2010 - Brustkrebs


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2010 - Brustkrebs

Beitragvon admin » Mi 29 Sep 2010 17:21

Frau Dr. Katharina Buser, Klinik Engeried, Bern, beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von Shaila:
Guten Tag Frau Buser,
ich bin 41, seit einem guten Monat weiss ich, dass ich Brustkrebs habe, bin vor 5 Tagen Brusterhaltend operiert worden mit 2 Wächterentfernung, Schnellschnitt war ok. Nun meine Frage: 2 Tage vor der Op musste ich noch ins MRI, was mich sehr verunsicherte. Am Abend vor der Op wurde mir mitgeteilt das rechts nochmals (Brusterkrankten Brust) noch einen ca. 1-2 mm grosses etwas gefunden wurde sowie rechts noch cs 3 in der gleichen Grösse. Sieht man nicht obs Krebs ist oder sonst was? Die Arzte wussten zuerst nicht ob sie alles absagen sollen aber sie meinten wir schauen dies in 4 Monaten wieder an bei der Nachsorge, was mich schockierte, da ich den Knoten selbst anscheinend früh entdeckt hatte: ca Grösse 7mm. Die Angst die einem begleitet bei der Diagnose Krebs ist grausam. Kann man je wieder normal leben? Herzlichen Dank für ihre Zeit! Shaila

Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag Shaila,
Es tut mir sehr leid, dass Sie an Brustkrebs erkrankt sind. Eine Krebserkrankung ist immer ein einschneidendes Ereignis, welches Angst und Unsicherheit auslöst.

Es ist schwierig auf Ihre Frage eine Antwort zu geben. Aus einem MRI-Bild ist nicht ersichtlich, ob die Veränderung Krebszellen enthält oder nicht.

Sie schreiben, dass es Sie schockiert hat, vier Monate zu warten, bis man eine genaue Abklärung macht. Das kann ich verstehen. Wenden Sie sich nochmals an den behandelnden Arzt. Er kann sie am besten beraten, da er über die genauen Fakten und Unterlagen verfügt. Erklären Sie ihm, dass die lange Wartezeit für Sie schwierig zu ertragen ist.
Weiter haben Sie die Möglichkeit eine Zweitmeinung in einem Brustzentrum einzuholen. Brustzentren finden Sie in fast allen Universitätsspitälern der Schweiz.

Sie sprechen die Angst als ständigen Begleiter an. Haben Sie sich schon einmal überlegt, einer Selbsthilfegruppe beizutreten? In diesen Gruppen können Sie sich mit anderen betroffenen Frauen austauschen und bekommen sicher auch gute Ratschläge im Umgang mit der Erkrankung. Der Verein
Leben wie zuvor sowie die Kantonale Krebsliga in Ihrer Region bieten solche Selbsthilfegruppen an.

Es gibt in der Schweiz viele Frauen, die mit der Diagnose Brustkrebs leben bzw. leben gelernt haben. Ich bin mir sicher, auch Ihnen wird es gelingen, die Angst in den Griff zu bekommen und wieder ein normales, geregeltes Leben zu führen. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft und alles Gute.



Frage von oliboli:
Wie oft sollte man die Selbstkontrolle durchführen und wie fest sollte ich dabei Druck ausüben? Bei ganz festem Druck mit den einzelnen Fingern spüre ich überall kleine Erhebungen und Sachen, wie merke ich was bösartig sein könnte?

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag,
Auch eine gesunde Brust kann sich stellenweise derb anfühlen. In der Regel bestehen die Brüste ungefähr aus einem Drittel Fettgewebe und zwei Drittel Brustgewebe. Im Brustgewebe befinden sich die Milchdrüsen, die nach der Geburt eines Kindes Muttermilch produzieren, und die Milchgänge, welche die Muttermilch zur Brustwarze leiten. Das Brustgewebe fühlt sich im Vergleich zum Fettgewebe härter an. Eine Brust kann fest, weich oder sogar „körnig“ sein. Bei manchen Frauen ist das Brustgewebe fein und bei anderen grob verteilt. Oft spürt man diese Unterschiede in der Nähe der Achselhöhlen besonders gut. Gleich hinter den Brüsten liegen die knochigen, harten Rippen.

