette wie Raps- oder Olivenöl zu verwenden. Wählen Sie immer wieder unterschiedliche Lebensmittel aus und bringen Sie Vielfalt in den Speiseplan. Damit gewährleisten Sie, dass der Körper mit möglichst vielen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird. So tun sie sowohl ihrem Angehörigen als auch sich selbst etwas Gutes.
Ausführliche Informationen und Richtlinien für Portionsgrössen finden Sie in der Broschüre
Eine ausgewogene Ernährung stärkt die Gesundheit.
Während einer Therapie können allerdings auch Beschwerden wie Übelkeit, Schluckbeschwerden, verändertes Geruchs- oder Geschmacksempfinden oder Ähnliches entstehen, die das Essverhalten beeinflussen. Je nach Ausprägung gibt es Massnahmen, die das Wohlbefinden verbessern können. Sollte Ihr Angehöriger Probleme mit dem Essen haben, können Sie in der Broschüre Ernährungsprobleme bei Krebs mehr darüber erfahren.


Frage von Caveman:
Guten Tag, ich habe von der sogenannten Steinzeiternährung, Steinzeitdiät oder Paläo-Diät gehört. Dabei soll nur gegessen werden, was man «pflücken oder jagen» kann. Die Grundlage dieser Ernährung ist dreiteilig: ein Drittel rohe Früchte und Gemüse, ein Drittel gekochte Früchte und Gemüse und ein Drittel tierisches Eiweiss (darunter auch Milchprodukte mit Mass). Nicht erlaubt sind alle Nahrungsmittel, die es vor 40 000 Jahren nicht gab: Pommes frites, Süssgetränke, Brot, Sirup usw. Was halten Sie von dieser Diät? Mit freundlichen Grüssen, Caveman

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Caveman
Studien zeigen, dass eine überwiegend pflanzliche Ernährung das Krebsrisiko senkt. Somit ist bei der Steinzeit-Diät die Komponente «viel Gemüse, Früchte und Nüsse zu essen» durchaus empfehlenswert. Ein weiterer sehr wertvoller Aspekt ist der Verzicht auf Pommes, Süssgetränke, Süssigkeiten und sonstige Fertigprodukte der modernen Ernährung. Viele verarbeitete Lebensmittel sind sehr fettig, salzig und zuckerreich und fördern Übergewicht und die Entstehung ernährungsbedingter Krankheiten.
Anzuzweifeln ist der hohe Fleischanteil und der niedrige Anteil an stärkehaltigen Lebensmitteln.
Der World-Cancer-Research-Fund hat bei der Analyse von über 7000 Studien festgestellt, dass rotes Fleisch und Wurstwaren das Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten wie Darmkrebs deutlich erhöhen. Deshalb empfehlen wir zu Krebsprävention, so wenig wie möglich rotes Fleisch und Wurstwaren zu essen.
Ernährungsphysiologisch ist auch nicht nachzuvollziehen, weshalb komplett auf stärkehaltige Produkte verzichtet werden soll. Der Verdauungstrakt kann Kohlenhydrate gut verdauen. Nur übergrosse Portionen oder Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen, sollten möglichst gemieden werden. Gegen eine angemessene Menge Kartoffeln, Reis oder Brot ist jedoch nichts einzuwenden, insbesondere da das Gehirn und die Muskulatur mit Kohlenhydraten arbeiten.
Neben den ernährungsphysiologischen Aspekten sollte auch stets darauf geachtet werden, dass eine Diät durch strikte Empfehlungen keine starken Einschränkungen bedeutet und das Essen schmeckt und Spass macht. Wir empfehlen deshalb eine ausgewogene Ernährung nach der Lebensmittelpyramide. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in der Broschüre
Eine gesunde Ernährung stärkt die Gesundheit.


Frage von angela:
Meine Mutter ist 60 Jahre alt und hat Lungenkrebs im Stadium IV mit Metastasen in der Leber. Was darf sie essen und trinken, was nicht?

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Angela
Es ist entscheidend, was Ihre Mutter essen möchte und essen kann. Je nach Behandlung treten oftmals Symptome auf, die das Essverhalten automatisch beeinflussen. Übelkleit, Appetitverlust, Verdauungsprobleme, Beeinträchtigungen im Mund und Halsbereich bedürfen unterschiedlicher Verhaltens- und Ernährungsweisen. In der Broschüre
Ernährungsprobleme bei Krebs erfahren Sie mehr darüber. Grundsätzlich gilt: Das was Ihrer Mutter schmeckt, was sie stärkt und was ihr guttut verbessert ihr Allgemeinbefinden.


