2013 - Hirntumore und Tumore des Zentralnervensystems


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2013 - Hirntumore und Tumore des Zentralnervensystems

Beitragvon admin » Di 18 Jun 2013 12:28

Frau Dr. Silvia Hofer beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von JH:
Grüetzi Frau Dr. Hofer
Ich wurde vor vier Jahren wegen eines hormonaktiven Hypopysenadenom operiert. Nun ist an derselben Stelle eine Zyste gewachsen und man schlägt mir eine erneute Operation vor. Evtl. mit anschliessender Bestrahlung - diesen Teil habe ich noch nicht ganz begriffen. Was denken Sie zu Weihrauch, würde ich von einer Einnahme von Weihrauchkapseln profitieren, so dass es vielleicht sogar das Auftreten einer neuen Zyste verhindern könnte?
Freundliche Grüsse J H

Antwort von Frau Dr. Silvia Hofer:
Guten Tag J H
Hypophysenadenome sind gutartige Tumoren, die aber wieder nachwachsen können. Weihrauch hat hier leider keinen Einfluss.
Da wir Ihren konkreten Tumor von der Biologie her nicht kennen, können wir zur Strahlentherapie keine Stellung nehmen.



Frage von skt:
Guten Tag!
Wie soll ich mit den psychischen Veränderungen meines Partners umgehen (Diagnose Oktober 2011: Glioblastom im Frontalhirn, zwei Mal operiert, bisher ohne Rezidiv, jeden Monate 5 Tage Temodal)? Mein Partner hat alle paar Wochen Wutanfälle und zeigt teilweise merkwürdiges Verhalten (zum Beispiel unverhältnismässige Beschwerdebriefe an Gemeinden, Firmen etc); kann das von der Narbe sein, vom Tumor, der wieder langsam wächst (MRI vom April war aber gut, neues folgt im August) oder ist das die psychische Belastung? Ich getraue mich nicht mit dem Onkologen meines Mannes zu sprechen, weil ich Angst habe, dass mein Mann wütend wird. Wir haben auch zwei Kinder (6 und 9 Jahre), die das Verhalten ihres Vaters auch manchmal schwierig finden.
Danke und freundliche Grüsse

Antwort von Frau Dr. Silvia Hofer:
Tumoren im Frontalhirn können leider solche Wesensveränderungen machen. Mir scheint es wichtig, dass Ihr Onkologe davon weiss und als neutrale Person auch die ganze Familie irgendwie schützen kann. Vielleicht muss man für die Kinder den jugendpsychiatrischen Dienst oder die Lehrerschaft miteinbeziehen. Informieren Sie Ihren Partner, dass Sie mit dem behandelnden Onkologen zu sprechen wünschen, auch wenn Sie das im Moment als konfliktträchtig empfinden.
Wir empfehlen Ihnen auch untenstehende Kontaktadressen:

Ihre Kantonale Krebsliga oder die Stiftung Fragile

Machen Sie Ihre Kinder auf den Chat für Kinder krebskranker Eltern der Krebsliga Schweiz aufmerksam. Ihre Kinder vertrauen sich Ihnen an, könnten aber trotzdem hie und da das Bedürfnis haben, sich mit einer fremden Person auszutauschen, ohne die Sorge, die Mama mit Ihren Schwierigkeiten zusätzlich zu belasten.


Frage von tina:
Mein Mann,70 wurde an einem Glioblastom lV operiert. 95% konnten entfernt werden. Nun warten wir auf einen Therapievorschlag, der wahrscheinlich Temodal und Avastin sein wird, eventuell in einer Studie. Mein Mann möchte aber Lebensqualität vor Lebensverlängerung setzen. Was sind Ihre Erfahrungen mit Avastin? Könnte man auch eine Strahlentherapie machen?

Antwort von Frau Dr. Silvia Hofer:
Avastin gehört zu den sogenannten Angiogenesehemmern und ist im allgemeinen gut verträglich. Avastin verhindert die Neubildung von Blutgefässen, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen. Im Moment wird seine Wirksamkeit bei Hirntumoren noch in Studien geprüft.

Temodal ist ein Medikament, das schon länger bei Glioblastomen eingesetzt wird. Häufig wird Temodal mit einer Strahlentherapie kombiniert, dies aber eher bei jüngeren Patienten unter 70 Jahren.

Sprechen Sie Ihre Bedenken und Wünsche wie „Lebensqualität vor Lebensverlängerung“ bei Ihrem Onkologen an, damit er sich bei der Therapiewahl danach richtet.



Frage von tina:
Mein Mann,70 wurde an einem Glioblastom lV operiert. 95% konnten entfernt werden. Nun warten wir auf einen Therapievorschlag, der wahrscheinlich Temodal und Avastin sein wird, eventuell in einer Studie. Mein Mann möchte aber Lebensqualität vor Lebensverlängerung setzen. Was sind Ihre Erfahrungen mit Avastin? Könnte man auch eine Strahlentherapie machen?

Antwort von Frau Dr. Silvia Hofer:
Avastin gehört zu den sogenannten Angiogenesehemmern und ist im allgemeinen gut verträglich. Avastin verhindert die Neubildung von Blutgefässen, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen. Im Moment wird seine Wirksamkeit bei Hirntumoren noch in Studien geprüft.

Temodal ist ein Medikament, das schon länger bei Glioblastomen eingesetzt wird. Häufig wird Temodal mit einer Strahlentherapie kombiniert, dies aber eher bei jüngeren Patienten unter 70 Jahren.

Sprechen Sie Ihre Bedenken und Wünsche wie „Lebensqualität vor Lebensverlängerung“ bei Ihrem Onkologen an, damit er sich bei der Therapiewahl danach richtet.

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