Ausserdem verändert sich die Brust im Laufe des Monatszyklus und des Lebens.

Fallen ungewohnte Veränderungen in den Brüsten auf, ist es empfehlenswert, diese von der Gynäkologin bzw. dem Gynäkologen abklären zu lassen.

Das Ertasten von ungewohnten Veränderungen kann einen in Angst versetzen. Vielleicht hilft es Ihnen zu erfahren, dass die meisten Veränderungen der Brust, nämlich durchschnittlich neun von zehn, gutartig sind.

Auch der Ärztin oder dem Arzt ist es nicht möglich, allein aufgrund des Tastbefundes eine Diagnose zu stellen. Aufgrund des Tastbefundes entscheidet die Ärztin oder der Arzt jedoch, ob und – wenn ja – welche bildgebenden Verfahren zur weiteren Abklärung sinnvoll sind. In der Regel wird bei einem krebsverdächtigen Tastbefund als nächstes eine Mammographie durchgeführt. Für eine gesicherte Diagnose bedarf es aber immer einer Gewebsentnahme (Biopsie).

Die regelmässige Selbstuntersuchung der Brust ist kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung. In den Studien zur regelmässigen Selbstuntersuchung konnte keine Reduktion der Brustkrebstodesfälle aufgezeigt werden. Deshalb wird die Selbstuntersuchung der Brust nicht mehr ausdrücklich empfohlen.

Das Wichtigste über Brustkrebsvorbeugung- und Früherkennung erfahren Sie in diesen
Publikationen der Krebsliga Schweiz.


Frage von AKI:
Mein Onkologe rät mir, 3x100mg Aspirin wöchentlich einzunehmen. Eine Studie belege, dass durch die Einnahme von Aspirin die Rückfallquote massiv gesenkt werden könne. Gibt es diese Studie wirklich? Ich kenne eine andere Studie aus Amerika, die aufzeigt, dass bei längerer Einnahme von Aspirin das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs massiv steige! Ich wurde im März Brusterhaltend operiert resp. April mit Nachresektion und Lymphknotenentfernung.

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag AKI,
Die von ihrem Onkologen erwähnte Studie wurde im März 2010 im Journal of Clinical Oncology unter dem Titel „Aspirin Intake and Survival after Breast Cancer“ publiziert. Es handelt sich allerdings um eine sehr kleine Studie, aus deren Ergebnisse man keine definitiven, allgemein gültigen Empfehlungen ableiten kann. Da Aspirin auch Nebenwirkungen machen kann, müssen Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung in jedem Fall zurzeit noch gut überdacht werden.

Die Forschung zur Chemoprävention, d.h. zur Vorbeugung von Krebserkrankungen mittels chemischer Stoffe, läuft auf Hochtouren: Sowohl Naturstoffe als auch Medikamente werden getestet. Trotz vieler Studien ist jedoch noch keine eindeutige und auf alle Situationen übertragbare Empfehlung abgeleitet worden.

Eine in Deutschland durchgeführte Untersuchung zur Verhinderung von Rückfällen bei Brustkrebs mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) wurde wegen untragbarer Nebenwirkungen unterbrochen.

Noch ist die Forschung mit nicht-steroidalen Antirheumatika, also den „Aspirin“-ähnlichen Substanzen, jedoch längst nicht abgeschlossen. Die Suche nach einer Tablette, die vor Krebs schützt, geht weiter.



Frage von mary:
ich habe Chemo (Taxotere/Carboplatin) und Bestrahlung hinter mir, bekomme jetzt noch ein Jahr Herceptin alle 3 Wochen und seit anfangs August Antihormone (Lucrin/Tamoxifen) für die nächsten 5 Jahre. Gibt es irgendeine Alternative zur Antihormontherapie? Ich habe schon überlegt, dass wenn ich das Brustgewebe rausnehmen lassen würde, die Rezidivwahrscheinlichkeit auch erheblich gesenkt werden würde?! (bin brusterhaltend operiert worden) vielen Dank und freundliche Grüsse mary

