2019 - Krebstelefonteam


Moderations-Bereich
admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

2019 - Krebstelefonteam

Beitragvon admin » Di 25 Jun 2019 6:56

Haben Sie Fragen an die Mitarbeiterinnen des Krebstelefons?


An dieser Stelle beantworten wir Ihre schriftlichen Fragen bis zum 1. September 2019.

Auf der
Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Die Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Wir freuen uns auf Ihre Fragen und grüssen Sie freundlich
die Moderatorinnen

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Sexueller Kontakt nach Krebstherapie: Ein Risiko?

Beitragvon admin » Mo 8 Jul 2019 8:54

Frage von JMA:
Sehr geehrte Damen und Herren

Habe eine nette Dame kennengelernt die Brustkrebs gehabt hat. Da wir nur ein mal getroffen haben und ich keine Ahnung davon habe, möchte ich zuerst Fragen ob das für mich gefährlich ist oder ob es irgendwelche Risiko Faktor besteht wenn Mann dann später intim miteinander ist??

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen Bestens.

Freundliche Grüsse

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon:
Hallo JMA

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich lade Sie dazu ein, die Frage von Nick und die Antwort der Sexualberaterin, Frau Simone Dudle zu lesen. Viele Ihrer Fragen, Befürchtungen und Unsicherheiten in Bezug auf die Sexualität könnten sich damit klären: viewtopic.php?f=69&p=18704#p18704

Für den Fall, dass eine mögliche Ansteckungsgefahr zu Ihren Befürchtungen gehört, möchte ich ergänzend hinzufügen, dass Krebs nicht ansteckend ist.

Die Angst vor einer Ansteckung mit Krebs scheint sich hartnäckig als Mythos zu halten. Es ist gut, dass diese Angst angesprochen wird und damit verhindert werden kann, dass sich krebsbetroffene Menschen plötzlich isoliert fühlen, weil Angehörige und Freunde wegen der Infektionsangst auf Distanz gehen. Dafür gibt es keinen Grund: Eine Krebserkrankung ist nicht ansteckend.

Die Angst vor einer Ansteckung sprechen die wenigsten Menschen aus. Deshalb kommt es nicht selten zu Situationen, in denen krebskranke Menschen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, ausgegrenzt werden.

Eine Krebserkrankung ist keine Infektionskrankheit. Krebszellen können sich im Gegensatz zu Viren und Bakterien nicht von einem Menschen auf den anderen übertragen und sich dort weiter vermehren. Also birgt weder eine Berührung, noch eine Umarmung, auch nicht ein Kuss oder Sex ein Ansteckungsrisiko.

Tumorzellen können ausserhalb des Körpers der erkrankten Person nicht überleben und haben auch keine Strategien entwickelt, in einem anderen Organismus zu überleben und sich dort zu vermehren. Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die das Gegenteil aufzeigen.

Schliesslich möchte ich noch etwas zum Thema Verhütung erwähnen: Unabhängig davon, ob während der medikamentösen Tumortherapien die Menstruation ausbleibt oder nicht, sollten Paare verhüten. Dasselbe gilt auch während einer Strahlentherapie. Eine Schwangerschaft sollte erst geplant werden, wenn sich eine Frau von der Krankheit und den Therapien genügend erholt hat.

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Grosse Angst

Beitragvon admin » Mo 15 Jul 2019 15:40

Diese Frage sowie die Antwort wurden vom Italienischen ins Deutsche übersetzt.
Frage von AAA81:

Vor kurzem wurde bei mir ein invasives G2/G3-Adenokarzinom am Gebärmutterhals festgestellt. Ich bin sehr besorgt, da ich nicht weiss, was mich erwartet. Ich warte vergeblich auf einen Anruf, um zu erfahren, wie es weiter geht. Ich habe wirklich grosse Angst. Könnten Sie mir bitte weiterhelfen? Vielleicht mit einem Rat oder tröstenden Worten?

