2021 - Krebstelefonteam


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2021 - Krebstelefonteam

Beitragvon admin » Mi 2 Jun 2021 9:31

Haben Sie Fragen an die Mitarbeiterinnen des Krebstelefons?

An dieser Stelle beantworten wir Ihre schriftlichen Fragen vom 14. Juni bis zum 26. Juli 2021.

Auf der
Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.
An dieser Stelle werden Ihre Fragen und die Antworten der Expertinnen laufend aufgeschaltet werden.

Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch


Freundliche Grüsse
Das Moderationsteam

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Warum spricht man bei Krebs von einer Fünfjahresüberlebensrate?

Beitragvon admin » Do 17 Jun 2021 8:54

Frage von Ungläubig:
Guten Tag
Warum stützt sich die medizinische Wissenschaft auf einen Zeitrahmen von fünf Jahren, wenn es um die Heilung von Krebs geht (oder um ein Rezidiv, wenn es vor fünf Jahren auftritt)? Warum nicht vier, sechs, zehn oder sogar zwanzig Jahre? Haben diese fünf Jahre eine statistische Bedeutung und keine medizinische Bedeutung? Wenn ja, welche? Ist das eine Taktik? Vielen Dank für Ihre Antwort

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon:
Guten Tag
Die Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben die Überlebenschancen für Menschen mit Krebs verbessert. Inzwischen spricht man in Fachkreisen durchaus auch von 10-Jahres- und 15-Jahres-Überlebensraten.

Die 5-Jahres-Überlebensrate wird in der Onkologie bevorzugt herangezogen, um Therapie-Optionen gegeneinander abzuwägen. Die 5-Jahres-Überlebensrate gilt hauptsächlich als Indikator für das Ansprechen auf die Therapie.
Spricht man von einer 5-Jahres-Überlebensrate, bedeutet dies nicht, dass man davon ausgeht, dass die Patientin/der Patient höchstens 5 Jahre leben wird. Die 5-Jahres-Überlebensrate sagt aus, wieviel Prozent einer Patientengruppe, die an einer bestimmten Krebserkrankung leidet, 5 Jahre nach Diagnose noch lebt. Davon ausgenommen sind Menschen, die an einer anderen Krankheit sterben.
In der Medizin sind Zeitspannen über 5 Jahre einer geologischen Ära gleichzusetzen: Die wissenschaftliche Entwicklung schreitet voran und zu ausgedehnte Beobachtungsperioden relativieren die Auswirkung auf die Überlebenswahrscheinlichkeit neuer Früherkennungsmethoden, Diagnoseverfahren, Therapien und Nachsorgeprotokolle. Umgekehrt, lassen Beobachtungsperioden unter 5 Jahren eine Tendenz schwerer erkennen als längere Beobachtungsperioden.

Die prognostische Aussagekraft der 5-Jahres-Überlebensrate ist beschränkt. Eine vorausschauende Einschätzung der Situation trägt im Einzelfall individueller Faktoren Rechnung wie z.B. des Stadiums der Krebserkrankung bei Diagnosestellung, der biologischen Eigenschaften der Krebserkrankung, des Allgemeinzustandes der Patientin/des Patienten, allfälliger Begleiterkrankungen und deren/dessen Alter.

