2018 - Krebstelefonteam

Moderator: admin


Moderations-Bereich
admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

2018 - Krebstelefonteam

Beitragvon admin » Di 3 Jul 2018 11:28

Sie fragen - Das Krebstelefonteam antwortet:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Total unschlüssig

Beitragvon admin » Mi 4 Jul 2018 11:32

Frage von dsch:
Liebes Beraterteam,
ich habe im März dieses Jahres eine Mammographie gemacht (DONNA Programm) und musste dann zur gründlicheren Untersuchung eines Bereiches (linke Brust, 7 cm ab Brustwarze, 1 Uhr) zuerst einen Ultraschall (beim Gynäkologen) und dann noch ein vertiefendes Röntgenbild (am gleichen Ort wie die Mammographie, Spital Wil) machen. Auch dies brachte keine Klarheit. Daraufhin wurde ich für ein MRI in die Klinik Stephanshorn aufgeboten und musste anschliessend nochmals einen Ultraschall machen im Stephanshorn. Dieser Arzt hat dann mehr als 10 Minuten meine bekannten Zysten angeschaut und wollte danach aufhören mit dem Kommentar "alles i.O." - ich habe dann reagiert und gesagt, dass er gar nicht am fraglichen Ort kontrolliert hat. Er war überrascht und hat noch ca. 30 Sek. dort gesucht (aber nicht gründlich), das MRI Bild kurz gekippt und gemeint, nein, nein, da ist nichts, machen Sie in einem Jahr wieder einen Ultraschall... Ich habe am nächsten Tag von meinem Gynäkologen Bescheid erhalten, alles sei i.O., habe dann aber via MPA erklärt, dass ich mit dem Untersuch nicht einverstanden wäre und froh wäre, wenn sich der Gynäkologe das MRI nochmals genau anschauen würde. Daraufhin habe ich nichts mehr gehört - nach 5 Wochen habe ich angerufen und mit dem Gynäkologen selber nochmals gesprochen, da ich einfach wissen wollte, ob er denn nochmals am richtigen Ort das MRI angeschaut habe. Doch er gab mir keine konkrete Antwort, sondern verteidigte den Facharzt, der schon wisse was er mache und ja er habe das MRI mit diesem zusammen nochmals angeschaut. Wiederum fragte ich dann, am richtigen Ort? und wieder keine konkrete Antwort... Er fühlte sich angegriffen, wobei ich überhaupt nicht die Kompetenz des Facharztes angezweifelt habe, sondern seine nicht vorhandene Vorbereitung auf den Untersuch bemängelte. Jetzt bin ich einfach total unschlüssig, ob ich das Ganze ruhen lassen soll oder ev via DONNA Programm mich noch einmal melden soll oder was auch immer...

Antwort von Lilian Rey, Fachberatung Krebstelefon
Liebe dsch
Das Donna-Programm ist ein so genanntes Screening-Programm, also eine Reihenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs, zu einem Zeitpunkt, da noch keine Symptome vorhanden sind. Dank frühzeitiger Entdeckung kann Brustkrebs heute mehrheitlich sehr früh diagnostiziert und deshalb auch schonend und erfolgreich behandelt werden. Wie immer bei derartigen Reihenuntersuchungen ergeben sich aber manchmal auch falsch negative Resultate (eine Mammografie wird als unauffällig beurteilt, obwohl Brustkrebs vorliegt) oder falsch positive Resultate (auf der Mammografie zeigen sich Auffälligkeiten, die sich bei weiteren Abklärungen als gutartig herausstellen).

Das kann die betroffene Frau verunsichern – wie Sie im Moment selbst in belastender Weise erleben. Diese Ungewissheit wird verstärkt, wenn die Nachuntersuchungen keinen eindeutigen Befund zeitigen. Auf der Grundlage der zweiten Mammographie haben Sie einen an sich beruhigenden Bericht erhalten – dessen Zuverlässigkeit Sie aber anzweifeln. Nun fragen Sie sich, was Sie tun sollen.