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon:

Sehr geehrte AAA81
Eine Krebsdiagnose reisst Betroffenen zunächst immer den Boden unter den Füssen weg. Manche vergleichen es mit einem Tsunami. Das Warten auf genauere Informationen und die vielen Ungewissheiten, die einem durch den Kopf gehen, steigern das Gefühl der Angst zusätzlich. Dies ist völlig normal und es ist verständlich, dass Sie darunter sehr leiden. In einer solchen Situation kann es hilfreich sein, mit einer Person ausserhalb des Familien- und Freundeskreises zu reden. Wenn Sie in der Schweiz leben, können Sie das Krebstelefon der Krebsliga Schweiz anrufen: 0800 11 88 11.
Wenn Sie in Italien leben, können Sie die
Help-line des italienischen Verbandes für Krebspatienten, ihre Familien und Freunde (AIMaC) kontaktieren: 840 50 35 79.
Dort erhalten Sie sicherlich qualifizierte Antworten auf Ihre Fragen.

Allgemeine Informationen über Gebärmutterhalskrebs (auch Zervixkarzinom) finden Sie in folgenden Broschüren:
Broschüre Aimac
Institut Europen d’Oncologie (nur in Italienisch)

Shop Krebsliga Schweiz

Ich wünsche Ihnen, dass Sie schon bald die Unterstützung bekommen, die Sie jetzt benötigen.

Freundliche Grüsse

Cornelia
Moderatorin


Dieser Beitrag wurde vom Italienischen ins Deutsche übersetzt.

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Schmerzen unbekannter Ursache

Beitragvon admin » Mo 29 Jul 2019 15:14

Frage von Ivan Romano
Guten Tag. Ich leide seit zwei Jahren an Schmerzen, wenn ich tief einatme. Nach einer Reihe von Untersuchungen – Gastroskopie, Röntgen-Thorax, Thorax-CT – wurde ein Zwerchfellbruch festgestellt. Allerdings hat keiner der von mir aufgesuchten Ärzte und Spezialisten den Zwerchfellbruch als Ursache für meine Schmerzen gesehen, da dieser keinerlei Symptome, ja nicht einmal ein Brennen, verursacht. Die abschliessende Diagnose lautete: Angststörung. Doch zu den kontinuierlichen Schmerzen, die ich beim tiefen Einatmen habe (im hinteren Rückenbereich links), kam dann noch ein weiterer Schmerz/ein Brennen an der Schulter und am linken Hals hinzu. Ausserdem zeigt sich in den Abendstunden eine Ermüdung des Auges, verbunden mit einer Art Doppelsehen, deren Ursache laut Augenarzt nicht auf die Augen zurückzuführen ist. Welche Untersuchungen kann ich noch machen, um eine Diagnose zu erhalten?

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon:
Guten Tag.
Sie leiden seit zwei Jahren an Schmerzen beim Einatmen, die Ursache ist unbekannt. Nach Ausschluss möglicher Ursachen wurde bei Ihnen eine Angststörung diagnostiziert. Diese Diagnose reicht Ihnen nicht aus; vor allem, weil zu den anfänglichen Schmerzen noch neue Symptome hinzugekommen sind. Wir sind kein ärztlicher Dienst. Daher überschreitet die Beantwortung Ihrer Frage bezüglich weiterer möglicher Diagnosesicherungen unsere Kompetenzen. Wir bitten Sie deshalb, sich an einen Arzt oder an eine Ärztin zu wenden.

Wir verstehen, dass Sie sich Sorgen machen. Im Ungewissen sein, ist schwierig. Wir wünschen Ihnen, dass Sie bedrohliche Ursachen ausschliessen können und sich Ihr Gesundheitszustand bald verbessert.

Freundliche Grüsse

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Prognose

Beitragvon admin » Mo 29 Jul 2019 15:24

Frage von Alice
Der Punktionsbericht zeigt ein invasives, duktales Karzinom im oberen äusseren Quadranten der Brust, 35 mm, Lymphknotenstatus negativ. Kl67 20 %, positiver Hormonrezeptorstatus (90 %), positiver H2-Status (kein Grad angegeben). Man sagte mir, der Tumor sei örtlich begrenzt. Ich bin 40 Jahre alt.
Nun hat man mir eine Chemotherapie +, also eine biologische Therapie vorgeschlagen, um den Tumor zu verkleinern, gefolgt von einem chirurgischen Eingriff und einer anschliessenden Hormontherapie. Was bedeutet ein positiver H2- und Hormonrezeptorstatus im Hinblick auf das Überleben, auch auf das Rezidivrisiko und auf die Wirksamkeit der Therapien?