Frage von Christine:
Guten Tag, nachdem ich bereits vor Beginn der Chemotherapie ca. 20 Kilo abgenommen habe, esse ich jetzt während der Behandlung noch weniger… Ich habe zwar Hunger und versuche, von allem zu essen; auch nehme ich zur Ergänzung eine Trinknahrung ein (Ensure, 1 × abends) – was könnte ich sonst noch tun? Zudem schwitze ich sehr stark.

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Christine
Ihr Körpergewicht sollte im Normalbereich liegen und Sie sollten sich damit wohl fühlen. Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine Skala zur Orientierung und liegt optimalerweise zwischen 19-25. Sie können Ihren BMI
hier berechnen.
Wenn Sie zunehmen möchte, können Sie mit der Ergänzungsnahrung fortfahren. Versuchen Sie ausserdem regelmässig zu essen und Ihre Portionsgrössen schrittweise etwas zu vergrössern. Die Mahlzeiten sollten ausgewogen sein und viel Gemüse und Früchte, Stärkeprodukte und Eiweiss enthalten. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Broschüre
Eine Ausgewogene Ernährung stärkt die Gesundheit. Die Speisen können Sie mit Kalorien anreichern, in dem Sie vermehrt fettreiche Lebensmittel wie Käse, Rahm, Rahmquark etc. verwenden. Warme Mahlzeiten können gut mit gesunden pflanzlichen Ölen (z.B. Raps- oder Olivenöl) angereichert werden. Hilfreich sind Säfte oder (Früchte-)Milchshakes (angereichert mit etwas Rahm), die zwischendurch getrunken werden können. Auch Vollkornkekse, Studentenfutter, Trockenfürchte etc. liefern zusätzliche Kalorien.
Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten und nicht unmittelbar vor dem Essen, damit die Flüssigkeit nicht den Magen füllt.

Dass Sie viel Schwitzen kann verschiedene Ursachen haben. Dieses Symptom sollten Sie deshalb mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.



Frage von Confiture:
Guten Tag, meine Grossmutter hat die Angewohnheit, Schimmel auf der Konfitüre zu entfernen und den Rest nochmals aufzukochen. Ist dies gefährlich für die Gesundheit? Werden die Aflatoxine durch das Aufkochen der restlichen Konfitüre zerstört? Danke!

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Confiture
Es gibt zahlreiche verschiedene Schimmelpilzarten. Einige von ihnen bilden Giftstoffe (Mykotoxine), die für den Körper schädlich sind. Sie können Organe schädigen, allergische Reaktionen auslösen oder die Krebsentstehung fördern. Aflatoxine gehören zu diesen Giftstoffen und haben eine krebserregende Wirkung.
Schimmelpilzsporen werden beim Erhitzen teilweise zerstört. Die Giftstoffe (z.B. Aflatoxine) sind jedoch hitze- und kälteresistent und verbleiben trotz kochen oder tieffrieren im Lebensmittel. Akute Vergiftungen werden selten ausgelöst, da die aufgenommenen Mengen sehr gering sind. Die schleichende Gefahr gilt jedoch als Auslöser von Krebs, Allergien und Störungen des Immunsystems. Verschimmelte Marmelade mit einem niedrigen Zuckergehalt (Zucker wirkt konservierend) oder angeschimmelte Lebensmittel sollten im Zweifelsfall komplett entsorgt werden.



Frage von Pdt et Cie:
Guten Tag, kann man gekeimte Kartoffeln (nach Entfernung der Keime) noch essen? Und wie verhält es sich mit gekeimten Zwiebeln? Darf man deren Keim zum Beispiel für das Würzen einer Salatsauce verwenden? Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Frau Kerstin Zuk:
Guten Tag Pdt et Cie
Kartoffeln produzieren an Keimen und an durch Licht verfärbte grüne Stellen das sogenannte Solanin. Solanin ist giftig und sollte deshalb nicht in grösseren Mengen aufgenommen werden. Bis Vergiftungserscheinungen auftreten, müsste eine Person allerdings etwa 2.5 kg grün verfärbte Kartoffeln essen.
Wenn Sie die Keimstellen (Augen auf der Kartoffeln) und grün verfärbte Areale wegschneiden, können Sie die Kartoffeln weiterhin gefahrenlos verzehren.
Die Zwiebeln produzieren beim Keimen kein Solanin. Wenn es Ihnen schmeckt, können Sie den Trieb und die grünen Zwiebelstängel weiterhin mitessen.

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