Am Brustkrebs-Screening-Programm können Sie alle zwei Jahre, also frühestens wieder ab März 2020, teilnehmen. Dieses Vorsorgeprogramm steht nicht zur Verfügung zur näheren Abklärung von fraglichen Befunden. Sie können sich aber jederzeit selbst an ein zertifiziertes
Brustzentrum wenden, um dort eine weitere, unabhängige ärztliche Meinung einzuholen. Die dafür nötigen Bilder und Berichte erhalten Sie auf Nachfrage bei den entsprechenden Spitälern. Fragen Sie Ihre Krankenkasse vor der Konsultation, ob die Kosten für eine zusätzliche fachärztliche Beratung in diesem Fall übernommen werden. Vermutlich werden Sie dafür aber selbst aufkommen müssen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute – und dass Sie bald den für Sie richtigen Weg finden.

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Cyberknife?

Beitragvon admin » Do 5 Jul 2018 6:54

Frage von Krebliga:
Bern hat einen Cypernife im Inselspit. Basel kennt das nicht. Wie sind die Erfahrungen mit diesem Gerät.ich habe Prost. KREBS der uro will op oder 40 bestr. In der Unikl. Ich will nicht vom Stier zum Ochsen werden.habe den film mit chef az prof aebersold gesehen von der Insel.

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberatung Krebstelefon:
Guten Tag
Sie sind an Prostatakrebs erkrankt und stehen vor einer schwierigen und heiklen Entscheidung: entweder Operation oder Bestrahlung und wo am besten. Ihr behandelnder Urologe möchte sie an das Universitätsspital Basel verweisen. Die Tatsache, dass das Universitätsspital Bern (Inselspital) über ein Cyberknife verfügt, während die Klinik für Radioonkologie des Universitätsspitals Basel eine andere Technologie anwendet, verunsichert Sie in Bezug auf die Zielgenauigkeit der Bestrahlung.
Cyberknife® ist eine registrierte Marke, der «Name» einer stereotaktischen Bestrahlungstechnologie. Alle radio-onkologischen Behandlungszentren in der Schweiz bieten die stereotaktische Bestrahlung an. «Stereotaktisch» bedeutet, dass die Technologie, die als «stereotaktisch» bezeichnet wird, eine Bestrahlung aus ganz vielen verschiedenen Winkeln ermöglicht. Dadurch wird das den Tumor umgebende, gesunde Gewebe so gut wie heutzutage möglich geschont, weil die einzelnen Strahlen weniger stark sind und somit weniger in die Tiefe eindringen, d.h. nicht über das Ziel hinausreichen. Mit anderen Worten: Die Strahlendosis, die verabreicht werden muss, wird mit der Summe zahlreicher «schwächerenr» Strahlen erreicht und nicht mit wenigen « starken» Stahlen. Einige Radiotherapiezentren verabreichen die stereotaktische Therapie nicht mit der Cyberknife® Technologie sondern mit Bestrahlungsgeräten, die zwar anders heissen, aber nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Es handelt sich dabei auch um Linearbeschleuniger mit integrierter virtueller Bild-Kontrolle, einem Tumorortungssystem und simultaner Atemkompensation.
Gemäss Ihren Angaben liegt wahrscheinlich ein lokalisierter Prostatakrebs ohne Hinweis für Ableger vor. In dieser Situation stehen betroffenen Männern in der Regel verschiedene Therapie-Optionen offen, abhängig von der Grösse des Tumors, dem Aggressivitäts-Grad in der Biopsie und der genauen Charakterisierung durch die Pathologie, dem PSA Wert und weiterer Faktoren. Hierzu ist eine sorgfältige Beratung notwendig durch Urologie und Radio-Onkologie, allenfalls auch eine Zweitmeinung, damit Sie als betroffener Mann wissen, welche Optionen zur Verfügung stehen, welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind und welche Option für Sie am ehesten in Frage kommt.
Diskutieren Sie Ihre Bedenken, Befürchtungen und Ängste in Bezug auf die in Basel angewandte Hochpräzisionstechnologie und die möglichen Bestrahlungsfolgen auf die Potenz und die Kontinenz mit Ihrem behandelnden Urologen und mit dem zuständigen Radio-Onkologen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und grüsse Sie freundlich.