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon:
Guten Tag Alice
Wir verstehen gut, dass Sie gerne mehr über Ihre Prognose und über die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Therapien wüssten.

Der diagnostizierte Untertyp des Mammakarzinoms kann sehr heterogen sein. Bei Patientinnen mit ähnlichen Tumoren kann ein ganz unterschiedlicher klinischer Verlauf beobachtet werden.

Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen an den behandelnden Onkologen. Es liegt ausserhalb unserer Kompetenzen, auf Grundlage der von Ihnen freundlicherweise dargelegten prädiktiven und prognostischen Faktoren Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten im Hinblick auf Ihre individuelle Situation zu machen.

Prognostische Faktoren stehen im Zusammenhang mit der Prognose (folglich das Überleben/das individuelle Rezidivrisiko), wohingegen die prädiktiven Faktoren die Wirksamkeit einer antitumoralen Therapie betreffen. Folgende Faktoren haben sich generell im Hinblick auf die Auswahl der Therapieform als wichtig erwiesen: die Grösse des Tumors, der Status der axillären Lymphknoten, der histologische Grad, die proliferative Aktivität (Ki67), der histologische Typ, eine Nachweisbarkeit in den Gefässen, der HER2-Status, der Hormonrezeptorstatus, das Alter und das Genexpressionsprofil. Ihr Onkologe oder ihre Onkologin wird Ihnen detailliert erläutern können, welche biologischen Charakteristika Ihr Tumor aufweist und Ihnen eine entsprechende Therapieempfehlung aussprechen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gut auf die Therapie ansprechen und stehe Ihnen gerne zur Verfügung, falls Sie Unterstützung im psychosozialen Bereich benötigen sollten
(Krebstelefon und Beratung per E-Mail).

Untenstehend noch einige Informationsquellen, die im Hinblick auf Ihre Erkrankung nützlich sein könnten:

- Broschüre der Krebsliga Schweiz
- Broschüre, herausgegeben von der Associazione italiana malati di cancro, parenti e amici (in italienischer Sprache)
- Portal, gefördert von Europa Donna della Svizzera italiana (in italienischer Sprache)

Freundliche Grüsse

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Bewerbungsgespräch, Stellenwechsel nach Krebserkrankung

Beitragvon admin » Mi 31 Jul 2019 14:08

Frage von anonym
Guten Tag.
Aufgrund eines Lymphoms erhielt ich eine kombinierte Antikörper-/Chemotherapie. Diese wurde vor einem Jahr abgeschlossen und war gemäss Ergebnis der abschliessenden Untersuchungen erfolgreich. Seither fühle ich mich wieder gesund und arbeite wie vor der Erkrankung mit einem Pensum von 80 %. Nach 12 Jahren an meiner jetzigen Arbeitsstelle plane ich eine berufliche Veränderung. Muss ich den zukünftigen Arbeitgeber beim Bewerbungsgespräch sagen, dass ich diese Krankheit habe / hatte? Was muss ich bei einem Stellenwechsel im Hinblick auf die überstandene Krankheit beachten?

Antwort von Lilian Rey, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag.
Es ist schön, dass Sie sich gut von Ihrer Krankheit erholt haben und einen berufliche Veränderung planen.

Nach Abschluss der Behandlung sind Sie nicht verpflichtet, den zukünftigen Arbeitgeber am Bewerbungsgespräch über die Krebserkrankung zu informieren, wenn Sie sich wieder fit fühlen und in gewohntem Rahmen arbeitsfähig sind. Am Bewerbungsgespräch dürfen nur Fragen gestellt werden, die in Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen. Allgemeine Fragen nach dem Gesundheitszustand einer Person (beispielsweise «Leiden oder litten Sie an Krankheiten?») sind nicht zulässig. Wird eine solche Frage gestellt, besteht ein Recht auf Notlüge. Wenn später zutage tritt, dass der Bewerber in diesem Punkt nicht die Wahrheit gesagt hat, ist das kein Grund zu einer fristlosen Kündigung.