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag mary,
Die Zeit nach der Operation mit Chemotherapie und Bestrahlung war sicher sehr belastend und anstrengend für Sie. Nun sollen Sie noch während einem Jahr mit Herceptin und fünf weitere Jahre mit einer Antihormontherapie behandelt werden. Das ist eine lange Zeit.
Sie machen sich darum Gedanken, ob es nicht eine Alternative zur Antihormontherapie gäbe, und wie Sie die Rezidivwahrscheinlichkeit noch zusätzlich senken könnten.
Die Antihormontherapie, welche Sie zurzeit erhalten, ist Standardtherapie. Sie wird bei jungen Frauen angewendet, deren Tumor hormonabhängig ist, und bei denen der Antikörper HER2neu übermässig vorhanden ist. Eine Alternative zu dieser Therapie gibt es nicht. Diese Antihormontherapie, wie auch die Chemotherapie sind systemische Therapien. Das heisst, sie wirken im ganzen Körper. Sie sollen verhindern, dass sich die Krankheit lokal in der Brust, aber auch im Körper ausbreiten kann, und eventuell noch vorhandene Krebszellen vernichten.
Nachdem Sie brusterhaltend operiert wurden, wurde die restliche Brust bestrahlt. Ziel dieser Behandlung ist, ein lokales Rezidiv in der betroffenen Brust zu verhindern.
Das ganze Brustgewebe zu entfernen wäre ein sehr radikaler Eingriff, der sich sehr belastend auf Ihre Körperwahrnehmung und damit auch auf Ihre Psyche auswirken könnte, den weiteren Krankheitsverlauf jedoch kaum beeinflussen würde und darum auch keine Alternative zur Antihormontherapie ist. Deshalb rate ich Ihnen von diesem Eingriff ab und hoffe, dass Sie die Zeit mit Herceptin und Antihormontherapie gut überstehen.

Ich empfehle Ihnen, mit Ihrem Arzt zu besprechen, was sie zur Behandlung von allfälligen Menopausebeschwerden unternehmen können.



Frage von KonHys:
Ich habe 2 Wochen nach 33 (beidseitigen) Bestrahlungen unter der Brust viele kleine braune Flecken bekommen (wie Sommersprossen), einer hat sich aber sehr schnell vergrössert, weist eine raue Oberfläche auf und ist unscharf begrenzt. Gehen die wieder weg oder kann die Bestrahlung Hautkrebs verursachen? Danke für Ihre Antwort

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag KonHys,
Nach einer Strahlentherapie kann sich die Farbe der Haut verändern, meist wird sie dunkler. Auch Hautveränderungen in Form einer Hautrötung, brauner Pigmentflecken oder Schuppen können auftreten.
Hautkrebs als Folge einer Bestrahlung ist nicht bekannt. Trotzdem rate ich Ihnen, die Pigmentflecken beim nächsten Arztbesuch zu zeigen. Falls nötig, wird Sie der Arzt oder die Ärztin an einen Dermatologen weiterweisen oder den verdächtigen Pigmentflecken abtragen.



Frage von ALo:
Kann ich mit gezielter Ernährung und bestimmten Nahrungsmitteln oder der Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen mein Brustkrebsrisiko senken? In meiner Familie sind meine Tante (väterlicherseits) an Brustkrebs erkrankt und bei meinem Vater wurde vor 2 Monaten Prostatakrebs entdeckt. Danke für die Antwort, ALo

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag ALo,
Viele Untersuchungen weisen heute darauf hin, dass der Lebensstil, Nahrungsgewohnheiten und sportliche Betätigung das Krebsrisiko, aber auch das Rückfallrisiko nach durchgemachter Krebserkrankung sehr positiv beeinflussen können, während Uebergewicht, Bewegungsmangel und Alkohol das Krebsrisiko und das Rückfallrisiko negativ beeinflussen können. Leider ist es aber bis heute noch nicht möglich für einzelne Nahrungsbestandteile, einzelne Vitamine oder Spurenelemente verbindliche, allgemein gültige Empfehlungen abzugeben. Auch ist der Nutzen oder Schaden von Sojaprodukten und Phytoöstrogenen sehr umstritten. Eine abwechslungsreiche Kost mit mehreren Portionen Früchten und Gemüsen sind sehr wichtige Bestandteile einer gesunden Ernährung. Wie sich eine gesunde Ernährung zusammensetzt und auf was man achten muss, erfahren Sie, wenn Sie die Broschüre
Eine ausgewogene Ernährung stärkt die Gesundheit der Krebsliga Schweiz lesen.


Frage von AKI (Frage 2):
Wie genau ist der Zusammenhang zwischen Eisenverlust und Brustkrebs. Ich bekomme alle 3 Monate eine Eiseninfusion (Venofer) dann steigt es auf ca. 135ug/l um dann wieder auf ca. 28ug/ml abzusinken? Gleich mit dem 25-OH-Vitamin D. Zuletzt hatte ich 21,9ug/l, jetzt noch 8,2ug/l. Wäre da eine Vitamin-D Substitution nicht angebracht? Als Medikation nehme ich Arimidex 1mg und Pantozol 20mg je 1/d. Wäre es sinnvoll, zusätzlich Multivitamin-Tabletten einzunehmen?

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag AKI,
Chronischer Eisenmangel tritt entweder auf, wenn eine verminderte Aufnahme von Eisen (zum Beispiel: Eisenaufnahmestörung im Magendarmtrakt) oder ein erhöhter Bedarf an Eisen (zum Beispiel: chronische Blutung) vorliegt. Welches Problem bei Ihnen vorliegt, kann Ihnen ihr behandelnder Arzt erklären. Die Einnahme von Pantozol könnte auf ein chronisches Speiseröhren- und oder Magenproblem hindeuten. Einen direkten Zusammenhang zwischen Ihrer Brustkrebserkrankung und dem Eisenmangel in ihrer Situation besteht deshalb wahrscheinlich nicht. Ich gehe auch davon aus, dass die Brustkrebserkrankung mit der Arimidexbehandlung unter Kontrolle ist.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert unter einer Oestrogenblockertherapie, Arimidex gehört zu dieser Klasse von Medikamenten, ein Calcium/Vitamin-D-Zusatzpräparat einzunehmen als Osteoporoseprophylaxe. Das Vitamin D gehört zu einer Gruppe fettlöslicher Vitamine, welche den Kalziumhaushalt regulieren und an der Mineralisation der Knochen beteiligt ist. Der Körper nimmt zum einen Vitamin D aus der Nahrung auf, zum anderen kann er es selbst unter dem Einfluss von Sonnenlicht produzieren. Ihr Vitamin D Wert scheint eher an der unteren Grenze zu liegen, was die Einnahme von Vitamin D rechtfertigen könnte, ausser es gibt medizinische Gründe gegen eine solche Substitution. Fragen Sie Ihren Arzt, oder Ihre Ärztin. Sie können Ihnen raten, was in Ihrem Falle am sinnvollsten ist.



Frage von Patricia:
Ich habe eine sehr knotige Brust. Habe ich deshalb ein grösseres Risiko an Brustkrebs zu erkranken? Danke für die Antwort.

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag Patricia,
Eine knotige Brust, oder eine Brust mit unregelmässigem Brustgewebe bedeutet für die Frau nicht automatisch, dass sie ein erhöhtes Risiko hat, an Brustkrebs zu erkranken.
In einer Brust mit unregelmässigem oder derbem Brustgewebe kann es aber schwierig sein, eine bösartige Veränderung rechtzeitig zu erkennen. Darum wird diesen Frauen empfohlen, regelmässig eine Mammographie und eine Ultraschalluntersuchung machen zu lassen. In Ihrer Situation könnte die neue Technik der digitalen Mammographie hilfreich sein, da diese Technik sich durch eine hohe Kontrastauflösung auszeichnet und sich damit, rund 80% aller bösartigen Veränderungen darstellen lassen. Bei Unklarheiten wird auch die aufwendigere und entsprechend teurere Kernspintomografie (MRT) hinzugezogen.

In der Antwort an „oliboli“ finden Sie weitere Erklärungen zu unregelmässigem Brustgewebe.



