2018 - Genetik


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2018 - Genetik

Beitragvon admin » Mo 9 Apr 2018 13:41

Herr Prof. Dr. med. Karl Heinimann, Medizinische Genetik, Universitätsspital Basel beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Freundlich grüssen die Moderatorinnen

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Brustkrebs: Familiär erhöhtes Krebsrisiko

Beitragvon admin » Mo 9 Apr 2018 14:18

Frage von: Anana_s

Guten Tag Herr HeinimannIn unserer Familie väterlicherseits sind wir 4 Frauen (2 Cousinen, meine Schwester), die vor dem 50sten Altersjahr an Brustkrebs erkrankt sind. Ich habe die Untersuchung auf eine Genmutation (BRCA) machen lassen und diese war negativ, also keine Mutation vorhanden. Gibt es mittlerweile auch andere bekannte Mutationen, die für diese Häufung von Brustkrebs (alle Hormonabhängig) innerhalb der Familie verantwortlich sein könnten? Ich mache mir nämlich Sorgen um meine Töchter. Besten Dank und freundliche Grüsse

Antwort von Prof. Heinimann
Die genetischen Ursachen für erblichen Brustkrebs sind sehr vielfältig (genetisch heterogen) und, trotz bedeutenden Fortschritten in den letzten Jahren, noch immer grösstenteils (ca. 50-80%) ungeklärt. In ca. 15% der Familien mit erblichem Brustkrebs können in den Genen BRCA1 und BRCA2 krankheitsursächliche Mutationen nachgewiesen werden; bei weiteren ca. 7% der Familien können, individuell sehr seltene, Mutationen in einem von ca. 7 Genen vorliegen, die mit einem hohen Lebenszeitrisiko für Brustkrebs (und anderen Krebserkrankungen) einhergehen. Am besten besprechen Sie daher die Möglichkeit einer erweiterten genetischen Abklärung und die sich daraus ergebenden Vorsorge-/ Behandlungsmassnahmen mit Ihren betreuenden Ärztinnen oder Ärzten bzw. in der Regel einer genetischen Beratung. Genetische Beratungsstellen finden Sie hier

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Familiäre Krebsrisiken

Beitragvon admin » Do 12 Apr 2018 16:04

Frage von Anonymus
Sehr geehrter Herr Doktor HeinimannIn meiner Familie sind schon mehrere Menschen an Krebs gestorben: Mein Vater hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs, meine Mutter Brustkrebs. Ein Onkel ist an Darmkrebs verstorben.Ich selbst musste vor fünft Jahren eine Gebärmutterhalskrebs Behandlung machen. Nun habe ich wieder Bauchbeschwerden. Bin ich genetisch vorbelastet? Gibt es besondere Vorsorgeuntersuchungen für mich? Ich habe Angst wieder Krebs zu bekommen. Was raten Sie mir? Besten Dank

Antwort Hr. Heinimann
Sie sind in Ihrer Familie mit dem Thema Krebs und Tod konfrontiert. Sie selber sind an Krebs erkrankt und die erneut aufgetretenen Bauchschmerzen bereiten Ihnen Sorge. Sie fragen sich, ob Sie erblich vorbelastet sind und wie Sie eine erneute Krebserkrankung verhindern können.

Auch wenn in einer Familie häufig Krebsfälle auftreten, heisst dies noch nicht, dass eine erbliche Vorbelastung vorliegt. Sie können zufällig entstanden sein. Mögliche Hinweise auf eine erbliche Ursache können sein, wenn dieselbe Krebsart bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Kinder, Geschwister) auftreten. Mitentscheidend ist auch das Erkrankungsalter vor dem 40.oder 50. Lebensjahr.
In der Broschüre
«Familiäre Krebsrisiken» der Krebsliga Schweiz finden Sie weitere Informationen.

Sie haben die Möglichkeit, eine genetische Beratung durchzuführen. Im Gespräch kann sorgfältig abgewogen werden, ob eine genetische Abklärung mit einem Gentest sinnvoll ist. Adressen von genetischen Beratungsstellen finden Sie
hier.
In Bezug auf Vorsorgeuntersuchungen empfiehlt sich ein Gespräch mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin.

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Blasenkrebs/Leukämie Vererbung

Beitragvon admin » Do 19 Apr 2018 11:08

Frage von anonymer Krebspatientin
Ich bin 59 Jahre alt und vor3 Jahren an einem bösartigen Blasenkrebs erkrankt.Immer wieder OP da Rezidive .Meine Schwester hatte vor 40 Jahren Leukemie.Sie ist mit 5 Jahren verstorben.Wie hoch ist die wahrscheinlichkeit einer Vererbung( Tochter od. Groskinder ) ?

Antwort von Prof. Heinimann
Aufgrund der Tatsache, dass sowohl Sie als auch Ihre Schwester an Krebs erkrankt sind, befürchten Sie, dass Sie Ihren Nachkommen eine genetische Prädisposition zur Entwicklung von Krebserkrankungen weitergegeben haben könnten und möchten von mir wissen, wie hoch diese Wahrscheinlichkeit ist.
Nur bei wenigen Menschen (ca. 5-105) entsteht (Blasen-)Krebs auf dem Boden einer genetischen Veranlagung. Beim Blasenkrebs spielen auch Umweltfaktoren und der „Life Style“ eine grosse Rolle.
Alle Arten von Leukämie zeichnen sich durch typische Mutationen aus. Genveränderungen können zufällig auftreten, durch Umwelteinflüsse ausgelöst werden oder erblich bedingt sein.
Für eine genauere Antwort auf Ihre Frage ist ein Beratungsgespräch und die Einsicht in Ihre Krankenakte erforderlich. Für eine weiterführende genetische Beratung können Sie sich an eine entsprechende
Fachstelle in Ihrer Nähe wenden.


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