2017 - Komplementärmedizin


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2017 - Komplementärmedizin

Beitragvon admin » Fr 19 Mai 2017 14:50

Dr. med. Matthias Rostock und Dr. med. Stefan Obrist beantworten Ihre Fragen.

Die folgenden Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch

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Anlaufstellen Komplementärmedizin in der Schweiz

Beitragvon admin » Mo 12 Jun 2017 11:37

Frage von R.A.:
Welche Methoden aus der Komplementärmedizin können Sie jemandem mit Krebs empfehlen unabhängig von Alter des Betroffenen, Lokalisation des Tumors oder Stadium der Erkrankung?
Vielen Dank,
R. A.


Antwort von Dr. Obrist:
Eine allgemein gültige Antwort lässt sich auf Ihre Frage nicht formulieren. Wir empfehlen eine individuelle und spezifische Beratung an einem der spezialisierten Zentren für Integrative Medizin. In der deutschsprachigen Schweiz existieren drei Kompetenzzentren für die so genannte integrative Medizin, die die klassische Schulmedizin und die komplementären Methoden wie das Wort besagt, integriert. Die drei Institute sind in Zürich, Bern und St. Gallen .

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Komplementärmedizin bei Hitzewallungen

Beitragvon admin » Mi 5 Jul 2017 11:39

Frage von «Hitzewallungen»:
Guten Tag
Mein Vater, 73-jährig, wurde wegen Prostatakrebs mittels Strahlentherapie behandelt und erhält nun eine Hormonbehandlung in Form von Injektionen.
Er leidet unter Hitzewallungen, die ihn nachts nicht schlafen lassen und tagsüber belasten. Er hat verschiedene Sachen zum Einnehmen erhalten und macht Akupunktur, aber er leidet sehr darunter.
Was könnte ihm helfen, die Hitzewallungen los zu werden?
Herzliche Grüsse


Antwort von Dr. Rostock:
Guten Tag
Hitzewallungen sind eine häufige Nebenwirkung der Hormontherapie bei Prostatakrebs und können sehr unangenehm sein. Die Beschwerden können bereits dadurch positiv beeinflusst werden, dass man auf bestimmte Faktoren des Lebensstils besonders achtet. So können bestimmte Ernährungsfaktoren Hitzewallungen und Schweissausbrüche fördern. Insbesondere scharfe Gewürze, starker Kaffee und Tee (auch grüner Tee) sowie Alkohol wirken sich ungünstig aus. Auch sollten spät keine schwereren Mahlzeiten mehr eingenommen werden.
Bewegung und sportliche Aktivität wären hilfreich, auch Yoga hat sich bewährt. Einige kantonale Krebsligen bieten Yogakurse an. Wenn Yoga eine Option für Ihren Vater ist, erkundigen Sie sich bei der Krebsliga, die seinem Wohnort am nächsten liegt.
Mit der Akupunktur kann häufig eine gute Linderung der Beschwerden erreicht werden, aber leider nicht in jedem Fall – das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter Umständen kann eine andere Akupunkturpunkt-Kombination hilfreich sein oder man wechselt den komplementärmedizinischen Ansatz. So liegen auch positive therapeutische Erfahrungen mit der Phytotherapie und der Homöopathie vor. Am bekanntesten ist die schweisshemmende Wirkung von Salbeiblättern bzw. Extrakten daraus. Hierzu liegen auch Ergebnisse aus kleineren klinischen Studien vor. Für einen optimalen Erfolg wäre es aber sicher gut, einen Behandler mit entsprechenden Fachkenntnissen aufzusuchen.

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Artesunat - Derivat des Artemisinin

Beitragvon admin » Do 31 Aug 2017 16:11

Frage von Frau G.E.:
Mein Mann (65;Arzt) leidet seit Dez/16 an einem in die Leber metastasierten Pankreaskopf-Ca > bisher Folfirinox-Schema, das er sehr schlecht verträgt > Gewichtsabnahme 30kg;Durchfälle und nur Stillstand der Tu-Erkrankung > jetzt zunehmender Aszites > welche Komplementämedizin ist sinnvoll? Was wissen Sie über Artesunat-Infusionen? Die zirkulierenden Tu-Zellen sprechen sehr gut darauf an.
Vielen Dank für Ihr Bemühen
G.E.

Antwort von Dr. Rostock:
Sehr geehrte Frau E.,
Artesunat ist ein halbsynthetisches Derivat des Artemisinin (Artemisinin ist ein Wirkstoff aus dem einjährigen Beifuss [Artemisia annua]) und wird sehr effektiv in der Behandlung der Malaria eingesetzt. Präklinisch konnten für Artemisinin und Artesunat auch verschiedene antitumorale Wirkmechanismen gezeigt werden. Massgeblich beteiligt an diesen Forschungsarbeiten ist u.a. Herr Prof. Efferth vom Institut für Pharmazie und Biochemie der Uni Mainz.
Leider ist die klinische Anwendung von Artesunat bei Tumorerkrankungen bisher noch wenig wissenschaftlich untersucht worden, so dass man nur schwer einschätzen kann, ob Ihr Mann von einer Anwendung profitieren würde. In der aktuellen Situation wäre es sicher das wichtigste, abzuwägen, ob Ihr Mann ausreichend vom FOLFIRINOX profitiert oder ob ein Wechsel auf eine andere antitumorale Therapie sinnvoll wäre. In der komplementärmedizinischen Behandlung würde ich u.a. die Misteltherapie durchaus als sinnvolle Option ansehen. Es liegen hierfür positive Ergebnisse aus neueren klinischen Studien beim Pankreaskarzinom vor. Auch bezüglich des Gesamtbefindens und der erheblichen Gewichtsabnahme könnte eine weiterführende begleitende naturheilkundliche Behandlung möglicherweise hilfreich eingesetzt werden. Viele Hausärzte verfügen über komplementärmedizinische Zusatzkenntnisse. Es besteht aber auch die Möglichkeit, hierfür einen Termin in den Sprechstunden vom:
-
Institut für Komplementärmedizin in Bern
-
Institut für komplementäre und integrative Medizin in Zürich
-
Zentrum für Integrative Medizin in St. Gallen
zu vereinbaren.


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