Ist Gebärmutterhalskrebs ansteckend?

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Ist Gebärmutterhalskrebs ansteckend?

Beitragvon admin » Di 11 Jun 2019 11:01

Frage ans Krebstelefon
„Ich habe erfahren, dass meine Ex-Partnerin an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist. Muss ich meine aktuelle Partnerin darüber informieren?“
In dieser Frage schwingt das Thema Ansteckungsrisiko mit.

Antwort von Rita Lang, Fachberaterin Krebstelefon
Sie haben erfahren, dass Ihre Ex-Partnerin an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist. Sie fragen sich, ob das Auswirkungen auf Ihre aktuelle Beziehung hat.

Ich möchte vorwegnehmen, Gebärmutterhalskrebs ist nicht ansteckend.

Die meisten bösartigen Zellveränderungen des Gebärmutterhalses entstehen durch eine Infektion mit bestimmten Arten von humanen Papillomaviren (HPV). Diese Viren befallen ausschliesslich die Haut und die Schleimhaut. Die Mehrheit der HPV-Infektionen sind harmlos und heilen von selbst wieder ab - ohne Gesundheitsprobleme zu hinterlassen. Das Virus ist dann nicht mehr nachweisbar. Nur selten entwickeln sich bei Frauen und Männern aus einer HPV-Infektion jedoch Warzen, Krebsvorstufen oder Krebs.

Inzwischen sind über 200 verschiedene Papillomaviren (HPV) bekannt. Etwa 40 davon befallen die Geschlechtsorgane und den After. Sie werden vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Lauf des Lebens mit genitalen HPV. Diese werden wiederum in Niedrig- und Hochrisiko-Typen unterteilt. Genitale Hochrisiko-HPV können Zellveränderungen bis hin zu Krebs verursachen.

Die Krebsliga Schweiz empfiehlt daher die HPV-Impfung gegen Hochrisiko-HPV von Mädchen und Jungen ab 11 Jahren bzw. Männern und Frauen bis 26 Jahren zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs und anderen HPV-bedingten Krebserkrankungen.

Sie überlegen sich, mit ihrer aktuellen Partnerin über das Thema zu sprechen, weil immer ein kleines Risiko besteht, dass sich die HPV’s zu einem Krebs formieren. Die Informationen auf der Homepage der Krebsliga zur
HPV-Impfung sowie zu Prävention und Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bieten Ihnen eine gute Gesprächsgrundlage. Was ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte: Falls einer von Ihnen Beiden an Beschwerden leidet, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Wenn Sie mehr über mögliche Beschwerden, die Diagnose sowie die Therapie von Gebärmutterhalskrebs erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in die
Broschüre Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen.

Nun hoffe ich, dass Sie mit diesen Informationen selber entscheiden können, über welche Aspekte Sie mit Ihrer Partnerin sprechen möchten.

Darüber hinaus:

Im Juni findet auf www.krebsforum.ch eine Expertensprechstunde zu Sexualität und Intimität bei Krebs statt. Eine Sexualberaterin und ein Sexualtherapeut antworten auf Fragen, die Sie anonym per Online-Formular stellen können. Diese werden laufend im Forum publiziert. Auch vergangene Sprechstunden wie diejenigen zu HPV und Gebärmutterhalskrebs bleiben lesenswert.


Das Krebstelefon-Team begleitet und berät Betroffene, Angehörige und Interessierte. Haben Sie Fragen? Dann mailen, telefonieren oder chatten Sie mit uns: http://www.krebsliga.ch/krebstelefon

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