Das Wort "Heilung" entspricht im Zusammenhang mit Krebs dem Begriff "Remission". Remission bezeichnet das Fehlen von Krankheitszeichen. In solchen Fällen spricht man von "kompletter" Remission. Wenn die Therapie den Tumor zum Schrumpfen bzw. zum Stillstand bringt und vorläufig keine weitere Behandlung notwendig ist, spricht man von "partieller" Remission. Manchmal bleiben Krebszellen zurück, die mittels der zur Verfügung stehenden diagnostischen Verfahren noch nicht erkannt werden können. Diese Zellen können zu einer späteren Rückkehr der Krebserkrankung führen. Trifft diese Eventualität ein, spricht man von einem "Rückfall" oder von einem "Rezidiv" unabhängig vom Zeitpunkt, zu dem er bzw. es eintritt. Mediziner bezeichnen Krebspatientinnen und Krebspatienten als geheilt oder sich in Remission befindend, wenn der Krebs 5 Jahre nach Diagnose nicht mehr nachweisbar ist. Ein Rückfall nach 5 Jahren ist aber möglich.
Insbesondere für Krebs ist die 5-Jahres-Überlebensrate ein in der Epidemiologie und medizinischen Statistik angegebener Prognose-Wert. Die prognostische Aussagekraft der 5-Jahres-Überlebensrate ist jedoch beschränkt. Es ist vom Wert nicht abzuleiten, wie viele Patientinnen/Patienten nach mehr als 5 Jahren (z.B. nach 6 Jahren oder nach 15 Jahren) noch leben bzw. wie viele Patientinnen /Patienten später an der Krankheit sterben. Der Überlebenszeitraum beginnt mit dem Tag der Diagnose: Menschen mit Krebs leben länger, immer mehr Menschen erfahren aber heute auch früher von ihrer Krebserkrankung.

Statistische Daten lassen sich nur schwer auf die einzelne Person übertragen. Unterstützung durch die behandelnde Fachärztin oder den behandelnden Facharzt bei der Interpretation statistischer Daten ist ein möglicher Weg, um irreführende Schlüsse zu vermeiden und sich selbst zu informierten Entscheidungen zu befähigen.

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Behandlung bei Hautkrebs

Beitragvon admin » Do 17 Jun 2021 10:00

Frage von V.W. :
Guten Tag, der Vater meines Mannes ist 78 Jahre alt und ist wiederholt am schwarzen Hautkrebs erkrankt. Er ist ein sehr heller hairdo und hat sich in der Vergangenheit sehr vielen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Nun wurde seit dem Sommer 2020 weißer Hautkrebs im Gesicht und paar Monate später schwarzer Hautkrebs an der Nase festgestellt. Dieser wurde im Herbst heraus operiert. Nun ist dieser erneut aufgetreten. Die Ärzte wollen nun noch tiefer schneiden. Der Vater sagt nicht ob dieser metastasiert hat aber das erneute Auftreten bereitet mir sorgen. Vor allem innerhalb so kurzer Zeit. Können sie mir vielleicht sagen wie mögliche Therapien für ihn aussehen könnten, ob Ernährung oder sonstiges das man im Alltag ändern kann hilft?

Antwort von Carine Neyens, Fachberaterin Krebstelefon:
Guten Tag
Bei Ihrem Schwiegervater ist der schwarze Hautkrebs (Melanom) nach einem Jahr zurückgekommen. Sein Behandlungsteam möchte erneut operieren. Sie machen sich sorgen und fragen sich, welche Therapien sonst noch für ihn in Frage kommen könnten.

Um den Heilungserfolg zu verbessern oder das Voranschreiten der Erkrankung zu verzögern, kann es sinnvoll sein, ergänzend zur Operation eine medikamentöse Behandlung und/oder eine Strahlentherapie durchzuführen. Diese ergänzenden Therapien sind nicht immer notwendig. Die Broschüre Melanom beschreibt detailliert Entstehung, Diagnose und Therapiemöglichkeiten. Auch finden Sie ab Seite 26 Infos zu weiterführenden Behandlungen.
Am besten kann das Behandlungsteam Ihres Schwiegervaters Ihre Fragen beantworten. Eine Möglichkeit wäre, Ihr Schwiegervater zu einem Arztgespräch zu begleiten, falls er dies wünscht. Auf der Rückseite das Informationsblatt Behandlungswahl: Was muss ich wissen? finden Sie eine Checkliste mit Fragen an die Ärzt*innen, die auch nach der Operation interessant sein könnten.

Sie sprechen zusätzlich ein wichtiges Thema an, wie Ihr Schwiegervater im Alltag dank einem gesundheitsbewussten Leben etwas für seine Gesundheit machen kann. Eine «Ausgewogene Ernährung» ist dabei ein wichtiger Aspekt. Andere wichtige Aspekte zur Krebsvorbeugung finden Sie in der Broschüre Prävention von Krebs .