Eine andere Frage ist, ob dies einer einvernehmlichen Zusammenarbeit dient. Es gibt auch Arbeitgeber, die durchaus positiv auf entgegengebrachtes Vertrauen und Offenheit reagieren und einen Bewerber nicht wegen einer überstandene Krebserkrankung von vornherein nicht einstellen. Anderseits riskiert man mit Ehrlichkeit, eine Absage zu erhalten. Es gibt kein Patentrezept für das richtige Vorgehen. Mit etwas «Gespür» und Glück erkennen Sie es im Laufe des Gesprächs.

Bei einem Stellenwechsel ist es ratsam, die persönliche versicherungsrechtliche Situation genau zu überprüfen (Pensionskasse, Krankentaggeldversicherung). Vieles ist nicht einheitlich geregelt. Wichtige Punkte sind zu bedenken, zum Beispiel:

Im Krankheitsfall ist die Dauer des bestehenden Arbeitsverhältnisses von Bedeutung. Nach einem Stellenwechsel sind Sie wieder im ersten Dienstjahr und deshalb weniger gut abgesichert als bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber nach zwölf Dienstjahren. So ist der Kündigungsschutz im Krankheitsfall viel kürzer. Auch die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber ist von kürzerer Dauer. Während der Probezeit besteht kein Kündigungsschutz.

Krankentaggeldversicherungen können eine Person unter Vorbehalt aufnehmen. Das heisst, Sie hätten bei einem Vorbehalt zu Ihrer Krebserkrankung keinen Versicherungsschutz gegen Lohnausfall, wenn Sie einen Rückfall erleiden. Unter Umständen gilt dieser Vorbehalt lebenslänglich. Auch Pensionskassen können im überobligatorischen Teil Vorbehalte anbringen. Ein solcher Vorbehalt ist auf 5 Jahre beschränkt und bezieht sich nur auf die Invalidenrente und den Todesfall. Gesundheitsfragen von Versicherungen müssen unbedingt wahrheitsgetreu beantwortet werden – sonst hat die Versicherung unter Umständen das Recht, ihre Leistungen zu kürzen oder nicht zu erbringen.

Ich empfehle Ihnen, sich individuell beraten zu lassen. Die Sozialarbeitenden der Krebsliga in Ihrer Region verfügen über viel Wissen und Erfahrung in allen sozialversicherungsrechtlichen Fragen und stehen Ihnen gerne zur Verfügung für ein ausführliches persönliches Gespräch.

Mit den besten Wünschen und freundlichen Grüssen

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Kostenübernahme zur Erhaltung der Fertilität bei Krebs

Beitragvon admin » Do 15 Aug 2019 11:57

Frage von Teja

Guten Tag, ich habe eine Frage zu der neusten Änderung im Leistungskatalog der Krankenkassen, welche ab dem 1. Juli 2019 in Kraft ist. Genauer gesagt um die Kostenübernahme der Massnahmen zur Erhaltung der Fertilität bei Krebserkrankung. Es würde mich interessieren ob ich nachträglich die Krankenkasse um die Kostenübernahme bitten kann, da ich meine Massnahmen zum Fertilitätserhalt erst Ende April habe durchführen lassen. Es würde mir zudem helfen wenn Sie mir möglicherweise empfehlen könnten wie ich am Besten in dieser Situation vorgehen könnte. Oder gibt es evtl. Alternativen?
Freundliche Grüsse und vielen Dank im Voraus!

