2017 - Radiotherapie


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2017 - Radiotherapie

Beitragvon admin » Di 25 Apr 2017 10:29

Frau Fabiola In-Albon, Pflegefachfrau HF, Höhere Fachausbildung Onkologie, Psychoonkologische Beraterin SGPO, ist an der Universitätsklinik für Radio-Onkologie- Inselspital Bern, sowie für das Krebstelefon tätig. Sie beantwortet Ihre Fragen.


Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an helpline@krebsliga.ch

Die folgenden Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.

Freundlich grüssen die Moderatorinnen

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Brachytherapie (Seeds) bei Prostatakrebs

Beitragvon admin » Mo 8 Mai 2017 16:19

Frage von: Thomi
Guten Tag meinem Vater, er hat ein Prostatakrebs, hat man nun eine Therapie mit Siids vorgeschlagen. Was ist das genau und macht das Sinn. Danke für eine Antwort.


Antwort von Fabiola In-Albon:
Guten Tag Thomi

Die Therapie mit Seeds ist eine sogenannte Low-Dose-Rate/Brachytherapie. «Brachy» kommt aus dem Griechischen und bedeutet kurz/nah. Bei den sogenannten Seeds handelt es sich um kleinste, zum Teil unter Narkose implantierte Strahlenquellen, welche aus reiskorngrossen Titanstiften bestehen. Die Titanstifte geben kontinuierlich lokal eine leichte Strahlung an den Tumor ab. Die Strahlung nimmt mit der Zeit immer mehr ab. Ausserhalb des Körpers wird keine radioaktive Strahlung gemessen. Für nahestehende Personen besteht keine Gefahr. Die Stifte können danach problemlos in der Prostata verbleiben.

Die Therapie mit Seeds hat bei gewissen Tumorformen Vorteile, weil höhere Strahlendosen schonend und über längere Zeit abgegeben werden. Dadurch kommt es zu weniger Nebenwirkungen.

Weiterführende Informationen finden Sie in der Broschüre
Prostatakrebs der Krebsliga Schweiz.

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Folgen der Behandlung

Beitragvon admin » Do 11 Mai 2017 13:34

Frage von: Ewald
Ich wurde am 4. 4. wegen Lungenkrebs operiert. Hatte vorher 4 Chemo. Alles soweit gut überstanden. Bis auf das Kribbeln in Händen und Füssen. Geht dies im laufe der Zeit weg. Nun bekomme ich 36 Bestrahlungen. 4 Stück hatte ich schon. Kann es möglich sein, dass man deswegen keinen Appetit hat und leicht zu Depressionen neigt. Was kann man dagegen tun. Bitte Um Antwort.
Freundliche Grüsse
Ewald


Antwort von Fabiola In-Albon
Guten Tag Herr Ewald
Sie haben die Chemotherapie gut überstanden, nur das Kribbeln in den Händen und Füssen ist geblieben. Dieses Kribbeln oder Ameisenlaufen bildet sich mit der Zeit sehr langsam zurück. Bei einigen wenigen Patienten bleibt es jedoch bestehen, was von der betroffenen Person meist als sehr unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden wird. Wenn Sie diese unangenehmen Empfindungen sehr stören oder sogar behindern, teilen Sie dies bitte Ihrem Onkologen oder Ihrer Onkologin mit. Es gibt Möglichkeiten, die Symptome zu lindern. Ihr Arzt wird dies sicher gerne mit Ihnen besprechen.

Nun haben Sie mit der Bestrahlung begonnen und leiden unter Appetitmangel und fühlen sich depressiv.
Appetitlosigkeit ist ein sehr unspezifisches Symptom und kann mit der Erkrankung, ihrer Behandlung oder auch mit Ihrem seelischen Zustand zusammenhängen. Durch die Bestrahlung der Lunge können auch andere naheliegenden Organe, wie zum Beispiel die Speiseröhre oder den oberen Teil des Bauchraumes betroffen sein und z.B. zu Appetitverlust, Übelkeit und/oder Schmerzen führen. Allerdings treten diese Nebenwirkungen in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt der Strahlenbehandlung auf.
Auch Depressionen können im Laufe einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung auftreten, denn die Diagnose Lungenkrebs bedeutet eine grosse Belastung für den Patienten und seine Angehörigen und macht Angst. Informieren Sie Ihren Arzt über diese beiden belastenden Symptome. Er oder sie kann auf deren Ursache auf Grund Ihrer Erkrankung und der Therapie einschätzen und entsprechende Massnahmen anordnen.
Zudem können moderate und Ihrer Gesundheit angepasste, körperliche Aktivität oder Bewegung an frischer Luft den Appetit fördern und der Depression und der oft damit verbundenen Müdigkeit entgegenwirken.

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Brachytherapie, vaginal

Beitragvon admin » Do 11 Mai 2017 15:19

Frage von: (unbekannt)
Guten Tag
Meine Tante, 75J., wurden die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt. Da die Operation 6 Stunden dauerte (wegen Nieren + Herzprobleme) wurden keine Lymphknoten entfernt. Nun raten die Ärzte zu einer Brachytherapie. Meine Tante ist unschlüssig ob sie diese Therapie machen soll. Für Hinweise die die Entscheidung erleichtern könnten, wären wir dankbar. Freundliche Grüsse

Antwort von Fabiola In-Albon
Guten Tag

Bei einer Brachytherapie mit einem Vaginalzylinder wird ein spezieller Zylinder in die Scheide eingeführt. Der Zylinder dient als Hilfsmittel, um noch verbliebene, unsichtbare Tumorzellen im Bauchraum zu zerstören. Er wird nach jeder Behandlung wieder entfernt. Man bezeichnet diese Art von Bestrahlung als Bestrahlung von Innen.

Im Gegensatz zur Bestrahlung von Aussen, die in der Regel einige Wochen dauert und jeden Tag durchgeführt wird, braucht es beim Vaginalzylinder nur einige Sitzungen.
Die Nebenwirkungen an Haut und Schleimhaut sind in der Regel weniger ausgeprägt und die Betroffenen klagen über weniger Müdigkeit.

Es kann ratsam sein, sich noch einmal mit dem Behandlungsteam zusammenzusetzten, um die Vor-und Nachteile der Brachytherapie zu besprechen. Eine Möglichkeit ist, dass Ihre Tante Fragen aufschreibt und zum Gespräch mitbringt. Vielleicht kann sich Ihre Tante vorstellen, dass Sie oder jemand anderes sie zu diesem Gespräch begleitet. Vier Ohren hören bekanntlich mehr als zwei.


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