2021 - Krebstelefonteam


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2021 - Krebstelefonteam

Beitragvon admin » Mi 2 Jun 2021 9:31

Haben Sie Fragen an die Mitarbeiterinnen des Krebstelefons?

An dieser Stelle beantworten wir Ihre schriftlichen Fragen vom 14. Juni bis zum 26. Juli 2021.

Auf der
Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.
An dieser Stelle werden Ihre Fragen und die Antworten der Expertinnen laufend aufgeschaltet werden.

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Freundliche Grüsse
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Warum spricht man bei Krebs von einer Fünfjahresüberlebensrate

Beitragvon admin » Do 17 Jun 2021 8:54

Frage von Ungläubig:
Guten Tag
Warum stützt sich die medizinische Wissenschaft auf einen Zeitrahmen von fünf Jahren, wenn es um die Heilung von Krebs geht (oder um ein Rezidiv, wenn es vor fünf Jahren auftritt)? Warum nicht vier, sechs, zehn oder sogar zwanzig Jahre? Haben diese fünf Jahre eine statistische Bedeutung und keine medizinische Bedeutung? Wenn ja, welche? Ist das eine Taktik? Vielen Dank für Ihre Antwort

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon:
Guten Tag
Die Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben die Überlebenschancen für Menschen mit Krebs verbessert. Inzwischen spricht man in Fachkreisen durchaus auch von 10-Jahres- und 15-Jahres-Überlebensraten.

Die 5-Jahres-Überlebensrate wird in der Onkologie bevorzugt herangezogen, um Therapie-Optionen gegeneinander abzuwägen. Die 5-Jahres-Überlebensrate gilt hauptsächlich als Indikator für das Ansprechen auf die Therapie.
Spricht man von einer 5-Jahres-Überlebensrate, bedeutet dies nicht, dass man davon ausgeht, dass die Patientin/der Patient höchstens 5 Jahre leben wird. Die 5-Jahres-Überlebensrate sagt aus, wieviel Prozent einer Patientengruppe, die an einer bestimmten Krebserkrankung leidet, 5 Jahre nach Diagnose noch lebt. Davon ausgenommen sind Menschen, die an einer anderen Krankheit sterben.
In der Medizin sind Zeitspannen über 5 Jahre einer geologischen Ära gleichzusetzen: Die wissenschaftliche Entwicklung schreitet voran und zu ausgedehnte Beobachtungsperioden relativieren die Auswirkung auf die Überlebenswahrscheinlichkeit neuer Früherkennungsmethoden, Diagnoseverfahren, Therapien und Nachsorgeprotokolle. Umgekehrt, lassen Beobachtungsperioden unter 5 Jahren eine Tendenz schwerer erkennen als längere Beobachtungsperioden.

Die prognostische Aussagekraft der 5-Jahres-Überlebensrate ist beschränkt. Eine vorausschauende Einschätzung der Situation trägt im Einzelfall individueller Faktoren Rechnung wie z.B. des Stadiums der Krebserkrankung bei Diagnosestellung, der biologischen Eigenschaften der Krebserkrankung, des Allgemeinzustandes der Patientin/des Patienten, allfälliger Begleiterkrankungen und deren/dessen Alter.