Antwort von Rita Lang, Fachberaterin Krebstelefon

Guten Tag Teja
Vielen Dank für Ihre Frage. Sie sind an Krebs erkrankt. Als Teil Ihrer Behandlung haben Sie sich auch fertilitätserhaltenden Massnahmen unterzogen. Wie Sie korrekt geschrieben haben, übernehmen seit dem 1. Juli 2019 die obligatorischen Krankenversicherungen die Kosten für die Lagerung von Ovarialgewebe, Eizellen und Spermien während fünf Jahren. Weitere Massnahmen, wie etwa die Befruchtung der Eizelle müssen weiterhin durch die Krebspatientinnen und Krebspatienten selber getragen werden. Einzelheiten können Sie der
Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenversicherung (Änderung vom 6. Juni 2019, S.8) entnehmen. Oder auch hier in der Information der Krebsliga: Medienmitteilung Kostenübernahme für fruchtbarkeitserhaltende Massnahmen.

Ihre Behandlung ist vor dem 1. Juli, wohl aber im Jahr 2019 erfolgt. Wie können Sie Ihrer Krankenversicherung gegenüber vorgehen?

Empfehlenswert ist, das direkte Gespräch zu suchen. Falls sich dies als harzig erweist, kann Ihre behandelnde Ärztin / Ihr behandelnder Arzt über die medizinische Indikation für die Massnahmen Hand bieten für die weitere Argumentation. Führt dies nicht zum Ziel, können Sie sich weiter bei der kantonalen
Krebsliga in Ihrer Region beraten lassen.
Für die weiteren Schritte Ihrer Abklärungen wünsche ich Ihnen gutes Gelingen.
Vielleicht mögen Sie im Forum Ihre Erfahrungen teilen, um anderen Mut zu machen.
Mit den besten Wünschen und freundlichen Grüssen

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Symptome

Beitragvon admin » Do 15 Aug 2019 14:45

Frage von Griva97
Guten Tag. Ich würde gerne wissen, ob die Symptome eines Tumors, wenn sich dieser einmal gebildet hat, konstant vorhanden sind oder auch kommen und gehen können. Danke!

Antwort von Cornelia Orelli, Beraterin Krebstelefon
Wie lange bestimmte Symptome anhalten, sollte nicht als eindeutiges Zeichen für das Vorhandensein eines Tumors gewertet werden. Sie sollten dauerhafte bzw. wiederkehrende Krankheitszeichen und Symptome jedoch mit Ihrem Arzt besprechen, um diese Eventualität auszuschliessen, bzw. sich so früh wie möglich mit ihr auseinanderzusetzen.

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Unterschied Ultraschall-MRT

Beitragvon admin » Mo 19 Aug 2019 13:31

Frage von Andrea
Hallo, ich habe mal eine Frage. Ich hatte 2017 einen Cervixkazinom, bin seitdem engmaschig in Behandlung habe Radiochemo und Brachytherapie gehabt. Vor ca , 6 Wochen hatte ich meinen letzten Abstrich, vor 4 Wochen MRt. Vorgestern sagte mir meine onkologin das es beim MRT einen Verdacht auf rezidiv gibt. Daraufhin bin ich den nächsten Tag gleich zur Gynäkologin die abgetastet und mit Ultraschall geguckt hat, sieht man beim MRT mehr? Lg Andrea


Antwort von Irma Boving, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag Andrea
Vielen Dank für Ihre Frage betreffend den Unterschied zu Ultraschall und MRT (Magnetresonanztomographie).

Beide Methoden arbeiten ohne Röntgenstrahlen und eignen sich sehr gut für die Darstellung von Weichteilen und für Körperregionen, in denen viele Weichteilstrukturen vorhanden sind, wie zum Beispiel bei Tumoren im Beckenbereich.

Das MRT arbeitet mit einem starken Magnetfeld. Die dadurch aufgenommene Energie wird aufgefangen und über den Computer in ein Bild, respektive in mehrere Bilder, in sogenannte Schichtaufnahmen umgewandelt.
Beim MRT kann durch die Zugabe von Kontrastmitteln die Aussagekraft der gewonnenen Bilder verstärkt werden.

Bei der Sonographie werden Ultraschallwellen über einen Schallkopf in den Körper gesendet und vom Gewebe wieder reflektiert. Der Computer wandelt dann die zurück geschickten Schallwellen in ein Bild um. Je nach Dichte des untersuchten Gewebes, können die unterschiedlichen Strukturen voneinander abgegrenzt werden. Bei einer Ultraschalluntersuchung kann der Schallkopf in eine Körperhöhle, wie zum Beispiel der Vagina eingeführt werden. So können von aussen schwer beurteilbare Bereiche oder Organe genauer untersucht werden.

