2022 – Männergesundheit, Männertumoren


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2022 – Männergesundheit, Männertumoren

Beitragvon admin » Mo 31 Okt 2022 10:27

Haben Sie Fragen zu den Themen Männergesundheit und Männertumoren?
Von Anfang November bis Mitte Dezember 2022 beantworten Experten im Forum Ihre Fragen:


PD Dr. med. Dominik Abt, Facharzt für Urologie, Schwerpunkt operative Urologie, Co-Chefarzt Urologie, Spitalzentrum Biel
Guido Biscontin, Fachspezialist Früherkennung bei der Krebsliga Schweiz
PD Dr. med. Richard Cathomas, Facharzt FMH für Medizinische Onkologie und für Allgemeine Innere Medizin, stellvertretender Chefarzt Onkologie/Hämatologie, Kantonsspital Graubünden
PD Dr. med. Aurelius Omlin, Medizinischer Onkologe mit Schwerpunkt urogenitale Tumorerkrankungen, Onkozentrum Zürich, Klinik Hirslanden

Auf der Startseite des Forums finden Sie mehr Informationen sowie den Link zum Formular.

Freundliche Grüsse
Das Moderationsteam

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Erhöht die Therapie bei Multiplem Myelom das Risiko für Prostata- und Hodenkrebs?

Beitragvon admin » Do 3 Nov 2022 17:10

Frage von PP
Mit 57 Jahren wurde ich aufgrund eines Multiplen Myeloms mit Melpahlan und Lenalidomid behandelt. Habe ich ein erhöhtes Risiko für männliche Tumoren?

Antwort von PD Dr. med. Aurelius Omlin
Gemäss Fachinformation kann die Anwendung alkylierender Wirkstoffe mit der Entwicklung von sekundären Primärmalignomen (SPM) in Verbindung gebracht werden. Insbesondere Melphalan in Kombination mit Lenalidomid und Prednison sowie – in geringerem Ausmass – Thalidomid und Prednison steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko solider SPM bei älteren Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom. Das Risiko ist allerdings insgesamt relativ gering und sollte im Gesamtkontext beurteilt werden von Alter, Nebendiagnosen, anderen Risikofaktoren (Rauchen, Alkohol) bzw. auch einer eventuellen familiären Belastung für Tumore. Idealerweise können Sie Ihre berechtigte Frage mit Ihrem behandelnden Onkologen/Onkologin besprechen auch im Hinblick auf eventuelle Vorsorgeuntersuchungen.

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NanoKnife und Dendritische Zelltherapie bei Prostatakrebs

Beitragvon admin » Fr 25 Nov 2022 11:25

Frage von Roland
Ist die NanoKnife Therapie (DZT Dendritische Zelltherapie) zur Behandlung von Prostata Krebs anerkannt und wird von einer Krankenkasse unterstützt?

Antwort von PD Dr. med. Aurelius Omlin
Nanoknife (Irreversible Elektroporation, IRE) zählt zu den fokalen Therapien bei Prostatakrebs. Bei den fokalen Therapien wird nicht die ganze Prostata, sondern nur der Krankheitsherd zerstört. Die Wirksamkeit von fokalen Therapien ist noch nicht ausreichend belegt und wird von den Behandlungsrichtlinien deshalb nicht grundsätzlich empfohlen. Im Einzelfall kann eine fokale Therapie (z.B. auch HIFU) aber geprüft werden, dafür braucht es aber eine sorgfältige Beratung und ein Abwägen der individuellen Krebsrisiko-Situation und das Vorliegen aller Befunde (PSA Wert, Bildgebung (MRI), Biopsie etc). In rund zwei Dritteln aller entfernten Prostata-Drüsen lässt sich bei der pathologischen Untersuchung mehr als ein Krankheitsherd finden. Viele Krankheitsherde sind sehr klein und mit den aktuellen bildgebenden Verfahren nicht erkennbar. Wenn bei den fokalen Therapien nur die grösseren Herde entfernt werden, können die kleineren weiterwachsen. Dies kann Folgetherapien notwendig machen (nochmalige fokale Therapie und/oder Prostataentfernung) und geht mit einem erhöhten Rückfall- und Metastasierungsrisiko einher.

Die Therapie mit dendritischen Zellen befindet sich zurzeit weltweit in Erprobung im Rahmen von Forschungsprojekten. Sipuleucel-T ist eine zelluläre Therapie, welche aber nur in den USA zugelassen ist für Patienten mit fortgeschrittenem, das heisst metastasiertem Prostatakrebs.

Weder Nanoknife noch die Therapie mit dendritischen Zellen gehören zu den anerkannten Therapien bei Prostatakrebs und demzufolge zu den Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenversicherung.


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