Frage von KonHys (Frage 2):
Ich habe auf meinen Wunsch von meiner Hausärztin Iscador P c.Hg erhalten. Die Serie 0 konnte ich ohne jede Nebenwirkung spritzen. Bei der darauffolgenden Serie 1 treten nun (ab der 3. Injektion) schon beim Spritzen ein heftiges Brennen, bald danach eine ca. 5cm grosse Rötung, die schmerzhaft ist und juckt, auf. die heutige, 3. Injektion spüre ich nun bei jedem Schritt... Ist das noch unter "hinzunehmen" einzureihen, oder sollte ich pausieren? Meine Aerztin kennt das Medikament nicht und muss jeweils selber weiter fragen. Können Sie mir sagen, ob das i.O. ist, oder ob ich es absetzen, resp. wieder auf Serie 0 zurückgehen soll? Vielen Dank!

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag KonHys,
Auch bei Medikamenten auf natürlicher und pflanzlicher Basis können mehr oder weniger starke Nebenwirkungen auftreten. Die Nebenwirkungen von Iscador, welche Sie oben beschreiben, sind bekannt und zum Teil auch erwünscht. Sie zeigen laut Aussagen des Herstellers, dass Sie auf das Medikament ansprechen. Ob die Rötung und das Brennen das Ausmass der gewünschten und noch akzeptierbaren Nebenwirkungen übersteigt, kann ich so nicht beurteilen. Bitten Sie Ihre Hausärztin, Sie direkt an den anthroposophisch orientierten Arzt oder die Ärztin zu verweisen. Dies ermöglicht dem Anthroposophen oder der Anthroposophin die örtlichen Reaktionen der Spritzen sowie die allgemeinen Reaktionen Ihres Körpers zu beurteilen und mit Ihnen zusammen das weitere Vorgehen zu besprechen. Vergessen Sie nicht, Ihren Onkologen oder Ihre Onkologin darüber zu informieren, dass Sie sich für eine komplementäre Behandlung mit Iscador entschieden haben.



Frage von suske:
2007 bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Der Tumor war trippel negativ, G3, 2 befallenen Lymphknoten. Wurde Brusterhaltend operiert und alle Lymphknoten rechts wurden entfernt. Chemo und Bestrahlung folgten. Da ich in der postmenopausale Phase war hatte ich zum Teil schlimme Wallungen und vor allem wurden meine Haaren sehr dünn. Nach dem Haarausfall durch die Chemo, war Letztes für mich eine ziemliche Belastung. Da habe ich meine Gynäkologin gefragt ob Ersatz Östrogen schädlich wäre, war mein Tumor doch hormonnegativ. Sie sagte, es sei "vertretbar" zusätzlich Östrogene zu nehmen. Seit Juli 2010 nehme ich jetzt Estradot 75mg. Ganz beruhigt bin ich aber nicht, weil anscheinend die Tumorart sich ändern kann. Gerne hätte ich dazu Ihre Meinung. Vielen Dank und lieber Gruss, Brigit

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag Brigit,
Die Hormontherapie mit Östrogenen als Monotherapie oder in Kombination mit Progesteron wird seit Jahrzehnten eingesetzt, um die menopausalen Symptome zu lindern und der Osteoporose vorzubeugen. Heutzutage werden diese Medikamente, wenn überhaupt nur für eine kurze Einnahmezeit empfohlen, wenn andere Massnahmen zur Behandlung der Meno-pausebeschwerden nicht greifen oder die Menopause frühzeitig eingetreten ist.

Eine Östrogenmonotherapie erhöht das Risiko für Gebärmutterkrebs, weshalb Frauen, die ihren Uterus noch haben, immer auch mit Progesteron behandelt werden sollten.
Werden Östrogene allein nur für kurze Zeit eingenommen, steigt das Brustkrebsrisiko nicht an. Werden Östrogene allein oder in Kombination mit Progesteron mehr als 5 Jahre eingenommen, muss mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko gerechnet werden. In einigen Studien steigt mit einer Östrogenmonotherapie auch das Eierstockkrebsrisiko an. Ausserdem erhöht die Einnahme von Östrogen das Risiko, einen Hirnschlag zu erleiden.

Der Verlauf Ihrer Brustkrebserkrankung mit trippel negativem Brustkrebs wird wahrscheinlich durch die Einnahme von Östrogenen nicht beeinflusst. Sie sollten aber bedenken, dass Frauen, die in ihrem Leben an Brustkrebs erkrankt sind, generell ein höheres Risiko haben, an einem zweiten Brustkrebs zu erkranken. Um dieses Risiko so gering als möglich zu halten, ist es deshalb empfehlenswert, Östrogene so niedrig als möglich zu dosieren, und nur für eine beschränkte Zeit einzunehmen.



Frage von fmaxou:
4 Jahre nach meiner Brustkrebserkrankung (vollständige Brustentfernung, keine Behandlung) hat man auf der einen Brustseite Metastasen entdeckt. Vor kurzem habe ich mich einer Strahlentherapie unterzogen und werde nun mit Tamoxifen behandelt. Werden sich diese Metastasen ruhig verhalten oder besteht ein erhebliches Risiko, dass in nächster Zeit auch andere Knochen befallen werden? Ich bin positiv und guten Mutes. Für Ihre Antwort im Voraus besten Dank.

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag fmaxou,
Sie schreiben, dass bei Ihnen vier Jahre nach einer vollständigen Brustentfernung auf einer Brustseite Metastasen festgestellt wurden, und möchten nun gerne wissen, ob sich diese ruhig verhalten. Mit der Einnahme von Tamoxifen soll ein Rezidiv verhindert werden, weshalb man bei Ihnen diese Therapie wählte. Aber jeder Mensch ist anders und reagiert unterschiedlich auf eine Krebsbehandlung.
Sie bezeichnen sich als eine sehr positiv denkende Frau in guter psychischer Verfassung. Dies ist ein grosses Plus im Umgang mit dieser schwierigen Situation.
Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben. Das Team des Krebstelefons steht Ihnen aber für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.



Frage von Romaine:
Guten Tag!
Sieben Monate nach meiner Hochzeit wurde beim mir, 27-jährig, ohne familiäre Vorbelastung, Brustkrebs (HER2 3+) diagnostiziert. Ich habe bereits 6 Chemos hinter mir (FEC und Taxotere) und werde mich nun 36 Bestrahlungssitzungen unterziehen. Danach folgt eine einjährige Behandlung mit Herceptin. Wir wünschten uns ein Kind, doch mit meiner Krankheit wurde dieser Wunsch zerschlagen… Um uns nicht alles zu verbauen, haben wir uns wegen einer allfälligen Sterilität dazu entschlossen, Eizellen von mir einfrieren zu lassen. So schlafen nun 12 kleine Teile von uns in einem Kühlbehälter im Lausanner Unispital ;-)… Da eine Schwangerschaft für die Ärzte kein Thema ist, wollten wir Sie fragen, wann ich schwanger werden könnte, ohne dass dabei die Entwicklung des Kindes Schaden nimmt. Und überhaupt: Finden Sie es unverantwortlich von uns, dass wir trotz meines Krebstyps an eine Schwangerschaft denken? Ein grosses Dankeschön im Voraus für Ihre Hilfe und freundliche Grüsse.

Antwort von Frau Dr. Buser:
Guten Tag Romaine,
Der Brustkrebs hat Ihr Leben und Ihre Zukunftspläne auf den Kopf gestellt, wodurch ihr Wunsch, Eltern zu werden, auf eine harte Probe gestellt wurde.
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Schwangerschaft nach Behandlungsabschluss den Verlauf von Brustkrebs negativ beeinflussen würde.
Bevor Sie schwanger werden, sollten aber alle Behandlungen im Zusammenhang mit Ihrer Brustkrebserkrankung vollständig abgeschlossen sind. Je nach Therapieform und v. a. nach einer anti-hormonellen Behandlung ist es angezeigt, mit dem Schwanger werden noch drei bis sechs Monate zuzuwarten. Dies verhindert mögliche Missbildungen beim Kind.
Sie haben genaue Angaben zur Behandlung gemacht, aber möglicherweise folgt auf die Herceptin-Therapie noch eine anti-hormonelle Behandlung, wodurch Sie sich noch etwas länger gedulden müssen, bis Sie schwanger werden können.

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