2010 - Lungenkrebs


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2010 - Lungenkrebs

Beitragvon admin » Di 9 Nov 2010 11:30

Herr Prof. Dr. med. Adrian Ochsenbein, Spezialist für Lungenkrebs, Inselspital Bern, beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von Mike:
Sehr geehrter Dr. Ochsenbein,
Ich bin mir nicht sicher ob ich eine Zweitmeinung einholen soll: Vor einiger Zeit wurde mir ein Teil des linken Lungenflügels entfernt. Ein Bekannter von mir bekam nach der Operation einen Chemotherapie, ich jedoch nicht. Auf der einen Seite bin ich erleichtert, da ich weiss, dass ich bei einer Chemotherapie mit Nebenwirkungen rechnen müsste. Andererseits mache ich mir Sorgen und viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, denn der Tumor war gross. Ich frage mich, wie können sich die Ärzte sicher sein, dass ich nicht doch einen Chemotherapie brauche?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Mike,
Ihre Verunsicherung ist leicht nachvollziehbar. Eine Zweitmeinung könnte hilfreich sein. Vorderhand kann es Sie jedoch vielleicht beruhigen zu erfahren, dass die Therapiewahl auch, aber nicht nur auf der Tumorgrösse und dem Befall der lokalen Lymphknoten basiert.

Wichtige Entscheidungsparameter sind ausserdem bestimmte Eigenschaften der Tumorzellen, wie z. B. deren Malignitätsgrad, das Stadium der Erkrankung, den allgemeinen Zustand des Patienten und seine persönliche Einstellung. Der Malignitätsgrad eines Tumors gibt Aufschluss darüber, wie rasch der Tumor vermutlich wächst.

Darüber hinaus kann man davon ausgehen, dass die Therapie in der Regel nicht von einem Facharzt allein, sondern von einem interdisziplinären Gremium von Fachärzten (Pneumologe, Onkologe, Radiologe, Radiotherapeut usw.) gefällt wird. Grenzfälle, für die es nicht eindeutig ist, welchen Therapieplan medizinisch am sinnvollsten ist, werden in sogenannten Tumorboards, welche aus anerkannten Fachspezialisten aus verschiedenen Kompetenzzentren bestehen, besprochen.

Bevor dem Patienten also ein Therapieplan vorgeschlagen wird, werden die Zellen des Tumors analysiert, damit die Tumorart noch genauer bestimmt werden kann. Es gibt verschiedene Unterarten von Lungenkrebs. Aufgrund dieses zyto-hystologischen Befundes wird die Therapie gewählt, von der man die besten Resultate in Bezug auf die Lebenserwartung und die Lebensqualität erwarten kann. Es wurden internationale Richtlinien für die Behandlung der einzelnen Krebsarten erarbeitet. Jeder Patient ist jedoch einzigartig. Deshalb muss nach sorgfältigem Abwägen des erwarteten therapeutischen Nutzens und der wahrscheinlichsten Nebenwirkungen für jeden einzelnen Patienten eine individuell abgestimmte Lösung gesucht werden.

Sollten Sie sich für eine Zweitmeinung entscheiden, sind die FachberaterInnen des Krebstelefons 0800 11 88 11 gerne bereit, Ihnen die Adresse eines onkologischen Kompetenzzentrums bekannt zu geben.



Frage von berti:
mein Vater (70 Jahre alt) hat einen nicht kleinzelligen Karzinom am ehesten vom wenig differenzierten plattenepithelialen Typ im oberen rechten Lungen Flügel. Stadium 3A. und ein undefinierbaren (weil noch zu klein mit 5mm) im linken unteren Lungenflügel. Wegen diesem Knoten hat erste Tumorkonferenz und Zweitmeinungstumorkonferenz gesagt, dass eine Entfernung der rechten lugen zu riskant ist. Zur Therapie haben wir 2 verschiedene Meinungen bekommen.
1. Meinung sagt man solle eine Strahlentherapie auf Kern des Tumors damit rechte Lunge belüftet werden kann und sich hinter dem Tumor keine Entzündung durch Bakterien bilden. Chemotherapie nicht, weil diese Art von Tumor wenig auf Chemo anspricht.
2. Meinung sagt Strahlentherapie müsste zu viel Gewebe bestrahlen um erfolgreich zu sein. Darum ist es besser mit Chemotherapie zu starten. Welche wird uns morgen gesagt.
Was ist ihre Meinung? Strahlen oder Chemotherapie?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag berti,
Es ist verständlich, dass zwei verschiedene Therapievorschläge Sie verunsichern.
Ein nicht kleinzelliges Plattenepithelkarzinom, Stadium IIIA bedeutet, dass der Tumor lokal fortgeschritten ist. Dies bedeutet, dass zwar noch keine Fernmetastasen vorhanden sind, meist sind jedoch Lymphkonten im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln befallen.
Ist eine Operation nicht möglich (zum Beispiel aufgrund der Lungenfunktion), so kann eine Kombination von Strahlentherapie und Chemotherapie erwogen werden. Dies besagen allgemeine internationale Richtlinien. Bei jedem Patienten wird die Therapie individuell zusammengestellt, je nach seiner Situation und seinem Befinden.
Weitere Informationen zu Entscheidungsparametern für Therapievorschläge, finden Sie auch in der Antwort an Mike.
Welche Therapie für Ihren Vater das Beste ist und warum, kann Ihnen nur der behandelnde Arzt sagen.



Frage von schneuel:
Mein Vater hat einen Tumor von 3.5 cm auf dem linken unteren Lungenlappen und einen grossen Tumor von 6 auf 6 cm auf dem oberen rechten Lungenlappen. Jetzt wissen wir auch, dass er Metastasen auf den Lymphknoten hat. 3 n3 m1 und Stadium 4. wie sehen die Heilungschancen aus. Ich würde sehr gerne mit ihnen reden.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag schneuel,
Ihr Vater leidet an einem ausgedehnten Lungentumor mit Metastasen und befallenen Lymphknoten. Dass Sie sich um seine Zukunft sorgen, ist verständlich.

Die Ausdehnung eines Tumors wird nach der Methode der TNM-Klassifikationen eingeteilt.
T, steht für Ausdehnung des Tumors.
T3: Der Tumor hat Brustwand, Brustfell oder Zwerchfell befallen, oder ist weiter in einen Hauptbronchus hineingewachsen.

N, steht für Lymphknoten. N3 heisst: Lymphknoten des anderen Lungenflügels oder weiter entfernte Lymphknoten sind befallen.
M, steht für Fernmetastasen. M1 heisst: andere Organe sind befallen, (Bevorzugt befallen werden Leber, Nebennieren, Knochen, Gehirn oder Nieren) oder es finden sich Metastasen in anderen Lungenlappen, die vom Primärtumor nicht betroffen sind.

Ein weiterer Parameter ist der Zelltyp des Tumors. Hier wird zwischen folgenden Haupttypen unterschieden: Nicht Kleinzellige Lungenkarzinome und Kleinzelligen Lungenkarzinome.
Je nach Zelltyp sind Lungenkarzinome schnellwachsend, aggressiv und sprechen meist gut auf Chemotherapie an, oder sie sind langsam wachsend. Dieser Zelltypus spricht eher weniger gut auf Chemotherapie an.

Stadium IV bedeutet, dass Fernmetastasen vorhanden sind, und der Tumor sich, wie oben beschrieben, sehr stark ausgebreitet hat.
Bei einem Stadium IV ist keine Heilung mehr zu erwarten. Das Ziel der Therapien ist palliativer Art, was bedeutet, dass der Krankheitsprozess möglichst stabilisiert wird und die Symptome gelindert werden.

Wie die Krankheitssituation im Detail bei Ihrem Vater aussieht und was für Möglichkeiten der Therapien bestehen, kann nur der behandelnde Onkologe sagen.



Frage von Berti (Frage 2):
Soll sich mein Vater gegen Grippe impfen lassen während der Chemotherapie mit Cisplatin und Gemcitabine? Oder kann eine Impfung sogar kontraproduktiv sein? Wir haben bis jetzt von Ärzten keine klare Aussage bekommen. Er hat einen Lungentumor im Stadium 3A im rechten Flügel des wenig differenzierten plattenepithelialen Typs und einen noch undefinierbaren Knoten im linken Flügel. Die Chemotherapie hat er letzte Woche angefangen. Stimmte es, dass Carboplatin die gleiche Wirkung wie Cisplatin hat, aber weniger Nebenwirkungen? Kann es sein, dass es nicht verabreicht wird, wenn man allgemein versichert ist, weil es teurerer als Cisplatin ist?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Berti,
Grundsätzlich wird Personen über 65 und Personen mit chronischen Lungenerkrankungen oder geschwächter Immunabwehr empfohlen, eine Grippeimpfung machen zu lassen. Auch Patienten unter Chemotherapie wird empfohlen, sich impfen zu lassen.

Was meinen Sie mit kontraproduktiv? Haben Sie Angst, dass die Impfung eine Grippe auslösen könnte? Grippeimpfstoffe, die in der Schweiz verabreicht werden, enthalten keine lebenden Virusstämme, die eine Grippe auslösen könnten. Leichte Nebenwirkungen können jedoch auftreten. Die am häufigsten beobachtete Reaktion ist eine lokale Rötung oder Reizung der Injektionsstelle. Dazu können auch lokal Schmerzen, Juckreiz oder ein Ausschlag kommen.
Heftigere Reaktionen wie Fieber, Übelkeit oder allergische Reaktionen sind selten.
Eine Grippeimpfung garantiert keinen 100% Schutz und ruft vielleicht bei immungeschwächten Personen eine kleinere Immunreaktion hervor. Sie kann aber helfen, schwere Komplikationen einer Grippe, wie eine Lungenentzündung und damit einen Spitalaufenthalt zu vermeiden.
Ob sich Ihr Vater gegen die Grippe impfen soll oder nicht, liegt auch im Ermessen des behandelnden Arztes. Sollte sich Ihr Vater nicht impfen lassen, besteht die Möglichkeit, dass sich sein direktes Umfeld, sprich seine Familie, gegen die Grippe impfen lässt. Durch diese Massnahme lässt sich das Risiko einer Übertragung von Grippeviren bereits verringern.

Die Medikamente Carboplatin und Cisplatin werden beide, nebst anderen Tumoren, bei Lungenkrebs eingesetzt. Verschiedene Studien zeigen, dass bei Nicht-kleinzelligen Plattenepithelkarzinomen Cisplatin wahrscheinlich etwas besser wirksam ist als Carboplatin. Dies hängt zusätzlich noch vom Kombinations-Medikament ab. Die Kombination Cisplatin und Gemcitabine ist in Europa Standard für Patienten mit Plattenepithelkarzinomen.
Beide Medikamente (Cisplatin und Carboplatin) haben eine unterschiedliche Dosierung und zum Teil ähnliche aber auch wieder verschiedene Nebenwirkungen. Es ist jedoch schwierig zu sagen, welches der Medikamente weniger Nebenwirkungen verursacht, da diese nicht immer voraussehbar sind und von Patient zu Patient anders sein können. Sicher verursacht die Kombination Carboplatin+Gemcitabine mehr Nebenwirkungen in Bezug aufs Knochenmark als Cisplatin+Gemcitabine.

Es ist richtig, Carboplatin ist teurer als Cisplatin. Aber die Versicherung, ob allgemein oder privat versichert, spielt bei der Wahl des Medikamentes keine Rolle. In der Regel wird die Behandlung sowohl mit Cisplatin als auch mit Carboplatin von der Grundversicherung der Krankenkasse bei entsprechender Indikation übernommen. Ausschlaggebend für die Wahl der Therapie sind der Tumortyp, das Stadium der Erkrankung, der Allgemeinzustand und das Alter des Patienten.



Frage von Piero:
Guten Tag Herr Prof. Ochsenbein,
Ich habe folgende Frage:
Gestern hat mir mein Zahnarzt durch Bohren ein Glasfaserstift entfernt, den ich in einem Zahn hatte. … Nun habe ich von der Gefahr gelesen, die von Glasfaserdämpfen ausgeht, und bin sehr besorgt. … Bin ich gefährdet? Was kann ich tun?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Piero,
Ich kann Sie beruhigen. Durch eine einzelne Exposition mit einer potentiell gesundheitsschädlichen Substanz von so kurzer Dauer kann weder eine Zellschädigung verursacht noch Krebs ausgelöst werden.