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Zahnfleischbluten bei Immuntherapie

Beitragvon admin » Mo 16 Jul 2018 14:13

Frage von Pitti:
Ist während einer Immuntherapie auf einmal auftretendes Zahnfleischbluten normal?

Antwort von Fabiola In-Albon, Fachberatung Krebstelefon

Guten Tag Pitti

Sie möchten wissen, ob unter einer Immuntherapie Zahnfleischbluten normal ist.

Immuntherapien gehören zu den sogenannten
zielgerichteten Therapien
Immuntherapien sollen das körpereigene Abwehrsystem in die Lage versetzen, Krebszellen von gesunden Körperzellen zu unterscheiden und diese dann zu bekämpfen.

Auch zielgerichtete Therapien können Nebenwirkungen haben. Oft erinnern die Nebenwirkungen von zielgerichteten Therapien an die Symptome eines grippalen Infektes. Dazu zählen z.B. Fieber, Appetitlosigkeit oder Übelkeit, Abgeschlagenheit und Kopf- oder Gelenkschmerzen.

Zahnfleischbluten unter einer Immuntherapie kann dann vorkommen, wenn es zu einem Absinken der weissen Blutkörperchen ,Infektanfälligkeit ist erhöht und der Blutplättchen, Blutungsneigung ist erhöht, kommt.
Es ist wichtig, dass Sie diese Nebenwirkung dem Behandlungsteam melden. Dieses kann abklären, ob die Blutwerte normal sind, und Ihnen wichtige Pflegtipps geben.

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Wie können wir als Eltern einer krebsbetroffenen Tochter helfen?

Beitragvon admin » Do 19 Jul 2018 9:05

Frage von Somer

Meine Tochter hat vor wenigen Tagen die Diaknose erhalten das sie ein Tumor im Kopf hat der liegt nahe beim sehnerv es war ein grosser schock .ich möchte fragen wie wir als Eltern gegenüber unser Tochter in diesser sehr schwerer zeit beistehen können sie ist 35 jahre Alt und hat zwei kleine kinder.

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag Frau Somer
Vor Kurzem wurde Ihnen mitgeteilt, dass Ihre erwachsene Tochter einen Hirntumor hat. Ihre Tochter ist Mutter zweier kleiner Kinder.
Diese Nachricht hat Sie erschüttert. Nun schweben Sie in der Ungewissheit, sind von Sorgen und Ängsten geplagt und fühlen sich hilflos. Sie möchten Ihrer Tochter beistehen und fragen uns, wie Sie sich ihr gegenüber verhalten sollen.

Können Sie es sich vorstellen, Ihre Tochter zu fragen: «Was kann ich für dich tun?»? Auf diese Weise können Sie auf die individuellen und aktuellen Bedürfnisse Ihrer Tochter eingehen und laufen nicht Gefahr, sie mit gutgemeinten Hilfeleistungen und aus ihrer Warte unpassenden, unnötigen, unerwünschten Ratschlägen zu überfordern.

Was die meisten Betroffenen in ähnlichen Situationen als unterstützend empfinden, ist, wenn ihre Normalität und ihre Selbständigkeit soweit als möglich erhalten bleiben. Betroffene schätzen es, wenn sie sich jemandem anvertrauen können ohne den Druck, gutgemeinten Ratschlägen folgen zu müssen und ohne wertende Kommentare über persönliche Entscheidungen erdulden zu müssen. Wenn Sie Ihrer Tochter aufmerksam zuhören, durch taktvolle Verständnisfragen Interesse für ihre ganz persönliche Art mit ihrer Krankheit und deren Folgen umzugehen, zeigen, und gut zu sich selbst und Ihrer eigenen körperlichen und seelischen Gesundheit schauen, werden Sie zu einem sicheren Zufluchtsort für Ihre Tochter.

Krebs trifft auch die Nächsten: Auch Sie als Eltern haben einen Schock zu verarbeiten und sich veränderten Lebensumständen anzupassen. Die Inanspruchnahme von psycho-onkologischen Beratungsstellen kann eine sinnvolle Möglichkeit sein, um mit dem Erfahrenen zunächst umzugehen und um auch mittel- und längerfristig einen Umgang mit den damit verbundenen Stimmungsschwankungen zu finden. Adressen in Ihrer Nähe vermittelt Ihnen Ihre
kantonale oder regionale Krebsliga.
Den Angehörigen ist eine Broschüre gewidmet, die auch Ihnen hoffentlich hilfreiche Anregungen geben wird: Krebs trifft auch die Nächsten.

Schliesslich möchte ich Sie auf folgendes Unterstützungsangebot für Familien, bei denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist: http://www.famoca.ch/ sowie auf unsere Kommunikationshilfen im Umgang mit Kindern aufmerksam machen.
Ich wünsche Ihnen Zuversicht und Stärke.

Mit freundlichen Grüssen

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Nebenwirkungen Radiotherapie

Beitragvon admin » Do 26 Jul 2018 15:05

Frage von Moni2018
Ich wurde im März wegen eines bösartigen Krebstumor um Mund-und Kieferbereich operiert. (bösartige Neubildung Unterkiefer etc.) Nach über 30 Bestrahlungen und 2 x Chemo kann ich nur Flüssignahrung zu mir nehmen. Immunsystem stark geschwächt und innerer Mundbereich stark verbrannt. Die Flüssigkeit zur "Localanästhesie" soll ich mit fast 90,-- Euro selbst bezahlen. Geraden wurde mir auch das Präparat "Orthomed" für den Aufbau empfohlen. Da ich finanziell nicht so gut bestellt bin, hätte ich gerne unverbindlich gewusst, wer hat hierfür Erfahrung und bringt dies auch was. Was wäre eine Alternative, damit mein Appetit wieder hergestellt wird. Habe mittlerweile nur noch 58 Kilo und war schon in der Notaufnahme eingeliefert, weil ich zu geschwächt bin.Wäre für eine wirklich ehrliche Antwort sehr dankbar. liebe Grüße Monika

Antwort von Fabiola In-Albon Fachberaterin Krebstelefon

Guten Tag moni2018

Sie haben eine schwierige Zeit, mit Bestrahlungen und Chemo, hinter sich und leiden im Moment noch unter den Nebenwirkungen der Therapien.

Bei Bestrahlungen im Mundbereich, kombiniert mit einer Chemotherapie, kommt es sehr häufig zu starken Entzündung der Schleimhaut, der sogenannten Mukositis.
Das ist für die Betroffenen sehr unangenehm und schmerzhaft.

Bei einer starken Mukositis ist es wichtig, dass die Zahn- und Mundhygiene nicht vernachlässigt wird. Sofern möglich, sollten die Zähne mit einer weichen Zahnbürste und einer milden Zahnpasta (Kinderzahnpasta) gereinigt werden.
Oft ist die Speichelproduktion nach einer Bestrahlung vermindert, und dies führt zu einem trockenen Mund. Um die Schleimhäute im Mundbereich feucht zu halten, können Sie den Mund mehrmals am Tag mit Rosmarintee, Malventee oder auch nur mit Wasser kurz ausspülen.
Eine gute Schmerzmedikation ist ebenfalls hilfreich. Sprechen Sie den behandelnden Arzt auf Ihre Schmerzsituation an.

Das von Ihnen erwähnte Präparat «Orthomed» ist mir nicht bekannt. Da Sie sich im Moment nur von Flüssignahrung ernähren, ist es wichtig, dass diese Nahrung genügend Protein und Kalorien aufweist.
Es gibt spezielle flüssige Ergänzungsdrinks die kalorienhaltig und proteinreich sind, z.B. von Fresubin oder Ressource. Auch hier kann der behandelnde Arzt Sie an eine Diätberatung weiterverweisen. Wenn die Drinks von der Ernährungsberaterin oder vom Arzt verschrieben werden, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Bezahlung.