Die beiden Untersuchungen ergänzen sich gegenseitig.

Ich hoffe, diese Erklärungen helfen Ihnen in Ihrer Situation weiter.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und grüssen Sie freundlich

admin
Site Admin
Beiträge: 349
Registriert: Fr 17 Jun 2005 10:10
Wohnort: Krebsliga Schweiz, Bern
Kontaktdaten:

Klärungsgespräch

Beitragvon admin » Di 3 Sep 2019 15:11

Frage von Nadia:
Bei meinem Mann wurden am 14. Juli 2019 zwei Adenokarzinome im linken Lungenflügel festgestellt. Der erste war 7,5 cm gross mit Infiltration des Mediastinums, der zweite hatte eine Grösse von 5,5 cm. Am 20. August wurde mit einer Immuntherapie mit Pembrolizumab begonnen. Daraufhin erhielt er eine Infusion zur Behandlung der Hyperkalzämie. Ab diesem Tag hat sich sein Zustand verschlechtert. Er hatte stets leichtes Fieber, doch nach dem 20. August klagte er über grössere Atemprobleme, er hatte 39,5 °C Fieber und musste zweimal erbrechen. Am 23. August wurde mein Mann ins Spital eingeliefert und auf dem Röntgenbild war zu sehen, dass der erste Tumor auf 11 cm und der zweite auf 8 cm angewachsen war. Meine Frage ist: Könnte dies mit dem verabreichten Medikament zusammenhängen? Oder sind die Tumore tatsächlich innerhalb von einem Monat derart stark gewachsen? Macht es Sinn, die Behandlung fortzuführen und darauf zu hoffen, dass er operiert werden kann? Oder sollten wir besser nach Siena gehen?

Antwort von Cornelia Orelli, Beraterin Krebstelefon
Liebe Nadia

Es ist verständlich, dass Ihnen der Gesundheitszustand Ihres Mannes Sorgen bereitet. Der Verlauf seiner Krankheit wirft für Sie viele Fragen auf. Sie möchten sichergehen, dass er sich in guten Händen befindet. Sie möchten nichts unversucht lassen.

Es übersteigt jedoch unsere Kompetenz, den individuellen Verlauf einer Krebserkrankung zu beurteilen, Hypothesen auf bestimmte Krebstherapien aufzustellen oder Empfehlungen für die weitere Behandlung auszusprechen. Wir raten Ihnen daher, dass sie mit dem Arzt Ihres Mannes sprechen. Um sich auf das Gespräch mit dem Onkologen Ihres Mannes vorzubereiten, empfehlen wir Ihnen, die Infoseite über
pembrolizumab auf der Website der AIMaC durchzulesen. Sie werden dort sehen, dass die von Ihnen beobachteten Symptome zu den möglichen Nebenwirkungen des Medikaments gehören. Die Symptome Ihres Mannes können jedoch auch auf andere Ursachen zurückzuführen sein. Nur das behandelnde Team kann Ihnen die Ursachen für den aktuellen Gesundheitszustand Ihres Mannes erläutern und Ihre Fragen beantworten.

Um die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen, können Sie sich an ein anderes Spital wenden. Die «Associazione italiana malati di cancro, parenti e amici» (
AIMaC , kostenlose Rufnummer 840 50 35 79) kann Sie an ein onkologisches Institut in Italien verweisen. Wenn Sie sich eine zweite Meinung in der Schweiz einholen möchten, können Sie sich direkt an das Onkologische Institut der Italienischen Schweiz wenden (IOSI): Kontakt.
.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne jederzeit erneut an
uns oder die AIMaC wenden.

Ich hoffe, Sie bekommen so bald wie möglich Antworten auf Ihre Fragen.

Beste Grüsse

Cornelia
Moderatorin


Zurück zu „Krebstelefonteam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste