Hormontherapie nach PSA Anstieg 6 Jahre nach OP und Bestrahlung

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Ehefrau
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Hormontherapie nach PSA Anstieg 6 Jahre nach OP und Bestrahlung

Beitragvon Ehefrau » Mi 8 Mai 2019 14:24

Hallo!
Meinem Mann (56) wurde 2012 die Prostata ohne Nerven Schonung (inkl. Samenblase und 12 Lymphknoten) entfernt, Gleason score 7b, die Lymphknoten waren nicht befallen. Anschliessend wurde er noch über 33 Mal bestrahlt. Folgen: Impotent ja, Inkontinent nein, und PSA Wert war bis letzten August immer <0.05.

Letzten August 2018 dann der Schock, PSA Wert auf 0.84 gestiegen. Erneute Messung im November 2018, PSA Wert bestätigt 0.86 und dann aber leider im März 2019, PSA Wert verdoppelt auf 1.6!

Ende April dann die PSMA/PET Untersuchung und heute die Diagnose: Die gute Nachricht keine Knochenmetastasen, aber dafür sind 2- 3 Lymphknoten in der Region Dickdarm befallen.

Der behandelnde Arzt empfiehlt uns nun eine Hormontherapie. Und falls diese nicht oder nicht mehr anspricht dann noch die Chemo. Nebenwirkungen der Hormontherapie sind grundsätzlich bekannt, es gibt ja viel nachzulesen, wir haben uns auch schon das tolle Nachschlagewerk von Ralf-Rainer Damm zu Gemüte geführt.
Er empfiehlt z.B. mit einem 1 Monats Depot zu beginnen, bezüglich unverträglichkeit etc.
Und er schreibt ebenfalls: Ferner gibt es Berichte darüber, dass befallene Lymphknoten nur wenig auf eine antihormonelle Behandlung ansprechen.

Mein Mann hat den 1. Termin bereits übermorgen. Ich frage mich nun ernsthaft was wir tun sollen und wie wir uns verhalten sollen?

Ich bin sehr froh um Eure Erfahrungen und Meinungen und Rückmeldungen jeglicher Art.

Herzliche Grüsse

Ehefrau

Musikaharmonie
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Re: Hormontherapie nach PSA Anstieg 6 Jahre nach OP und Bestrahlung

Beitragvon Musikaharmonie » Sa 11 Mai 2019 16:26

Mein Mann hat vor knapp 3 Monaten die Krebsdiagnose erhalten. Metastasen an Knochen, Lunge, Lymphknoten, Kopf, Becken...
Wir machen eine B17-Krebstherapie (natürliche Krebstherapie auf Basis von Aprikosenkernen, Amygdalin) bei Dr. Puttich in Darmstadt. Zuätzliche Hormontherapie bei einem Urologen haben wir gestern gestartet, zuerst mit einem Medikament Bicalutamid. Kommende Woche erhält er eine 3 Monats-Depot-Hormonspritze.
Kann momentan noch nicht allzuviel sagen, werde gerne berichten.
Dr. Puttich sagte uns, dass die Hormontherapie irgendwann auch wieder gestoppt werden könne, wenn es die Werte und Ergebnisse zulassen. Außerdem sei auch die hormonelle Sache wieder reversibel.
Von Chemotherapie halten wir beide überhaupt nichts. Habe selbst einen Todesfall in der Familie bei Prostatkrebs, allerdings Tod erst nach Start der Chemo innerhalb von nur 2 Monaten. Der Mann hatte keinerlei Beschwerden vorher und war kerngesund.

ErDe
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Re: Hormontherapie nach PSA Anstieg 6 Jahre nach OP und Bestrahlung

Beitragvon ErDe » Di 14 Mai 2019 11:35

Hallo Musikaharmonie,

"Vitamin B17" und "Laetrile" sind zwei Namen für dieselbe Sache, "Amygdalin" ist etwas Ähnliches, aber chemisch leicht Unterschiedliches.

"Vitamin" B17 ist Augenwischerei. Der Stoff wurde ab etwa 1950 in USA hergestellt und als Krebsmedizin beworben, mit im Laufe der Zeit wechselnden Indikationen. Als "Vitamin" wurde er bezeichnet, um ihn als Nahrungsergänzungsmittel erscheinen zu lassen, für dessen Zulassung die US-amerikanische Medikamentenzulassungsbehörde FDA nicht zuständig ist. Vitamin B17/Laetrile ist in den USA trotzdem nicht zur Behandlung von Krebspatienten zugelassen. Gutgläubige amerikanische Patienten reisen darum häufig nach Tijuana (Mexico), um sich behandeln zu lassen = dort ihr Geld abzugeben.

Einer der bekanntesten Laetrile-Patienten war Steve McQueen, der 1980 kurz nach Behandlungsbeginn an Brustfellkrebs verstarb.

Das National Cancer Institute (NCI) hat zwei Studien mit Laetrile durchgeführt. Die erste Studie (1978) war retrospektiv. Die Behandlungsergebnisse von 68 mit Laetrile behandelten Krebspatienten (welche Krebsarten?) wurden denen einer ähnlich zusammengesetzten Vergleichsgruppe gegenübergestellt, die mit einer der damals verfügbaren und wahrscheinlich kaum wirksamen Chemotherapien behandelt worden waren. Die Ergebnisse liessen gemäss der Prüfkommission keinen konkreten Rückschluss auf eine Wirkung von Laetrile bei Krebs zu. 1980 wurden Untersuchungen an 178 Krebspatienten durchgeführt, die an der Mayo-Klinik und drei weiteren Krebszentren mit Laetrile, Vitaminen und Enzymen behandelt wurden. Keiner der Patienten konnte geheilt werden noch konnte eine Stabilisierung des Zustandes der Patienten erreicht werden.

Die von Anhängern proklamierten "Erfolge" mit Laetrile beruhen im Wesentlichen auf nicht nachprüfbaren anekdotenhaften Berichten und Fallbeschreibungen.

(Nach K. Münstedt (Hrsg.), Ratgeber Unkonventionelle Krebstherapien, ecomed Medizin, 2. Auflage 2005, 72,42 €)

Was Ihr mit Eurem Geld macht, ist Eure Sache. Dr. Puttich in Darmstadt hat sicher Verwendung dafür. Aber hier für diesen Mist zu werben und damit möglicherweise Prostatakrebspatienten von einer effektiven Behandlung abzuhalten, ist unverantwortlich.

Ein Mann, der "kerngesund" ist, bekommt keine Chemotherapie. Die gibt es bei Prostatakrebs erst, wenn die gesamte davor verfügbare Behandlungkette (je nach Fall Prostatektomie, ggf. danach Salvage-Bestrahlung, dann GnRH-Analogon oder -Antagonist ± Antiandrogen, dann Abirateron, Enzalutamid oder neuerdings Apalutamid) ausgeschöpft ist und nicht mehr wirkt.

ErDe


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