Frage von Nicole W.:
Sehr geehrter Herr Professor,
Seit ein paar Jahren scheinen Zigarettenrauch, Reinigungsprodukte und manche Parfumsprays meine Atemwege zu reizen. Ich ertrage sie kaum noch. Handelt es sich bloss um eine Unverträglichkeit, oder ist dies ein Hinweis auf eine latente Lungenerkrankung? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Grüezi Nicole,
Ihrer Beschreibung zufolge gibt es gewisse Faktoren, die bei Ihnen zu einer Reizung der Atemwege führen. Die Produkte, die Sie erwähnen, enthalten Reizstoffe, einige sind gar recht aggressiv und toxisch für die Atemwege. Eine gewisse Reaktion auf solche Produkte ist also völlig normal. Was passiert genau, wenn Sie mit diesen Substanzen in Kontakt kommen? Haben Sie Mühe beim Ein- oder beim Ausatmen? Oder können Sie gar nicht mehr atmen, müssen Sie husten, ringen Sie nach Luft? Haben Sie Schmerzen? Wenn ja, wo genau? Beobachten Sie die Reaktion Ihrer Atemwege auf solche Substanzen, und schildern Sie das Problem Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.



Frage von nono:
Guten Tag,
Meine Mama ist im Alter von 47 Jahren an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom gestorben. Sie war Raucherin. Mein Grossvater mütterlicherseits starb mit 60 an (ich glaube grosszelligem) Lungenkrebs (er war Maurer und rauchte wenig). Stimmt es, dass es ein Familien-Gen gibt, das manche Familien anfälliger macht? Ich erinnere mich nicht an den Namen des Gens. Ich mache mir Sorgen. Bin selber Nichtraucher. Gibt es einen Test, um dieses Gen aufzuspüren?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag nono,
Ihre Mutter und Ihr Grossvater sind an Lungenkrebs gestorben. Beide haben geraucht und hatten zwei verschiedene Arten von Lungenkrebs.
Es ist völlig verständlich, dass Sie das beschäftigt und Sie sich fragen, ob eine genetische Veranlagung gewisse Familien anfälliger macht als andere.

Man weiss tatsächlich, dass es z.B. mehrere Varianten des Gens CY P3A4 gibt, die das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern und Raucherinnen erhöhen können. Dasselbe gilt für das Enzym Cytochrome P450. Es ist an hochkomplexen Zellprozessen beteiligt und hat die Fähigkeit, Substanzen im Zigarettenrauch in krebserregende Substanzen umzuwandeln. Man weiss also heute, dass eine gewisse genetische Veranlagung das Wachstum krebsfördernder Mutationen beschleunigen und bei Rauchenden die Entstehung eines Bronchialkarzinoms begünstigen kann. Diese Mechanismen sind im Moment aber noch Gegenstand der Forschung.

Die Häufung von Lungenkrebs in manchen Familien kann also auf eine genetische Veränderung zurückzuführen sein, aber ebenfalls auf den Lebensstil, der meist von Generation zu Generation überliefert wird. Dabei denke ich vor allem an das Aktiv- und Passivrauchen.

Tabakrauch ist der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs: Das Rauchen ist allein für rund 90% aller Lungenkrebserkrankungen verantwortlich. Ein weiterer Risikofaktor ist das Alter: Ab 50 Jahren wird eine drastische Zunahme neuer Lungenkrebsfälle verzeichnet.

Niemals mit dem Rauchen anfangen oder so schnell wie möglich damit aufhören, ist die wichtigste Massnahme bei der Vorsorge gegen Lungenkrebs. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Schweizer Krebsliga

Prävention von Lungenkrebs sowie in der Broschüre Lungenkrebs

Zurzeit wird von Genetests abgeraten, denn sie haben keinen therapeutischen Nutzen.


Frage von Claudia:
Ich bin 43 und Nichtraucherin. Beim Ausatmen höre ich manchmal ein Pfeifen, und am Morgen muss ich husten. Das ist so, seit ich vor zwei Jahren eine Lungenentzündung hatte, die ich mit einem ärztlich verordneten Antibiotikum behandelt habe. Sollte ich zum Arzt gehen?


Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Claudia,
Sie leiden an morgendlichem Husten und Atemgeräuschen, und dies als Folge einer vor zwei Jahren durchgemachten Lungenentzündung. Ich empfehle Ihnen, dringend ärztlichen Rat einzuholen. Es kann sich um etwas Ernstes oder Harmloses handeln, aber gehen Sie lieber auf Nummer Sicher.



Frage von tred:
Haben Sie Material, um Schülern (4. und 6. Kl.) Krebs und im speziellen Lungenkrebs kindergerecht zu erklären? Kontext: Der Lehrer ist erkrankt und das Thema beschäftigt die Kinder sehr. Danke.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag tred,
Ein Lehrer erfüllt eine wichtige pädagogische Funktion im Leben von Kindern und häufig entsteht dabei ein tiefer zwischenmenschlicher Kontakt. Es ist verständlich, dass die Kinder durch die Erkrankung ihres Lehrers aufgewühlt sind.

Informationsmaterial für Kinder, speziell für Lungenkrebs ist mir nicht bekannt. Mit Ausnahme des Buches „Mutter hat Krebs“ von Brian Fies. Es beschreibt (als Comic) die Situation einer an Lungenkrebs erkranken Mutter und ihren erwachsenen Kindern.

In der
Bibliothek der Krebsliga Schweiz und der Bernischen Krebsliga finden Sie eine Vielzahl von Büchern (evtl. auch anderen Medien) die altersgerecht das Thema Krebs, Krebserkrankung oder Sterben beleuchten.

Die Krebsliga Schweiz publiziert eine kostenfreie Broschüre mit dem Titel
Mit Kindern über Krebs reden.

Falls das Thema Rauchen in der Klasse aufgetaucht ist, empfehle ich Ihnen sich mit der
Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention in Verbindung zu setzen.

Möglicherweise ist auch dieser Link der
Flüsterpost für Sie interessant.

Das Buch „Marie und das Lebensrad, Eine Erzählung zu den grossen Lebensfragen“ von Michael Egli, beschreibt die Geschichte eines Teenagers und ihres schwerkranken Vaters. Ob dies ein Hilfsmittel für Sie sein könnte?

Im diesem Krebsforum hat Ladina, eine Forums-Userin, verschiedene
Buch- und Filmtipps zu Lungenkrebs aufgelistet und kommentiert.

Sie können sich gerne mit den Mitarbeiterinnen vom Krebstelefon 0800 11 88 11 in Verbindung setzen. Wenn Sie die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler genauer beschreiben können, ergeben sich vielleicht neue Ideen (z.B. Kunsttherapie, etc.) die den Verarbeitungsprozess unterstützen können oder das Informationsbedürfnis der Schulklasse stillen.



Frage von brunam:
Habe BSK und jetzt seit einem Jahr Metastasen auf der Lunge welche eigentlich eingekapselt sind, aber jetzt habe ich Wasser auf der Lunge bekommen. Wir haben es schon 2x abgesaugt, aber es kommt wieder. Was kann man machen? Gibt es auch alternative Möglichkeiten?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag brunam,
Sie schreiben, Sie sind an BSK erkrankt und haben Metastasen auf der Lunge.
Oft bleiben Lungenmetastasen über eine gewisse Periode unbemerkt, da sie meist über längere Zeit keine Beschwerden verursachen.
Ein Pleuraerguss bedeutet eine Flüssigkeitsansammlung in der Plaurahöhle. Die Flüssigkeit befindet sich zwischen Brust- und Lungenfell.
Es gibt verschiedene Ursachen für einen Pleuraerguss wie z.B. ein Herzproblem oder eine Infektion. Bei Patienten mit Metastasen eines Tumors in der Lunge ist der Pleuraerguss meist durch den Tumor selbst bedingt. Die Tumorzellen machen am Brust- und am Lungenfell eine Entzündung, welche zur Flüssigkeitsbildung führt.

Bei grösseren Pleuraergüssen wird oft eine Pleurapunktion oder eine Thoraxdrainage durchgeführt um den Erguss abzulassen.
Wenn der Erguss sich wiederholt kann der behandelnde Arzt Ihnen eine chemische oder chirurgische Pleurodese als Therapie vorschlagen. Ziel beider Verfahren ist eine Vernarbung der Pleurablätter, so dass sich nicht erneut Flüssigkeit ansammeln kann.
Zudem sollte der Tumor (als Ursache des Ergusses) therapiert werden.

Auf alternative Weise lässt sich leider eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge oder der Pleurahöhle nicht vorbeugen.

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