Sie können Ihre Nahrung mit Rahm- Rahmquark oder z.B. Maltodextrin ( wasserlösliches Kohlenhydratgemisch) anreichern. In der Broschüre
«Ernährungsprobleme bei Krebs» finden Sie viele gute Tipps und Informationen.

Ich hoffe, diese Angaben helfen Ihnen weiter und wünsche Ihnen baldige Besserung der Nebenwirkungen.

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Lungenkrebs: Wie weiter nach Operation?

Beitragvon admin » Mo 30 Jul 2018 15:31

Frage von Lisaaa
Wurde am 19 Juni 2018 an der Lunge operiert, es wurde ein Lappen oben links und sieben Drüsen entfernt einer war Positiv, meine Ca werte sind jetzt bei 4.26 also kein krebsnachweis aber trozdem wollen die eine adyuvante chemo cisplatino-vinorelbina 4 Zyklen, ist das wirklich nötig..

Antwort von Rita Lang, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag Lisaaa
Im Juni mussten Sie sich einer Lungenoperation unterziehen. Dabei wurde ein Lungenlappen sowie sieben Drüsen entfernt. Dies wird als Lobektomie mit Lymphadenektomie bezeichnet. Ziel einer solchen Operation ist, den Tumor vollständig und mit einem Sicherheitsrand zu entfernen, dabei aber so viel Lungengewebe wie möglich zu erhalten. Man nennt dies R0-Resektion. Mehr dazu erfahren Sie in der Broschüre
Lungenkrebs der Krebsliga Schweiz.

Die weiteren Therapieempfehlungen sind von den Untersuchungen des entfernten Gewebes unter dem Mikroskop und im Labor abhängig. Anhand dieser Ergebnisse wird das Stadium der Erkrankung bestimmt.

Sie schreiben, dass ein Ergebnis positiv war. Das würde heissen, dass in den Gewebeproben eines Lymphknotens Tumorzellen gefunden wurden. Soweit sich das aus der Distanz und mit den knappen Angaben beurteilen lässt, dürfte dies der Grund für die Empfehlung einer adjuvanten Chemotherapie sein. Adjuvant bedeutet zusätzliche Therapien, die nach der Operation allfällige noch vorhandene Krebszellen zerstören sollen.

Ich empfehle Ihnen, Ihre Onkologin / Ihren Onkologen auf Ihre Fragen anzusprechen. Sie haben das Recht, sich alle Behandlungsschritte für Sie verständlich erklären zu lassen, um anschliessend eine informierte Entscheidung zu treffen. Im Gespräch lassen sich Vor- und Nachteile von verschiedenen Therapieschritten klären und abwägen.

Für die anstehenden Entscheidungen und Ihre weitere Genesung sende ich Ihnen die besten Wünsche.
Freundliche Grüsse

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Prognose

Beitragvon admin » Do 2 Aug 2018 13:07

Frage von Dani 66

Guten Tag! Bei meinem Papa wurde 2014 eine linksseitige Lobektomie aufgrund von Leberkrebs (zirrothische Leber) durchgeführt. 2018 hat man 4 Rezidive – das grösste ist 5 cm gross –und eine Metastase eines okkulten Tumors gefunden... er ist 84 Jahre alt und sonst bei guter Gesundheit. Es geht ihm gut. Doch niemand will sich zu seinen Überlebenschancen äussern, nicht einmal in groben Zügen. Es gibt aber doch sicher eine ungefähre Prognose, die es der Familie ermöglicht, die Situation besser einzuschätzen, oder? Könnten Sie mir Ihre Meinung dazu sagen? Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar… denn leider gibt es neben dem emotionalen Schmerz auch immer wieder objektive Sachlagen, die geregelt werden müssen. Vielen Dank!

Antwort von Cornelia Orelli Fachberaterin Krebstelefon

Guten Tag Dani 66,

bisher haben Sie noch keine Prognose erhalten. Niemand scheint in der Lage zu sein, den weiteren Verlauf und den Ausgang der Krankheit, unter der ihr Vater leidet, einschätzen zu können. Auch wir können Ihnen keine Einschätzung seiner Überlebenschancen geben, da wir nicht ausgebildete Fachärzte sind. Für Sie ist es jedoch wichtig zu wissen, wie viel Zeit Ihrem Vater noch bleibt, denn wie oft in solchen Fällen stellt die Krankheit neben dem emotionalen Schmerz auch vor praktische Herausforderungen, vielleicht auch finanzieller Art. Für eine eingehendere Beratung und eine aktive auch psychosoziale Unterstützung können Sie sich – wenn Sie uns aus Italien schreiben – an die Associazione italiana malati di cancro parenti e amici http://www.aimac.it wenden. Wenn Ihr Vater dagegen in der italienischsprachigen Schweiz lebt, können Sie sich an die
Lega ticinese contro il cancro wenden.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Ausdauer und Vertrauen. Mit besten Grüssen.

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Nebelhirn/Chemohirn

Beitragvon admin » Mo 6 Aug 2018 9:49

Frage von Lindy

Hallo
Es ist nun knapp 2 Jahre her als ich die diagnose brustkrebs erhielt. Die neoadjuvante chemo dauerte ca 5 monate. Im januar 2017 war die letzte. Darauf folgte die brusterhaltende OP und bestrahlung. Im november 2017 dann die die 2. OP (aushöhlung und rekonstruktion), die rekonstruktion hat leider kein schönes ergebnis gebracht.Ich habe immernoch einiges an beschwerden. Meine körperliche fitness ist nicht annähernd wie vor der chemo. Meine konzentrationsfähigkeit ist stark gesunken und mein iq wohl auch... Ich habe gewichtsprobleme (10kg zugenommen, aber erst nach beendigung der chemo). Meine schilddrüse und hormonlevels habe ich kontrollieren lassen, alles normal.Hrundsätzlich mal die frage, wird das mit der eingeschränkten hirnleistung wieder besser?Ich habe auch nur sehr spärlich haare an den augenbrauen und wimpern, sodass diese gar nicht sieht. Ich habe also immernoch das "krebsgesicht" (nach 1.5 jahren!). Sollte ich mich damit abfinden, dass diese nicht mehr kommen oder besteht noch hoffnung?

Antwort von Fabiola In-Albon Fachberaterin Krebstelefon

Guten Tag Lindy

Sie haben eine Krebsbehandlung hinter sich und leiden immer noch unter den Nebenwirkungen der Therapie.
Unter anderem machen Ihnen die eingeschränkte Hirnleistung und die spärlichen Augenbrauen und Wimpern zu schaffen.

Viele Betroffene leiden nach einer Chemotherapie noch einige Zeit unter Konzentrationsschwäche und eingeschränkter Hirnleistung. Ganz sicher aber hat ihr IQ nicht unter der Therapie gelitten. Heute kennt man einen Fachausdruck für die eingeschränkte Hirnleistung. Man redet von Nebelhirn oder englisch Chemobrain.
Es ist eine Bezeichnung für Probleme mit der Konzentration und dem Lernen während und nach der Chemotherapie.
Jeder Mensch erlebt das Nebelhirn anders. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Anzeichen wie:
• Erinnerungslücken
• Unaufmerksamkeit und schnelle Ablenkung
• Lernprobleme
• Mühe, ein Wort zu finden oder auszusprechen

Leider gibt es noch keine gezielte Therapie.

Reden Sie mit Freunden und der Familie darüber. Auch sie sollen verstehen, was mit Ihnen los ist. Das fördert das Verständnis und sie können Sie unterstützen.
Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat eine Information für Betroffene mit einigen Ideen herausgegeben.
Der Titel lautet:
Ein Nebelhirn nach der Krebstherapie -Wenn der Kopf nicht mehr funktioniert wie zuvor.

