Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie


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Rumbaka
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Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon Rumbaka » Mo 10 Apr 2023 12:23

Hallo
Gibt es hier Personen (m/w) die mit mir, v.A., über die Potenzprobleme nach einer Totalentfernung der Prostata (nach DA VINCI) diskutieren würden. Ist dies doch für uns ein bleibendes (ev. Neben)-Thema dieser Operationsmethode!
Mein Mann wurde vor rund 15 Mt. opereriert, der Krebs konnte damit vollständig entfernt werden, PSA-Wert bis jetzt immer >0.01ng/ml! Nächste Kontrolle 18.05.23!
Ein bleibendes Thema ist aber für uns das Potenzproblem. Mit verschiedenen Mitteln (Sildenafil, Penispumpe, "Handbetrieb") erreicht mein Mann eine genügende Steifigkeit. Es gab in den letzten Monaten Zeiten, da hatte er praktisch bei jedem GV (1 - 2x/W) einen "trockenen" Orgasmus! In letzter Zeit erreicht er dies aber nicht mehr. Für mich ist dies kein Problem, aber ich habe den Eindruck, dass mein Mann langsam darunter leidet!
Wie gehen Andere damit um? Habt Ihr ev. hilfreiche Vorschläge dazu?
Ich freue mich auf eine, hoffentlich, angeregte Diskussion hier im Forum!

CLIMBO
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon CLIMBO » Di 11 Apr 2023 7:19

Hallo
Habe Euer Problem gelesen. Ich selber hatte vor 11 Monaten eine Prostata-OP ebenfalls mit DaVinci und zwar eine vollständige Ektomie. Die erste Nachkontrolle ergab dann einen PSA Wert von über 2. Eine weitere PET/CT Untersuchung zeigte dann eine Streuung des Tumors um rechten Bauchbereich, so dass entschieden wurde eine Bestrahlungstherapie zu machen. Diese erfolgte dann im September/Oktober 2022. 36 Bestrahlungen und zwar jeden Tag ausser Sa/So. Psychische Belastung war relativ gross obwohl man gut betreut wurde. Einige Nebenerscheinungen traten auf, wie Schmerzen vor dem Stuhlgang, Bauchschmerzen allgemein usw. die sich bis heute nur wenig abgeschwächt haben. Dieses Thema macht mir grössere Sorgen. Die erste Nachkontrolle nach der Bestrahlung zeigte einen Wert von 1.5 an, die zweite dann im Januar von 0,9, also abnehmend. Die Hoffnung bleibt, dass der PSA Wert nochmals etwas sinken wird. Nächste Kontrolle Mitte Mai. Nun zum Thema Sexualität: Hier geht bei mir gar nichts, "Handbetrieb" möglich, aber ohne Erektion. Eine Ejakulation kann stattfinden, es wird aber Urin ausgeschieden. Der Arzt hat mir auch angeboten eine Spritze direkt in den Penis zu machen, was ich bisher ablehnte. Meine Frau zeigt seit längerer Zeit wenig Interesse an der Sexualität, so dass wir kaum noch zusammenkommen. Im Kopf spielt sich die Sexualität trotzdem noch ab, auch wenn untenrum nichts mehr geht. Hin und wieder wird ein "filmli" geschaut um sich wenigsten vorstellen zu können, wie es wäre. Ich habe mich mit meinem Alter Ü70 damit grösstenteils abgefunden und blicke zurück auf eine alles in allem gutes Leben. Wichtig für mich sind vor allem, dass ich weiterhin grossen Lebenswille habe und ich meine ganze Familie inkl. Enkel geniessen kann. Es wäre sicher schön nochmals volle Erektion zu erhalten, aber es ist nicht das Allerwichtigste in meinem zukünftigen Lebensabschnitt.

Rumbaka
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon Rumbaka » Di 11 Apr 2023 9:46

Hallo CLIMBO
Danke für den ausführlichen Bericht. Ich verstehe, dass die Gesundheit, d.h. eine, hoffentlich, vollständige Genesung für Dich das Wichtigste ist. Und weiss vom Schwager, dass mit Bestrahlung, Chemo, etc. unten gar nichts mehr geht.
Wir sind in der komfortaben Lage, dass bei meinem Mann der Krebs noch nicht gestreut hatte und der PSA-Wert seit der Operation (bis jetzt) immer <0.01 war.
Mit der Operation habe ich mich wieder neu in meinen Mann verliebt - nach 58 Ehejahren! Auch wurde unsere Ehe durch diesen Eingriff neu belebt, mit viel mehr Nähe und Zärtlichkeit. Dadurch ist die Sexualität für mich, auch Ü70!, wieder wichtig geworden. Übrigens die erste Erektion, ohne grosse Hilfsmittel, hatte mein Mann rund 6 - 7 Wochen nach der Operation! Wir waren dannzumal in finn. Lappland in den Winterferien! Und nun wissen wir Beide, dass es bei uns wieder funktionieren kann, und meistens auch tut.
Sollten wir mal in die gleiche Situation kommen wie bei Dir, könnte ich mich sicher auch damit abfinden und mich anpassen. Zärtlichkeit und Liebe sind nicht nur auf die Sexualität begrenzt. Ich würde dann meine Mann ganz sicher unterstützen beim "filmli" schauen, was auch für mich ein Ersatz sein könnte.
Es hat mich gefreut mich mit Dir austauschen zu können und ich hoffe auf weitere interessante Kommentare.

masubu
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon masubu » So 30 Apr 2023 19:25

Guten Abend Rumbaka
"Ich freue mich auf eine, hoffentlich, angeregte Diskussion hier im Forum!" Diese Worte standen am Schluss Ihrer Frage und dann kommt EINE Antwort. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich recht enttäuscht bin, was hier im Forum läuft. Oder ist es so, dass die angeblich doch stattliche Anzahl Prostata-Operierter, gar keine Probleme haben? Da muss ich aber wirklich echt lachen. Vermutlich trauen sich die Meisten gar nicht zu schreiben aus etwelchen Gründen auch immer. Ich selber bin im Dezember 2020 radikal operiert worden, allerdings offen und nicht mit dem da Vinci. Mein Urologe hat mich phantastisch informiert, orientiert und über ALLES aufgeklärt, echt vorbildlich. Ich habe eine Pfannenstielnarbe, wie sei bei Kaiserschnitten üblich ist. Schmerzen hatte ich glücklicherweise gar nie.
Interessanterweise war bei meinem Aufklärungsgespräch auch die Potenz ein Thema. Angeblich wären die Chancen auf weiterhin erhaltenen Potenz bei 50%! Auch interessant ist, dass ich praktisch keinen Kollegen kenne, der zugegeben hat, nach der Operation Probleme mit der Potenz zu haben- sind wir da vielleicht nicht mehr ganz ehrlich? Ich habe direkt an die Operation für ein halbes Jahr Cilialis in niedrigster Dosierung bekommen, um eine bessere Heilung zu erreichen. Ich war- damals in der Covid-Zeit- für eine Woche hospitalisiert und hatte meine erste morgendliche Erektion am zweiten Tag nach der Entlassung. Die Potenz ist bei mir um einiges besser als vor der Operation. In der Partnerschaft haben wir das grosse Problem, dass meine Gattin grösste Probleme mit der Libido hat. Gut, es gibt sicher bei jedem Patienten ein Rucksäckchen, das man zu tragen hat.
Was mich aber auch interessieren würde: Warum gibt es so wenige Fragen? Ich weiss aus persönlichen Gesprächen, dass (zu) viele Ärzte wenig oder gar nichts informieren und das finde ich in der heutigen Zeit äusserst tragisch und auch schlimm. Wo informieren sich denn all diese Männer? ich wäre sehr froh, wenn auch von dieser Seite ein paar Reaktionen kommen würden.
Besten Dank und Gruss
masubu

Rumbaka
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon Rumbaka » So 7 Mai 2023 15:32

Hallo masubu
Danke für Deinen Beitrag! Ich bin auch etwas enttäuscht über die wenigen Rückmeldungen! Haben eventuell die meisten Männer Mühe damit zuzugeben, dass ihnen die Impotenz Probleme bereitet? Meine Auseinandersetzung mit der Operation brachte mich zur Erkenntnis, dass diese einen viel grösseren Einschnitt für das Selbstwertgefühl des Mannes bedeutet als der ähnliche Vorgang (Gebärmutterentfernung) bei der Frau!
Vom Urologen meines Mannes sind wir über die Operation (nach Da Vinci) gut informiert worden. Ob er auch auf die Impotenz eingegangen ist, weiss ich heute nicht mehr. Ich glaube auch, dass mir dies vorerst nicht so wichtig war. Meine Haltung damals: <Wichtig ist jetzt mal, dass der Krebs entfern werden kann! Mit dem was danach kommt, können wir uns auseinander setzen, wenn es soweit ist!> Auch habe ich immer wieder gesagt „Wir schaffen das!“ Auf jeden Fall habe ich meinen Mann immer voll unterstützt. Ebenfalls bei der Inkontinenz kurz nach der Op, bei der Mithilfe mit Beckenbodentraining. Dies wurde danach vom Arzt auch immer lobend erwähnt.
Ich habe mich auch vorher umfassend über alles orientiert! So wusste ich schon darüber Bescheid, dass bei einer möglichen Schonung der Nerven, eine spontane Erektion wieder möglich sein soll, es aber bis zu 2 Jahren (od. länger) dauern kann! Von diesem Zeitpunkt sind wir schon noch etwas entfernt! Eine gewisse Verzögerung kann sicher auch dem Alter meines Mannes (79J) zugeschrieben werden. Der Wille ist sicher vorhanden, und mit Unterstützung (Handbetrieb, Sildenafil, Penispumpe) klappt es meistens, so ca. 1x/W! Sildenafil wird uns von der KK, nach Empfehlung des Urologen(!), zu 90% vergütet!
Für Dich finde ich es sehr schade, dass Deine Frau Probleme mit der Libido hat! Weiss sie, was sie dadurch verpasst? Für mich (78J) wurde der Sex durch die Operation wieder neu wichtig und ich geniesse es jedes Mal, ob mit oder ohne Orgasmus! So oder so hat uns das ganze Drum und Dran noch viel näher zueinander geführt! Ich hoffe für Dich, dass Deine Frau wieder freier werden kann! Ev. könnte sie sich mittels PN mit mir darüber unterhalten!
Freue würde ich mich auch wenn sich noch mehr Männer, und eventuell ebenfalls Frauen melden würden! Wir Frauen sind doch gleichfalls involviert!
Jetzt ist dies ein recht langer Bericht geworden!

CLIMBO
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon CLIMBO » Mi 1 Nov 2023 13:55

Das Thema Sexualität nach der Prostataektomie ganzheitlich ist bei vielen operierten Männern kein Thema, weil dieses es verdrängen und versuchen im Kopf damit klar zu kommen. Wenn ihr Personen kennt, rüttelt diese auf, in unserem Alter Ü70 sollte man wohl über solche Dingen reden können, ohne dass man sich schämen muss oder rot wird...
Also Männer, ihr stellt euch Euren Mann, ohne ganzheitliche Erektion.

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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon Tiefsee24 » Sa 30 Dez 2023 6:53

Ich bin Angehörige, mein Mann wurde vor zwei Jahren operiert und ist seitdem impotent. Als Frau bin ich enttäuscht über die geringen Rückmeldungen und Forenbeitraege, über null Gespräche mit seinen behandelnden Ärzten und über das Verstummen. Weder auf der Reha noch danach hat mich jemand gefragt, wie es sich als Frau mittleren Alters anfühlt ohne Sexualität mit einem Mann nach Totalentfernung. Alle Medikamente haben zu nichts geführt und darüber sprechen tut niemand. Mein Mann leidet wie ich darunter und noch viel mehr, weil er weiß wie sehr ich darunter leide mit niemanden sprechen zu können. Es ist die totale Einsamkeit.

Rumbaka
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon Rumbaka » So 31 Dez 2023 13:03

Hallo Tiefsee24

Danke für Deinen Beitrag. Ich verstehe Dich sehr gut! Auch ich bin ja als Frau davon betroffen. Niemand will darüber sprechen. Und auch wenn wir nicht mehr ganz zu den Jungen gehören, haben wir noch unsere Bedürfnisse!

Auch bei uns helfen die Medikamente -Sildenafil - wenig bis nichts. Aber ich motiviere meinen Mann immer wieder diese trotzdem einzunehmen und sich dann Zeit zu lassen. Sicher ist, dass nicht sofort, wenn überhaupt, eine vollkommen Erektion auftritt, wie bei der Entdeckung von Viagra kolportiert wurde :(! Am Meisten hilft bei uns noch die Penispumpe, welche wir zusammen mit Sildenafil anwenden, was gem. Urologe durchaus möglich und erlaubt ist. Ich kann mit diesem Vorgehen ganz gut umgehen!

Doch im Moment läuft leider bei uns gar nichts mehr :(! Diesmal bin aber ich „schuld“ daran :(! Hatte vor rund 7 1/2 Mte. eine Knieoperation, es gab ein vollkommen neues Gelenk! Aber die Heilung verläuft seehr, sehr langsam! Kann das Knie noch recht wenig beugen, was mich beim Sex in der Beweglichkeit ziemlich einschränkt.

Da mein Mann sehr fürsorglich ist, getraut er sich nicht seine Bedürfnisse und Wünsche anzumelden. Auch weil das Knie immer noch mehr oder weniger geschwollen ist und häufig schmerzt! Und ich setze ihn nicht gerne unter Druck! Vor einigen Wochen haben wir es zwei Mal versucht, aber es war - für Beide - eher unbefriedigend!

Ich würde gerne mit Dir weiter diskutieren, und damit ev. andere Frauen - und auch Männer - motivieren sich zu äussern. Habe schon überlegt, ob ich eventuell ein spezielles Forum zu diesem Thema eröffnen könnte, da doch bei Prostata-Krebs eher die Krankheit im Vordergrund steht und deshalb die Sexualität in den Hintergrund tritt.

Vielleicht meldest Du dich, und ev. auch andere Personen, bald mal wieder. Es würde mich freuen!

masubu
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon masubu » Mi 3 Jan 2024 23:02

Liebe Tiefsee und liebe Rumbaka
interessant, wieder etwas zu lesen, es stimmt, es kommen sehr wenig Beiträge und wie ich schon einmal geschrieben habe sind (zu) viele Ärzte überfordert mit Themen, die nicht nach Norm ablaufen. Ich hatte in dieser Hinsicht grosses Glück, ich konnte jederzeit und mit Allen möglichen Fragen zu meinem Urologen, er hat sich immer die nötige Zeit genommen und auch ohne Zeitdruck informiert. Zu Tiefsee würde mich noch interessieren, waren Sie bei den jeweiligen Arztbesuchen mit ihrem Gatten nie dabei? Nach der Operation hat mich meine Frau immer begleitet und wir waren immer zusammen im Sprechzimmer. Konnte der Urologe keine Angaben und Therapievorschläge machen? Ich finde dies verrückt und solche Ärzte müssten doch entweder lernen mit diesen Schwierigkeiten der Patienten umzugehen und ihnen auch die nötige und fachliche Hilfe anzubieten.
Und warum sprechen die betroffenen Männer nicht darüber? Wenn man nicht darüber spricht, ist es auch praktisch unmöglich eine gute Lösung zu finden. Und bei mir war es so, dass mich der Urologe auch genaustens informiert und orientiert habe über sämtlich mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen. Auch über mögliche Lösungen haben wir vor der Operation gesprochen.
Gut, auch in jüngeren Jahren hat doch niemand über Sexualität gesprochen, da waren alles überpotente Hechte, die NIE Probleme hatten und deshalb auch nie darüber sprechen, bzw. sich informieren lassen- oder liege ich da falsch? Dafür würde ja auch der Schwarzmarkt bei den Potenzmitteln sprechen, oder?
Ich bin sehr gespannt, was ich von Euch zu lesen bekomme und freue mich auf Eure Beiträge
masubu

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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon admin » Do 4 Jan 2024 18:06

Liebe Tiefsee24, Rumaka und masubu

Als Moderatorin des Forums lese ich Eure Einträge und bin sehr gerührt über die vorhandene Offenheit.

Der Eintrag von Tiefsee24 vom 30.Dez. 23 hat mich sehr berührt, aber auch nachdenklich gemacht. Eine so grosse Einsamkeit sollte niemand verspüren. Sie können sich mit niemandem austauschen und das belastet Sie und Ihren Ehemann.