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Sarkom-Rezidiv?

Beitragvon admin » Mo 21 Jun 2021 13:27

Frage von: Bea1986

Guten tag.

Ich hatte 2015 ein epitheloides sarkom am linke oberarm. Dieses wurde r0 entfernt und bestrahlt. Die krebsmachsorge ist seit letztem jahr beendet (im unispital basel). Nun habe ich seit einigen tage schwellungen in diesem arm/an der hang, bringe den ring nicht mehr am. Gemäss hausarzt ein lymphödem, welches durch den physio nun behandelt wird. Muss ich ich um eine nachsorge kümmern, resp. Kömnte es sein, dass das ödem jetzt jetzt nach 6 jahren wegem einem rezidiv kam? Spürbar ist nichts, den ersten tumor habe ich bei einer grösse von 2.5 cm getastet...

Danke und liebe grüsse

Antwort von Lilian Rey, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag Bea
Sie fragen sich, ob die Ursache des Lymphödems ein Rezidiv (Rückfall) sein könnte. Ihre
Sorge ist verständlich. Sie haben eine belastende Behandlung hinter sich.
Der Tumor konnte aus dem Gesunden entfernt werden. Die Nachsorge mit systematischen Nachkontrollen ist seit letztem Jahr beendet. Nach erfolgreicher Behandlung wird ein erneutes Tumorwachstum mit zunehmender zeitlicher Distanz zur Erstdiagnose weniger wahrscheinlich. Nebst einer Tumorerkrankung und entsprechenden Behandlungen gibt es weitere mögliche Ursachen für ein Lymphödem, beispielsweise Verletzungen oder eine Entzündung von Haut und Gewebe.

Aber ein Rezidiv lässt sich nur mit entsprechenden Untersuchungen sicher ausschliessen. Es ist deshalb ratsam, bald ärztlichen Rat am Nachsorgezentrum am Universitätsspital Basel einzuholen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie einen beruhigenden Bescheid erhalten.
Freundliche Grüsse

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Reisen ins Ausland-Anlaufstellen

Beitragvon admin » Mo 21 Jun 2021 13:54

Frage von vajud

Guten Tag, eine krebsbetroffene Person möchte während der Chemotherapie zwei Wochen nach England verreisen. Kann die Krebsliga Unterstützung in der Organisation der Therapien im Reiseland bieten oder gibt es dazu eine andere Anlaufstelle?

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung

Antwort von Fabiola In-Albon, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag Vajud
Eine Ihnen nahestehende Person möchte während einer Chemotherapie nach England reisen. Sie möchten von uns wissen, ob die Krebsliga Unterstützung in der Organisation der Therapie leisten kann.

Der Krebsinformationsdienst der Krebsliga Schweiz, wie auch die regionalen Krebsligen sind keine medizinischen Dienste.

Auch als Krebspatient sind Reisen ins Ausland möglich, wenn der Gesundheitszustand dies zulässt.
Allerdings sollten diese Reisen frühzeitig und sorgfältig geplant werden. Wir empfehlen der betroffenen Person die Organisation der Therapien im Ausland mit ihrem Behandlungsteam in der Schweiz zu besprechen. Der zuständige Onkologe/Onkologin kann sie unterstützend beraten.
Ebenso sollte die Medikation vor Antritt der Reise besprochen werden und in ausreichender Menge mitgenommen werden. Wichtig ist, darauf zu achten, ob die Medikamente für den Transport möglicherweise gekühlt werden müssen.
Bei Flugreisen gehören Medikamente und die dazugehörigen Beipackzettel ins Handgepäck. Sollte die betroffene Person Medikamente einnehmen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, braucht es dafür eine ärztliche Bescheinigung.

Wichtig ist, dass die Gegebenheiten vor Ort, z.B. die medizinische Versorgung, die privaten Kosten und die Verfügbarkeit nötiger Behandlungen im Vorfeld abgeklärt werden. Auch hier kann das Behandlungsteam beratend unterstützen.

Krebsbetroffene die ins Ausland reisen, sollten vorab mit ihrer Krankenversicherung klären, ob und inwieweit Beschwerden im Zusammenhang mit der Krebserkrankung und/oder Krebsbehandlung mitversichert sind.
Ob private Reisekrankenversicherungen eventuelle Notfälle oder Behandlungen unterwegs abdecken, hängt vom individuellen Vertrag ab. Häufig stösst man dort auf Klauseln, die den Versicherungsschutz auf Reisen einschränken oder sogar ausschließen, wenn die Erkrankung bei Reisebeginn schon bekannt war.

Freundliche Grüsse

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PSA-Wiederanstieg nach Prostata-Operation

Beitragvon admin » Mi 7 Jul 2021 10:07

Frage von Lodda
Guten Tag,
ich bin 2016 an der Prostata operiert worden. Man hat sie ganz entfernt, weil der Krebs sie ganz befallen hat.
Nach der Op war der Psa Wert 0,03.Dann ist er kontinuierlich um 0,01 gestiegen. Heute ist er bei 0,15.
Muß sie jetzt bestrahlt werden, oder ab wann?
Gruß

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon
Sie befinden sich in der Nachsorge nach radikaler Prostatektomie (RP). Der langsame, stetige Anstieg des Tumormarkers PSA (prostataspezifisches Antigen) führt Sie zu uns mit der Frage, ob und ab welchem Zeitpunkt eine Strahlentherapie in Ihrem Fall sinnvoll wäre. Von einer Strahlentherapie erhoffen Sie sich vermutlich, dass der PSA-Wert in den Nullbereich gesenkt werden kann.

Wir sind kein medizinischer Dienst. Wir sind nicht dazu befugt, eine Bestrahlungsindikation zu stellen. Therapie-Empfehlungen überschreiten unseren Kompetenzbereich. Wir möchten Sie daher dazu ermutigen, ein Aufklärungsgespräch mit Ihrem Urologen oder Ihrer Urologin zu verlangen und Ihr Anliegen mit ihm oder ihr zu diskutieren.

Wir unterstützen Sie hingegen gerne bei der Vorbereitung auf die urologische Sprechstunde, indem wir Sie auf folgende Orientierungshilfen hinweisen:
-
Prostatakarzinom: PSA-Wiederanstieg nach Operation
-
Behandlungswahl: Was muss ich wissen?
-
Prostatakrebs

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Gesprächsgruppe und gute Beratung

Beitragvon admin » Mo 12 Jul 2021 10:47

Frage von Bea:
ich habe mycosis fungoides (T-Zellen Lymphom). wo finde ich Leute die ebenfalls an dieser Krebsart erkrankt sind und wo finde ich die eine gute Beratung für diesen sehr seltenen Krebs.


Antwort von Gabriella Pidoux, Fachberaterin Krebstelefon:
Selbsthilfe Schweiz bietet auf seiner Website verschiedene Diskussionsgruppen an. Für Ihre Krankheit kann ich leider keine spezifischen Selbsthilfegruppen finden. Da sich Mycosis fungoides als Hautausschläge manifestiert, die sowohl das Körperbild (wie man seinen Körper wahrnimmt) als auch das Selbstwertgefühl (wie man sich selbst fühlt oder wie man sich selbst sieht) beeinflussen, suchte ich nach Gruppen mit Hautbefall. Ich habe ein Netzwerk von "seltenen Themen" auf Schweizer Ebene gefunden. Nachfolgend finden Sie die Adresse und bitte Sie, das Zentrum Selbsthilfe zu kontaktieren:
Zentrum Selbsthilfe
Feldbergstrasse 55
4057 Basel
061 689 90 90
mail@zentrumselbsthilfe.ch

In der Schweiz gibt es die Selbsthilfeseite
Lymphome.ch . Sie hat einen Bereich "Support".
Eine andere Möglichkeit wäre, in dem medizinischen Zentrum, in dem Sie behandelt werden, sich zu erkundigenn, ob andere Menschen mit der gleichen oder einer ähnlichen Krankheit bereit wären, sich mit Ihnen auszutauschen.
Aus Ihrer Anfrage geht nicht klar hervor über was Sie sich austauschen möchten: Möchten Sie zum Beispiel mehr über die Behandlung und die Entwicklung der Krankheit wissen, oder über die Unannehmlichkeiten, die sie verursacht, und wie andere damit umgehen? Bitte verfeinern Sie doch Ihre Anfrage. Dies würde uns erlauben, Ihre Bedürfnisse besser zu erkennen und vielleicht eine Austauschgruppe zu finden, die Ihren Erwartungen entspricht. Sie fragen uns auch nach "guter Beratung" für diesen Krebs. Auch hier weiß ich nicht, wonach Sie suchen: Behandlung, tägliches Management der Symptome, emotionales Gleichgewicht?
Wenn Sie mit «guter Beratung» ein medizinisches Zentrum meinen, finden Sie unter diesem
Link Zentren, aufgelistet nach Krebserkrankungen.
Wir sind für Sie da. Zögern Sie nicht, uns unter der gebührenfreien Nummer 0800 11 88 11 von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, per E-Mail: helpline@krebsliga.ch oder per Chat zu kontaktieren. Vielleicht können wir dann Ihre Bedürfnisse besser einordnen und Ihnen passende Lösungen anbieten.

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Unterschied Neoplasie und Nierenkrebs

Beitragvon admin » Mo 12 Jul 2021 14:20

Frage von Antonella

Mir liegt folgendes Untersuchungsergebnis vor:< Der gesamte beschriebene Knoten besteht aus einer Neoplasie mit solidem Muster und expansiven Rändern und grenzt an die Nierenkapsel, teilweise durch Neoplasie durchbrochen. Der Tumor zeigt eine Proliferation eosinophiler Zellen mit breitem und granulärem Cytoplasma und onkozytischem Aussehen. Nachweis von Zytokeratin-positiven Zellen CD117, CK7, PAX-8, Cyclin D-1. Schwierige und unklare Differentialdiagnose zwischen chromophobem Nierenzellkarzinom und renalem Onkozytom. Worin besteht der Unterschied zwischen den beiden Karzinomen? Sind diese heilbar oder handelt es sich in beiden Fällen um tödliche Erkrankungen? Raten Sie, sich an eine Spezialeinrichtung für molekulare und zytogenetische Diagnostik zu wenden? Wo gibt es diese?

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon

Das Krebstelefon ist kein ärztlicher Dienst. Es überschreitet unsere Kompetenzen, Ihnen zu empfehlen, welche Massnahmen ergriffen werden sollen, Behandlungsoptionen einzuschätzen oder prognostische Einschätzungen abzugeben. Das Stadium der Erkrankung ergibt sich nicht aus Ihrem Schreiben. Bitte konsultieren Sie den behandelnden Arzt, um verlässliche, präzise und patientenspezifische Informationen zu erhalten.

Das chromophobe Nierenzellkarzinom ist eine histologische Variante des Nierentumors und macht 5 % aller Nierentumore aus. Es handelt sich hierbei um einen bösartigen Nierentumor.

Ein renales Onkozytom ist ein gutartiger Nierentumor.

Der Unterschied zwischen einem chromophoben Nierenzellkarzinom und einem renalen Onkozytom besteht darin, dass ersteres Metastasen an anderen Stellen im Körper bilden, sich also über das Blut und/oder das Lymphsystem auf andere Organe ausbreiten kann. Gutartige Tumoren bilden im Gegensatz dazu keine Metastasen.

Für eine Zweitmeinung können Sie sich an ein onkologisches Institut wenden.

Mit den besten Grüssen.

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Schmerzmittel-Darmprobleme als Nebenwirkung

Beitragvon admin » Mo 12 Jul 2021 14:31

Frage von Fiorella

Guten Tag, mein Name ist Fiorella Gasparini und ich habe folgende Frage: Gibt es ein Schmerzmittel gegen sarkombedingte Schmerzen, das keine Nebenwirkungen wie Motilitätsstörungen, Mundtrockenheit und Darmprobleme verursacht?

Antwort von Cornelia Orelli, Fachberaterin Krebstelefon

Zur Schmerzbehandlung bei Krebs werden hauptsächlich Opioide eingesetzt. Dazu gehören Buprenorphin, Fentanyl, Morphinsulfat, Hydromorphon, Methadon, Oxycodon und Tapentadol.

Obstipation ist eine der häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen dieser Medikamente. Sie wird durch eine unausgewogene Ernährung und eine mangelnde Flüssigkeitszufuhr, Immobilität und Bewegungsmangel zusätzlich begünstigt. Unbehandelt kann Obstipation bis zum Darmverschluss führen. Aus diesem Grund werden für die gesamte Einnahmedauer von Opioiden üblicherweise Laxantien (Abführmittel) verabreicht und eine ballaststoffreiche Ernährung empfohlen. Sollte sich die Darmtätigkeit nach einigen Tagen der Einnahme nicht normalisiert haben, sollten die Dosis der Laxantien erhöht und Einläufe vorgenommen werden.

Die Abstimmung von Schmerzmitteln und Laxantien sollte durch den behandelnden Arzt erfolgen. Das Krebstelefon ist kein ärztlicher Dienst. Eine Beratung zur medikamentösen Behandlung liegt ausserhalb unseres Kompetenzbereiches.

Opioide können auch mitursächlich für Mundtrockenheit sein. Weitere Faktoren, die zu Mundtrockenheit führen können, sind: Dehydratation, Atmen durch den Mund aufgrund von Atembeschwerden, Sauerstoffverabreichung sowie eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich. Mundtrockenheit kann sehr beeinträchtigend sein und auch zum sozialen Rückzug führen. Bei starker Mundtrockenheit können Sprechen und Schlucken schmerzhaft sein. Mundtrockenheit kann auch zu oraler Candidose (Infektion durch Hefepilze) führen. In der Regel wird Mundtrockenheit nicht als medizinische Indikation für eine Anpassung der Schmerzmitteltherapie erachtet. Die effektivsten Massnahmen gegen Mundtrockenheit sind:
- regelmässig einen Schluck stilles Wasser trinken
- Mundhygiene und Zähneputzen
- Speichelersatz-Mundspray oder -gel
- Anpassung der Ernährung (weiche Nahrung mit viel Flüssigkeit/Sossen)
- Luftbefeuchter

Weitere allgemeine Informationen finden Sie auch in unserer Broschüre

Schmerzen bei Krebs und ihre Behandlung


Um die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt zu erleichtern, kann es hilfreich sein, ein Schmerztagebuch zu führen und die Schmerzen mit Hilfe eines Dolometers
einzustufen.

Mit den besten Grüssen

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Mikrobiom, Einfluss auf Krebsbehandlung?

Beitragvon admin » Mo 19 Jul 2021 13:59

Frage von Mikrobiom

Guten Tag, können Sie mir sagen, in welchen Spitälern in der Schweiz das Mikrobiom berücksichtigt wird, um eine Therapie (Chemo- oder Immuntherapie) mit den besten Erfolgsaussichten durchzuführen ist? Ihr empfiehlt oft nur pauschal die Unispitäler. Wissen Sie, ob die Ärzte dies in diesen Spitälern anwenden? Wenn nicht, wohin soll man sich wenden? Danke!

Antwort von Lilian Rey Fachberaterin Krebstelefon

Guten Tag

Der Krebsinformationsdienst der Krebsliga Schweiz ist kein ärztlicher Dienst.
Auf Anfrage senden wir Ratsuchenden zwar eine Adressliste der Tumorzentren in der Schweiz, aber wir geben dazu keine Empfehlung ab.

