2011 - Lungenkrebs


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2011 - Lungenkrebs

Beitragvon admin » Do 3 Nov 2011 14:44

Herr Prof. Dr. med. Adrian Ochsenbein, Spezialist für Lungenkrebs, Inselspital Bern, beantwortete Ihre Fragen:


Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch



Frage von Lara:
Mein Vater ist mit 62 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Wie können meine Geschwister und ich dem vorbeugen? Keiner von uns raucht. Gibt es Vorsorgeuntersuchungen, die Sie empfehlen würden? Vielen Dank. Lara

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Lara,
wer nicht raucht, vermeidet automatisch den Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Eben so wichtig ist es, sich vor dem Passivrauchen zu schützen.

Es gibt noch keine Möglichkeit, einer frühzeitigen Lungenkrebserkennung, das heisst, noch bevor Symptome auftreten. Anders ausgedrückt, gibt es für Lungenkrebs keine regelmässigen Untersuchungen, die im Hinblick auf die Reduzierung der Sterberate als wirksam angesehen werden, wie es das für Gebärmutterhalskrebs (Paptest) oder Brustkrebs gibt (Mammographie).

Es laufen gerade Untersuchungen, um den Nutzen jährlicher Untersuchungen wie Spiral-CT oder die zytologische Untersuchung des Sputums bei Rauchern nachzuweisen, die älter als 50 Jahre sind.

Eine Studie hat ergeben, dass die Spiral-CT das beste Mittel ist, um frühzeitig Veränderungen im Lungengewebe festzustellen und somit rechtzeitig eine eventuelle Krebserkrankung bei hochgradig gefährdeten Personen wie starken Rauchern zu diagnostizieren. Am Ende der Studie konnte bei den untersuchten Personen ein Anstieg der Überlebensrate verzeichnet werden.

Eine Metaanalyse, das heisst die Summe aus den Ergebnissen mehrerer klinischer Untersuchungen, hat ergeben, dass die Spiral-CT die Sterberate nicht senkt, sondern nur die Überlebenszeit verlängert, also den Zeitraum zwischen dem Stellen der Diagnose (die zeitlich vorgezogen wird) und dem Tod, der mehr oder weniger zu dem Zeitpunkt eintritt, zu dem er auch ohne zeitlich vorgezogene Diagnose eingetreten wäre.

Vor dem Hintergrund dieser nicht abschliessenden Ergebnisse werden weitere Untersuchungen in der Hoffnung durchgeführt, dass es eines Tage möglich sein wird, insbesondere die sich nur langsam ausbreitenden Lungentumoren frühzeitig zu erkennen, von denen die Patienten durch einen rechtzeitigen chirurgischen Eingriff geheilt werden könnten.

Bei einer Lungenkrebserkrankung können folgende Symptome auftreten:
- anhaltender Husten
- behandlungsresistente Infektionen im Brustkorbbereich
- Atemnot
- Spuren von Blut im Hustensekret
- Schmerzen in der Brust beim Husten oder tiefen Einatmen
- Appetitlosigkeit
- unbeabsichtigter und merklicher Gewichtsverlust
- Jedes dieser Symptome kann auch durch andere Erkrankungen verursacht werden.

Wenn Sie eins der oben genannten Symptome bei sich feststellen, sollten Sie dennoch möglichst bald zu Ihrem Arzt gehen und sich untersuchen lassen.



Frage von Gabriele:
Kann man für das Lungenadenokarzinom bereits einen genetischen Test durchführen lassen und auf diese Weise die Veränderungen feststellen, die das Wachstum des Tumors begünstigen? Wo? Gibt es folglich auch eine genetisch individualisierte Behandlungsmethode? Welche?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Gabriele,
theoretisch wäre es möglich, bei einer Person, die keinerlei Krankheitssymptome aufweist, oder bei einem Patienten, der an einem Lungenadenokarzinom erkrankt ist, eventuelle genetische Veränderungen festzustellen, die zu einer Anfälligkeit für das Lungenadenokarzinom bzw. zu Rückfällen führen können. Bis jetzt werden diese genetischen Test jedoch nur zu Forschungszwecken eingesetzt und noch nicht zur Sekundärprävention (Früherkennung) bzw. Tertiärprävention (Vorbeugung gegen Rückfälle). Das Ziel dieser Forschungen ist die Entwicklung neuer noch gezielterer und spezifischerer Methoden zur Behandlung der verschiedenen Arten von Lungenkrebs.

Das Lungenadenokarzinom ist der am häufigsten bei den Personen auftretende Tumor, die nie geraucht haben, und manchmal liegt die Ursache in Vernarbungen der Lunge (z. B. durch frühere Tuberkuloseerkrankungen oder Brustfellentzündungen). Die Zahl der Erkrankungen aufgrund von genetischen Veränderungen ist sehr niedrig. Die wichtigsten sind jene am Gen p53 oder am FHIT-Gen.

Vielleicht wird man später einmal Versuche einer genetischen Behandlung von Patienten durchführen können, die in der Veränderung der Genstruktur der neoplastischen Zellen besteht, um deren Verhalten zu beeinflussen und auf diese Weise zu verhindern, dass sie unkontrolliert wächst und sich zu einem Tumor entwickelt.



Frage von Claudio:
Guten Tag,
Ende April wurde bei mir ein bösartiges Lungenkarzinom (Bronchien) festgestellt. Ich habe nie geraucht oder getrunken, ich bin Realist, habe Zuversicht und keine Angst vor dem Sterben. Besteht die Möglichkeit einer Heilung für diese Art von Krebs? Es scheint eine der schlimmsten Krebsarten zu sein. Nach drei Chemotherapien ist nichts passiert. Jetzt versuche ich es mit den Tabletten Tarceva. Der Krebs hat sich an einer Rippe im Rückenbereich festgesetzt (verankert), und wenn ich sie berühre, schmerzt es. Das Schmerzmittel Celebrex dämpft den Schmerz, aber er ist dennoch immer zu spüren. Aufgrund der Metastasen ist der Krebs nicht operabel. Mir wurde Bestrahlung empfohlen, aber ich halte nicht viel davon, denn danach funktioniert es vielleicht für anderthalb oder zwei Jahre, und dann ist nichts mehr zu machen. Wie schon gesagt, ich bin realistisch, und das Sterben macht mir keine Angst, denn nichts auf dieser Erde ist ewig. In der Zwischenzeit mache ich mein Testament. Ich möchte auch eine Stiftung gründen. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüssen, Claudio

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Claudio,
aufgrund Ihres Berichts ist es unwahrscheinlich, dass das Ziel der Behandlungen eine Heilung ist. Ich wünsche Ihnen, dass Sie gut auf Tarceva ansprechen werden und Sie mithilfe einer pharmakologischen Schmerzbehandlung in den Genuss einer für Sie akzeptablen Lebensqualität kommen.



Frage von carlos:
Ich habe ein kleinzelliges Lungenkarzinom mit Ganglien entlang des Mediastinums. Aus diesem Grund musste ich mich vier Chemiotherapiezyklen mit Bestrahlungen ab dem zweiten Zyklus sowie einer Reihe von prophylaktischen Bestrahlungen am Kopf unterziehen. Die Behandlungen dauerten 6 Monate. Gegenwärtig befinde ich mich in der Remission, leide aber seit zwei Monaten an einer heftigen Gürtelrose. Kann diese Krankheit zu Krebsrückfall führen?

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Geschätzter Carlos,
Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine häufig auftretende virale Infektion, welche vom Herpes-Zoster-Virus hervorgerufen wird. Es ist dasselbe Virus, welches die Windpocken-Krankheit auslöst. Falls Sie es noch nicht getan haben, rate ich Ihnen, Ihren Arzt aufzusuchen und sich ein schmerzhemmendes Medikament verschreiben zu lassen.
Alle Menschen sind Träger von verschiedenen Viren und Bakterien, welche normalerweise zu keinen Beschwerden führen. Bei einem abgeschwächten Immunsystems, wie das zum Beispiel nach einer Chemotherapie der Fall ist, kann die Krankheit jedoch ausbrechen. In Ihrem Fall führte es zu einer Gürtelrose.
Eine Gürtelrose kann keine erneute Krebserkrankung verursachen. Es handelt sich dabei lediglich um ein Symptom, welches auf ein noch abgeschwächtes Immunsystem hindeutet.
In der Hoffnung, dass ich Sie mit diesen Ausführungen etwas beruhigen konnte, wünsche ich Ihnen viel Mut und Durchhaltevermögen und eine rasche Genesung.



Frage von asia59:
Grüezi Herr Ochsenbein,
Am 06.09.2011 wurde mir wegen eines nichtkleinzelligen Bronchuskarzinoms der gesamte linke Lungenflügel entfernt. Beim nächstliegenden Lymphknoten wurden wenige Krebszellen gefunden, Metastasen sind keine vorhanden. Ich bin nun bereits an einer adjuvanten Chemotherapie mit Cisplatin (16x). Zuvor arbeitete ich zu 70%, das Haus habe ich mehr oder weniger alleine "erledigt", 3-4 mal/Woche habe ich moderat Sport getrieben.
Meine Frage: Habe ich von irgendwo her finanzielle Unterstützung zugute (ev.IV?), ich bin ja körperlich doch recht eingeschränkt mit nur einer Lunge (Atemnot, Ausdauer). Bis jetzt hat mich auch noch niemand darüber aufgeklärt, worauf ich besonders achten muss (Erkältungen, Pfnüsel, Luftbefeuchter im Winter?). Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Grüezi Asia59,
Eine Krebserkrankung hat nicht nur Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden, sie hat leider oft auch Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Betroffenen. Sie tun gut daran, sich frühzeitig zu informieren, ob Ihnen eine finanzielle Unterstützung z.B. durch die Invalidenversicherung (IV) während oder auch nach der Behandlung zusteht.
Grundsätzlich haben Personen in folgenden Situationen Anrecht auf Unterstützung durch die IV:
Bei länger dauernder Erwerbsunfähigkeit, verursacht durch eine körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung oder
Wenn nicht erwerbstätige Personen, die auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würden, ihre gewohnten Tätigkeiten (z.B. Hausarbeit) über längere Zeit nicht mehr ausüben können.
Dieser Anspruch gilt nicht für sportliche Betätigungen oder für Freizeitaktivitäten.

Wenn Sie durch Ihre eingeschränkte Lungenfunktion während 30 Tagen ununterbrochen arbeitsunfähig waren, können Sie bei der IV zur Früherfassung angemeldet werden. Bei der Früherfassung wird abgeklärt, welche Massnahmen geeignet sind, um die gemeldete Person wieder beruflich einzugliedern oder ob eine Anmeldung für eine Leistung durch die IV angezeigt ist.
Die Anmeldung zur Früherfassung kann durch Sie selber, durch den Arbeitgeber, die Krankentaggeldversicherung, den behandelnden Arzt oder durch Familienangehörige erfolgen. Die
kantonale Krebsliga Ihrer Region berät Sie gerne.
Eine Krebserkrankung berechtigt jedoch nicht automatisch zu einer Unterstützung durch die IV oder andere Institutionen.

Während der Chemotherapiebehandlung ist es ratsam, Personen mit Infektionserkrankungen wie Erkältungen, Grippesymptomen oder Magen- Darmerkrankungen zu meiden. Bitten Sie diese Personen, Sie nicht zu besuchen, wenn sie krank sind und meiden Sie wenn immer möglich Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Stosszeiten.
Andere Vorsichtsmassnahmen sind nicht nötig. Luftbefeuchter können eine Quelle für Infektionskeime sein. Lüften Sie die Räume, in denen Sie sich aufhalten, regelmässig und überheizen Sie Ihre Wohnräume nicht. Falls Sie Raucherin sind, wäre jetzt der Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören und meiden Sie Zimmer, in denen geraucht wird. Damit schützen Sie Ihre gesunde Lunge und tragen viel zu Ihrem körperlichen Wohlbefinden bei.



Frage von Max:
Ich bin 52 Jahre alt. In meinem Leben habe ich 17 Jahre pro Tag ein halbes Pack Zigaretten geraucht. Seit 12 Jahren bin ich Nichtraucher. Hat sich mein Risiko an Lungenkrebs (oder auch andere Krebsarten?) durch den Rauchstopp gesenkt? Und wenn ja, wie genau im Vergleich mit einem Raucher? Besten Dank für die Antwort, M.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Max,
Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Erfolg bei der Rauchentwöhnung. Zwölf Jahre Rauchfreiheit zeugen von einer grossen Bereitschaft zur Veränderung, von Willensstärke und Beständigkeit. Ohne Zweifel hat sich dadurch Ihr Risiko, an Lungenkrebs und anderen Krebsarten zu erkranken, gesenkt. Bis das Lungenkrebsrisiko gleich gross ist wie bei Nichtrauchern, bedarf es schätzungsweise 20 Jahre Rauchabstinenz. Halten Sie also durch!
Gemäss Statistiken weist ein Raucher im Vergleich zu einem Nichtraucher ein relatives Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, von 10:1 auf. Für Raucher, die über 40 Zigaretten im Tag konsumieren, erhöht sich dieses Risiko auf 20:1.
Ein Rauchstopp hat sowohl kurz- wie langfristige Vorteile für die Gesundheit:
Raucherberatung in der Apotheke
Bleiben Sie Ihrem neuen Lebensstil treu. Es lohnt sich!
Vergessen Sie nicht, sich ausserdem vor Passivrauch zu schützen. Für Personen, die dem Passivrauch ausgesetzt sind, kann sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bis zu 30 % erhöhen.



Frage von K.b:
Leider hat mein Mann vor 3 Wochen den Bescheid erhalten, dass er Lungenkrebs hat. Seit einigen Jahren ist er stark zuckerkrank. Nun soll er Chemotherapie und Bestrahlung bekommen. Wir machen uns Sorgen, und fragen uns, ob man bei Diabetes bestimmte Mittel nicht geben darf? Freundlich Grüssen, K.b aus S.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Frau K.b,
Ihre Sorgen sind verständlich. Ich nehme jedoch an, dass die Zuckerkrankheit Ihres Mannes dem behandelnden Onkologen bekannt ist. Diabetes ist grundsätzlich keine Kontraindikation für eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung. Chemotherapeutika können jedoch die Wirkung von Antidiabetesmedikamenten verstärken. Darum ist es wichtig, während der Chemotherapie den Zuckerstoffwechsel, zusätzlich zum Blutbild, regelmässig und engmaschig zu überwachen, damit die Diabetesbehandlung, falls nötig, rechtzeitig angepasst werden kann.



Frage von Lislot:
Gibt es tatsächlich eine neue Methode, wonach der Tumor via Sonde mit 90% Wasser (verkocht!) bekämpft wird?! Eine Frau S., Onkologin, praktiziere dies. Wo ist mir nicht bekannt.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Frau Lislot
Diese Methode ist mir unbekannt.



Frage von Uwe:
Hallo,
meine Schwägerin hat Lungenkrebs und auch Metastasen. Seit ca. 6 Wochen nimmt sie Manju ein. Jetzt liegt sie im Krankenhaus und bekommt Sauerstoff weil sie so schlecht Luft bekommt. Kann Sie nun Manju -Saft trotzdem einnehmen oder kann es sein, daß Sie dadurch noch schlechter Luft bekommt?
Vielen Dank für Ihre Antwort

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Uwe,
Ich kenne weder die genauen Inhaltsstoffe des Manju-Produktes, das ihre Schwägerin einnimmt, noch wissenschaftliche Studien zu seiner Verträglichkeit. Folglich möchte ich hierzu keinen medizinischen Rat geben.



Frage von N.C.:
Mein Vater hatte Lungenkrebs, sie haben ihm den Tumor raus operiert, doch so wie sich rausgestellt hat waren noch Zellen im Körper. Diese Zellen haben sich oberen Bereich des Bauchs also unter dem Hals verbreitet. Die Ärzte sagen, dass die Chemo nur noch gemacht wird das er später keine Schmerzen mehr hat. Also sieht es sehr schlecht aus. Mein Vater aber weiss nichts davon, wir haben es ihm verschwiegen, was sollen wir tun? Ihm das sagen oder lieber nicht? Wir hatten noch gedacht ihn in Zürich im Universitätsspital zu zeigen was halten sie davon? Wir sind verzweifelt.

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag N.C.,
Ihre Verzweiflung ist verständlich, ist Ihr Vater doch sehr krank.
Ob und wie Sie mit Ihrem Vater über die Erkrankung sprechen wollen, ist selbstverständlich Ihnen und Ihrer Familie überlassen. Es gibt keine allgemein gültige Regelung.
Ich bin jedoch überzeugt, dass der Patient selber auch spürt, dass die Krankheit weit fortgeschritten ist. Vielleicht möchte er sogar selber darüber sprechen, getraut sich jedoch nicht. Er spürt vielleicht auch Ihre Verzweiflung und Ihre Angst. Oft wollen sich Patient und Angehörige gegenseitig schonen. Dadurch leidet jeder für sich alleine und so vieles bleibt ungesagt. Wertvolle Zeit, in der man noch vieles hätte klären können, bleibt ungenutzt. Das finde ich schade.
Eine Zweitmeinung einzuholen, kann nützlich sein und eine Therapieänderung bringen. Sie kann aber auch zur Bestätigung des bereits begonnen Therapiekonzeptes beitragen und deshalb das Vertrauen stärken.
Wenn Ihr Vater einverstanden ist, in einem anderen Spital eine Zweitmeinung einzuholen, bitten Sie den behandelnden Arzt, die nötigen Unterlagen (Untersuchungsresultate, Diagnosestellungen, Krankheitsbild, usw.) weiterzuleiten. Dies verhindert Doppeluntersuchungen und damit unnötige Belastungen für Ihren Vater.



Frage von Gabriele:
Sehr geehrter Herr Professor Ochsenbein
Auch wenn er heute vielleicht nicht mehr gebräuchlich ist, möchte ich Ihnen für Ihre Antwort zum Gentest persönlich danken. Ich habe gelesen, dass sich die Forschung den Mutationen in den Stammzellen zuwendet, was halten Sie davon? Sind wir auf dem richtigen Weg? Leider gibt es in der pharmazeutischen Industrie – wie üblich und durchaus menschlich –Halsabschneider: Verlieren wir nicht den Mut, es ist besser, für die Gesundheit (oder das Heil) der Menschheit zu forschen als tödliche Kriegswaffen herzustellen …
Mit freundlichen Grüssen, Gabriele

Antwort von Prof. Ochsenbein:
Guten Tag Gabriele

Vielen Dank für Ihre freundliche Antwort.

Stammzellen sind eine vielversprechende Forschungsrichtung. Dennoch können wir nicht ausschliessen, dass künftige Forschungsergebnisse im Widerspruch zum aktuellen Wissensstand stehen oder diesen relativieren werden.

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