2021 - Leben mit und nach Krebs


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2021 - Leben mit und nach Krebs

Beitragvon admin » Di 27 Apr 2021 14:47

Sie haben die Diagnose Krebs erhalten und die Erstbehandlung liegt bereits hinter Ihnen. Verschiedene Unsicherheiten und Fragen stehen im Raum …

Expertinnen beantworten vom 3. Mai bis und mit 13. Juni 2021 Ihre Fragen.
Auf der
Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.
An dieser Stelle werden Ihre Fragen und die Antworten der Expertinnen laufend aufgeschaltet werden.

Freundliche Grüsse
Das Moderationsteam

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Umgang mit der psychischen Bewätigung

Beitragvon admin » Mo 10 Mai 2021 8:44

Von Copito

Liebe Expertinnen und Experten,
ich stelle mir die Frage, wie es anderen Cancersurvivors mit der psychischen Bewältigung ergeht. In Artikeln wird es gerne dargestellt, dass man mit psychoonkologischer Betreuung, Achtsamkeit, Yoga etc zu einer völlig erstarkten Persönlichkeit mit tollen neuen Eigenschaften wird. Man müsse die Krankheit einfach akzeptieren lernen. Selbstoptimierung wie in der Leistungsgesellschaft, selbst noch in der Krankheit. Mich beschleicht langsam das Gefühl, dass hier viel Tabu herrscht. Irgendwann schweigt man es einfach tot, dann hat man halt „etwas Kopfschmerzen“, wenn man gerade grübelt. Wie geht es den anderen nach 2, 5, 10 Jahren? Sonnenschein pur und Dankbarkeit? Oder doch auch immer wieder schlechtere Phasen?

Antwort von Sarah Stoll- Fachberaterin Cancer Survivorship

Eine Krebserfahrung erschüttert den ganzen Menschen und sein Umfeld. Das Leben geht weiter, aber selten gleichermassen wie vor der Erkrankung. Viele Menschen bekommen mitgeteilt, dass sie geheilt sind, dankbar sein können. Aber sie fühlen sich nicht gesund, haben Langzeitnebenwirkungen oder spüren Spätfolgen, sind ängstlich, haben das Vertrauen in den Körper verloren und schon die kleinste Unpässlichkeit wird in den Zusammenhang mit der Krankheit gebracht. Diesen Zustand zu akzeptieren ist eine Riesenaufgabe. Darum plädiere ich dafür, damit einen Umgang zu finden. Ähnlich, wie man den Umgang mit einer chronisch verlaufenden Krankheit sucht.

Die Thematisierung der psychischen Komponente kommt meiner Erfahrung nach zu kurz. Vor allem im Langzeitverlauf. Der Krankheitsverarbeitung, Kankheitserklärung, dem WOZU und nicht dem WARUM, sollte aus meiner Sicht mehr Beachtung geschenkt werden. Natürlich ist es sehr wichtig, Methoden zu erlernen wie achtsamkeitsbasierte Meditation, Entspannung, Yoga, Ausdauersport, Umgang mit der Angst, Selbststeuerung, um Befähigung in die neuen Ressourcen zu finden. Dennoch, die Erschütterung der Krebserfahrung verlangt nach einer neuen Realität und die alte Normalität kann selten weitergelebt werden. Es bleiben unsichtbare Behinderungen. Der betroffene Mensch hat sich verändert und das gilt es zu würdigen, zu akzeptieren und damit einen Umgang zu finden. Cancer Survivors haben alle schlechteren Phasen, dunkle Tage und Momente, in denen es kaum weiterzugehen scheint. Wir versuchen sie dahingehend zu beraten und zu unterstützen, trotz der Krebserfahrung eine annehmbare Lebensqualität zu finden, auch wenn diese ganz neu definiert werden darf.


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