Das Mikrobiom (die Gesamtheit der Mikroorganismen) ist Gegenstand neuerer Forschung. Das Vorkommen von Mikroorganismen ist nicht auf dem Darm beschränkt. Häufig ist aber mit «Mikrobiom» das Mikrobiom des Darms gemeint.

Es gibt Hinweise darauf, dass die bakterielle Besiedelung des Darms das Immunsystem und gewisse Erkrankungen beeinflussen könnte. Eine
Pilotstudie der Universität Pittsburgh, Pennsylvania, zeigte bei einigen wenigen Patienten mit fortgeschrittenem Melanom einen Zusammenhang zwischen Darm-Mikrobiom nach Stuhltransplantation und Wirksamkeit der Immuntherapie auf:

Eine einzelne Studie ist jedoch keine hinreichende Grundlage für neue Therapiestandards. Der Einbezug des Mikrobioms ist derzeit noch kein wissenschaftlich etablierter Bestandteil von Krebstherapien. Deshalb können wir Ihnen kein darauf spezialisiertes Behandlungszentrum nennen.

Die Zusammenhänge zwischen Mikrobiom und Immunsystem werden derzeit auch in der Schweiz an verschiedenen Universitäten und Universitätsspitälern intensiv beforscht. Hier finden Sie einige Hinweise:



Schweizer Fernsehen (SRF)


Universität / Universitätsspital Zürich

Schweizer Fernsehen(RTS)
Beitrag auf Französisch über Forschung zum Mikrobiom an der Universität / am Universitätsspital Genf.

Unter den
laufenden klinischen Studien der SAKK (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung) ist keine zum Thema Mikrobiom.
Grosse, in der Forschung tätige Zentren führen in begründeten Einzelfällen im Rahmen experimenteller Studien möglicherweise auch entsprechende Therapien durch. Bei Interesse erkundigen Sie sich am besten bei einem der Spitäler, die bereits in der Mikrobiom-Forschung tätig sind.

Freundliche Grüsse

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Leukämie: Hilfe für krebskrankes Kind im Ausland

Beitragvon admin » Mo 26 Jul 2021 12:35

Frage von Valentin
Das Kind unserer Kollegen hat Leukämie, sie wohnen aber nicht in der Schweiz.
Unterstützung Sie krebskranke Kinder im Ausland auch?
Ich wäre sehr dankbar für die schnelle Rückmeldung.
Freundliche Grüsse

Antwort von Rita Lang, Fachberaterin Krebstelefon
Guten Tag Valentin
In Ihrem Bekanntenkreis ist ein Kind an Leukämie erkrankt. Sie möchten der Familie helfen. Deshalb fragen Sie uns, wie wir krebskranken Kindern im Ausland helfen können.

Unser
Beratungs- und Informationsdienst Krebstelefon ist ein Angebot der Krebsliga Schweiz. Wir sind kein medizinischer Dienst und können weder Diagnosen stellen noch Therapien empfehlen. Die nationale, wohltätige, nicht Profit orientierte Organisation wird durch Spendengelder finanziert. Sie hat das Ziel, krebskranke Menschen, die in der Schweiz leben, zu unterstützen. Es ist uns daher nicht möglich, im Ausland finanzielle Hilfe zu leisten.

Was wir anbieten:
  • Informationen rund um die Krankheit und die Bewältigung bereitstellen
  • Adressen in der Schweiz vermitteln, zum Beispiel für medizinische Zweitmeinungen
  • Anlaufstellen in den jeweiligen Ländern, etwa über die Union for International Cancer Control UICC aufzeigen
  • Online- und Telefonberatung in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch
Bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems (Leukämien) sind die häufigsten Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Ursachen sind meist unbekannt. Ihre Behandlung richtet sich nach den verschiedenen Unterarten von Leukämien. Die Heilungschancen (Prognose) haben dank Therapiefortschritten in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte gemacht.
Für eine Familie bleibt die
Leukämie-Erkrankung eines Kindes (Bericht von Maxime) eine grosse Herausforderung. Jede Unterstützung, auch aus dem Freundeskreis ist wertvoll.


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