Weisser Hautkrebs


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Weisser Hautkrebs

Beitragvon admin » Mo 29 Apr 2024 11:14

Eine 55-jährige Frau erhielt die Diagnose sonnenbedingter, weisser Hautkrebs. Das sogenannte Basalzellkarzinom wurde operativ entfernt.
Per E-Mail gelang Sie mit folgenden Fragen an die Fachberater:innen des Krebstelefons:

• Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, weitere Basalzellkarzinome zu bekommen?
• Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an einer anderen Krebsart zu erkranken? Ist die Wahrscheinlichkeit höher als bei Personen, die bisher keinen Krebs hatten?
• Wie wichtig ist der Sonnenschutz ab jetzt und in Zukunft? Oder anders gefragt: Sind die «Hautschäden»/ist der weisse Hautkrebs hauptsächlich auf die Sonneneinstrahlung zurückzuführen, die ich im Laufe des Lebens erhalten habe?

Antwort der Fachberaterin des Krebstelefons:

Vielen Dank für Ihre E-Mail an den Informations- und Beratungsdienst der Krebsliga Schweiz.

Gerne gehe ich auf Ihre Fragen ein. Ich möchte Sie im Voraus darauf hinweisen, dass wir kein ärztlicher Dienst sind. Wir stellen keine Diagnosen und verordnen auch keine Therapien (siehe auch Disclaimer).

Zu Ihrer ersten Frage, ob die Wahrscheinlichkeit höher ist, an weiteren Basalzellkarzinomen (Basaliomen) zu erkranken, trotz Sonnenschutz:
Es ist tatsächlich so, dass Menschen mit Basalzellkarzinomen ein höheres Risiko aufweisen, in Zukunft an weiteren Basalzellkarzinomen zu erkranken. Bei etwa 40 von 100 Betroffenen treten innerhalb der ersten drei Jahre nach der Erstdiagnose weitere Basalzellkarzinome auf. Wenn Betroffene ein Basalzellkarzinom haben, ist es oftmals ein Zeichen, dass in der Vergangenheit die Haut nicht ausreichend vor der Sonne geschützt wurde. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene an den Nachsorgeuntersuchungen teilnehmen und ihre Haut regelmässig von einer Dermatologin, einem Dermatologen untersuchen lassen. Die Abstände zwischen den Untersuchungen sind von der Ärztin, dem Arzt individuell zu bestimmen.

Zu Ihrer zweiten Frage, ob die Wahrscheinlichkeit höher ist, an einer anderen Krebsart zu erkranken als bei Personen, die noch nie von Krebs betroffen waren:
Da Sie bereits ein Basalzellkarzinom (Basaliom) hatten, kann das Risiko erhöht sein, an weiteren UV-sensiblen Hautkrebsarten (Spinaliom oder Melanom) zu erkranken. Für andere Krebserkrankungen besteht aus meiner Sicht kein höheres Risiko als bei Personen, welche noch nie Krebs hatten – ausser Sie haben eine genetische Veranlagung für eine bestimmte Krebsart innerhalb der Familie. Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite unter Genetische Vorbelastung. Wichtig ist zur Prävention von Krebs, dass Sie ab 50 Jahren an Früherkennungsuntersuchungen von Brust- und Darmkrebs teilnehmen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer Website unter Früherkennung oder auf der Seite von Swiss Cancer Screening. Dort sind die kantonalen Früherkennungsprogramme aufgeführt. Auf unserer Webseite unter Prävention sind zudem 12 Empfehlungen erwähnt, welche helfen, das Krebsrisiko zu senken.

Zu Ihrer dritten Frage, ob das Basalzellkarzinom auf die Sonneneinstrahlung zurückzuführen ist, die Sie im Laufe des Lebens erhalten haben, und wie wichtig der Sonnenschutz ab jetzt und in Zukunft ist:
Sie haben zu Beginn Ihrer Anfrage geschrieben, dass bei Ihnen sonnenbedingter, weisser Hautkrebs diagnostiziert wurde. Dies bedeutet, dass das Basalzellkarzinom primär auf die in der Vergangenheit aufgenommenen UV-Strahlen zurückzuführen ist. Auch wenn Sie Ihre Haut in Zukunft regelmässig von einer Dermatologin, einem Dermatologen kontrollieren lassen, ist ein umfassender Sonnenschutz in Ihrem Fall unerlässlich. Mehr Informationen finden Sie in unseren Broschüren Sonnenschutz und Sonnenschutz – das Wichtigste in Kürze.

Gerne verweise ich zusätzlich auf unsere Broschüre Heller Hautkrebs (Basalzellkarzinom siehe Seiten 13 bis 15) und auf den Blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe zum Thema Hautkrebs (Basalzellkarzinom Seiten 55-58). Diese beiden Broschüren enthalten wichtige Informationen zum Thema weisser/heller Hautkrebs und Basalzellkarzinom (Basaliom).



Das Krebstelefon-Team begleitet und berät Betroffene, Angehörige und Interessierte. Haben Sie Fragen? Dann mailen, telefonieren oder chatten Sie mit uns: www.krebsliga.ch/krebstelefon

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