Hatten Sie bereits Kontakt mit der kantonalen Krebsliga in Ihrer Region?
Dort gibt es Austauschmöglichkeiten und auch Selbsthilfegruppen für Angehörige und / oder Betroffene. Ebenso möchte ich Sie auf die Unterstützung der Psychoonkologie hinweisen. Auf der Homepage der Krebsliga Schweiz unter «Psychoonkologische Unterstützung» finden Sie die Datenbank: Psychoonkologische Unterstützung
Dort finden Sie Adressen von Psychoonkologen/Psychoonkologinnen.

Auch wir Berater:Innen vom Krebstelefon haben jederzeit ein offenes Ohr für Ihre Anliegen. Sie erreichen uns unter der Gratisnummer 0800 11 88 11 von Montag bis Freitag 10.00-18.00 Uhr

Sexualtiät ist wichtig und mehr als Geschlechtsverkehr. In der Broschüre «Männliche Sexualtiät bei Krebs» der Krebsliga Schweiz, finden Sie hilfreiche Tipps wie Sie mit der veränderten Sexualität Ihres Partners umgehen und möglicherweise neue Möglichkeiten des körperlichen Beisammenseins finden.

Ich wünsche Ihnen allen, dass sich vermehrt User:innen melden.

Herzlichst
Fabiola
Moderatorin

masubu
Beiträge: 11
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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon masubu » Di 16 Jan 2024 21:51

Werte Fabiola
besten Dank für Ihren Beitrag und auch die angebotenen Möglichkeiten und Adressen.
Interessant und sehr wichtig finde ich, dass nach einer Diagnose, möglichen Abklärungen, eventuellen operativen Eingriffen, die Welt VÖLLIG anders aussieht, das verschieben sich plötzlich alle Prioritäten und Bedürfnisse. Und es ist so, das kann niemand voraussehen und -sagen. Es braucht dann jeweils Zeit, beim Einen eher kürzer, beim Anderen eben recht lange. Dann spielt der ganze Verlauf und die Entwicklung der Krankheit eine enorm grosse Rolle. Je nachdem wie man aufgeklärt worden ist- oder eben gar nicht- sehen viele Realitäten dann ganz anders aus. Das man in diesen Momenten eben möglichst mit niemandem sprechen möchte ist für mich auch völlig normal. Wenn dann noch die Sexualität dazu kommt, kann es unter Umständen noch einmal viele komplizierter werden. Was macht man dann, wenn all diese "Angebote" momentan keine Option sind? Wenn man bei heiklen Fragen angestossen ist- vielleicht sogar mehr als einmal- und sich kaum weiter zu fragen traut? Leider hatte ich Patienten, denen dies widerfahren ist. Dass sie dann kein Vertrauen mehr haben und sich nicht mehr getrauen, ist das für mich auch verständlich.
Ich weiss, dass in dieser Richtung grössere Projekte anstehen und bin sicher, dass uns in dieser Hinsicht grosse Fortschritte bevorstehen.
Liebe Grüsse
masubu

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Re: Suche Diskussionsteilnehmer/innen nach Prostataektomie

Beitragvon admin » Do 18 Jan 2024 17:49

Guten Tag masubu

Ich bin mit Ihnen einverstanden, dass nach einer Krebsdiagnose die Welt völlig anders aussieht und jeder einzelne mit den Auswirkungen anders umgeht.

Mir ist bewusst, dass nicht jede Person offen über ihre Sexualität sprechen kann und will. Wenn jemand darüber sprechen möchte und auf Schweigen trifft, ist es umso schwerer.

Der Krebsliga ist das Thema Sexualität und die Nebenwirkungen einer Krebserkrankung auch sehr wichtig. Im Nov. 2023 haben wir aus diesem Grund ein Webinar zum Thema Prostatakrebsbehandlung und die Nebenwirkungen durchgeführt. Ein Urologe und ein Onkologe haben über Impotenz und Inkontinenz bei einer Prostatabehandlung gesprochen. Im Rahmen des Webinars wurden auch Fragen von Betroffenen und Angehörigen beantwortet. Das Webinar können Sie hier nachschauen.

Ich hoffe sehr, dass die Themen veränderte Sexualität, Inkontinenz und Impotenz vermehrt zu normalen Gesprächsthemen werden, und dass Betroffene und Angehörige auf offene Fragen auch Antworten erhalten.

Freundliche Grüsse
Fabiola
Moderatorin


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