Das Wort "Heilung" entspricht im Zusammenhang mit Krebs dem Begriff "Remission". Remission bezeichnet das Fehlen von Krankheitszeichen. In solchen Fällen spricht man von "kompletter" Remission. Wenn die Therapie den Tumor zum Schrumpfen bzw. zum Stillstand bringt und vorläufig keine weitere Behandlung notwendig ist, spricht man von "partieller" Remission. Manchmal bleiben Krebszellen zurück, die mittels der zur Verfügung stehenden diagnostischen Verfahren noch nicht erkannt werden können. Diese Zellen können zu einer späteren Rückkehr der Krebserkrankung führen. Trifft diese Eventualität ein, spricht man von einem "Rückfall" oder von einem "Rezidiv" unabhängig vom Zeitpunkt, zu dem er bzw. es eintritt. Mediziner bezeichnen Krebspatientinnen und Krebspatienten als geheilt oder sich in Remission befindend, wenn der Krebs 5 Jahre nach Diagnose nicht mehr nachweisbar ist. Ein Rückfall nach 5 Jahren ist aber möglich.
Insbesondere für Krebs ist die 5-Jahres-Überlebensrate ein in der Epidemiologie und medizinischen Statistik angegebener Prognose-Wert. Die prognostische Aussagekraft der 5-Jahres-Überlebensrate ist jedoch beschränkt. Es ist vom Wert nicht abzuleiten, wie viele Patientinnen/Patienten nach mehr als 5 Jahren (z.B. nach 6 Jahren oder nach 15 Jahren) noch leben bzw. wie viele Patientinnen /Patienten später an der Krankheit sterben. Der Überlebenszeitraum beginnt mit dem Tag der Diagnose: Menschen mit Krebs leben länger, immer mehr Menschen erfahren aber heute auch früher von ihrer Krebserkrankung.

Statistische Daten lassen sich nur schwer auf die einzelne Person übertragen. Unterstützung durch die behandelnde Fachärztin oder den behandelnden Facharzt bei der Interpretation statistischer Daten ist ein möglicher Weg, um irreführende Schlüsse zu vermeiden und sich selbst zu informierten Entscheidungen zu befähigen.

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Behandlung bei Hautkrebs

Beitragvon admin » Do 17 Jun 2021 10:00

Frage von V.W. :
Guten Tag, der Vater meines Mannes ist 78 Jahre alt und ist wiederholt am schwarzen Hautkrebs erkrankt. Er ist ein sehr heller hairdo und hat sich in der Vergangenheit sehr vielen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Nun wurde seit dem Sommer 2020 weißer Hautkrebs im Gesicht und paar Monate später schwarzer Hautkrebs an der Nase festgestellt. Dieser wurde im Herbst heraus operiert. Nun ist dieser erneut aufgetreten. Die Ärzte wollen nun noch tiefer schneiden. Der Vater sagt nicht ob dieser metastasiert hat aber das erneute Auftreten bereitet mir sorgen. Vor allem innerhalb so kurzer Zeit. Können sie mir vielleicht sagen wie mögliche Therapien für ihn aussehen könnten, ob Ernährung oder sonstiges das man im Alltag ändern kann hilft?

Antwort von Carine Neyens, Fachberaterin Krebstelefon:
Guten Tag
Bei Ihrem Schwiegervater ist der schwarze Hautkrebs (Melanom) nach einem Jahr zurückgekommen. Sein Behandlungsteam möchte erneut operieren. Sie machen sich sorgen und fragen sich, welche Therapien sonst noch für ihn in Frage kommen könnten.

Um den Heilungserfolg zu verbessern oder das Voranschreiten der Erkrankung zu verzögern, kann es sinnvoll sein, ergänzend zur Operation eine medikamentöse Behandlung und/oder eine Strahlentherapie durchzuführen. Diese ergänzenden Therapien sind nicht immer notwendig. Die Broschüre Melanom beschreibt detailliert Entstehung, Diagnose und Therapiemöglichkeiten. Auch finden Sie ab Seite 26 Infos zu weiterführenden Behandlungen.
Am besten kann das Behandlungsteam Ihres Schwiegervaters Ihre Fragen beantworten. Eine Möglichkeit wäre, Ihr Schwiegervater zu einem Arztgespräch zu begleiten, falls er dies wünscht. Auf der Rückseite das Informationsblatt Behandlungswahl: Was muss ich wissen? finden Sie eine Checkliste mit Fragen an die Ärzt*innen, die auch nach der Operation interessant sein könnten.

Sie sprechen zusätzlich ein wichtiges Thema an, wie Ihr Schwiegervater im Alltag dank einem gesundheitsbewussten Leben etwas für seine Gesundheit machen kann. Eine «Ausgewogene Ernährung» ist dabei ein wichtiger Aspekt. Andere wichtige Aspekte zur Krebsvorbeugung finden Sie in der Broschüre Prävention von Krebs .


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