Sie können diese Broschüre unter der folgenden Adresse bestellen:

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Departement Gesundheit, Institut Pflege
Technikumstrasse 71
8401 Winterthur
Tel. 058 934 63 20

Ob und wann Ihre Augenbrauen und Wimpern wieder nachwachsen ist schwierig zu sagen. Die Körperbehaarung hat ein wenig länger bis sie wieder nachwächst, aber eineinhalb Jahre sind eine lange Zeit. Kennen Sie die Broschüre der Krebsliga Schweiz
«Die Krebstherapie hat mein Aussehen verändert»?
Da finden Sie Pflege-und Schminktipps.

Ebenso vermitteln die Schminkkurse der Stiftung «Look Good - Feel Better» spezifische Schminktipps und den Austausch mit andern Betroffenen. Sie finden Angebote und Kursorte
hier.

Bei weiteren Fragen und Unklarheiten dürfen Sie das Krebstelefon jederzeit kontaktieren.

Für Ihre weitere Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute.

admin
Site Admin
Beiträge: 331
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Spannungsgefühl und Schmerzen nach Radiotherapie

Beitragvon admin » Do 30 Aug 2018 9:47

Frage von Wendi56
Ich habe nach Beendigung meiner einmonatigen Bestrahlungen, Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust. Besonders meine Brustwarzen sind sehr gereizt. Mir wurde zu Quarkwickeln geraten, aber nach anfänglicher Erleichterung habe ich das Gefühl, dass vor allem meine Brustwarzen dadurch sehr gereizt werden. Auch die Urea-haltigen Lotionen, die mir von der Onkologie mitgegeben wurden, reizen meine Haut und verursachen Pickel. Können Sie mir eine Alternative empfehlen?

Antwort von Lilian Rey Fachberaterin Krebstelefon

Guten Tag

Nach Abschluss der Strahlentherapie Ihrer Brust leiden Sie unter Spannungsgefühlen und Schmerzen an der Haut, vor allem an den Brustwarzen. Ihnen wurden Quarkwickel und Urea-haltige Lotionen für die Hautpflege empfohlen, was Ihnen aber keine Erleichterung brachte. Deshalb suchen Sie eine Alternative.

Quark kann die Brust vorübergehend angenehm kühlen und beruhigen. Allerdings sollte bei einem Wickel die Brustwarze immer ausgespart werden. Urea hat die Eigenschaft, Wasser zu binden. Deshalb ist es Bestandteil vieler Cremes und Lotionen, welche die Haut nachhaltig befeuchten sollen. Urea kann aber brennen, wenn die Haut nicht vollständig intakt ist, auch wenn es sich nur um winzige Risse handelt. Es gibt andere Cremen und Lotionen – beispielsweise auf Basis von Dexpanthenol – welche die Regeneration der Haut unterstützen und die für Sie möglicherweise verträglicher sind. Hier sollten Sie darauf achten, dass es sich nicht um eine Fettsalbe sondern um eine feuchtigkeitsspendende Creme handelt.

Die Schmerzen an der Brustwarze können Sie lindern, indem Sie die Brustwarze zum Beispiel mit einer Stilleinlage oder ähnlichem vor Druck von BH oder Pulli schützen.

In der Regel haben radioonkologische Abteilungen Standards zur Hautpflege und können Ihnen – obwohl Ihre Therapie bereits abgeschlossen ist – ein anderes Produkt für die Pflege der bestrahlten Haut empfehlen. Sie haben auch die Möglichkeit, sich in einer Apotheke beraten zu lassen. Wichtig ist, dass Sie ein Produkt verwenden, welches möglichst keine Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe enthält, die Ihre Haut zusätzlich reizen könnten. Ich hoffe, dass Sie sich bald gut erholen von den Nachwirkungen der Therapie und grüsse Sie freundlich.


Zurück zu „Krebstelefonteam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast